Was tun bei Sportverletzungen?

Erste Hilfe bei Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen

In Deutschland kommt es zu rund 1,25 Millionen Sportunfällen, die einer ärztlichen Versorgung bedürfen. Im nicht organisierten Sport sind die drei häufigsten Unfallsportarten Fußball, alpiner Skilauf und Inlineskaten.1 Auch in Österreich gehört Fußball mit über 40.000 Sportunfällen jährlich auf Platz 1 der Sportarten, mit den meisten Sportverletzungen.2

Was sind typische Sportverletzungen?

Hämatom
Typisch bei Sportverletzungen: Blaue Flecke, Schürfwunden und Schwellungen.

In Österreich verzeichnet das Kuratorium für Verkehrssicherheit 2019 rund 200.000 Sportunfälle pro Jahr. Mit 44.000 Verletzungen ist Fußball die Sportart mit den meisten Sportunfällen. Mit 25.900 Betroffenen rangiert Skifahren auf dem zweiten Platz und andere Mannschaftssportarten folgen mit 20.500 Fällen auf Platz 3.2

Zu den häufigsten Sportverletzungen zählen:

  • Verrenkungen
  • Prellungen und Verstauchungen
  • Bänderverletzungen, wie Außenbandriss am Fußgelenk, Meniskusschaden, Kreuzbandriss
  • Muskelverletzungen, wie Muskelzerrungen oder Muskelfaserriss
  • Sehnenverletzungen, wie Achillessehnenriss, Sehnenscheidenentzündung
  • Knochenhautentzündung
  • Knochenbrüche, wie Speichenbruch oder Knöchelbruch

Ein typisches Jogger-Syndrom ist die Knochenhautentzündung. Sie entsteht aufgrund einer Überlastung. Der Sportler hat entweder zu viel trainiert, ist zu lang auf hartem Untergrund gelaufen oder hat ein falsches Schuhwerk an. Es kommt dabei zu Schwellungen und Schmerzen, vorzugsweise am Schienbein. Der Jogger muss sich dann schonen und mit dem Laufen pausieren.

Schon gewusst?

Die Knochenhaut umgibt die Knochen. Sie dient zu deren Schutz. Die äußere Hülle der Knochenhaut besteht aus elastischen Fasern. Sie ist mit Sehnen und Bändern verwachsen. Die innere Schicht enthält Blutgefäße und Nerven. Die Blutgefäße versorgen den Knochen mit wichtigen Nährstoffen. Die Nerven sind dafür verantwortlich, dass die Knochenhaut sehr schmerzempfindlich ist.

Muskeln, Faszien und Sehnen sind bei Überlastung stark gespannt. Die Knochenhaut löst sich aufgrund der erhöhten Zugkraft vom Knochen. Es entstehen kleine Hohlräume. In diesen kommt es zu Entzündungen.

Was hilft bei Sportverletzungen?

Ein Druckverband mindert die Auswirkungen der Sportverletzung.

Bei Sportverletzungen sind die ersten Maßnahmen besonders wichtig. Je schneller Sie handeln, umso schneller genesen Sie wieder.

Erste Hilfe bei Sportverletzungen

Ob Prellung, Zerrung oder Verstauchung – im Akutfall ist schnelles Handeln angesagt. Insbesondere das Kühlen der entsprechenden Stelle ist wichtig.

Schon gewusst?

Jede Minute, die vom Zeitpunkt der Verletzung bis zur Kühlung vergeht, verlängert den Genesungsprozess um einen Tag.

Bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einer Sportverletzung hilft die sogenannte PECH-Regel:

  • P – Pause einlegen: Unterlassen Sie jede weitere Bewegung.
  • E – Eis auflegen: Kühlen Sie die betroffene Stelle. So halten Sie die Schwellung gering und hemmen den Entzündungsprozess.
  • C – Kompressionsverband anbringen (engl. compression): Legen Sie nach der Kühlung einen Druckverband an. So stabilisieren Sie das entsprechende Körperteil.
  • H – Hochlagern: Um die Schwellung zu reduzieren, lagern Sie das entsprechende Körperteil hoch.

So kühlen Sie richtig

Legen Sie das Eis nie direkt auf die Haut auf – es besteht Erfrierungsgefahr. Wickeln Sie die Eiswürfel oder das Eispad in ein Handtuch, bevor Sie mit dem Kühlen beginnen. Kühlen Sie mindestens 10 und maximal 20 Minuten. Wenn Sie kein Eis zur Hand haben, kühlen Sie mit fließendem kalten Wasser.

