Rückenschmerzen

Volkskrankheit Nummer 1

Nicht selten führen sitzende Tätigkeiten bei sogenannten Bürojobs zu Rückenschmerzen. Das liegt an einer Fehlhaltung der Wirbelsäule und einer andauernden Fehlbelastung. Schließlich zeigen sich Verschleiß-Erscheinungen, die mit Schmerzen verbunden sind. Daneben gibt es eine Vielzahl an weiteren organischen, aber auch psychischen Ursachen.

Als Rückenschmerzen bezeichnet man alle mehr oder minder starken Schmerzen im Bereich des Rückens, unabhängig von deren Ursache, die in vielen Fällen schwer auszumachen ist. Sehr häufig schmerzen der untere Bereich der Wirbelsäule und der Bereich der Halswirbel.

Rückenprobleme: Jeder 2. ist betroffen

Laut einer Umfrage von Statista leiden über 50 % der Deutschen mindestens gelegentlich an Rückenschmerzen. 10 % der Befragten gaben sogar an, dass sie täglich unter den Beschwerden zu leiden haben.

Infografik: Deutschland hat Rücken | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista.

Vielfältige Ursachen bei Rückenschmerzen

Bandscheibenvorfall
Bandscheibenvorfall: Durch Heben schwerer Gegenstände kann sich der Gallertkern in den Rückenmarkskanal vorschieben.

Häufig handelt es sich um Verschleißerscheinungen, die beispielsweise in den Wirbelgelenken im Laufe des Lebens auftreten.

So wird bei einem radikulären Rückenschmerz eine Nervenwurzel – etwa durch einen Bandscheibenvorfall – gereizt. Beim pseudoradikulären Rückenschmerz sind Veränderungen in kleinen Gelenken der Wirbelsäule die Ursache der Rückenschmerzen. Häufig sind diese kleinen Abweichungen auf Fehlhaltung und Fehlbelastung der Wirbelsäule zurückzuführen. Intuitiv tendieren Betroffene dazu, die auftretenden Schmerzen zu kompensieren, indem sie bestimmte Muskeln anspannen. Dies bewirkt aber weitere Fehlhaltungen, die zu erneuten Rückenschmerzen führen. Eine sogenannte Schmerzspirale ist in Gang gesetzt.

Die Rückenschmerzen werden häufig vom hinteren Längsband der Wirbelsäule verursacht, welches sich entlang der Körperachse über die Rückseite der Wirbelkörper spannt. Eine hervorquellende Bandscheibe, deren Hülle, der sogenannte Faserring, zu diesem Zeitpunkt noch intakt ist, verlagert möglicherweise das Längsband. Wenn die Bandscheibe durch den gerissenen Faserring nach hinten austritt, kann sie eine Nervenwurzel reizen. Dies bewirkt im Nervengewebe vielschichtige Modifikationen wie:

  • Durchblutungsstörungen
  • chronische Entzündungen
  • Nervenschwellungen
  • Ausschüttung bestimmter Proteine, die bei der Entwicklung von Rückenschmerzen eine nicht unerhebliche Rolle spielen

Körperliche Ursachen

Nachfolgende Tabelle fast die häufigsten organischen Gründe für Rückenschmerzen zusammen:

