Masern

Nicht nur eine Kinderkrankheit

Viele halten Masern für eine harmlose Krankheit im Kindesalter. Diese Krankheit ist jedoch hochansteckend und betrifft auch Menschen im Jugend- und Erwachsenenalter, die keine Impfung gegen Masern erhalten haben. Wer einmal an Masern erkrankt ist, besitzt durch die Bildung von Antikörpern lebenslange Immunität.

Die meldepflichtige Krankheit wird oft unterschätzt, dabei kann es im Verlauf der Erkrankung zu tödlichen Komplikationen kommen. Besonders Schwangere und Neugeborene sind stark gefährdet.

Der Erreger der Masern – Masernvirus (MeV)

Masern werden durch Viren übertragen. Der sogenannte Masernvirus (MeV) kommt nur bei Menschen vor. Er gehört in die Gattung der Morbiliviren und zur Familie der Paramyxoviridae.

Systematik

KlassifikationViren
BereichRiboviria
KlasseMonjiviricetes
OrdnungMononegavirales
FamilieParamyxoviridae
GattungMorbillivirus
ArtMasernvirus

Schon gewusst?

Im Labor konnte man Hunde künstlich mit dem Erreger infizieren. Obwohl dieser mit dem Staupe-Virus verwandt ist, zeigten die Vierbeiner keinerlei Symptome.

Die Häufigkeit von Masern

Säugling mit Masern
Säugling mit Masern

Die Infektionskrankheit tritt weltweit auf. In vielen Ländern müssen Ärzte die diagnostizierten Fälle an das Gesundheitsamt melden. In Deutschland gilt die Masern-Meldepflicht seit 2001.

Jahr20132014201520162017
Gemeldete Masernfälle in Deutschland1.8465102.6043611.036

Datenquelle: Robert Koch Institut

Die Zahlen zeigen, dass es in den letzten Jahren hin und wieder zu einem gehäuften Ausbruch von Masern kam. Oft erkrankten Kinder und junge Erwachsene, die nicht gegen Masern geimpft waren. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr greift die Krankheit schnell um sich. Denn eine Infektion ist bereits nach kurzem Kontakt möglich.

Wie ansteckend sind Masern?

Die Masern-Viren sind hochansteckend. Sie befinden sich im Speichel der infizierten Person. Beim Husten, Niesen oder Sprechen gelangen kleine Speichel-Tröpfchen mit dem Masernvirus in die Luft. Die Erreger können Distanzen von mehreren Metern überwinden. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Person, die sich im selben Raum aufhält und keine Immunität besitzt, ansteckt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % sehr hoch.

Die Übertragung der Masernviren

Neben der Tröpfcheninfektion, bei der kleinste Speichelmengen ausreichen, ist auch eine Infektion durch den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch möglich. Das Perfide: Der Infizierte steckt bereits andere Personen an, bevor er erste Symptome aufweist.

Achtung! Ansteckend sind Masern ab 5 Tagen vor dem typischen Hautausschlag, bis 4 Tage nach Beginn der roten Fleckenbildung.

Risikogruppen: Masern – eine Infektionskrankheit auch bei Erwachsenen

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Masern nur bei Kindern auftreten. Wer noch keine Masern-Infektion durchlebt hat und nicht gegen Masern geimpft ist, zählt zur Risikogruppe. Säuglinge und Erwachsene haben ein höheres Risiko einer Komplikation bei einer Masern-Infektion. Einen schweren Verlauf erleben oft Menschen, die über eine geschwächte Immunabwehr verfügen und daher nicht geimpft werden konnten.

Typische Symptome von Masern

Kinderkrankheiten
Ansteckende Kinderkrankheiten im Vergleich: Masern, Röteln, Scharlach und Windpocken

Die Krankheit verläuft in zwei Schüben: im Vorläuferstadium und im Stadium des Hautausschlags.

Vorläuferstadium (Prodromalstadium)

Nach der Ansteckung äußern sich die ersten Symptome erst nach 8 bis 10 Tagen. Es beginnt mit erkältungsähnlichen Krankheitsanzeichen wie Husten, Schnupfen sowie Entzündungen im Nasenrachenraum. Weitere typische Kennzeichen sind Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Heiserkeit und leichtes Fieber. Auch Bindehautentzündungen und Bronchitis treten oft zu Beginn der Erkrankung auf.

