So kommen Senior:innen gut durch den Sommer

Rentner genießen den Sommer

Der Sommer ist für viele die beliebteste Jahreszeit. Die Sonne scheint, es ist Urlaubszeit und der Badesee ruft. Steigen die Temperaturen zu sehr, wird es allerdings schnell unangenehm. Für Senior:innen stellt der Sommer eine ganz besondere Belastung dar. Mit Sonnenschutz und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr kommen auch sie gut durch die warme Jahreszeit.

Das Wichtigste in Kürze

Der Sommer bringt für ältere Menschen besondere Herausforderungen mit sich. Diese Tipps helfen dabei, gut durch die heißen Tage zu kommen – sicher, gesund und mit mehr Wohlbefinden:

  • Im Sommer steigt das Risiko für Dehydration: Ältere Menschen verspüren seltener Durst. Trinken Sie daher regelmäßig – auch ohne Durstgefühl.
  • Leichte, wasserreiche Mahlzeiten sind ideal: Obst, Gemüse und kalte Suppen liefern Flüssigkeit und wichtige Vitamine.
  • Kühle Orte bevorzugen: Vermeiden Sie direkte Sonne, halten Sie sich in schattigen oder gut gelüfteten Räumen auf.
  • Luftige Kleidung und Sonnenschutz sind ein Muss: Helle, weite Kleidung aus Naturmaterialien schützt vor Überhitzung – Sonnencreme und Hut nicht vergessen!
  • Medikamente überprüfen lassen: Hitze kann die Wirkung mancher Arzneimittel verändern. Sprechen Sie mit Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker.
  • Warnsignale des Körpers ernst nehmen: Schwindel, Kopfschmerzen oder Müdigkeit können auf einen Hitzschlag oder Flüssigkeitsmangel hinweisen.
  • Soziale Kontakte pflegen: Einsamkeit belastet im Sommer zusätzlich. Bleiben Sie in Kontakt mit Familie oder Nachbar:innen – auch für Notfälle wichtig.

So stellt sich der Körper auf hohe Temperaturen ein

Die Sommerperiode erstreckt sich von Ende Juni bis Ende September. Hierzulande ist sie die wärmste Jahreszeit. Die Tage sind lang, die Sonne scheint intensiv. Wir genießen die Zeit im Freien und freuen uns über die gebräunte Haut. Die Stimmung hebt sich, Depressionen nehmen ab.

In den letzten Jahren stiegen die Durchschnittstemperaturen an, während die Niederschlagsmenge sank. Trockenheit ist die Folge.

Die verlängerte und erhöhte Sonneneinstrahlung stellt den Körper in den Sommermonaten vor spezielle Herausforderungen. Jedes Jahr aufs neue merken wir, dass der Organismus sich erst an die höheren Temperaturen gewöhnen muss. Bei einem plötzlichen Temperaturanstieg reagieren viele mit Müdigkeit und weiteren körperlichen Symptomen. Hierzu zählen insbesondere Kopfschmerzen und Kreislaufbeschwerden. Unter dieser Umstellung leiden v. a. ältere Menschen.

Bei steigenden Außentemperaturen nimmt auch die Temperatur im Körperinneren zu. Um Schäden durch Hitze zu vermeiden, verfügt der Körper über ein System zur Temperaturregulierung. So weiten sich die Blutgefäße. Hierdurch vergrößert sich die Oberfläche der Gefäße. So gibt die Haut mehr Temperatur ab. Die Schweißdrüsen produzieren verstärkt Flüssigkeit. Diese verdunstet auf der Körperoberfläche und sorgt so für eine Abkühlung. Insgesamt steigt der Verlust an Flüssigkeit und Mineralien. Durch die Weitstellung der Blutgefäße sinkt außerdem der Blutdruck. Schwindel und Kopfschmerzen sind die Folge.

UV-Strahlen belasten unsere Haut. Ungeschützt besteht die Gefahr von Sonnenbrand. Um sich selbst zu schützen, produzieren die Hautzellen vermehrt Melanin. Dies sehen wir durch die Bräunung der Haut.

