Diphtherie

Lebensbedrohliche Infektion

Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Schlappheit und Fieber – das klingt nach einer Erkältung. Es kann sich jedoch um eine lebensbedrohliche Infektion mit Diphtherie-Bakterien handeln. Im Verlauf kommen dann Symptome wie Schlucklähmung, Herzrhythmusstörungen oder Niereninsuffizienz hinzu.

Diphterie: Infektion mit
Corynebacterium diptheriae

Diphterie-Bakterien
Diphtherie-Bakterien: Corynebacterium diptheriae

Diphtherie ist eine akute, mitunter lebensbedrohliche Infektion, die durch den Bakterienstamm Corynebacterium diptheriae ausgelöst wird. Diese Bakterien bilden Toxine, die Körperzellen zerstören und die Schleimhäute der oberen Atemwege schädigen. In manchen Fällen werden durch die Corynebakterien auch Herz, Leber und Nieren angegriffen. Man spricht dann von einer toxischen Diphtherie. Dabei kann es zu Herzrhythmusstörungen, Schlucklähmungen, Leberentzündungen oder Nierenversagen kommen.

Schon gewusst?

Diphterie kann einen tödlichen Verlauf haben. Eine Imfung bietet einen ausreichenden Schutz für Sie und Ihr Kind.

Im Anfangsstadium ähnelt die Erkrankung einer Kehlkopfentzündung, Mandelentzündung oder Pseudokrupp.

Vorkommen in Deutschland

Laut des Berufsverbands Deutscher Internisten ging dank Einführung der Kinderimpfung die Erkrankungsfälle in Deutschland rapide zurück. Während allein 1943 245.000 Fälle zu verzeichnen waren, erkrankten bereits 1958 weniger als 10.000 Menschen. 1964 fiel die Infizierten-Rate erstmalig auf unter 1.000 Personen. Heute treten vereinzelt Diphtherie-Erkrankungen auf.

Diphtherie-Erkrankungen in Deutschland
Datenquelle: Robert Koch Institut

Formen von Diphterie

Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen der respiratorischen Diphtherie und der Hautdiphtherie. Sehr selten kommt es auch zu einer Infektion von Schleimhäuten außerhalb des Respirationstrakts.

Respiratorische Diphtherie

Die sogenannte Tonsillen-/Rachendiphtherie beginnt oft zögerlich mit Halsschmerzen, Fieber bis zu 39 °C und Schluckbeschwerden. Später kommt es zu Heiserkeit, Stridor, Gaumensegellähmungen sowie Schwellungen der vorderen Halslymphknoten. Meist wird die Rachendiphterie durch eine Mandel- und Rachenentzündung begleitet. Es bilden sich grau-weiße bis bräunliche, teils blutige Belege um Mandeln, Gaumen und Gaumenzäpfchen, teils bis zum Kehlkopf. Versucht man, die Belege zu entfernen, kommt es oft zu Blutungen. Daneben ist ein süßlicher Mundgeruch charakteristisch.

Bei der Kehlkopfdiphtherie treten Heiserkeit, bellender Husten, entweder als Primäraffektion oder als Ausweitung einer Rachendiphtherie auf und ist durch zunehmende Heiserkeit bis hin zur Aphonie, bellenden (kruppösen) Husten, Schwierigkeiten beim Atmen mit Pfeifgeräuschen sowie daraus resultierende Unruhe und Ängstlichkeit geprägt. Es können sich beidseitig teigige Ödeme bilden, die von den Lymphknoten des Kiefers auf Ohr, Kinn, Hals und Nacken übergreifen. Durch Verlegen der Luftwege kann es nicht nur zu einer Regungslosigkeit und Koma kommen, sondern auch zum Erstickungstod.

Die nasale Diphtherie verläuft hingegen eher mild. Es zeigt sich ein mitunter auch blutiger ein- oder beidseitiger Nasenausfluss. An der Nase zeigen sich weißliche Flecke.

Es kann jedoch auch zu milden Verläufen kommen, etwa bei Personen, die noch keine vollständige Grundimunisierung hatten. Die Beschwerden sind dann mit den Symptomen einer Streptokokken-Angina oder einer bakteriellen Rachenentzündung vergleichbar.

Haut- oder Wunddiphtherie

Bei der Haut- oder Wunddiphtherie kommt es zu schmierigen Belägen auf Haut und Schleimhaut. Auch Mischinfektionen mit A-Streptokokken oder Staphylokokken ist möglich. Toxische Erscheinungen sind jedoch eher selten.

Infektion und Inkubationszeit

Übertragen werden die Diphtherie-verursachenden Bakterien mittels Tröpfcheninfektion. Ein einfaches Husten oder Niesen kann dabei schon ausreichend sein. Daneben kann es auch zu einer Ansteckung über eine Schmierinfektion kommen. Der Erreger tritt über eine Hautverletzung in den menschlichen Organismus ein. In diesem Fall spricht man – wie oben beschrieben – von einer Haut-Diphtherie. Sie kommt eher in den Tropen vor, kann in Deutschland jedoch auch bei Obdachlosen, Alkoholikern und Drogenabhängigen auftreten.

