Xylit

Birkenzucker (E 967)

Xylit oder auch Xylitol sowie Pentanpentol sind Namen für einen Zuckeralkohol, der natürlich in einigen Früchten wie Pflaumen, Erdbeeren oder Himbeeren, Gemüse wie Blumenkohl und Pilzen vorkommen kann. Er ist auch als Birkenzucker bekannt, da er unter anderem aus der Rinde der Birke gewonnen wird.

Als Zuckeraustauschstoff wird Xylitol manchen Lebensmitteln als Zusatzstoff mit der E-Nummer 967 beigemengt. Außerdem ist er als Tafelsüße erhältlich.

Synonyme:  Xylitol | Birkenzucker | (2R,3r,4S)-Pentan-1,2,3,4,5-pentol | xylo-1,2,3,4,5-Pentanpentol  | E 967

Was ist Xylit?

Xylit
Xylit (Birkenzucker) gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen.

Neben Sorbitol ist Xylit als Zuckeralkohol mit der Summenformel C5H12O5 natürlicher Bestandteil vieler Pflanzen. Unsere Leber stellt sogar täglich 5–15 g Xylit als Zwischenprodukt während des Kohlenhydratabbaus her. Durch die industrielle Gewinnung des Stoffes ist er als Tafelsüße erhältlich und wird Lebensmitteln als Zuckeraustauschstoff beigemengt.

Schon gewusst?

Bereits 1880 wurde Xylit aus Birkenholzspänen durch den Nobelpreisträger Emil Fischer isoliert. Daher nennt man Xylit häufig auch Birkenzucker.

Wie viel Kalorien hat Xylit?

Der Nährwert ist mit 40 % geringer als bei gewöhnlichem Haushaltszucker, denn ein Gramm Xylit liefert 2,4 Kilokalorien. Daher ist Xylit für eine kalorienarme Ernährung gut geeignet.

Wie schmeckt Xylit?

Geschmacklich und in der Süßkraft steht Xylit der Saccharose nicht nach. Löst sich Xylit im Mund im Speichel, kommt es zu einem Kühleffekt, da es seiner Umgebung Wärme entzieht.

Wie wird Xylit gewonnen?

Die industrielle Herstellung des Zuckerersatzstoffes beruht auf Xylanen. Die pflanzlichen Heteropolysaccharide sind hauptsächlich aus D-Xylosen aufgebaut. Unter Einsatz von Schwefelsäure oder Natronlauge und Temperaturen von bis zu 200 °C wird die Xylose freigesetzt. Im Anschluss wird sie mit einem Katalysator  unter hohem Druck zu Xylit umgesetzt. Mitunter wird Xylitol auch unter Einsatz von Hefen gewonnen.

Als Ausgangsstoffe dienen:

  • Birkenholz, Buchenholz oder andere Harthölzer
  • Maiskolbenreste (Maispindel)
  • Stroh
  • Getreidekleie
  • Zuckerrohr-Bagasse

Wofür ist Xylit gut?

Teetasse genießen
Tee kann mit Xylit gesüßt werden.

Xylitol bietet eine Alternative zum Haushaltszucker. Er kann als Tafelsüße verwendet werden. Wenn Xylit mehrere Minuten über 200 Grad Celsius erhitzt wird, karamellisiert es.

Daher wird das wasserlösliche Xylit häufig als koch- und backfest beschrieben.

Der Stoffwechselweg ist von Insulin nicht abhängig und beeinflusst den Insulin- bzw. Blutzuckerspiegel nur wenig. Xylit ist damit für Diabetiker gut geeignet.

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In Studien konnten eine Mittelohrentzündung vorbeugende Wirkung von Xylit festgestellt werden. So zeigt eine finnische Studie auf, dass Kinder, die jeden Tag Xylitol erhielten, im Vergleich zu Kindern, die den Birkenzucker nicht einnahmen, 30–40 % weniger häufig an einer Mittelohrentzündung erkrankten.

Im Darm bildet Xylit Komplexe mit Calcium und begünstigt dessen Resorption. Daher ist eine Osteoporose vorbeugende Wirkung noch ausführlich zu überprüfen.

Warum ist Xylit gut für die Zähne?

Wegen seiner antikariogenen Wirkung wird Xylit auch bei der Herstellung von Mundhygiene-Kaugummis und anderen Zahnpflegeprodukten verwendet. In den 1970er Jahren konnte die hochsignifikante Reduktion von Karies belegt werden. Die Mundbakterien Streptococcus mutans können Xylit nicht verstoffwechseln. Sie werden daran gehindert, sich an die Zahnoberflächen anzuheften und sterben ab. Als optimale Tagesmenge werden zur Zahnpflege 5–10 g Xylit in mehreren Portionen empfohlen.

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Xylit regt außerdem die Speichelproduktion an. Es fördert die Bildung von Calcium-Speicheleiweiß-Komplexen in der Mundhöhle und erhöht den pH-Wert im Mundraum. Es schafft damit gute Voraussetzungen für die Einlagerung von Calcium.

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Wie viel Xylit kann man täglich verwenden?

Die Toleranzgrenze, die als unbedenklich gilt, beläuft sich auf 10–20 g pro Einzeldosis.

Wann wirkt Xylit abführend?

Bei übermäßigen Verzehr kommt es zu Blähungen und Durchfall. Gewöhnt sich der Körper allerdings an einen höheren Konsum, verschwinden diese unangenehmen Begleiterscheinungen.

Welche Lebensmittel enthalten Xylit?

Erdbeeren
Xylit kommt natürlich in Erdbeeren vor.

Natürlich kommt der Birkenzucker in einigen Beeren, manchen Gemüsearten und Pilzen vor.

Xylit
Lebensmittelmg/100 g
Erdbeeren28
Romanesco26
Blumenkohl23
Kürbis18
Zucchini8
Heidelbeere7
Himbeere5

Als Zuckeraustauschstoff ist Xylitol für etliche Lebensmittel erlaubt, solange der Zusatz Kalorien reduzieren oder Zucker ersetzen soll. Insbesondere in folgenden Nahrungsmitteln ist Xylit zugelassen:

  • Tafelsüße
  • kalorienreduzierte Produkte und Lebensmittel ohne Zuckerzusatz wie Milchprodukte, feine Backwaren, Desserts, Kakao- und Schokoladenprodukte, Konfitüren und Brotaufstriche
  • zuckerfreie Kaugummis
  • Senf und Soßen
  • diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke
  • Mahlzeiten-Ersatz für eine gewichtskontrollierende Ernährung
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • glutenfreie Lebensmittel

Wie kann Xylit in der Küche eingesetzt werden?

Da die Süßkraft und die kristalline Konsistenz von Xylit dem Zucker stark ähneln, kann der Birkenzucker auch beim Backen, Marmelade kochen und Dessert süßen wie gewöhnlicher Haushaltszucker eingesetzt werden.

Tipp:

Xylit löst sich warm besser auf als kalt.

Warum ist Xylit für Hunde giftig?

Bulldoggen gehören zur Risikogruppe für Magendrehungen
Achtung: Der Zuckeraustauschstoff Xylit kann gefährlich für Hunde werden.

Xylitol hat bei einigen Tierarten einen stark Insulin-ausschüttenden Effekt und der Blutzuckerspiegel kann lebensbedrohlich abfallen. Zu den betroffenen Tieren zählen neben Hunden auch Kaninchen, Ziegen und Rinder. Katzen sind nicht betroffen. Außerdem kann der Zuckeralkohol zu schweren Leberschäden bis Leberversagen führen und Gerinnungsstörungen verursachen.


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Stand vom: 20.02.2019