So legen Sie den Druckverband richtig an

Wickeln Sie die Stelle straff mit einem Kompressionsverband ein. Legen Sie dazu eine Wundauflage auf die Wunde. Befestigen Sie diese mit etwa 3 Bindengängen. Legen Sie dann ein Druckpolster auf und fixieren Sie dieses ebenfalls mit der Binde. Achten Sie darauf, dass Sie den Verband nicht zu straff anlegen. Vermeiden Sie eine weiße bis bläuliche Verfärbung der Haut.

So lagern Sie einen verletzten Fuß

Legen Sie sich hin. Platzieren Sie ein Kissen oder einen ähnlichen Gegenstand unter Ihren Fuß, so dass dieser höher liegt als das Herz.  

Sportverletzungen behandeln: Arzt aufsuchen

rztin versorgt Patient
Bei einer Sportverletzung ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen. Dieser untersucht Sie auf schwerwiegende Schäden und schließt diese im besten Fall aus.

Lassen Sie sich bei einer Sportverletzung von einem Arzt untersuchen. Mithilfe Ihres Arztes können Sie ernsthafte Verletzungen wie Bänderrisse oder Knochenbrüche ausschließen. Sie sollten insbesondere dann zum Arzt gehen, wenn:

  • Sie starke Schmerzen haben
  • die Schwellung trotz Kühlung nicht zurückgeht
  • sich ein großes Hämatom gebildet hat
  • die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist

Gönnen Sie sich eine Pause. Ihr Körper benötigt einige Tage Zeit, um sich zu regenerieren. Beginnen Sie das Training nach dem Heilungsprozess sanft und steigern Sie sich langsam.

Klassische Schmerzmittel bei Sportverletzungen

Gegen die Schmerzen helfen entzündungshemmende Schmerzmittel. Diese sogenannten NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika) beinhalten Wirkstoffe wie Diclofenac oder Iburprofen. Für eine orale Einnahme stehen in der Regel Schmerztabletten zur Verfügung. Beachten Sie, dass chemisch-synthetische Präparate dieser Art auch zu Nebenwirkungen führen können. Die Einnahme sollte daher auf nur wenige Tage beschränkt sein.

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Bei Sportverletzungen empfehlen wir eine lokale Anwendung. Tragen Sie die Schmerzsalbe, die schmerzlindernde Creme oder das entzündungshemmende Gel einfach auf die betroffene Stelle auf. Sparen Sie jedoch offene bzw. verletzte Hautstellen wie Schürfwunden aus.

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Enzyme bei Sportverletzungen

Mitunter empfehlen Ärzte die Einnahme von Enzymen wie Bromelain aus der Ananas und Papain aus der Papaya. Sie gehen davon aus, dass diese den Entzündungsprozess unterdrücken und somit mildernd auf Schwellungen einwirken.

Pflanzliche Mittel bei Sportverletzungen

Arnika
Arnika hilft bei Zerrungen, Prellungen und Verstauchungen.

Typische Phytopharmaka zur Behandlung von Sportverletzungen sind Salben mit Beinwellwurzel und Arnikablüten. Sie wirken vor allem schmerzlindernd, entzündungshemmend und wirken Schwellungen entgegen.

Ätherische Öle wie Campheröl und Pfefferminzöl wirken kühlend. Steinkleekraut regt den Lymphfluss an. Bei Prellungen, Blutergüssen und Zerrungen kommt so der Abtransport von Wasser in Gang.

Innerlich helfen traditionell Weiden-, Eschen- und Pappelrinde gegen Schmerzen. Ginseng, Taigawurzel und Maca helfen bei der Regeneration.

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Selbstmedikation bei Sportverletzungen: Hausmittel

Kühlung ist das A und O bei Sportverletzungen. Wenn Sie kein Eis zur Verfügung haben, machen es auch verpackte Lebensmittel aus dem Frost oder ein kalter Quark-Wickel. Um Prellungen zu minimieren, ist es sinnvoll auf die betroffene Stelle zu drücken. So tritt weniger Blut aus den gequetschten Gefäßen aus.

Ein in Arnikablütentee getränktes Tuch hilft als Umschlag bei Blutergüssen und Prellungen. Bei Zerrungen ist der Heublumensack ein beliebtes Mittel. Diesen erwärmen Sie und legen ihn über die entsprechende Stelle. So entspannt sich die Körperpartie und das Gewebe wird besser versorgt. Allerdings sollten Sie die Therapie mit den lindernden Heublumen erst am 3. Tag nach dem Unfall beginnen.   


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Stand vom: 03.05.2021

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen. 

Weiterführende Literatur:

1 Henke, T.; Gläser, H. und Heck, H.: Sportverletzungen in Deutschland. Basisdaten, Epidemiologie, Prävention, Risikosportarten, Ausblick. In: Neue Wege zur Unfallverhütung im Sport. S. 139-165

2 KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit), IDB Austria: Verletzte bei Sportunfällen (Top 10) in Österreich (2019). In: unfallstatistik.kfv.at

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