Organische UrsacheErkrankung
Abnutzung bzw. DegenerationArthrose (Gelenkverschleiß), Osteoporose (Knochenschwund), Veränderungen der Wirbelsäule im Bereich der Lendenwirbel und des Kreuzbeins (lumbosakrale Spondylose), Einengung des Rückenmarkkanals im Bereich Lendenwirbel und Kreuzbein (lumbosakrale Stenose), Verengung eines Nervenaustrittspunkts, Versteifung der Brust- und Lendenwirbelsäule (z.B. bei Morbus Bechterew), Knochenverdickungen (Morbus Paget)
EntzündungenErkrankung des Nervensystems im Verlauf einer Borreliose (Neuroborreliose), Neurolues (Neurosyphillis, Verlaufsform einer unbehandelten oder nicht ausgeheilten Syphilis), Entzündung der Wirbelkörper (Spondylitis), Entzündung einer Bandscheibe (Diszitis), Eiteransammlung (Abszess) am Schädel in Nähe der Wirbelsäule (epiduraler Abszess)
GefäßveränderungenDurchblutungsstörungen im Rückenmark (Arteria-spinalis-anterior-Syndrom), krankhafte Erweiterung der Schlagader (Aortenaneurysma)
StoffwechselveränderungenNervenentzündung bei Diabetikern, Entmarkungskrankheit (funikuläre Myelose)
Mechanische Veränderungeneingeklemmter Nerv, Rückenmark und Rückenmarkshäute wölben sich aus Wirbelkanal vor (Meningomyelozele, eine Form der Spina bifida), Rückenmarkshäute wölben sich aus Wirbelkanal vor (Pseudomeningozele, eine Form der Spina bifida)
VerletzungenSchleudertrauma nach Verkehrsunfall (HWS), Bruch eines Wirbelkörpers, Wirbelkörperverschiebung, Abriss einer Nervenwurzel
Tumoregutartiger Nervenfasertumor (Neurinom), Tumor der Nervenscheide (Meningeom), Tumore der Wirbelkörper außerhalb des Rückenmarks, Metastasen eines Tumors des Rückenmarks (Tochtergeschwülste)
VergiftungenAlkohol, Opiate oder Schmerzmittel
Veränderungen nach OperationenMeningomyelozele, Pseudomeningozele
angeborene Ursacheoffener Rückenmarkskanal (Spina bifida)

Psychische und psychosomatische Ursachen

Psychosomatische Erkrankungen sind Ausdruck seelischer Befindlichkeiten, die sich in körperlichen Beschwerden zeigen. Rückenschmerzen mit psychosomatischen Ursachen treten insbesondere im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Während Schmerzen für den Körper Stress bedeuten, löst spiegelbildlich Stress wiederum Schmerzen aus.

Beschwerden und Formen

Kreuz- und Rückenschmerzen
Verspannungen im Rücken ist keine Frage des Alters: Oft haben schon junge Menschen Rückenschmerzen.

Häufig sind die Symptome anfänglich relativ unspezifisch. Morgensteifheit, Verspannungen und ein allgemeines Gefühl der Schwäche werden ausgemacht. Erste Beschwerden können spontan und ohne Behandlung wieder verschwinden. Bei über 60 % der Fälle kehren Rückenschmerzen abermals zurück und verstärken sich häufig.

Rückenschmerzen werden daher oft nach der Dauer des auftretenden Schmerzes unterschieden in:

  • akute Rückenschmerzen, die erstmalig oder nach sechsmonatiger Beschwerdefreiheit erneut und mit weniger als 6 Wochen auftreten
  • subaktive bzw. zeitweilige Rückenschmerzen, die 6 bis 12 Wochen andauern und innerhalb eines Jahres meist nicht wieder auftreten
  • chronische Rückenschmerzen, die über 12 Wochen fortwähren bzw. meist mehr als eine Episode an über die Hälfte der Tage eines Jahres vorhanden sind

Besondere Formen des Rückenschmerzes sind der Hexenschuss und das Ischiassyndrom. Treten beide Formen gemeinsam auf, spricht man von Lumboischialgie.

Hexenschuss: Lumbago

Rückenschmerzen
Rückenschmerzen können manchmal – wie beim Hexenschuss – unerwartet auftauchen und sich durch einen plötzlichen Schmerz auszeichnen.

Ein plötzlich auftretender, stechender Rückenschmerz wird häufig als Hexenschuss bezeichnet. Der medizinische Fachbegriff für dieses Phänomen ist Lumbago. Er entsteht durch Reizung der Nerven, welche die Wirbelsäule versorgen. Es handelt sich um einen häufig akut einsetzenden, meist stechenden Kreuzschmerz, der zunächst segmental ist und oft mit folgenden Erscheinungen einhergeht:

  • Lähmungsgefühl
  • Bewegungssperre
  • Zwangshaltung
  • Dornfortsatzdruckschmerz

Nach einem schmerzarmen Intervall ist der Übergang in einen chronischen Rückenschmerz möglich. Die Abgrenzung zu den Reizungen der Nervenwurzel wie beispielsweise dem Ischiassyndrom ist nicht immer ohne Weiteres durchführbar. Der Hexenschuss gehört zu den oben beschriebenen Rückenschmerzen mit einer pseudoradikulären Symptomatik.