Die Inkubationszeit beträgt meist 2 bis 5 Tage, manchmal bis zu 8 Tagen. Wird Diphtherie jedoch nicht therapiert, kann die Ansteckungsfähigkeit bei bis zu 4 Wochen liegen.

Symptome einer Diphtherie-Infektion

Diphtherie ist vor allem für Kinder gefährlich
Diphtherie heißt im Volksmund “Würgeengel der Kinder” – da die Erkrankung zu Atemnot führt und mit Erstickungstod enden kann.

Erst mit Krankheitsausbruch tauchen erste Symptome auf:

  • Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • weiß-gelblicher Belag auf den Mandeln (Pseudomembranen)
  • faulig-süßlicher Mundgeruch
  • Heiserkeit
  • Atemgeräusche
  • Lähmungen des Gaumensegels
  • Schwellungen der Lymphknoten

Bei Säuglingen und kleineren Kindern ist oft auch die Nase von Diphtherie-Erregern angegriffen, was sich meist durch einen eitrig-blutigen Schnupfen äußert.

Ist der Kehlkopf durch die Diphtherie-Erreger befallen, kommen Atemnot durch Anschwellen der Schleimhäute, bellender Husten und Heiserkeit hinzu. Es droht ein Erstickungstot. Aus diesem Grund wird Diphtherie im Volksmund auch „Würgeengel der Kinder“ genannt. In seltenen Fällen breitet sich das Gift in den inneren Organen aus. Dann kommen gegebenenfalls Symptome wie Herzrhythmusstörungen, Schlucklähmungen, Lungenentzündung, Leber- oder Nierenversagen hinzu. Ein derartig schwerer Verlauf kann – zum Beispiel durch Herzversagen – ebenfalls tödlich enden.

Schon gewusst?

Weltweit sterben 5 bis 10 % aller Betroffenen an einer Diphterie-Infektion.

Bei der Bindehaut-Diphtherie kommt es an der Bindehaut zu blutig-wässrigen Absonderungen und Membranbildungen. Häufig ist auch die Hornhaut des Auges befallen.

Diphtherie vorbeugen: Impfen gehen

Impfen heißt Diphtherie vorbeugen
Der lebensgefährlichen Krankheit vorbeugen: Impfen gehen.

Da Diphtherie eine sehr gefährliche Krankheit ist, ist ein Impfschutz die einzige angemessene Handhabung. Die Grundimmunisierung besteht aus 4 Dosen des Diphtherie-Impfstoffs Toxoid. Sie wird meist im Säuglingsalter durchgeführt. Das Immunsystem produziert daraufhin Antikörper gegen den Erreger. Wird dann der Körper mit Diphtherie-Bakterien infiziert, können die Antikörper aktiv werden. Da sie jedoch mit den Jahren abnehmen, muss eine Diphtherie-Impfung regelmäßig erneuert werden. Die erste Auffrischung sollte mit 5 bis 6 Jahren erfolgen, die zweite zwischen 9 und 17 Jahren. Bei Erwachsenen ist eine Impfung in einem Abstand von 10 Jahren angemessen.

Eine Grundimmunisierung kann auch im Erwachsenenalter erfolgen. Hierbei werden nur 3 Injektionen verabreicht.

Gängige Medikation bei Diphtherie

Bei einem Verdacht auf Diphtherie suchen Sie unverzüglich den Arzt auf. Dieser wird in der Regel das Gegengift Diphtherie-Antitoxin verabreichen, um das Erregertoxin unschädlich zu machen. Hat sich das Toxin jedoch bereits an Zellen festgesetzt, müssen Antibiotika eingesetzt werden: Das verabreichte Penizillin oder Erythromycin töten die Bakterien ab und helfen so, die Toxinbildung zu verringern. Antibiotika lindern relativ schnell alle Symptome. Mit natürlichen Mitteln kann man den Heilungsprozess noch unterstützen. In keinem Fall sollte man ohne ärztlichen Rat zu Schmerzmitteln, etwa mit dem Wirkstoff Ibuprofen, greifen, da es zu Wechselweirkungen kommen kann.

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Bei geschwollenen Schleimhäuten wird frühzeitig maschinell beatmet. Der Betroffene wird dafür in ein künstliches Koma versetzt. Durch einen Luftröhrenschnitt wird ein Schlauch zur Lunge vorgeschoben.

Alle Kontaktpersonen sollten ebenfalls untersucht werden. Sie bekommen oft prophylaktisch Antibiotika verschrieben. Erkrankung und Tod durch Diphtherie muss in Deutschland gemeldet werden.


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Stand vom: 11.02.2019