Urea

Wundermittel für die Haut

Urea bezeichnet Harnstoff. Dieser Begriff stößt Vielen unangenehm auf. Ursprünglich aus dem Urin gewonnen, wird er seit vielen Jahren zur Hautpflege eingesetzt. Besonders trockene und wunde Haut profitiert von seinen Eigenschaften. Auch Kopfschuppen werden durch ureahaltige Shampoos reduziert.

Urea – eine vielseitig einsetzbare Substanz

Verwendung von Urea
Harnstoff wird vielfältig eingesetzt. So ist Urea ein beliebtes Düngemittel, aber auch in Kosmetika zu finden.

Urea ist die englische und lateinische Bezeichnung für Harnstoff. Er entsteht im Körper insbesondere bei dem Abbau von Eiweißen. Harnstoff spielt eine Rolle bei unterschiedlichsten Stoffwechselprozessen. Die größte Menge scheiden wir mit dem Urin wieder aus. In geringem Maße wird Urea über den Schweiß abgegeben. Die Industrie nutzt den Harnstoff zur Herstellung vieler Produkte. So ist er die Basis einiger Chemikalien. Als Harz ist Urea in unterschiedlichen Bereichen Bestandteil von Klebstoff. In der Landwirtschaft führt die Substanz in Form von Dünger zur Ertragssteigerung. In der Medizin und Kosmetikindustrie ist Urea aufgrund seiner hautpflegenden Eigenschaften beliebt. Doch keine Angst! Ekeln brauchen Sie sich vor den Harnstoffprodukten nicht. Die Herstellung des heute verwendeten Urea erfolgt industriell. Als Ausgangsstoffe für die Ureagewinnung dienen Erdgas, Luft und Wasser.

Schon gewusst?

Bereits ab dem 18. Jahrhundert wurde Urea medizinisch genutzt. Zur Gewinnung der Substanz nahm man anfangs hauptsächlich Pferdeurin. Seit 1828 jedoch ist eine künstliche Herstellung möglich.

Medizinische Bedeutung von Urea

Harnstoff spielt in unterschiedlichen medizinischen Bereichen eine Rolle. Nicht nur als Therapeutikum, auch bei der Diagnostik von Erkrankungen wird Urea genutzt. So zeigt ein erhöhter Harnstoffgehalt im Blut eine reduzierte Nierenfunktion an. Auch beim Nachweis einer Infektion mit Helicobacter pylori spielt Harnstoff eine Rolle. Hierbei handelt es sich um ein Bakterium, welches die Magenschleimhaut besiedeln kann. Dort fördert es die Entstehung von Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) und Magengeschwüren.

Am bekanntesten ist Urea in der Medizin aber als pharmazeutischer Wirkstoff.

Urea in der Dermatologie

Tagescreme
Urea hilft bei trockener Haut und bei zu Neurodermitis neigender Haut.

Die Dermatologie ist der medizinischen Fachbereich rund um die Haut. Der über den Schweiß ausgeschiedene Harnstoff dient natürlicherweise der Hautpflege. Er versorgt die Körperhülle mit Feuchtigkeit. Der Fettgehalt sorgt für eine Schutzschicht gegenüber schädigenden Außeneinflüssen. Verschiedene Erkrankungen wie Neurodermitis und einige Lebensgewohnheiten schädigen diese Schutzschicht. Insbesondere häufiges Duschen und Baden sowie die Verwendung von ungeeigneten Seifen greifen sie an. Trockene Haut ist die Folge. Sie äußert sich mit folgenden Beschwerden:

  • Spannungsgefühl
  • Juckreiz
  • Schuppenbildung
  • Einrisse
  • Hautentzündungen

Zur Behandlung dieser häufigen Erscheinung macht sich die Dermatologie Urea zu nutze. Die körpereigene Produktion reicht in diesen Fällen nicht mehr aus. Der Stoff muss über Cremes und Salben künstlich zugeführt werden.

Wirkung von Urea bei Hauterkrankungen

Harnstoff hilft bei der Feuchtigkeitsversorgung der Haut. Daher ist es ein beliebtes Therapeutikum bei trockener Haut. Urea dringt in die oberste Hornschicht ein. Dort reguliert es den Wassergehalt. Hierzu bindet der Harnstoff Wasser und gibt es langsam über einen längeren Zeitraum wieder ab. So befeuchtet und glättet es die Haut über mehrere Stunden. Zusätzlich hat Harnstoff eine antibakterielle Wirkung. Es entstehen seltener Entzündungen. Da sich trockene Haut besonders leicht entzündet, profitiert sie so gleich doppelt von der heilenden Substanz.

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Ein weiterer Effekt des Harnstoffs ist die Lösung von verhornten Hautzellen. Dies wird als keratolytische Wirkung bezeichnet. Dermatologen nutzen dies z. B. im Rahmen von Nagelerkrankungen. Harnstoff kommt daher bei der Behandlung von Nagelpilz zum Einsatz. Er weicht die Nägel auf. Im Anschluss können die Medikamente zur Behandlung von Pilzerkrankungen (med. Antimykotika) in das Innere vordringen. Dort bekämpfen sie die Pilzinfektion. Auch bei verhornenden oder stark schuppenbildenden Hauterkrankungen wird der keratolytische Effekt gebraucht. Besonders Patienten mit Schuppenflechte (med. Psoriasis) profitieren davon.

Optimale Verträglichkeit von Urea

Urea ist nicht nur wegen seiner hautpflegenden Wirkung beliebt. Der Stoff zeichnet sich zusätzlich durch eine sehr gute Hautverträglichkeit aus. Allergische Reaktionen und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Dies verdankt der Harnstoff seiner starken Ähnlichkeit zum körpereigenen Stoff. Auch der antimikrobielle Effekt trägt zur sehr guten Verträglichkeit bei. Hierdurch müssen den harnstoffhaltigen Produkten weniger Konservierungsstoffe zugesetzt werden. Diese führen bei handelsüblichen Präparaten oft zu Unverträglichkeitsreaktionen.

Verwendung von Urea in der Kosmetik

Fußpflege
Schöne Füße? Mit Urea haben Sie dafür den richtigen Wirkstoff zur Hand.

Die medizinische Verwendung des Harnstoffs überschneidet sich häufig mit dem kosmetischen Gebrauch. Urea ist oft in feuchtigkeitsspenden Lotionen beigesetzt. Im Bereich der Fußpflege spielt es eine große Rolle. Salben und Cremes zur Hornhautreduktion setzen auf seine Keratolyse. Die Hornschicht weicht auf und löst sich ab. Die Neubildung wird reduziert. Leiden Sie an Schrunden führt harnstoffhaltige Salbe rasch zur Beschwerdelinderung. Bei Schrunden handelt es sich um tiefe, sehr schmerzhafte Einrisse in der Hornhaut. Besonders häufig treten sie im Bereich der Ferse auf. Je nach Ausprägung machen sie das Gehen zur Tortur.

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In Form von Shampoos bekämpft Urea Kopfschuppen. Die unangenehmen weißen Flocken werden gelöst. Außerdem versorgt der Harnstoff die Kopfhaut mit Feuchtigkeit. Er reduziert hiermit die Neuentstehung der Schuppen.

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Stand vom: 17.07.2020


Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.