Ischiassyndrom

Rückenschmerzen im unteren Bereich
Der Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule setzt meist schon vor dem 45. Lebensjahr ein.

Das Ischiassyndrom bzw. die Ischialgie bezeichnet Schmerzen um das Areal einer lumbalen Nervenwurzel durch Kompression der Nervenwurzel. Verursacht wird der Schmerz durch:

  • Vorwölbung (Protrusion) oder komplettes Heraustreten (Prolaps) von Bandscheibengewebe wie beim Bandscheibenvorfall
  • bei fortschreitender Zermürbung bzw. Degeneration der Bandscheibe
  • knöcherne Ausziehungen der Wirbelkörper
  • raumgreifende Tumore
  • das Piriformis-Syndrom
  • Herpes Zoster

Häufig strahlen diese Schmerzen bis in die Beine aus und werden deshalb auch als Beinschmerz bezeichnet. Bei einem Hexenschuss hingegen bleibt der Schmerzbereich auf den Rücken begrenzt.

Lumboischialgie

Treten beide Varianten gemeinsam auf, spricht man von Lumboischialgie. Die betroffene Person leidet quasi am Wurzelreizsyndrom mit Kreuzschmerzen und Schmerzen in den Beinen. Von Kreuzschmerzen bzw. iliosakralen Beschwerden spricht man, wenn das Gelenk zwischen dem Kreuzbein und einem Teil des Beckenknochens (Darmbein) betroffen ist. Dieses Gelenk bezeichnet man als Kreuzbein-Darmbeingelenk oder Iliosakralgelenk. Der Kreuzschmerz wird deshalb auch als Iliosakralsyndrom (ISG-Syndrom) bezeichnet.

Rückenschmerzen behandeln

Behandlung von Rückenschmerzen
Physiotherapeutische Maßnahmen sind bei Rückenschmerzen sehr sinnvoll.

Therapeutische Maßnahmen richten sich immer nach den Ursachen und dem Ausmaß der Beschwerden. Generell können Rückenschmerzen mit folgenden Methoden behandelt werden:

  • physiotherapeutische und psychotherapeutische Maßnahmen: Krankengymnastik, Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren, Massagen, Wärmeanwendungen, Akupunktur, Verhaltenstherapie
  • medikamentöse Maßnahmen: nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), insbesondere lokale Anwendungen; pflanzliche Präparate
  • operative Maßnahmen: offenen Operationen, minimalinvasive Verfahren

Sportliche Aktivitäten und Rückenschule

Sport
Auch wenn Ihr Terminkalender vollgestopft ist, sollten Sie nicht auf Sport verzichten. Ihr Körper benötigt diesen Ausgleich, gerade wenn Sie viel im Büro arbeiten.

Physiotherapeutische Maßnahmen gegen Rückenschmerzen sollen insbesondere die Rückenmuskulatur kräftigen. Muskeln unterstützen den Halteapparat der Wirbelsäule und wirken Verspannungen entgegen.

Eine ausreichende Bewegung und sportliche Betätigungen helfen gerade bei einer beruflichen Arbeit, die viel im Sitzen oder Stehen ausgeübt werden muss, einen Gegenpol zu schaffen.

Der Wechsel zwischen Bewegung und Ruhe sorgt für eine ausreichende Durchblutung und Ernährung des Gewebes. Rückenschwimmen, Joggen, Walking, Aikido zählen zu den Sportarten, die den Rücken entlasten.

Regelmäßige Aktivität durch Ausdauersportarten stärken die Muskeln. Mit einer kräftigen, trainierten Muskulatur ist der Körper belastbarer und der Rücken weniger schmerzanfällig.

Tai Chi – die chinesische Bewegungslehre – kann zudem langfristigen Erfolgen beim Kampf gegen Rückenschmerzen bringen.

Eine Rückenschule vermittelt die richtige Haltung und rückenschonende Bewegungsabläufe, um Rückenschmerzen vorzubeugen oder diese zu lindern.

Übungen für einen starken Rücken

Körperliche Aktivität
Gymnastische Übungen stärken die Rückenmuskulatur.

