Röteln

Bei Röteln handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit, deren Erreger das Rötelnvirus Rubella-Virus darstellt. Die Krankheit tritt überwiegend im Kindesalter auf und zählt daher zu den typischen Kinderkrankheiten. Sie kann aber vor allem im Erwachsenenalter zu gesundheitlichen Komplikationen führen. Ein hohes Risiko birgt diese virale Infektion in der Schwangerschaft, da dem ungeborenen Kind während seiner Entwicklung eine massive Schädigung droht.

 

Typische Symptome bei Röteln

Nach der Inkubationszeit, also dem Zeitpunkt der Infektion mit dem Krankheitserreger und dem Ausbruch der Symptome, können sich leicht erhabene rote Flecken abzeichnen – in etwa 50 Prozent verläuft die Krankheit allerdings unbemerkt. Bilden sich hellrote 2 bis 3 Millimeter große (im Unterschied zu Masern) nicht zusammenfließende Flecken, treten sie zunächst im Gesicht auf und breiten sich über den Rumpf auf den restlichen Körper aus. Nach etwa 3 Tagen klingen diese ohne Juckreiz wieder ab. Neben Glieder- und Kopfschmerzen, angeschwollenen Lymphknoten hinter den Ohren, am Nacken oder auch Hinterkopf, können erhöhte Temperaturen bis hin zum Fieber einhergehen.

 

Komplikationen im Krankheitsverlauf

Wie oben beschrieben verläuft die Krankheit oft ohne Komplikationen. Allerdings können Röteln zum einen zu schweren Folgeerkrankungen führen und zum anderen eine Gefahr während einer Schwangerschaft für das Kind darstellen. Folgende Komplikationen können bei einer Infektion auftreten:

  • Röteln im Kindes- und Jugendalter: Mädchen ab zwölf Jahren können als Folge des Rötelnerregers an Gelenkschwellungen (Arthritiden) leiden.
  • Röteln im Erwachsenenalter: Schwerwiegende Symptome können Röteln bei Erwachsenen hervorrufen. Je älter die erkrankte Person ist, desto höher ist das Risiko, von weiteren Krankheiten beeinträchtigt zu werden, wie Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder Gelenkentzündung, Herzbeutel- oder Herzmuskelentzündung, Bronchitis und Ohrenentzündung.
  • Röteln in der Schwangerschaft: Besonders gefürchtet wird der Rubella-Virus in der Schwangerschaft – und das nicht ohne Grund. Der Rötelnerreger gelangt in 60 bis 90 Prozent über die Blutbahn der Schwangeren in die Plazenta und von dort über die Eihäute in den Blutkreislauf des Ungeborenen, dem der Virus irreversible Schäden zufügen kann. Schwangerschaftsabbrüche und Missbildungen sind die Folge. In den ersten acht Wochen einer Schwangerschaft besteht zu 90 Prozent das größte Risiko, dass der Embryo durch eine Rötelninfektion geschädigt wird (Rötelnembryopathie). Mit voranschreitender Schwangerschaft nimmt das Risiko ab. Bis zur siebten Schwangerschaftswoche stehen die Chancen an Rötel bedingten Fehlbildungen zu erkranken bei rund 50 Prozent, Tendenz abfallend. Mögliche Schädigungen sind unter anderem: Defekte an Augen und Ohren, Entzündungen an Lunge und Gehirn, Fehlbildungen der Knochen, Schwellungen an Milz und Leber, geistige und motorische Entwicklungsverzögerungen.

 

Ursachen und Ansteckung

Wie bei anderen Viruserkrankungen erfolgt die Ansteckung durch Tröpfcheninfektion. Das Röteln- oder Rubella-Virus wird beim Niesen, Husten oder Sprechen durch kleinste Spucketröpfchen vom bereits Infizierten auf andere Menschen übertragen. Der Rötelnvirus gelangt somit über die Luft in den Mund, die Nase und Hals. Über die Schleimhäute breitet sich der Erreger schließlich in der Blutbahn des gesamten Körpers aus. Auch über benutztes bzw. kontaminiertes Besteck oder direkten Körperkontakt wie beim Austausch von Küssen erfolgt eine Ansteckung der Kinderkrankheit zu 20 bis 70 Prozent, was eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit bedeutet.

Die Inkubationszeit beträgt 14 bis 21 Tage. Betroffene Personen sind ansteckend ab rund einer Woche vor Auftreten des auffälligen Hautausschlages bis etwa eine Woche nach Verblassen der hellroten Flecken.

 

Impfung gegen Röteln

Die Rötelimpfung wird im Kindesalter in Kombination mit Mumps und Masern empfohlen, damit sich die Erkrankung nicht ausbreitet. Sowohl Mädchen als auch Jungen erhalten sodann die erste Schutzimpfung ab dem 11. und 14. Lebensmonat. Bis zum Ende des 2. Lebensjahrs erfolgt die zweite Impfung. Bei Versäumnis kann die Impfung bis zum Ende des 18. Lebensjahrs nachgeholt werden. Kinder, die sich bereits mit Röteln angesteckt haben, benötigen keinen Impfschutz mehr – sie haben körpereigene Abwehrstoffe gebildet und sind damit immun.

 

Behandlung

Das Rubella-Virus kann nicht gezielt abgetötet werden, weswegen lediglich die Symptome der Erkrankung behandelt werden können. Zum Einsatz kommen mitunter fiebersenkende Mittel oder Medikation gegen Schmerzen, wie die Brausetabletten Paracetamol von ratiopharm oder der Saft Ibuprofen AbZ 4%. Bei einer zusätzlichen Gelenkentzündung helfen Entzündungshemmer bei der Behandlung. Gegen den geschwächten Allgemeinzustand hilft Bettruhe. Während der ansteckenden Zeit sollte sich die betroffene Person von anderen fernhalten. Zehn Tage nach Abklingen der Symptome können die Kinder wieder den Kindergarten oder die Schule besuchen. Die Erkrankung ist laut Infektionsschutzgesetz in Deutschland zu melden.