Akupunktur

Eine chinesische Heilkunst kurz erklärt

Die Akupunktur ist eine der 5 Hauptsäulen der traditionellen chinesischen Medizin, die weltweit immer häufiger zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt wird. Durch die Stimulierung spezifischer Druckpunkte durch Akupunkturnadeln wird der Fluss der Lebensenergie optimiert und so eine Linderung bis Heilung von Erkrankungen erzielt.

Geschichte der Akupunktur

Die Akupunktur blickt auf eine über 3000-jährige Geschichte zurück und wurde ursprünglich v. a. in China und Japan entwickelt und genutzt. Die erste schriftliche Erwähnung dieser Heilkunst stammt bereits aus dem 2. Jahrhundert vor Christus, wo der chinesische Historiker Sima Qian eine Behandlung mit Steinnadeln beschrieben hat. In Europa wurde die Akupunktur erstmals im frühen 19. Jahrhundert angewendet und entwickelte sich in den 1830er Jahren zu einer regelrechten Modetherapie in Frankreich und wurde im Anschluss in ganz Europa und auch Amerika immer verbreiteter. Hierzu trug auch die Nutzung der Akupunktur in der Militärmedizin entscheidend bei.

Schon gewusst?

Die Verbreitung der Akupunktur in der westlichen Welt wurde durch ihre Nutzung im Bereich der Militärmedizin entscheidend beschleunigt. Noch im Jahr 2012 finanzierten die USA Akupunkturstudien und nutzen diese selbst in Notfallsituationen wie z. B. bei Kriegseinsätzen.

Grundlagen der Akupunktur

Akupunkturpunkte
400 Akupunkturpunkte nutzt die chinesische Medizin.

Die Akupunktur stellt eine der 5 Hauptsäulen der Traditionellen Chinesischen Medizin dar. Die weiteren Säulen werden von der traditionellen chinesischen Arzneimittellehre, der spezifischen Ernähungslehre, der Massagetechnik Tuina und QiGong gebildet.

Grundlage der Akupunktur und der gesamten chinesischen Medizin ist die Annahme, dass der Mensch von der Lebensenergie, dem sogenannten „Qi“ durchströmt wird. Der Qi-Fluss läuft hierbei entlang von Meridianen (Leitbahnen) und wird von den Polen „Yin und Yang“ bestimmt. Insgesamt gibt es 12 Hauptleitbahnen, die verschiedenen Organsystemen zugeordnet sind und auf jeder Körperhälfte spiegelbildlich einmal vorhanden sind. Zusätzlich gibt es 8 Extrameridiane und einige Meridanpunkte. Laut der chinesischen Heilkunde existieren ca. 700 Punkte am menschlichen Körper, wo die Meridiane sehr dicht unter der Hautoberfläche liegen und somit leicht zugänglich sind. Hiervon werden 400 Punkte als Akupunkturpunkte genutzt.

Durchführung der Akupunktur

Akupunktur
Akupunktur soll Blockaden des Qi-Flusses lösen.

Das Wort „Akupunktur“ entstammt den lateinischen Wortstämmen „acus“, was „Nadel“ bedeutet und „punctura“, was für „stechen“ steht. Der Name beschreibt sehr genau, wie bei der Akupunktur vorgegangen wird. Während einer klassischen Behandlung werden an einigen Akupunkturpunkten spezielle Akupunkturnadeln eingestochen. Dies geschieht unter der Annahme, dass bei Beschwerden und Erkrankungen eine Blockade des Qi-Flusses vorliegt, welche durch eine Stimulation der Akupunkturpunkte gelöst werden können. Die bei der Behandlung genutzten Punkte werden je nach Beschwerdebild ausgewählt und überschreiten nur selten eine Anzahl von 16. Vor dem Einstechen werden die Akupunkturpunkte leicht massiert und nach 20-30 Minuten werden die Nadeln wieder entfernt. Während der Behandlung verspüren die Betroffenen häufig ein Wärmegefühl an den Einstichstellen und es können leichte Rötungen auftreten.

Schon gewusst?

Durch das Einstechen von Nadeln an spezifischen Akupunkturpunkten sollen Blockaden des Qi-Flusses gelöst werden und dadurch Beschwerden gelindert oder gar Krankheiten geheilt werden.

Auch andere Heilmethoden machen sich die Stimulation der Akupunkturpunkte zu Nutze:

Heilmethode auf Grundlage der Akupunkturpunkte Art der Stimulation der Akupunkturpunkte
Akupressur Massage der Akupunkturpunkte mit der Hand
Moxibustion Reizung der Akupunkturpunkte durch Verbrennen von Beifuß
Laser-Akupunktur Stimulation der Akupunkturpunkte mit Laserimpulsen

Unser Produkttipp: Sea band Mama Akupressurband für Schwangere | Sana-band Das Gesundheits Akupressurband

Schulmedizinische Aspekte der Akupunktur

Migräne
Akupunktur hilft bei Kopfschmerzen.

Wie genau die Akupunktur wirkt, ist schulmedizinisch noch nicht abschließend geklärt. In Studien konnten aber bei einigen Beschwerden und Erkrankungen die Wirkung der Akupunktur nachgewiesen werden. Hierzu zählt z. B. idiopathischer Kopfschmerz und Übelkeit und Erbrechen, welches hauptsächlich nach Operationen oder im Rahmen einer Chemotherapie auftritt. Aktuelle Untersuchungen zeigen Anhalte, dass durch die Nadeleinstiche im Gehirn vermehrt Stoffe (med. Neurotransmitter) ausgeschüttet werden, die eine schmerzlindernde und stimmungsaufhellende Wirkung aufweisen. Hierzu zählen u. a. Endorphine und Serotonin.

Schon gewusst?

Auch wenn der genaue Wirkmechnismus der Akupunktur wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen ist, konnte die Wirkung in Studien bei einigen Beschwerdebildern, wie z. B. idiopathischen Kopfschmerzen und bestimmten Arten der Übelkeit, nachgewiesen werden.

Anwendungsspektrum der Akupunktur

Schwangere
Akupunktur ist eine beliebte Therapieform bei Problemen in der Schwangerschaft.

Die Akupunktur wird heutzutage hauptsächlich bei chronischen Schmerzen (insbesondere Kopf- und Rückenschmerzen), Magen-Darm-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege und Beschwerden des gynäkologischen Organsystems eingesetzt. Hier wird die chinesische Therapieform auch im Rahmen der Schwangerschaft genutzt und dient im letzten Schwangerschaftsdrittel u. a. der Geburtsvorbereitung. Hier kann die Akupunkturbehandlung die Geburtsdauer verkürzen. Auch bei der Schwangerschaftsübelkeit wird Stimulation der Akupunkturpunkte mit Nadeln angewendet.

Schon gewusst?

Bei einigen Indikationen wie z. B. Schmerzen der Lendenwirbelsäule werden die Kosten für eine Akupunkturbehandlung bei einem ausgebildeten Arzt von vielen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Fragen Sie ihre Krankenkasse!

Unser Produkttipp: Akupunkturpflaster | Akupunkturnadeln


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Wir stehen mit unserer Beratungshotline gern für Sie bereit.


Stand vom: 16.04.2019