AIDS und HIV-Infektion

Symptome und Ursachen von AIDS und HIV-Infektion

Durch eine Infektion mit dem Humanen Immundefizienz – Virus (HIV) treten eine Reihe von spezifischen Symptomen auf, die man unter der Bezeichnung AIDS – kurz für Acquired Immune Deficiency Syndrome (Engl. Für „erworbenes Immundefizienzsyndrom“)– zusammenfasst und die Zerstörung des Immunsystems zur Folge haben. Statt DNA (Desoxyribonukleinsäure) – wie bei menschlichen Zellen oder anderen Viren – besitzt das HI-Virus, welches zu der Gruppe der Retroviren gehört, als Erbsubstanz RNA (Ribonukleinsäure) und wird daher auch als RNA-Virus bezeichnet. Die Erbsubstanz der AIDS hervorrufenden Viren ist von einer Eiweißhülle umgeben, deren Beschaffenheit den Keimen ermöglicht, sich an menschliche Immunzellen, z.B. T-Helferzellen, anzuheften. Diese T-Zellen werden dann durch HIV zerstört, sodass es auf lange Sicht zu einer Schwächung des Immunsystems kommt, was das Entstehen andere Krankheiten begünstigt.

HIV wird in zwei Arten unterteilt:

  • HIV-1 kommt weltweit vor und ähnelt dem Virus, der Schimpansen befällt.
  • HIV-2 ist eher in West-Afrika vorzufinden und kommt dem sogenannten Affen-AIDS-Virus, der bei Meerkatzen auftritt, sehr nah.

.

Man nimmt an, dass sich Menschen mit diesen Affenviren infiziert haben und es so zu einer raschen Ausbreitung von HIV und AIDS in den 1980er Jahren gekommen ist.

Die HIV-Übertragung erfolgt durch Blut, Sperma oder durch Vaginalsekret. Aber auch auf der Oberfläche der Darmschleimhaut finden sich die HI-Viren. Bei folgenden Aktivitäten besteht ein erhöhtes Risiko der AIDS hervorrufenden Viren:

  • ungeschützter Geschlechtsverkehr: 90 Prozent der HIV-Infektionen werden sexuell übertragen, davon sind in Deutschland 70 Prozent aller Infektionen bei homosexuellen Männern vorzufinden. Besondere Gefährdung geht vom Anal- oder Vaginalverkehr aus. Ein geringeres Risiko herrscht beim Oralverkehr vor.
  • verunreinigte Spritzen bzw. nicht entkeimte medizinische Geräte: Sechs Prozent der an HIV erkrankten Personen sind Drogenabhängige, die sich durch sogenanntes Needle-Sharing, das Weiterreichen von benutzten Spritzen, mit den AIDS verursachenden Erregern infiziert haben. Die Wahrscheinlichkeit, sich im Krankenhaus an nicht desinfizierten Gerätschaften anzustecken, ist aufgrund der Hygienevorschriften in Deutschland höchst gering.
  • nicht geprüfte Blutprodukte oder Organe: Durch strenge Kontrollen der Blutkonserven, Blutprodukte und Organe hierzulande ist das Infektionsrisiko eher ebenfalls sehr niedrig.
  • während der Geburt von Mutter auf Kind: Bei weniger als einem Prozent der HIV-Übertragungen infiziert eine HIV-positive Mutter ihr Kind. Dies geschieht – sofern keine vorbeugenden Maßnahmen ergriffen werden – mit einer Wahrscheinlichkeit von 15 bis 20 Prozent.

.

HIV wird nicht durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Ob eine HIV-Übertragung tatsächlich stattfindet, hängt von verschiedenen Größen ab. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass je mehr Erreger in den Körper gelangen, umso wahrscheinlicher eine Ansteckung ist. Zudem sind bestimmte Eigenschaften des Erregers wie die Virulenz, d.h. die Fähigkeit, eine Erkrankung auszulösen sowie der allgemeine Gesundheitszustand der Person, auf der das HIV übertragen werden kann, maßgeblich. Bei manchen Personen reicht ein einziger Risikokontakt aus, um eine Infizierung mit dem AIDS hervorbringenden Viren auszulösen. Bei anderen  Personen kann ein jahrelanger ungeschützter Sexualkontakt folgenlos bleiben. Statistisch gesehen kommt es bei 1 bis 10 von 1.000 Risikokontakten zu einer Infektion mit HIV.

