Diphtherie

Diphterie-Bakterien

Diphtherie-Bakterien: Corynebacterium diptheriae

Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Schlappheit und Fieber – das klingt nach einer Erkältung. Es kann sich jedoch um eine lebensbedrohliche Infektion mit Diphtherie-Bakterien handeln. Im Verlauf kommen dann Symptome wie Schlucklähmung, Herzrhythmusstörungen oder Niereninsuffizienz hinzu.

Diphtherie ist eine akute, mitunter lebensbedrohliche Infektion, die durch den Bakterienstamm Corynebacterium diptheriae ausgelöst wird. Diese Bakterien bilden Toxine, die Körperzellen zerstören und die Schleimhäute der oberen Atemwege schädigen. In manchen Fällen werden durch die Corynebakterien auch Herz, Leber und Nieren angegriffen. Man spricht dann von einer toxischen Diphtherie. Dabei kann es zu Herzrhythmusstörungen, Schlucklähmungen, Leberentzündungen oder Nierenversagen kommen.

Diphtherie kann einen tödlichen Verlauf nehmen.

Im Anfangsstadium ähnelt die Erkrankung einer Kehlkopfentzündung, Mandelentzündung oder Pseudo-Krupp.

 

Infektion und Inkubationszeit

Übertragen werden die Diphtherie-verursachenden Bakterien mittels Tröpfcheninfektion. Ein einfaches Husten oder Niesen kann dabei schon ausreichend sein. Daneben kann es auch zu einer Ansteckung über eine Schmierinfektion kommen. Der Erreger tritt über eine Hautverletzung in den menschlichen Organismus ein. In diesem Fall spricht man von einer Haut-Diphtherie. Sie kommt eher in den Tropen vor, kann in Deutschland jedoch auch bei Obdachlosen, Alkoholikern und Drogenabhängigen auftreten.

Die Inkubationszeit beträgt meist 2–5 Tage, manchmal bis zu 8 Tagen. Wird Diphtherie jedoch nicht therapiert, kann die Ansteckungsfähigkeit bei bis zu 4 Wochen liegen.

 

Symptome einer Diphtherie-Infektion

Erst mit Krankheitsausbruch tauchen erste Symptome auf:

Diphtherie ist vor allem für Kinder gefährlich

Diphtherie heißt im Volksmund „Würgeengel der Kinder“ – da die Erkrankung zu Atemnot führt und mit Erstickungstod enden kann.

  • Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • weiß-gelblicher Belag auf den Mandeln (Pseudomembranen)
  • faulig-süßlicher Mundgeruch
  • Heiserkeit
  • Atemgeräusche
  • Lähmungen des Gaumensegels
  • Schwellungen der Lymphknoten

 

Bei Säuglingen und kleineren Kindern ist oft auch die Nase von Diphtherie-Erregern angegriffen, was sich meist durch einen eitrig-blutigen Schnupfen äußert.

Ist der Kehlkopf durch die Diphtherie-Erreger befallen, kommen Atemnot durch Anschwellen der Schleimhäute, bellender Husten und Heiserkeit hinzu. Es droht ein Erstickungstot. Aus diesem Grund wird Diphtherie im Volksmund auch „Würgeengel der Kinder“ genannt. In seltenen Fällen breitet sich das Gift in den inneren Organen aus. Dann kommen gegebenenfalls Symptome wie Herzrhythmusstörungen, Schlucklähmungen, Lungenentzündung, Leber- oder Nierenversagen. Ein derartig schwerer Verlauf kann – zum Beispiel durch Herzversagen – ebenfalls tödlich enden.

Diphtherie endet in bis zu 10 % der betroffenen Fälle tödlich.

 

Bei der Bindehaut-Diphtherie kommt es an der Bindehaut zu blutig-wässrigen Absonderungen und Membranbildungen. Häufig ist auch die Hornhaut des Auges befallen.

 

Diphtherie vorbeugen: Impfen gehen

Impfen heißt Diphtherie vorbeugen

Der lebensgefährlichen Krankheit vorbeugen: Impfen gehen.

Da Diphtherie eine sehr gefährliche Krankheit ist, ist ein Impfschutz die einzige angemessene Handhabung. Die Grundimmunisierung besteht aus 4 Dosen des Diphtherie-Impfstoffs Toxoid. Sie wird meist im Säuglingsalter durchgeführt. Das Immunsystem produziert daraufhin Antikörper gegen den Erreger. Wird dann der Körper mit Diphtherie-Bakterien infiziert, können die Antikörper aktiv werden. Da sie jedoch mit den Jahren abnehmen, muss eine Diphtherie-Impfung regelmäßig erneuert werden. Die erste Auffrischung sollte mit 5–6 Jahren erfolgen, die zweite zwischen 9 und 17 Jahren. Bei Erwachsenen ist eine Impfung in einem Abstand von 10 Jahren angemessen.

Eine Grundimmunisierung kann auch im Erwachsenenalter erfolgen. Hierbei werden nur 3 Injektionen verabreicht.

 

Gängige Medikation bei Diphtherie

Bei einem Verdacht auf Diphtherie suchen Sie unverzüglich den Arzt auf. Dieser wird in der Regel das Gegengift Diphtherie-Antitoxin verabreichen, um das Erregertoxin unschädlich zu machen. Hat sich das Toxin jedoch bereits an Zellen festgesetzt, müssen Antibiotika eingesetzt werden: Das verabreichte Penizillin oder Erythromycin töten die Bakterien ab und helfen so, die Toxinbildung zu verringern.

Bei geschwollenen Schleimhäuten wird frühzeitig maschinell beatmet. Der Betroffene wird dafür in ein künstliches Koma versetzt. Durch einen Luftröhrenschnitt wird ein Schlauch zur Lunge vorgeschoben.

Alle Kontaktpersonen sollten ebenfalls untersucht werden. Sie bekommen oft prophylaktisch Antibiotika verschrieben. Erkrankung und Tod durch Diphtherie muss in Deutschland gemeldet werden.