Antazida

Medikament bei Sodbrennen

Als Antazida (Sg. Antazidum) bezeichnet man Arzneimittel zur Neutralisierung von Magensäure. Säurebindende Arzneimittel werden zur Behandlung von Sodbrennen und anderen Beschwerden, die durch eine Überproduktion an Magensäure entstehen, verwendet. Bei Antazida handelt es sich meist um basische Substanzen. Die Medikamenten-Gruppe wurde im Laufe der Zeit so weiterentwickelt, dass bei modernen Antazida auch der Schutz der Magenschleimhaut zum Wirkungsspektrum gehört.

Anwendungsgebiete von Antazida

Frau mit Sodbrennen
Antazida helfen bei Sodbrennen.

Antazida werden eingesetzt bei leichten Beschwerden, die durch ein Zuviel an Magensäure entstehen. Dazu zählen Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Schmerzen, die durch die Refluxkrankheit hervorgerufen werden. Antazida werden bei diesen Magen-Darm-Beschwerden häufig als rezeptfreie Arznei zur Selbstmedikation eingenommen. Für diesen Zweck werden Antazida in unterschiedlichen Arzneimittelformen hergestellt, wie zum Beispiel als Kautablette oder Suspension. Zur Behandlung über einen längeren Zeitraum oder zur ständigen Einnahme sind Antazida ungeeignet. Wenn das Sodbrennen oder die magensäurebedingten Schmerzen länger als 4 Tage andauern, dann sollte man einen Arzt aufsuchen.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Übersäuerung des Körpers, die zum Beispiel bei einer Nierenfunktionsstörung auftreten kann. Ziel einer solchen Behandlung ist es, die übermäßige Säure im Körper und im Gewebe zu neutralisieren.

Zur Behandlung von Magengeschwüren, Magenschleimhautentzündungen oder Speiseröhrenentzündung greift man mittlerweile zu anderen Medikamenten, wie den sogenannten Protonenpumpenhemmern.

Wirkungsweise von Antazida

Sodbrennen und Magenschmerzen treten oft gemeinsam auf
Sodbrennen entsteht durch eine Überproduktion von Magensäure.

Die Wirkung von Antazida beruht auf dem Prinzip, wonach eine Säure neutralisiert wird, wenn man eine Base hinzugibt.

Magensäure ist wichtig für die Verdauung, und sie schützt den Körper vor Krankheitserregern und Keimen. Sie besteht aus stark verdünnter Salzsäure (etwa 0,5-prozentig). Erst die Überproduktion von Magensäure und der mögliche Rückfluss in die Speiseröhre können Entzündungen und Beschwerden verursachen.

Typisch für die saure Umgebung im Magen sind positiv geladene Protonen (Wasserstoffionen, H+-Ionen). Die Antazida bringen dagegen negativ geladene Substanzen mit (basisch), z.B. Carbonat oder Hydroxid. Diese negativen Teilchen neutralisieren die positiven Protonen der Säure. Man sagt auch: Die basische Reaktion bindet bzw. neutralisiert die Säure.

Wie viel Säure gebunden wird und wie lange die Wirkung anhält, ist je nach Präparat unterschiedlich. Mit Antazida behandelt man nur Symptome wie Sodbrennen oder überschüssige Magensäure. Die Ursachen dafür werden mit dieser Medikation nicht geheilt.

Wirkstoffe in Antazida

Antazida - Mittel gegen Sodbrennen
Gegen Sodbrennen helfen eine ganze Reihe an unterschiedlichen Präparaten.

Die Wirkstoffgruppe der Antazida wurde im Laufe der Jahre weiterentwickelt und verbessert. Traditionelle und moderne Wirkstoffe sind in dieser Gruppe zu unterscheiden.

Zu den traditionellen Antazida gehören die Substanzen Natriumhydrocarbonat, Calciumcarbonat und Magnesiumcarbonat. Diese Präparate wirken im Magen sehr schnell. Jedoch sind damit auch Nebenwirkungen verbunden. So kann zum Beispiel der pH-Wert im Magen zu stark ansteigen. Dies beeinflusst einerseits die Funktion der Verdauungsenzyme und kann andererseits bewirken, dass der Magen verstärkt Säure produziert. Damit tritt ein gegenteiliger Effekt ein, als beabsichtigt. Zudem kann es bei der Anwendung dieser Carbonate zu vermehrter Gasentwicklung im Verdauungstrakt kommen. Völlegefühl, Blähungen und vermehrtes Aufstoßen sind dann die Folge.

Algedrat, Hydrotalcit und Magaldrat gehören zu den modernen Antazida. Sie zeichnen sich durch eine sogenannte Pufferwirkung aus. Die Medikamente lösen sich nur im sauren Milieu. Das bedeutet, nur die Wirkstoffmenge, die gebraucht wird, ist vorhanden. Ist keine Säure vorhanden, dann löst sich kein Wirkstoff mehr. Damit ist gesichert, dass der pH-Wert nicht über den Säure-Bereich hinausschießt.

Es erfolgt keine Gasentwicklung und die Wirkung hält länger an als bei den Wirkstoffen der traditionellen Antazida.

Moderne Antazida sind meist eine Kombination aus mehreren Wirkstoffen.

Antazida

Anwendungshinweise für Anatazida

Antazida sollten idealerweise etwa eine Stunde nach dem Essen eingenommen werden oder, bei nächtlichem Sodbrennen, vor dem Schlafengehen.

Achtung: Antazida sollten grundsätzlich nicht gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen werden. Sie können die Wirkung und Aufnahme anderer Wirkstoffe stark herabsetzen. Es sollte daher ein zeitlicher Abstand von etwa 2 Stunden eingehalten werden, bevor andere Arznei eingenommen wird.

Mittel gegen Sodbrennen aus Ihrer Apotheke

Antazida gehören zu den Medikamenten, die Sie auch ohne Rezept in Ihrer Apotheke erwerben können. Sie sind als rezeptfreie Kautabletten, Liquid oder Suspension erhältlich.

Unsere Produkttipps – Antazida gegen SodbrennenRennie® KautablettenMaaloxan® mVal LiquidTalcid® LIQUID

Alternativen zu Antazida

Der Wirkstoff Omeprazol gehört in die Gruppe der Protonenpumpenhemmer. Er wirkt nicht nur bei Refluxerkrankungen, sondern wird unter anderem auch bei Helicobacter-pylori-Infektionen oder zur Behandlung von Geschwüren im Magen-Darm-Bereich eingesetzt.

Unser Produkttipp – Omeprazol gegen Sodbrennen:  OMEP® HEXAL

Auch Omeprazol erzeugt eine Reihe von Nebenwirkungen wie ein Anstieg der Leberwerte, Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen, Haarausfall oder  Seh-, Hör- und Geschmacksstörungen.

Kamille
Kamille beruhigt den Magen.

Eine weitere Alternative bieten pflanzliche Präparate. Heilkräuter können die natürliche Bewegung des Magen-Darm-Bereichs anregen und die Nerven im Verdauungstrakt beruhigen. Positiv auf die Verdauung wirken etwa:

Unser Produkttipp – mit Pflanzenkraft gegen Sodbrennen:   Iberogast® Flüssigkeit


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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Stand vom: 12.07.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.