Hexenschuss

Ein plötzlich auftretender seitlicher Schmerz zwischen Lende und Kreuzbein

Er kommt völlig unerwartet, meist aus dem Nichts – der Hexenschuss. Gerade eben noch bei bestem Wohlbefinden und guter Beweglichkeit, kommt es nach dem Herunterbeugen zu plötzlichen starken Schmerzen im Rücken, die eine Aufrichtung kaum möglich machen. Ist man betroffen, heißt es Abwarten – mit Schmerzmitteln, Wärme und leichter Bewegung sollten die Beschwerden bald wieder abklingen. Doch Vorsicht bei Zusatzsymptomen wie einem Taubheitsgefühl, es kann auch eine ernsthafte Ursache hinter den Rückenschmerzen stecken!

Wissenswertes zum Hexenschuss

Rückenschmerzen gehören zu denoft vorkommenden Leiden des Menschen. Betrachtet man die häufigsten Diagnosen in allgemeinmedizinischen Praxen, nehmen sie Platz 3 ein, wie folgende Grafik zeigt:

Rückenschmerzen

Fast alle Menschen werden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule leiden. Eine Form ist der Hexenschuss, medizinisch Lumbago oder Lumbalgie genannt, der bis zu  85 % der Erwachsenen irgendwann einmal heimsucht. Hierbei handelt es sich um plötzlich auftretende Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Besonders häufige betroffen sind Personen im Alter von 30 bis 50 Jahren, wobei das Geschlecht bei der Häufigkeit keine Rolle spielt.

Schon gewusst?

Die Bezeichnung „Hexenschuss“ rührt von der altertümlichen Annahme, dass Krankheiten von Hexen und anderen übersinnlichen Wesen mittels Pfeilschuss verursacht werden!

Entstehung des Hexenschuss

Bandscheibenvorfall
Wer schwere Gegenstände hebt, sollte auf die richtige Körperhaltung achten.

Zu einem Lumbago kommt es meist als Folge von Bewegungen, die aufgrund einer schwachen Rückenmuskulatur zu einer akuten Verschiebung von Wirbelkörpern mit einer reflektorischen übermäßigen Anspannung der Muskulatur im Bereich des unteren Rückens führen. Auch ohne eine Wirbelverschiebung können so Muskelverspannungen entstehen, die die Hexenschuss-Symptomatik hervorrufen. Begünstigende Bewegungen sind z. B.:

  • abrupte Drehbewegungen
  • plötzliches Aufrichten ggf. in Kombination mit einer Drehbewegung
  • Heben von schweren Gegenständen aus gebeugter Haltung

Daneben existieren weitere Risiken, die zu der Entstehung eines Lumbago beitragen, wie:

  • Kälte
  • Feuchtigkeit
  • langes Liegen und Sitzen
  • allgemeiner  Bewegungsmangel

Meist führt eine Kombination mehrerer Faktoren zum Auftreten eines Hexenschusses. Die Grundlage hierfür wird meist schon lang im Voraus gelegt und ist durch eine geschwächte Rückenmuskulatur aufgrund einer unphysiologischen Körperhaltung und Bewegungsmangel gelegt.

Symptomatik des Hexenschuss

Rückenschmerzen
Typisch bei Hexenschuss: Ein plötzlicher, seitlicher Schmerz im Lendenwirbelbereich.

Gekennzeichnet ist der Lumbago durch plötzlich auftretende, heftige Rückenschmerzen, die meist aus einer ungewohnten Bewegung im Bereich des unteren Rückens heraus entstehen. Die Hauptbeschwerden sind oftmals seitlich zwischen Kreuzbein und Lende lokalisiert. Gelegentlich ist der Zusammenhang zwischen der auslösenden Bewegung und dem Schmerzereignis nicht eindeutig zuzuordnen, da zwischen den beiden Punkten mehrere Tage liegen können. Die Intensität der Beschwerden macht eine weitere Bewegung fast unmöglich. Der Betroffene nimmt eine Schonhaltung ein und kann sich weder komplett aufrichten noch weiter im Rücken beugen.