Belastung von älteren Menschen im Sommer

Mit zunehmendem Alter nimmt die Möglichkeit, die Temperatur zu regulieren, ab. Der Flüssigkeitsgehalt im Körper ist im Vergleich zu jungen Personen reduziert. Gleichzeitig verspüren ältere Menschen weniger Durst. Dadurch trinken sie weniger. Viele nehmen Medikamente ein, die regulär zu einer erhöhten Flüssigkeitsausscheidung über den Urin führen. Diese Kombination führt zu einem stärker ausgeprägteren Flüssigkeitsverlust als im jungen Lebensalter. Kreislaufstörungen entstehen häufiger. Besonders gefährdet sind Personen, die an Bluthochdruck und Herzerkrankungen leiden.

Empfehlungen für Senior:innen im Sommer

Mit einfachen Maßnahmen kommen Sie auch im höheren Alter gut durch die warme Jahreszeit. Neben den folgenden Punkten ist die direkte Sonneneinstrahlung generell zu vermeiden.

Rentner im Sommer

Tipp 1: Ausreichend Trinkmenge

Allen voran steht eine ausreichende Trinkmenge. Hierbei sind 1,5 Liter pro Tag das Minimum. Steigern Sie die Menge, wenn die Temperaturen Richtung 30° C klettern. Besonders gut geeignet sind Saftschorlen und Mineralwasser. Optimal ist eine zimmerwarme Getränketemperatur. Durch das reduzierte Durstempfinden empfiehlt sich die bewusste Flüssigkeitsaufnahme. Trinken Sie auch ohne Durstgefühl regelmäßig ein Glas Wasser. Eine Liste hilft Ihnen, den Überblick über die Trinkmenge zu behalten.

Schon gewusst?

Gekühlte Getränke sorgen für eine rasche und intensive Abkühlung. Allerdings schwitzen wir im Anschluss stärker. So steigt der Flüssigkeitsverlust nach dem Genuss des kalten Getränks. Genießen Sie Ihre Getränke im Sommer in Raumtemperatur!

Tipp 2: Anpassung der Kost

Leichte, fettarme Kost ist bei Hitze besonders geeignet. Schwer Verdauliches und fettreiche Nahrung belastet den Kreislauf während des Verdauungsvorgangs zusätzlich. Wählen Sie flüssigkeitsreiche Speisen. So führen Sie Ihrem Körper neben Nährstoffen wie Fett, Eiweiß, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralien auch Wasser zu. Es eignet sich feuchtes Obst wie Wassermelone und Salat. Salzen Sie Ihr Essen, um den Körper mit ausreichend Mineralien zu versorgen.

Salzen erwünscht

In der Regel ist ein intensives Salzen von Speisen nicht empfehlenswert. Schwitzen Sie jedoch stark, verliert Ihr Körper neben Wasser auch viele Mineralien. Diese können Sie ihm durch Salz in der Nahrung wieder zuführen.

Tipp 3: Ausreichend Ruhe

Siesta – in Spanien und Italien ist sie fester Bestandteil des Tagesrhythmus. Hierzulande sollten sich v. a. Senior:innen im Sommer ein Beispiel daran nehmen. Gönnen Sie sich eine ausgedehnte Pause in den Mittagsstunden! Suchen Sie kühle Räume auf und ruhen Sie sich aus. Vermeiden Sie körperliche Anstrengung in der Mittagshitze.

Tipp 4: Anpassung der Kleidung

Passen Sie die Kleidungswahl an, um den Körper vor einer Überhitzung zu schützen. Weite, luftige Kleidung aus leichten Stoffen bietet sich hierzu an. Ziehen Sie helle Farben vor. Diese reflektieren das Licht. Dunkle Farben, insbesondere schwarz, ziehen hingegen die Sonne an und steigern die Erhitzung des Körpers. Tragen Sie lange Kleidung, um die Haut vor UV-Strahlen zu schützen. Denken Sie hierbei unbedingt an die Kopfbedeckung! Tragen Sie auf unbedeckte Hautstellen Sonnenschutzmittel auf.

