Leberzirrhose

Wenn die Leber zu viel Arbeit hat

Die Leber ist das größte Entgiftungsorgan des Menschen. Wer ihr tagtäglich zu viel Arbeit zumutet, zerstört sie schleichend. Denn Hauptursache für eine Leberzirrhose ist übermäßiger Alkoholkonsum.

Endstadium bei chronischer Lebererkrankung

Die Leberzirrhose (Schrumpfleber) ist das Endstadium eines Veränderungsprozesses der Leber, der bei chronischen Lebererkrankungen auftritt. Die Leberzellen werden dabei durch entzündliche Vorgänge soweit zerstört, dass sie absterben. Außerdem produziert der Körper vermehrt Bindegewebe in der Leber (Fibrose). Die Leber verändert ihre normale Struktur, d.h. sie wird härter, knotiger und schrumpft. Dieser Zustand ist irreversibel, also nicht wieder rückgängig zu machen. Der vernarbte Bereich kann bis zu 50 Prozent der Leber ausmachen und stört die Durchblutung. Durch die Umgestaltungen werden die normalen Leberfunktionen eingeschränkt, was zu zunehmender Verschlechterung bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.

Drei verschiedene Typen der Leberzirrhose gibt es:

  • kleinknotiger Typ
  • großknotiger Typ
  • Mischtyp aus klein- und großknotig

Eine Leberzirrhose entwickelt sich meist über einen langen Zeitraum von mehreren Jahren oder sogar Jahrzehnten.

Ursachen einer Leberzirrhose

Alkoholkonsum verursacht Impotenz
Wer regelmäßig zu viel Alkohol trinkt, riskiert eine Schrumpfleber.
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Die Gewebeveränderungen in der Leber, die zur Zirrhose führen, können verschiedene Ursachen haben. Etwa 60 Prozent der Leberzirrhoseerkrankungen in Deutschland entstehen durch den Missbrauch von Alkohol, insbesondere wenn eine Alkoholsucht im Spiel ist.

Weitere Auslöser, die vergleichsweise häufig auftreten, sind durch Viren bedingte Entzündungen der Leber wie die Hepatitis. Bei übermäßigem Alkoholkonsum entwickelt sich häufig die kleinknotige Form der Leberzirrhose, bei einer Hepatitis die großknotige oder gemischte Form.

Zu einer Leberzirrhose können auch erblich bedingte, chronische Erkrankungen führen. Dazu zählen:

  • Eisenspeicherkrankheit
  • Morbus Wilson
  • Mukoviszidose

Ein weiterer Grund für die Entstehung einer Leberzirrhose ist die Schädigung der Leber durch die Einnahme diverser Medikamente oder Chemikalien.

Symptome einer Leberzirrhose

Leberzirrhose
Eine durch chronische Entzündungen veränderte Leber bildet eine knotige Struktur aus.

Eindeutige Anzeichen für eine Zirrhose der Leber werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit erkennbar.

Zunächst zeigt sich die Veränderung des Organs durch unspezifische Symptome, die auf zahlreiche Erkrankungen hindeuten. Dazu gehören u.a. Leistungsminderung, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, häufig auch ein Druck- oder Völlegefühl oberhalb des Bauchnabels.

Charakteristische Symptome einer Leberzirrhose sind außerdem punktförmige, rote Gefäßknötchen, knallrote, glänzende Lippen und Zunge (Lacklippen bzw. Lackzunge) sowie rotgefärbte Daumen- und Kleinfingerballen. Doch für diese Merkmale gilt, dass sie nicht zwangsläufig durch eine Leberzirrhose entstehen, sondern auch durch andere Lebererkrankungen hervorgerufen werden können.

Ist die Leber in ihrer Funktion stark gestört, verfärben sich die Haut und das Augenweiß gelb, die Blutgerinnung ist gestört und der Erkrankte verliert viel Gewicht.