Stadium des Hautausschlages (Exanthemstadium)

Der charakteristische Hautausschlag bzw. das Masernexanthem beginnt nach 14 Tagen mit roten Flecken hinter den Ohren, bevor es sich über den Körper ausbreitet. Fieber bis 40 Grad Celsius und kleine Hautblutungen können begleitend auftreten. Wenn der Hautausschlag abklingt, geht das häufig mit einer schuppenden Haut einher.

Außerdem ist ein zweistufiger Fieberanfall – das so genannte zweigipflige Fieber – kennzeichnend für Masern:

  • Im Vorstadium steigt das Fieber zum ersten Mal an.
  • Danach sinkt die Körpertemperatur wieder, um dann in der Phase des Hautausschlages wieder anzusteigen.

Behandlung bei Masern

Wer Masern hat, sollte sich schonen und viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Die Behandlung der Symptome richtet sich nach den jeweiligen Beschwerden.

  • Gegen das Fieber helfen fiebersenkende Mittel mit dem Wirkstoff Ibuprofen. Für Kinder eignen sich Fiebersäfte, da diese leichter einzunehmen sind als sperrige Tabletten. Sie senken das Fieber und mindern die Schmerzen.
  • Lästigen Schnupfen bekommen Sie mit Nasensprays in den Griff.
  • Beruhigend bei geschuppter Haut wirken kühlende Körperlotionen oder Gels.

Unsere Produkttipps bei Masern: NUROFEN® Junior Fieber- und Schmerzsaft Orange für Kinder ab 6 Monaten | RhinoSpray® Plus bei Schnupfen für Kinder ab 6 Jahren | Bepanthol® Körperlotion

Bei zusätzlichen bakteriellen Infektionen kommen auch Antibiotika zum Einsatz, wenden Sie sich hierzu an Ihren Haus- bzw. Kinderarzt.

Komplikationen bei Masern: Schlimme Folgen, insbesondere für Schwangere

Ohrenentzündung
Eine Mittelohrentzündung kann durch eine Infektion mit Masern-Viren auftreten.

Mit zunehmendem Alter besteht das Risiko, an einer Komplikation zu erkranken, die im Zusammenhang mit Masern steht. Durch die bestehenden Masern-Viren ist die Immunabwehr derart geschwächt, dass weitere Erreger leichter in den Körper eindringen können. Ärzte diagnostizieren sodann Mittelohrentzündungen und Entzündungen der Atemwege (Lungenentzündung).

Eine besonders gefürchtete Komplikation der Masern stellt die Gehirnentzündung (Meningitis) dar: Sie tritt etwa bei jeder 1000. Masern-Erkrankung auf. Bis 20 Prozent der betroffenen Personen sterben an dieser Komplikation, meist wegen ungenügender Behandlung. 30 Prozent etwa der Betroffenen erleiden Folgeschäden wie Lähmungen und geistige Behinderung.

Achtung bei Schwangerschaft

Steckt sich eine Schwangere mit Masern an, besteht das Risiko einer Früh-, mitunter sogar einer Totgeburt. Deshalb sollten Frauen mit Kinderwunsch ihren Masernschutz überprüfen. Ist dieser nicht mehr gegeben, holen Sie die Impfung umgehend nach.

Mit Impfung Masern vorbeugen

Impfung
Der Krankheit vorbeugen: Die Impfung gegen Masern ist jederzeit möglich. Bildquelle: © Dan Race – Fotolia.com

Generell empfiehlt das Robert-Koch-Institut allen Altersklassen die Impfung gegen Masern. Für den bewährten Lebendimpfstoff werden in zwei Impfvorgängen harmlose Masern-Erreger verabreicht, gegen die der Körper Antikörper bildet. Auf dieses Weise wird das Immunsystem gezielt auf die entsprechenden Viren vorbereitet und gestärkt.

Eine Masern-Schutzimpfung empfiehlt das Robert-Koch-Institut auch Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden und noch gar nicht oder nur einmal in der Kindheit geimpft wurden. Vor allem, wenn der Impfstatus nicht klar ist, ist eine Auffrischung oder überhaupt eine Impfung sinnvoll.

Schon gewusst?

Schwangere, die bereits einmal Masern hatten oder dagegen geimpft sind, geben die Antikörper an das Baby weiter. Das Neugeborene ist bis zum vierten Monate vor einer Infektion durch Masernviren geschützt.


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen können sich mitunter Fehler in unsere Texte schleichen. Helfen Sie uns, besser zu werden. Hinweise senden Sie an: redaktion@medikamente-per-klick.de.


Stand vom: 24.01.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.