Sonnenschutzmittel – unsere Produkttipps:  Eucerin Sun Oil Control Body Transp.Spray LSF 50+ | VICHY IDEAL Soleil Sonnenspray braun LSF 30 | medipharma cosmetics Sonne Schutz & Pflege Spray Aktiv LSF 50

Tipp 5: Schaffen einer kühlen Umgebung

Sommerhitze
Eine Abkühlung gefällig?
Bild: perfect wave (Canva)

So schön helle Wohnräume auch sind – dringt Licht ein, heizen sie sich auf. Schließen Sie am besten gleich morgens die Fenster. So halten Sie warme Außenluft draußen. Zugezogene Vorhänge verhindern das Aufheizen durch die Sonneneinstrahlung. Lüften Sie abends und nachts, wenn die Außentemperaturen gesunken sind. Für zusätzliche Abkühlung sorgen Ventilatoren. Suchen Sie im Freien schattige Plätze auf. Und genießen Sie ein Bad im Freien. Warum sollten Senior:innen im Sommer nicht auch Spaß haben?

Ventilatoren – Abkühlung mit Abstand!

Sind die Temperaturen in Ihrer Wohnung sehr hoch, schafft ein Ventilator Abhilfe. Setzen Sie sich bitte nicht direkt davor. So vermeiden Sie die Entstehung einer Erkältung.

Tipp 6: Beachten von Körpersignalen

Gönnen Sie sich Ruhe, wenn Sie Müdigkeit, Schwäche oder Schwindel verspüren. Ziehen Sie Ihre Hausarztpraxis zu Rat, wenn diese Beschwerden wiederholt auftreten.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Senior:innen im Sommer

Hitze und Gesundheit im Alter – kompakt und leicht verständlich erklärt:

Warum ist gerade für ältere Menschen ausreichendes Trinken so wichtig?
Mit dem Alter lässt das Durstgefühl nach. Gleichzeitig benötigt der Körper Flüssigkeit, um die Körpertemperatur zu regulieren. Ein Mangel kann schnell zu Kreislaufproblemen oder Verwirrtheit führen.

Wie viel sollte man im Sommer täglich trinken?
Empfohlen werden etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag – bei starker Hitze auch mehr. Am besten sind Wasser, Kräutertees oder stark verdünnte Fruchtsaftschorlen.

Was sind geeignete Speisen bei Hitze?
Leichte Kost wie Salate, Obst, Joghurt, kalte Suppen und gegartes Gemüse belasten den Körper weniger und helfen gleichzeitig beim Flüssigkeitshaushalt.

Welche Medikamente sind bei Hitze kritisch?
Entwässernde Medikamente (Diuretika), Blutdruckmittel oder bestimmte Psychopharmaka können bei Hitze anders wirken. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Apotheke beraten.

Was kann man bei Schwindel oder Kreislaufbeschwerden tun?
Sofort in den Schatten oder in einen kühlen Raum wechseln, Beine hochlagern und Flüssigkeit zuführen. Bei anhaltenden Beschwerden bitte ärztlich abklären lassen.

Wie erkennt man einen Hitzschlag?
Ein Hitzschlag zeigt sich durch heiße, trockene Haut, Verwirrtheit, Kopfschmerzen und manchmal sogar Bewusstlosigkeit. Sofort den Notruf wählen – es besteht Lebensgefahr.

Darf ich im Sommer spazieren gehen?
Ja, aber Senior:innen im Sommer sollten bitte nur morgens oder abends, wenn es kühler ist. Tragen Sie Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und nehmen Sie Wasser mit.

Was tun, wenn Senior:innen allein leben?
Ideal ist es, regelmäßige Kontaktpersonen zu haben. Familienmitglieder, Nachbar:innen oder soziale Dienste können helfen, im Blick zu behalten, ob es den Betroffenen gut geht.


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Stand vom: 18.07.2025

Coverbild: Robert Kneschke (Canva)