Vorgehen bei Hexenschuss

Eine ärztliche Abklärung und eine medizinische Therapie ist beim Lumbago meist nicht erforderlich. Die Beschwerden gehen mit etwas Geduld innerhalb weniger Tage von allein vollständig zurück. Eine Lagerung im Liegen mit angewinkelten, hoch gelagerten Beinen im Rahmen einer sogenannten Stufenlagerung führt zur Linderung der Beschwerden.

Auf eine komplette Schonung oder gar vollständige Bettruhe sollte allerdings unbedingt verzichtet werden, sonst verzögert sich die Heilung.

Es wird empfohlen, vorsichtig leichte alltägliche Bewegungen vorzunehmen. Meist ist langsames Gehen sogar angenehmer als Sitzen oder Liegen. Um diese Bewegungen zu ermöglichen, kann die Einnahme von Schmerzmitteln der Arzneimittelgruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika vorübergehend Abhilfe schaffen. Hierzu zählt u. a. Ibuprofen, was zusätzlich auch eine entzündungshemmende Wirkung aufweist und so doppelt zur Genesung beiträgt. Um einen ausreichenden schmerzstillenden Effekt zu erzielen,  ist eine niedrige Dosierung meist ausreichend. Auch in Form eines Schmerzgels können die Schmerzen lokal gelindert werden.

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Wärme gegen Schmerzen

Wärme führt zu einer Entspannung der verhärteten Muskulatur. Legen Sie hierzu ein Wärmekissen oder eine Wärmflasche auf den betroffenen Bereich. Des Weiteren sind Wärmepflaster erhältlich, die für eine langanhaltende, gleichmäßige Wärmezufuhr sorgen und die Bewegungsfreiheit hierbei nicht einschränken.

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So führen Sie eine Stufenlagerung durch

Eine Stufenlagerung führt bei akut aufgetretenem Hexenschuss zur Linderung der Schmerzen. Hierzu legen Sie sich auf den Rücken und lagern Ihre Unterschenkel auf ein Kissen, sodass in Hüft- und Kniegelenken ein rechter Winkel entsteht. Doch Achtung: leichte Bewegung ist das A und O, möchte man schnell ein langfristiges Abklingen der Beschwerden erzielen!

Alarmzeichen bei Hexenschuss

Arztbesuch
Manchmal ist ein Arztbesuch nötig.

Erkranken Sie an einem Hexenschuss und bessern sich die Schmerzen innerhalb von einigen Tagen deutlich, ist eine ärztliche Vorstellung nicht zwingend erforderlich. Kommen allerdings bestimmte Symptome zu den charakteristischen Schmerzen hinzu, sollten Sie nicht zögern und einen Arzt aufsuchen, weil dann ggf. schwerwiegendere Erkrankungen wie ein Bandscheibenvorfall vorliegen.

 Zu diesen Beschwerden zählen:

  • Schmerzzunahme
  • gleichbleibende Schmerzintensität für länger als 4 Wochen
  • Schmerzausstrahlung ins Bein
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Beinen oder im Bereich der Füße
  • Lähmungserscheinungen
  • Blasenentleerungsstörungen
  • Stuhlentleerungsstörungen
  • begleitendes Fieber mit Schüttelfrost

Schon gewusst?

Eine ärztliche Vorstellung und weitere Diagnostik ist bei einem einfachen Lumbago in der Regel nicht erforderlich. Bestehen Zusatzsymptome wie Sensibilitätsstörungen und Lähmungserscheinungen, sollten Sie nicht zögern und umgehend einen Arzt aufsuchen. Hier schließt sich nach einer Anamnese und körperlichen Untersuchung meist ein bildgebendes Verfahren wie eine MRT-Untersuchung an.


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Stand vom: 29.04.2019