Zäpfchen

Zäpfchen werden rektal oder vaginal angewendet

Ein Zäpfchen ist eine feste Darreichungsform eines Medikaments, dass in Körperöffnungen, wie Mastdarm oder Vagina eingeführt wird. Nach der Resorption über die Schleimhaut wirkt das Medikament sehr schnell.

Allgemeines zu Zäpfchen

Ein medizinisches Zäpfchen wird auch Suppositorium genannt. Normalerweise hat es eine spitz zusammenlaufende, zylindrische Form, die an einen Torpedo erinnert. Diese Form macht die Verwendung leichter. In den meisten Fällen werden Zäpfchen rektal eingeführt. Suppositorien, die für eine vaginale Verwendung gedacht sind, sind oft eiförmig. Sie werden auch Vaginalovula oder Scheidenzäpfchen genannt.

Bei Tabletten, die man über den Mund einnimmt, wird der Wirkstoff in der Leber zum Teil bereits abgebaut, noch bevor die Wirkung einsetzen kann.

Durch Einführung in den After wird diese erste Leberpassage, auch First-pass-effect genannt, umgangen. Ein Zäpfchen hat daher den Vorteil, dass mehr Wirkstoff des Medikamentes zur Verfügung steht als bei der oralen Einnahme. Die Handhabung eines Zäpfchens ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig und nicht so einfach, wie bei einer Tablette.

Schon gewusst?

Zäpfchen wirken im Allgemeinen wie eine einfachere Art Medikamente zu verabreichen. Sie bietet aber einige Vorteile. Schleimhäute nehmen die Wirkstoffe besonders rasch aus. Außerdem wird bei rektal oder vaginal angewendeten Zäpfchen nur ein geringerer Teil des Arzneistoffs durch die Leber abgebaut, als wenn das Mittel geschluckt werden würde. Die Wirkung tritt so sehr rasch ein.

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Herstellung von Zäpfchen

Suppositorium
Zäpfchen werden in Form gepresst.

Zäpfchen gehören zu den wenigen Arzneimittelformen, die nicht nur industriell, sondern auch individuell in der Apotheke hergestellt werden. Dafür wird eine Masse durch Gießen und Pressen in die entsprechende Form gebracht. Meist wird eine fetthaltige Grundmasse verwendet, die bei Körpertemperatur schmilzt. Zusätzliche Hilfsstoffe wie Gleitmittel, Farbstoffe, Gelatine und ähnliches können hinzukommen.

Anwendungsgebiete von Zäpfchen

Apotheker
Zäpfchen werden häufig auch in Apotheken selbst hergestellt und sind dort erhältlich.

Zäpfchen kommen besonders dann zum Einsatz, wenn es nicht möglich ist, ein Medikament über den Mund oder den Magen-Darm-Trakt aufzunehmen. Dies kann z. B. durch Schluckbeschwerden, Erbrechen, Durchfall oder ähnliches der Fall sein.

Hierzu kommt es beispielsweise bei einer akuten Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) , die mit Brechreiz und Durchfall einhergeht. Nach der rektalen Anwendung des Zäpfchens wird der Wirkstoff schnell über die Schleimhaut des Darms aufgenommen. Zäpfchen werden darüber hinaus gegen Übelkeit und Erbrechen selbst, etwa bei der Reisekrankheit, eingesetzt.

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Auch Zäpfchen gegen Schmerzen, wie Kopfschmerzen und speziell Migräne sind in der Apotheke erhältlich. Hier wird die Verwendung von Kopfschmerzmitteln in Form von Zäpfchen empfohlen, wenn auch Erbrechen auftritt.

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Fieber und Schmerzen bei kleinen Kindern werden häufig ebenfalls mit Zäpfchen behandelt, z. B. durch Suppositorien mit dem Wirkstoff Paracetamol. Gleiches gilt für Erbrechen und Übelkeit.

Schon gewusst?

Babys und Kleinkinder können noch keine Medikamente in Tablettenform schlucken. Die Verabreichung von benötigten Arzneimitteln in FOrm von Zäpfchen hat sich hier somit sehr bewährt. Achten Sie bei der Anwendung darauf, dass ihr Kind entspannt liegt und gehen Sie mit großer Vorsicht vor, damit keine Verletzungen entstehen. Um das Einführen angenehmer zu machen, können die Zäpfchen zuvor in der Hand angewärmt oder mit lauwarmen Wasser abgespült werden. Zu dem Einreiben mit Salbe oder Creme existieren geteilte Meinungen. Das Zäpfchen gleitet dadurch zwar besser, allerdings wird vermutet, dass durch den Cremefilm die Aufnahme des Wirkstoffs gestört werden kann.

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Scheidenzäpfchen kommen bei der Behandlung von Scheidenpilzinfektionen, Stressinkontinenz sowie bei der Empfängnisverhütung zum Einsatz. Im letzteren Beispiel handelt es sich um Zäpfchen mit spermizidem Wirkstoff, der durch das Abtöten der Spermien die Entstehung einer Schwangerschaft verhindert.

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Ein weiteres Anwendungsgebiet von Zäpfchen ist die Behandlung von Hämorrhoiden.

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Schließlich werden die Suppositorien auch als Abführmittel eingesetzt.

Verabreichung von Zäpfchen

Schematische Darstellung der Hämorrhoiden
Zäpfchen werden meist ins Rektum eingeführt.

Die übliche Anwendung von Zäpfchen ist die Einführung in den After. Dies sollte am besten nach dem Stuhlgang erfolgen. Vor dem Einführen können die Suppositorien mit der Hand etwas angewärmt oder kurz in kaltes Wasser getaucht werden. Dies verbessert die Gleitfähigkeit des Zäpfchens.

Über die Frage, ob das Zäpfchen mit der stumpfen oder mit der spitzen Seite zuerst eingeführt werden sollte, gibt es unterschiedliche Meinungen. In der Fachliteratur wird meist die Verwendung mit der stumpfen Seite voran empfohlen. Dann kann sich die Darmschleimhaut besser um das schmale Ende legen und der Weitertransport des Medikaments wird verbessert. Auch wurde beobachtet, dass Zäpfchen, die man mit der schmalen, spitzen Seite eingeführt hat, oft einen Stuhldrang erzeugen und schnell wieder ausgeschieden werden. Ratsam ist es auch, wenn der Patient nach der Verabreichung des Suppositoriums noch kurz liegen bleibt.

Schon gewusst?

Der Darm transportiert durch Muskelbewegungen seinen Inhalt Richtung After, wo es dann zur Ausscheidung kommt. Diese Muskelkonraktionen werden beim Einführen eines Zäpfchens angeregt. Halten Sie nach direkt nach der Anwendung mit sanften Druck kurz gegen, damit das Zäpfchen nicht sofort wieder herausrutscht.


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Stand vom: 15.08.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen. 

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