Eine schlechte, sprich nicht gerade Haltung des Rückens führt auf Dauer zu einem Hohlrundrücken. Deswegen ist es sinnvoll, wenn Sie mit gezielten Übungen die Rumpf- und Bauchmuskulatur stärken. Eine gezielte Wirbelsäulengymnastik hilft Rückenschmerzen durch Fehlbelastungen vorzubeugen. Bevor Sie ein tägliches Übungsprogramm zusammenstellen, sollten Sie sich unbedingt von einem Experten beraten lassen, denn falsch ausgeführte Übungen können dem Rücken zusätzlich schaden.

Wer Probleme mit dem Rücken hat, sollte nicht nur die Rückenmuskulatur trainieren. Auch Bauch-, Gesäß-, Oberschenkel- und Armmuskeln sind eine Stütze für den Rumpf. Für die Übungen benötigen Sie etwas Zeit und eine Gymnastikmatte. Bei diesem Rückentraining mit dem eigenen Körpergewicht ist es am besten, wenn Sie sich kurz vorher durch Dehnen, Strecken oder lockerem Laufen am Ort erwärmen.

Hinweis: 

Falls Sie bereits Rückenbeschwerden haben, sollten Sie besser Ihren Arzt fragen, welche Übungen für Sie geeignet sind.

1. Übung: Die Schulterbrücke

Schulterbrücke
Die Schulterbrücke ist eine beliebte Übung bei Rückenschmerzen.

Legen Sie sich auf Ihrer Gymnastikmatte auf den Rücken. Stellen Sie die Beine auf. Die Füße sind etwa hüftgelenkbreit voneinander entfernt und parallel zueinander. Die Knie berühren sich nicht. Heben Sie das Gesäß langsam an, so dass Rumpf und Oberschenkel eine Linie bilden. Achten Sie auf Spannung in den Gesäßmuskeln. Halten Sie diese Position für etwa 10 Sekunden. Atmen Sie dabei ruhig weiter. Dann lösen Sie die Spannung und legen den Po wieder ab.

Anzahl: 10 Wiederholungen

2. Übung: Der Seitstütz

Legen Sie sich dazu auf die Seite und strecken Sie die Beine aus. Stützen Sie sich auf Ihrem Ellbogen ab. Legen Sie den freien Arm locker auf den Oberschenkel. Spannen Sie dann Bauch- und Gesäßmuskeln und heben Sie Ihr Becken an. Halten Sie diese Position für etwa 5 Sekunden und atmen Sie ruhig weiter. Legen Sie das Becken dann wieder ab und entspannen Sie sich.

Anzahl: 5 Wiederholungen pro Seite

3. Übung: Die Knie-Waage

Kniewaage
Auch die Kniewaage ist effektiv bei Rückenschmerzen.

Begeben Sie sich auf Ihrer Gymnastikmatte in den Vierfüßlerstand. Achten Sie darauf, dass der Rücken gerade ist. Der Kopf bildet die Verlängerung der Wirbelsäule, die Arme sind schulterbreit auseinander und leicht gebeugt. Strecken Sie nun den rechten Arm nach vorn und das linke Bein nach hinten aus. Halten Sie beide Gliedmaßen rückenhoch. Der Fuß zieht in Richtung Körper. Bleiben Sie etwa 10 Sekunden in dieser Position. Stellen Sie Arm und Bein zurück in die Ausgangsposition. Entspannen Sie sich kurz und wechseln Sie dann die Seiten.

Anzahl: 5 Wiederholungen pro Seite

Übungen für einen beweglichen Rücken

Behalten Sie einen beweglichen Rücken. Mit diesen Gymnastikübungen klappt es.

1. Übung: Der Katzenbuckel

Sie stehen auf Ihrer Gymnastikmatte. Die Füße sind in schulterbreitem Abstand voneinander entfernt. Beugen Sie die Knie leicht an und neigen Sie ihren Oberkörper nach vorn. Mit den Händen stützen Sie sich auf den Oberschenkeln ab. Krümmen Sie nun Ihren Rücken zu einem Katzenbuckel. Ziehen Sie dabei Ihren Kopf in Richtung Brust. Bewegen Sie sich dann wieder in die Ausgangsposition zurück. Die Übung hilft, die Muskeln in Nackenbereich und entlang der Wirbelsäule zu dehnen. Dadurch lösen sich Verspannungen.

