Ringelröteln

Vorsicht bei Schwangerschaft

Ringelröteln sind in der Regel harmlos, oft verlaufen sie unbemerkt oder zeigen Beschwerden wie bei einer leichten Erkältung. Kinder haben Fieber, fühlen sich krank und klagen über Kopf- und Muskelschmerzen. Nicht immer kommt es zum charakteristischen Hautausschlag. Für Schwangere kann der Virus jedoch gefährlich werden.

Ringelröteln versus Röteln

Unterschiede zwischen Röteln und Ringelröteln

 Ringelröteln sind nicht mit Röteln zu verwechseln. Sie werden durch den Parvovirus B19 ausgelöst, während bei Röteln der Rubella-Virus verantwortlich ist. Beide Erkrankungen gehören neben Masern, Scharlach und Windpocken zu den 5 Kinderkrankheiten, die Ausschlag verursachen können. Der Hautausschlag sieht bei beiden Erkrankungen jedoch unterschiedlich aus:

  • Bei Ringelröten bildet sich ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung eine schmetterlingsförmige, großfleckige Rötung auf den Wangen. Später zeigen sich rote Flecken auf Schultern, Oberarmen, Oberschenkeln und Gesäß. Der Hautausschlag ist oft girlanden- bzw. ringelförmig. Daher kommt auch der Name: Ringelröteln. Nach 7 bis 10 Tagen verblasst der Hautauschlag in der Regel wieder.
  • Bei Röteln kommt es zu kleinen, rosafarbenen oder roten Flecken. Sie zeigen sich meist als erstes hinter den Ohren und im Verlauf am ganzen Körper. Die Flecken bilden keine Ringel bzw. Girlanden.

Ursache für Ringelröteln: Ansteckung

Buntstifte
Das gemeinsame Nutzen von Gegenständen im Kindergarten oder in der Schule kann zu einer Übertragung von Krankheiten führen.

Ringelröteln verbreiten sich rasend schnell. Das liegt daran, dass Betroffene häufig keine Symptome bemerken und daher in die Schule oder den Kindergarten gehen. Vor allem in der Inkubationszeit, das heißt in der Zeit von der Infizierung bis zum Auftreten des Hautausschlags, sind Ringelröteln ansteckend – und das sind rund 2 Wochen!

Beim Niesen und Husten werden kleine Sekrettröpfchen im Raum verteilt und durch die Atemluft eingeatmet (Tröpfcheninfektion). Die widerstandsfähigen Viren haften zudem gut auf der Haut oder auf Gegenständen. So kommt es, dass Ringelröteln durch Händeschütteln oder gemeinsames Nutzen von Gegenständen übertragen werden können.

Symptome bei Ringelröteln

Hautausschlag
Der Hautausschlag beginnt im Gesicht und wandert dann weiter über Hals und Schultern zur Brust.

An Ringelröteln erkranken in der Regel Schulkinder. Nur bei einem Fünftel machen sich Symptome bemerkbar, wie:

  • geschwollene Lymphknoten
  • leicht gerötete und juckende Wangen
  • Hautausschlag auf den Wangen und im weiteren Verlauf auf Schultern, Armen und Beinen

Komplikationen bei Ringelröteln

Oft heilen Ringelröteln ohne Komplikationen. Es kann gelegentlich zu vorübergehenden Gelenkbeschwerden oder Gelenkentzündungen kommen. Hiervon sind vor allem Mädchen oder Frauen betroffen.
Bei Erwachsenen verläuft eine Infektion schwerer, insbesondere bei Personen, die unter einer Abwehrschwäche leiden, etwa AIDS. Hier kann es zu einer bedrohlichen Blutarmut kommen.

Ohnehin können die Viren für Personen, die an Blutarmut, wie Thalassämie oder Sichelzellanämie, leiden, gefährlich werden. Das liegt daran, dass der Erreger die Bildung roter Blutkörperchen hemmt. Dadurch verschlimmert sich die Blutarmut.

Ringelröteln: Eine Gefahr für das ungeborene Kind

Schwangere
Ringelröteln sind sonst harmlos, können aber für das ungeborene Kind tödlich sein.

Gefährlich werden die Viren für Schwangere: Sie können auf das ungeborene Kind übergehen. Sie schädigen die blutbildenden Zellen, sodass es zur Blutarmut und schließlich zur Schädigung des Kinderherzens kommt. Ferner sammelt sich Flüssigkeit in verschiedenen Körperhöhlen an.

Schwangere, die bisher noch nicht an Ringelröteln erkrankt waren, sollten sich von Kindergärten und Schulen bzw. Ansammlung von Kindern fernhalten. Insbesondere Schwangere, die in Einrichtungen mit Kindern arbeiten, dürfen bis zur 20. Schwangerschaftswoche ohne ausreichenden Schutz vor Ringelröteln ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen.

Stellt ein Arzt die Infektion rechtzeitig fest, kann er über die Nabelschnur eine Infusion mit roten Blutkörperchen verabreichen und so gegebenenfalls eine Todgeburt verhindern. Daher sollten Schwangere, die in Kontakt mit an Ringelröteln Erkrankten getreten sind, sich umgehend bei ihrem Arzt melden.

Schon gewusst?

Im Gegensatz zu Röteln gibt es bei Ringelröteln keinen Impfschutz. Wer allerdings schon einmal Ringelröteln hatte, bleibt sein Leben lang immun und kann kein zweites Mal erkranken.

Für Frauen, die schwanger werden möchten, empfiehlt sich eine Antikörper-Bestimmung. Sind im Blut Antikörper vorhanden, brauchen sie sich keine Gedanken über eine mögliche Ansteckung machen.

Infizierte Schwangere sollten in engmaschiger ärztlicher Behandlung sein und regelmäßig Ultraschalluntersuchungen durchführen lassen.

Behandlung von Ringelröteln

Fieber
Bei Ringelröteln kann es zu grippeähnlichen Symptomen, wie Fieber und Kopf- sowie Gliederschmerzen, kommen. Gegen das Fieber und die Schmerzen helfen fiebersenkende Schmerzmittel.

Die Beschwerden klingen in der Regel nach ein bis zwei Wochen von allein ab. Ihr Kind sollte jedoch zuhause bleiben, um keine weiteren Kinder anzustecken und Gefahren für Schwangere zu vermeiden. Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen können mit fiebersenkenden Schmerzmitteln, etwa mit dem Wirkstoff Paracetamol, behandelt werden.

Unsere Produkttipps:  Paracetamol STADA® 500 mg Tabletten für Kinder ab 4 Jahren | Paracetamol-ratiopharm® 500 mg Tabletten für Kinder ab 4 Jahren  | Fenistil Tropfen gegen Juckreiz bei Ausschlägen für Kinder ab einem Jahr

In der Abheilungsphase können bei trockener oder schuppender Haut entsprechende Hautpflegeprodukte verwendet werden.

Denken Sie an den Schutz der anderen

Betroffene sollten nicht in die Hand husten oder niesen. Verwenden Sie stattdessen Einmaltaschentücher, die Sie nach Gebrauch sofort entsorgen können. Waschen Sie sich stets gründlich die Hände.


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wir stehen mit unserer Beratungshotline gern für Sie bereit.


Stand vom: 05.02.2019