Komplikationen bei Leberzirrhose

Durch die strukturellen Veränderungen des Gewebes wird die Funktion der Leber deutlich beeinflusst. Die Leber kann u. a. dann das Blut nicht mehr optimal entgiften. Die Folge ist, dass Giftstoffe wie Ammoniak über das Blut auch ins Gehirn gelangen. Dort stören die Stoffe die Hirnfunktionen. Diese Auswirkung der Leberzirrhose nennt man Enzephalopathie. Sie zeigt sich durch Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und herabgesetztes Reaktionsvermögen. Ebenso können Stimmungsschwankungen und Panikattacken auftreten. Die Schäden, die die Enzephalopathie im Gehirn anrichtet, können sich zurückbilden, wenn der Arzt diese Folge der Leberzirrhose rechtzeitig erkennt und behandelt.

Bei einer Leberzirrhose bildet der Körper verstärkt Bindegewebe in dem Organ. Die Leber wird dadurch härter und kleiner. Die Durchblutung der Leber wird daher erschwert. Es kann zu einem Blutstau vor dem Organ kommen, sodass der Blutdruck in der Pfortader steigt. Man spricht dann von einer Pfortader-Hypertension. Außerdem muss sich das Blut neue Wege suchen. Es bilden sich Umgehungskreisläufe. In Folge dessen entstehen Krampfadern, auch in Organen wie Magen oder Speiseröhre. Es kann an diesen Stellen zu starken Blutungen kommen, sodass ein Kreislaufkollaps und der Tod drohen.

Bei Patienten mit Leberzirrhose besteht außerdem ein hohes Risiko, dass sich ein Leberzellkrebs entwickelt.

Behandlung bei Leberzirrhose

Die Gewebeveränderungen der Leber, die durch die Zirrhose entstehen, sind nicht mehr heilbar. Der Arzt muss deshalb in erster Linie überprüfen, welche Ursache der Leberzirrhose zugrunde liegt und dann entsprechende Maßnahmen zur Heilung der Grunderkrankung einleiten.

Änderung des Lebensstils

Obst und Gemüse
Gesund lebt, wer viel Obst und Gemüse ist.

Ist es eine durch übermäßigen Alkoholkonsum verursachte Erkrankung, muss der Patient konsequent auf Alkohol verzichten. Oft ist es nötig, den Patienten von einer Alkoholentzugstherapie, dem Aufsuchen von Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen zu überzeugen.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich wichtig. Sie sollte reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen sein. Erkrankte mit Fettleber achten idealerweise auf eine fettarme Ernährung und eine gewichtsbewusste Lebensweise.

Fördern Sie stets Ihren Stuhlgang. Dies unterstützt die Entgiftungsfunktion. Manche Präparate mit Trockenextrakt aus Mariendistelfrüchten können zur unterstützenden Behandlung bei Leberzirrhose angewendet werden. Sie haben eine abführende Wirkung.

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Beseitigung der Auslöser

Medikamente
Bei einer Leberzirrhose muss geprüft werden, inwiefern Medikamente verantwortlich sind.

Ist die Leberzirrhose aufgrund von Medikamenteneinnahme oder giftiger Stoffe (Toxinen) entstanden, muss das Medikament gewechselt – beziehungsweise darauf geachtet werden, dass der Patient den giftigen Stoffen nicht mehr ausgesetzt ist. Gelingt eine vollständige Meidung der Auslöser, kann sich die Leber gegebenenfalls erholen.

Liegt eine Stoffwechselstörung vor, kann häufig Abhilfe geschaffen werden. Durch die Gabe von Kalium etwa, wirken Sie dem Kaliummangel entgegen. Liegt eine vermehrte Eisenaufnahme und -speicherung vor, entfernen Ärzte das überschüssige Eisen durch Aderlässe aus dem Körper. Bei Morbus Wilson schließlich handelt es sich um eine Kupferspeicherkrankheit. Hier gilt es die Aufnahme von Kupfer zu mindern beziehungsweise die Ausscheidung zu erhöhen. Der Wirkstoff D-Penicillamin, der das überschüssige Kupfer im Blut bindet, ist hierfür geeignet. Das Kupfer wird im Anschluss über den Urin ausgeschieden.

Liegt der Leberzirrhose eine chronische, durch Viren ausgelöste Hepatitis zugrunde, hemmt ein Medikament die Vermehrung der Viren. Diese Therapie setzt man vor allem dann ein, wenn die Entzündung der Leber fortbesteht und die Konzentration an Viren im Blut recht hoch ist.


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Stand vom: 01.08.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.