2. Übung: Die liegende Drehung

Legen Sie sich auf den Rücken und strecken Sie die Beine aus. Ziehen Sie nun beide Knie zur Brust heran. Beugen Sie die Beine so an, dass Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden. Legen Sie beide Beine gebeugt auf der linken Seite ab. Führen Sie die Hände mit gestreckten Armen zueinander und legen Sie sie ebenfalls links ab. Mit der Einatmung führen Sie den rechten Arm auf die rechte Seite. Drehen Sie danach auch langsam den Kopf nach rechts. Legen Sie den linken Arm auf dem rechten Oberschenkel ab. Bleiben Sie einige Atemzüge lang in dieser Position liegen. Lassen Sie die rechte Schulter immer mehr in Richtung Boden sinken. Wechseln Sie dann die Seite, indem Sie die angewickelten Beine auf die rechte Seite bewegen und den linken Arm und den Kopf entsprechend nach links drehen. Die Übung dehnt die Muskulatur entlang der Wirbelsäule und verbessert die Beweglichkeit.

3. Übung: Vorwärtsbeuge im Sitzen

Vorwärtsbeuge
Die Vorwärtsbeuge ist eine Übung, die auch Senioren durchführen können.

Diese Übung ist ein Klassiker aus der Yoga-Praxis. Setzen Sie sich dafür auf den Boden. Die Beine sind leicht gegrätscht und die Zehen ziehen in Richtung Körper.

Führen Sie mit der Einatmung die Arme gestreckt über den Kopf. Drehen Sie den Oberkörper zum rechten Bein und beugen Sie ihn mit der Ausatmung vom Becken geführt nach vorn über das Bein. Fassen Sie mit den Händen nach dem Knie, den Füßen oder den Zehen – je nach Beweglichkeit. Erzwingen Sie nichts. Die Schultern sind entspannt und die Wirbelsäule sollte gerade bleiben. Bleiben Sie für einige Atemzüge in dieser Position. Lassen Sie den Oberkörper mit jeder Ausatmung etwas tiefer sinken.

Wiederholen Sie die Beuge auf der linken Seite ebenfalls.

Wie Sie Rückenproblemen im Alltag entgegen wirken können

Achten Sie im Alltag immer wieder bewusst auf Ihre Körperhaltung. Halten Sie den Kopf als Verlängerung der Wirbelsäule aufrecht. Strecken Sie den Hinterkopf nach hinten oben. Richten Sie auch den Brustkorb nach oben und nach vorn aus. Lassen Sie die Schulterblätter nach hinten unten in Richtung Kreuzbein fallen.

Tipp 3: Beim Bücken sollte die Hauptbelastung auf Ihren Beinen liegen, deshalb sollten Sie stets mit geradem Rücken in die Hocke geht.

Stellen Sie sich nah an den schweren Gegenstand, den Sie heben wollen, heran.

Das Heben massiger Gegenstände belastet vorwiegend die Bandscheiben im unteren Wirbelsäulenbereich. Deshalb sollten Sie unerlässlich darauf Acht geben, das Gewicht mit breit gegrätschten Beinen und körpernah anzuheben. Gehen Sie mit gerade gehaltenem Rücken in die Hocke und neigen Sie den Oberkörper nach vorn bis Sie den Gegenstand mit den Armen greifen können. Heben Sie die Last mit beiden Armen und richten Sie den Rücken gerade wieder auf. Die Muskelarbeit leisten Bein- und Hüftmuskeln. Die Bauchmuskeln stabilisieren den Rücken. Das Heben erfolgt durch die Streckung der Bein- und Hüftgelenke sowie durch das Aufrichten des Oberkörpers. Verteilen Sie die zu tragenden Lasten, z. B. während eines Einkaufs, gleichmäßig. Befüllen Sie daher lieber zwei als einen Beutel.

Beim Sitzen sollten Ober- und Unterschenkel sowie Ober- und Unterarme einen rechten Winkel bilden, der Rücken gerade sein und die Füße flach auf dem Boden stehen. Ihre Sitzposition sollte immer mal verändert werden.

Denn wer gesund sitzt, wechselt häufig die Sitzhaltung. Besonders bei längerem Sitzen sind wechselnde Haltungen besser für den Rücken. Verlagern Sie also öfters Ihr Gewicht. Strecken und dehnen Sie sich auch zwischendurch immer wieder.