Einige Tage oder Monate nach der Ansteckung mit dem HI-Virus kommt es zu einer akuten HIV-Erkrankung, die sich durch grippeähnliche Symptome, Lymphknotenanschwellung und Abgeschlagenheit äußert und bald wieder abklingt. HIV-Infizierte sind hernach über mehrere Jahre oder Jahrzehnte beschwerdefrei. Im weiteren Verlauf der HIV-Infektion kommt es verstärkt zu den typischen Anzeichen und meist zum Ausbruch von AIDS. Wann es dazu kommt, hängt allerdings von der sonstigen körperlichen Verfassung oder Lebensstil des Infizierten ab. Betroffene haben häufig Durchfälle und verlieren stark an Gewicht, leiden an Infektionskrankheiten und entwickeln verstärkt Tumore, die für AIDS typisch sind und deshalb zu den sogenannt AIDS-Indikatorkrankheiten zählen.

Es wird in drei Stadien der HIV-Infektion beziehungsweise AIDS-Erkrankung unterschieden:

  • Stadium A – HIV-Neuinfektion und/oder HIV-Infektion ohne Symptome: Ist durch evtl. Anschwellen der Lymphknoten in verschiedenen Körperregionen, das sogenannte Lymphknoten-Syndrom (LAS) und ein bis sechs Wochen nach der Infizierung durch grippeähnliche Symptome wie Müdigkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Fieber, Halsentzündung, Glieder- und Kopfschmerzen gekennzeichnet. Hinzu kann ein Hautausschlag in den oberen Körperregionen kommen. Die ein Zentimeter großen Flecken können geschwollen sein und jucken. Sie verschwinden nach wenigen Tagen wieder.
  • Stadium B – Auftreten HIV-typischer Begleiterkrankungen: Der mit dem AIDS-auslösenden Virus Infizierte hat wiederholte Fieberschübe über 38,5 Grad Celsius, leidet an Durchfall, der länger als einen Monat dauert, Pilzbefall der weiblichen Geschlechtsorgane und des Mund- und Rachenraumes sowie weißliche, Beläge am Zungenrand, die sich nicht abwischen lassen, an mehreren Stellen auftretende Gürtelrose, Nervenerkrankungen der Arme und Beine, Schleimhautveränderungen am Gebärmutterhals, Beckenentzündungen mit Eiteransammlungen im Eileiter oder den Eierstöcken.
  • Stadium C – Ausbruch der AIDS-Erkrankung: Der Betroffene leidet an lang andauernden Durchfällen (Wasting-Syndrom) und starkem Gewichtsverlust. Wenn die HI-Viren das Nervengewebe angreifen, verursachen sie zudem Funktionsstörungen des Hirns bis hin zur Demenz (HIV-assoziierte Enzephalopathie, HIVE). Die immungeschwächten Patienten leiden des Weiteren an sogenannten opportunistischen Infektionen mit anderen Viren, Parasiten, Bakterien, Pilzen oder Protozoen, die zu Erkrankungen wie Tuberkulose, Toxoplasmose, wiederholte bakterielle Lungenentzündung oder Salmonellen-Infektionen. Pilze können die Speiseröhre, die Luftröhre, die Bronchien oder die Lunge befallen, Herpes-Infektionen treten in Lunge, Speiseröhre und Magen auf.

.

Weltweit gibt es mehr als 35 Millionen HIV-Infizierte. Vor allem in ärmeren Regionen werden mit HIV-Infizierte Personen nicht ausreichend medizinisch versorgt, so dass AIDS mit über 5700 Menschen, die täglich an dieser Krankheit sterben, weltweit zu den fünf häufigsten Todesursachen zählt.

