Mittelohrentzündung

Ohrenschmerzen

Wenn das Ohr schmerzt, kann das Mittelohr entzündet sein.

Sind die Schleimhäute in Hals und Nase entzündet, zum Beispiel durch eine Erkältung, können Krankheitserreger über die Ohrtrompete in das Mittelohr gelangen. So kommt es zu einer  Mittelohrentzündung (Otitis media). Bei Babys und Kleinkindern ist die Ohrtrompete noch recht klein. Daher sind sie sie sehr häufig betroffen. Schätzungsweise erkranken etwa 90 % aller Kinder im Alter von 6 Monaten bis zum 6. Lebensjahr mindestens einmal an einer akuten Mittelohrentzündung. Doch auch bei Erwachsenen kann die Mittelohrentzündung auftreten.

 

Exkurs: Was ist das Mittelohr?

Das Mittelohr ist ein mit Luft gefüllter Hohlraum, der sich hinter dem Trommelfell befindet. Über die sogenannte Ohrtrompete (Eustachische Röhre) ist das Mittelohr mit dem Nasen- und Rachenraum verbunden.

 

Neben der häufig vorkommenden akuten Form unterscheiden Fachleute noch die chronischen Mittelohrentzündungen. Diese Ohrerkrankungen sind dauerhaft oder kehren in kurzen Zeiträumen immer wieder. Typisch sind eitrige Ausflüsse sowie ständige Trommelfelldefekte. Anders als bei der akuten Otitis media ist in vielen Fällen eine Operation notwendig, damit die Entzündung geheilt wird. Die chronischen Formen gelten als eigenständige Krankheiten.

 

Mögliche Ursachen einer Mittelohrentzündung

Mittelohrentzündung

Bei einer Mittelohrentzündung ist die Eustachische Röhre verengt.

Eine akute Mittelohrentzündung tritt plötzlich beziehungsweise infolge eines grippalen Infektes auf. Neben den Erkältungsviren gelten Bakterien als mögliche Auslöser für die Entzündung des Mittelohrs. Auch geschwollene Rachenmandeln, die beispielsweise bei einer Mandelentzündung auftreten, oder andere Atemwegsinfekte können eine Ohrentzündung verursachen. Durch die Schwellung wird die Belüftung und der Abfluss von Sekret aus dem Mittelohr gestört. Außerdem entsteht ein Unterdruck, sodass die Erreger in das Mittelohr gelangen können.

Eher selten wird die Infektion über den äußeren Gehörgang ausgelöst. In diesen Fällen geht der Mittelohrentzündung ein defektes Trommelfell voraus. Dadurch können Viren oder Bakterien ins Mittelohr gelangen.

 

Typische Symptome bei einer Mittelohrentzündung

Die akute Mittelohrentzündung zeigt sich durch:

Mädchen mit Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen sind vor allem für kleine Kinder schwer zu ertragen.

 

Bei kleinen Kindern können zudem untypische Anzeichen wie Bauchweh auftreten. Da in den meisten Fällen auch eine Infektion der oberen Atemwege vorliegt, fühlen sich Patienten meist insgesamt erschöpft und angeschlagen.

Babys schreien wegen der stechenden Ohrenschmerzen sehr, trinken schlecht und greifen sich immer wieder an das betroffene Ohr.

Oft kann die Schleimhaut im Mittelohr Sekret absondern, welches sich hinter dem Trommelfell staut. Wenn die Ohrtrompete geschwollen ist, kann die eitrige Flüssigkeit nicht in den Rachenraum ablaufen. Ist der Druck zu hoch, reißt das Trommelfell ein, sodass das Sekret über den Gehörgang abfließt. Die Ohrenschmerzen lassen mit der Eiterung sofort nach. Der Riss in der Membran des Trommelfells wächst mit dem Abklingen der Erkrankung in der Regel von allein wieder zu.

 

Behandlung einer akuten Mittelohrentzündung

Ohruntersuchung

Wenn kleine Kinder Ohrenschmerzen haben, ist ein Gang zum Hals-und-Ohrenarzt äußerst wichtig.

Bei starken Ohrenschmerzen und Fieber sollten Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen. Dies gilt besonders für Eltern, deren kleine Kinder über Ohrenschmerzen klagen. Der Kinderarzt oder der Hals-Nasen-Ohrenarzt kann feststellen, wie weit die Entzündung fortgeschritten ist und ob Bakterien der Auslöser für die Krankheit sind. Nach diesem Befund wird er entscheiden, welche Medikamente zum Einsatz kommen.

In der Regel werden die Schmerzen und die Entzündung der Schleimhäute zuerst therapiert. Abschwellende Nasensprays sorgen dafür, dass die Schwellung der Schleimhäute im Nasen- und Rachenraum zurückgeht. Über die Eustachische Röhre wird der Hohlraum so wieder gut belüftet und das Sekret kann abfließen.

Zur Linderung der pulsierenden Ohrenschmerzen kann der Arzt Schmerzmittel mit Paracetamol verschreiben. Dieser Wirkstoff ist für Kinder gut verträglich. Zudem sorgt er auch dafür, dass sich das das Fieber senkt.

 

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Sind Antibiotika nötig für die Heilung?

TABLETTEN

Antibiotika sollten nur verschrieben werden, wenn die Infektion durch Bakterien ausgelöst wurde.

Ob eine Therapie mit Antibiotika notwendig ist, hängt davon ab, ob die Mittelohrentzündung durch Viren oder Bakterien ausgelöst wurde. Sind Viren die Krankheitserreger, dann sind Antibiotika wirkungslos. In manchen Fällen entscheiden sich Ärzte für eine Behandlung mit Antibiotika, um Komplikationen auszuschließen. Wenn sich der Krankheitszustand trotz medikamentöser Behandlung nicht bessert, können ebenfalls Antibiotika eingesetzt werden.

 

Verlauf von Mittelohrentzündung

Im Allgemeinen klingt eine akute Mittelohrentzündung nach etwa zwei oder drei Tagen wieder ab. Nach etwa zwei Wochen ist das Ohr wieder vollständig ausgeheilt. Eine Ansteckungsgefahr besteht nicht.

Bei komplizierteren Verläufen können sich auch angrenzende Bereiche im Ohr entzünden. So kann sich eine akute Mittelohrentzündung in die Hohlräume des sogenannten Warzenfortsatzes (Mastoid) ausbreiten. Ärzte sprechen dann von einer Mastoiditis. Äußere Anzeichen dafür sind eine Schwellung und Rötung des Bereiches hinter der Ohrmuschel. Wird diese Entzündung nicht fachgerecht behandelt, dann drohen schlimmere Erkrankungen, etwa Meningitis (Hirnhautentzündung). Bei anderen Komplikationen einer akuten Entzündung des Mittelohrs kann das Innenohr in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

Vorbeugung bei Mittelohrentzündung

Der Schleimhautentzündung im Ohr kann man nicht direkt vorbeugen. Ebenso wie bei einer Erkältung kann jedoch ein gestärktes Immunsystem und eine gesunde Lebensweise dazu beitragen, dass der Körper Viren und Bakterien gut abwehren kann.

 


Mehr Informationen:

Wie stärke ich mein Immunsystem?


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