Beim Stehen mit gestreckten Beinen verfällt man allzu schnell in eine Hohlkreuzhaltung. Nutzen Sie jede Möglichkeit sich anzulehnen und verwenden Sie das richtige Schuhwerk mit flachen Absätzen, denn so schonen Sie Ihre Lendenwirbelsäule.

Beim Liegen in der Rückenlage sollten Sie sich eine zusammengerollte Decke oder ein Kissen unter die Knie legen und in der Seitenlage dieses zwischen die Beine nehmen. Ungünstig für einen gesunden Rücken erweist sich die Bauchlage.

Verhaltenstherapie und Entspannungstechniken

Personen, die aufgrund ihrer Rückenschmerzen bestimmte Bewegungen meiden, sorgen häufig für eine Verschlimmerung ihres Zustandes, den sie dann wiederum mit noch mehr Schonung auskurieren wollen. Sie geraten in eine Schmerzspirale. Hier kann eine Verhaltenstherapie wirksam sein, bei der der Betroffene lernt, Einfluss auf äußere und innere Schmerzauslöser zu nehmen und diverse Entspannungstechniken gegen die Rückenschmerzen anzuwenden, wie:

  • progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • autogenes Training
  • Biofeedback-Therapie

Massagen und Wärmebehandlungen

Wellness statt Rückenschmerzen
Auch ein Saunagang kann dem Rücken gut tun. Bildquelle: Fotolia.com

Eine Massage ist für die Muskulatur entspannend. Ätherische Öle und Wärmeanwendungen können den Effekt unterstützen. Zu den Wärmeanwendungen gehören u. a.:

  • Saunaaufenthalte
  • warme Güsse mit einem harten Wasserstrahl auf die Hauptschmerzpunkte
  • Bad mit Kräuterzusätzen
  • Wärmepackungen, Wärmeumschläge, Wärmekompressen und Wärmepflaster
  • Heizkissen und Wärmestrahler

Unsere Produkttipps: ThermaCare® Rückenumschläge | Wärmekompresse Sachsenfango | pingutherm® flex Wärmepflaster | Bosotherm Heizkissen 1200 | Bosotherm Infrarotlampe

Neben der in China traditionellen Methode der Akupunktur, hilft auch die sogenannte Moxibution, bei der über oder auf der Haut Kräuter verbrannt werden. Die entstehende Wärme regt die Akupunkturpunkte an.

Medikamente bei Rückenschmerzen

Rheumamittel ohne Kortison, d.h. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), helfen sehr gut bei Rückenschmerzen, die sie lindern und eine Entzündung hemmen. Während Schmerztabletten von innen wirken, können Schmerzgels, Schmerzsalben, Schmerzcremes und Schmerzsprays lokal aufgetragen werden.

Unsere Produkttipps: Apotheker Dr. Imhoff’s Arnika Schmerz-fluid | Kytta® Schmerzsalbe | Mobilat® Duoaktiv Schmerzgel

Schmerzsalben- oder Schmerzgele helfen beispielsweise gegen:

  • Hexenschuss
  • Ischias
  • Bandscheibenschäden
  • Muskelrheuma
  • Arthrose
  • Muskelkater
  • Sportverletzungen

Bei stressbedingten Rückenschmerzen hilft Johanniskraut, eine alte europäische Hauspflanze, die den Abbau der Glücksbotenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin im Körper verhindert und somit Verstimmungen aus dem Weg räumt.

Unsere Produkttipps: Kneipp Johanniskraut Dragees | Laif® 900 BALANCE Filtabletten

Operationen

Manche Ursachen können nur mittels einer Operation beseitigt werden. Neben den großen offenen Operationen wendet man auch minimalinvasive Verfahren an, die einen kleineren Eingriff erlauben. Dazu gehören chemische Auflösung der Bandscheibe durch Enzyme (Chemonukleolyse), Verdampfung von Teilen der Bandscheibe mittels Laser und Wirbelsäulenchirurgie mit Hilfe der Endoskopie.


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen können sich mitunter Fehler in unsere Texte schleichen. Helfen Sie uns, besser zu werden. Hinweise senden Sie an: redaktion@medikamente-per-klick.de.


Stand vom: 23.07.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.