In Deutschland leben momentan etwa 57.000 Männer und 13.000 Frauen, die sich mit dem AIDS-auslösenden Virus infiziert haben. Davon leiden circa 12.000 an der Immunschwäche AIDS.

Ein HIV-Test überprüft, ob sich Antikörper gegen das HI-Virus gebildet haben. Sind diese vorhanden, gilt der Geprüfte als HIV-positiv. Da der Körper drei Monate benötigt, um Antikörper gegen den HI-Virus zu bilden, ist ein Test allerdings erst drei Monate nach einer möglichen Ansteckung sinnvoll.

 o

Gängige Medikation von AIDS und HIV-Infektion

Eine Behandlung richtet sich gegen das HI-Virus und soll den Ausbruch von AIDS verhindern bzw. möglichst lang hinauszögern. Ist AIDS bereits ausgebrochen, müssen die Begleiterkrankungen ebenfalls behandelt werden. Eine Therapie wird durch eine gesunde Lebensweise sehr unterstützt, zudem helfen psychosoziale Betreuung und der Austausch mit anderen Betroffenen.

Medikamente, die ganz bestimmte Abläufe des Zellbefalls hemmen, werden in der Therapie gegen HIV, der sogenannten hochaktiven antiretrovirale Therapie (HAART) verwendet. Im Einzelnen umfasst die Behandlung nachfolgende Medikamente:

  • Die Entry-Inhibitoren hemmen das Eindringen von HIV in die menschlichen Zellen, indem sie das Andocken (Anheften) von den AIDS-auslösenden Viren an die Immunzellen und/oder die Fusion von Virushülle und Zellmembran verhindern. So unterbinden Wirkstoffe wie Enfuvirtid diese Verschmelzung.
  • Wirkstoffe wie Lamivudin, Tenofovir und Nevirapin sind Reverse-Transkriptase-Hemmer, die ein spezielles Virusenzym blockieren, welches die Erbinformation des HI-Virus (RNA) in DNA „übersetzen“ kann.
  • Integrase-Hemmer wie Ralteraviv wiederum verhindern, dass das Virusenzym Integrase die „übersetzte“ HIV-DNA in die Erbinformation der Immunzellen einbaut.
  • Das Enzym HIV-Protease sorgt dafür, dass eine infizierte Zelle aus Eiweißen Bausteine für neue HI-Viren bildet. Dies wird mit Protease-Hemmer wie Ritonavir, Nelfinavir  Fosamprenavir und Indinavir verhindert.

.

Da das HI-Virus mutiert und die Erbinformation von HIV samt Oberflächenbeschaffenheit seiner Hülle sich im Laufe der Zeit ändert, kann es zu Wirkungsminderungen oder gar zu einem Wirkungsverlust der Medikamente kommen. Die medikamentöse Behandlung kann dann nur aus vielen verschiedenen Substanzen bestehen, damit ein Mindestmaß an Wirkung möglich ist.

Es ist sinnvoll bereits während der mehrjährigen, anzeichenfreien Latenzphase antiretrovirale Medikamente einzusetzen, da dies die Lebenserwartung von Betroffenen steigert. Dennoch ist AIDS nicht heilbar, da die HI-Viren nicht vollständig aus dem Körper entfernt werden können.

Die HIV-Infektion ist daher in Ländern mit guter gesundheitlicher Versorgung bei frühzeitiger Entdeckung keine akute Lebensbedrohung mehr, sondern eine chronische Erkrankung, die bei entsprechender Behandlung auch über Jahrzehnte hinweg nur geringe Einschränkungen mit sich bringt. Dennoch bleibt AIDS nach wie vor eine lebensbedrohliche Krankheit. Deshalb sind Vorsichtsmaßnahmen wie Safer Sex, d.h. der Gebrauch von Kondomen, die eine Infektion mit HIV und somit AIDS verhindern, äußerst wichtig.

Im Angebot unserer Internetapotheke lassen sich eine Vielzahl an Kondomen finden.