Antitussiva

Hustenstiller lindern einen quälenden Reizhusten

Antitussiva sind Medikamente, die den Hustenreiz bei trockenem Husten dämpfen. Eine andere Bezeichnung für diese Medikamentengruppe ist Hustenstiller. Sie entfalten ihre Wirkung über das Zentralnervensystem, in dem sie beruhigend auf das Hustenzentrum im Gehirn einwirken.

Was bedeutet Antitussiva?

Wortherkunft: griech. anti = gegen, lat. tussire = husten

Was ist Husten?

Husten (lat. Tussis) ist eine Schutzreaktion des Körpers, die die Atemwege von Fremdkörpern oder Krankheitserregern befreit. Sie tritt im Zusammenhang mit vielen Erkrankungen auf, am typischsten ist die Erkältung. Ausgelöst wird Husten über das Hustenzentrum, welches sich im Hirnstamm befindet.

Verschiedene Arten von Husten

Experten unterscheiden im Wesentlichen 2 Arten von Husten:

Reizhusten bzw. unproduktiver Husten: Dieser Husten ist trocken, das heißt ohne Auswurf von Bronchialschleim. Oft tritt er am Anfang einer Erkältung auf, wenn die Schleimhäute in Hals und Rachen gereizt und gerötet sind. Darüber hinaus ist der trockene Husten ein Anzeichen bei Allergien oder eine unerwünschte Nebenwirkung mancher Arzneien, zum Beispiel von ACE-Hemmern.

Produktiver Husten: Wenn der Betroffene im Laufe der Erkältung schließlich Bronchialschleim aushustet, dann sprechen Ärzte von produktivem Husten. Der Körper befreit sich auf diese Weise von dem überflüssigen Schleim und auch von den Krankheitserregern.

Für einige Behandlungen empfiehlt sich außerdem die Unterscheidung zwischen akutem und chronischem Husten. Ein akuter Husten dauert maximal 8 Wochen. Zu dieser Kategorie zählt der Erkältungshusten. Chronischer Husten hält über einen längeren Zeitraum von mehr als 8 Wochen an. Eine häufige Ursache für diesen ständigen Husten ist zum Beispiel das Rauchen.

Wann werden Antitussiva zur Behandlung eingesetzt?

Hustensaft
Hustensaft verspricht Linderung bei trockenem Husten.

Hustenstiller kommen zum Einsatz, wenn sich ein starker unproduktiver, trockener Reizhusten ohne Auswurf entwickelt hat. Viele Betroffene empfinden das ständige Husten als belastend und störend, vor allem abends kurz vor dem Schlafengehen. Hustenstiller ermöglichen dann einen erholsamen Schlaf, da der Patient nachts nicht ständig husten muss und davon wachgehalten wird.
Andauernder Reizhusten kann auch Atemnot, Kopfschmerzen, Schmerzen in der Brust oder, in schweren Fällen, Herzrhythmusstörungen zur Folge haben. Antitussiva können bei diesen Beschwerden lindernd wirken.

Husten ist ein wichtiger Schutzreflex. Hustenstiller sollten deshalb nur über einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden.

Hinweise zur Behandlung von Husten

Hustenstiller sind in erster Linie für die Behandlung von trockenem, unproduktiven Husten gedacht. Produktiver Husten sorgt hingegen dafür, dass der Bronchialschleim abgehustet und aus dem Körper befördert wird. Würde man diesen Hustenreiz mithilfe von Antitussiva hemmen, dann könnte das Sekret nicht abgehustet werden. Es würde sich zu viel Bronchialsekret in den Lungen ansammeln. Dies kann die Atmung behindern und einen Nährboden für Bakterien bilden.

Eine Kombination mit schleimlösenden Hustenmitteln und Antitussiva ist daher bei der Hustenbehandlung nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Lassen Sie sich dazu besser von einem Arzt oder Apotheker beraten.

Hustenstillende Wirkstoffe

Medikament
Während bei Kindern Hustensaft und Hustensirup ideal sind, können Erwachsene auch Tabletten oder Kapseln einnehmen.

Viele hustenstillende Wirkstoffe gehören zur Gruppe der Alkaloide, die aus Schlafmohn gewonnen werden. Oder sie sind Abkömmlinge (Derivate) dieser Opiate. Sie wirken jedoch schwächer als die Opiate und sind nicht schmerzstillend oder euphorisierend. Deshalb sind die hustenstillenden Medikamente in der Mehrheit nur auf Rezept erhältlich.

Schon gewusst?

Um 1898 vermarktete der Arzneimittelhersteller Bayer ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Diacetylmorphin, besser bekannt als „Heroin“. Es wurde als oral einzunehmendes Schmerz- und Hustenmittel verkauft. Mögliche Nebenwirkungen seien Verstopfung und „sexuelle Lustlosigkeit“. Erst ab 1904 entdeckten Ärzte das Abhängigkeitspotential von Heroin. Diese Erkenntnis setzte sich recht langsam durch. Ab 1931 stellte Bayer die Produktion des Medikamentes ein.

Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen u.a. Codein und Dihydrocodein. Für diese Substanzen besteht die Gefahr des Missbrauchs, da sie zu einer Abhängigkeit führen können. Medikamente mit diesen Wirkstoffen sind deshalb verschreibungspflichtig.

Der Wirkstoff Pentoxyverin ist hingegen risikofrei, was eine mögliche Abhängigkeit betrifft. Er verringert die Aktivitäten bestimmter Nervenzellen, was zu einer antitussiven Wirkung führt. Zudem erhält er den natürlichen Hustenreiz als Schutzreflex. Er ist in apothekenpflichtigen Medikamenten enthalten und in Form von Tropfen, Hustensaft, Kapseln oder Zäpfchen erhältlich.

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Ein anderer Wirkstoff, der ebenfalls auf das Nervensystem wird, ist Dextromethorphan (DXM). Auch dieser Arzneistoff weist ein sehr geringes Suchtpotenzial auf. Hustenmedikamente, die DXM enthalten, sind in Deutschland daher auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

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Andere Arzneistoffe mit hustenstillender Wirkung sind:

  • Theobromin
  • Dropropizin
  • Benproperin

Pflanzliche Mittel gegen Reizhusten

Auch pflanzliche Mittel können hustenstillende Eigenschaften aufweisen. Neben Kakao, der die Substanz Theobromin enthält, gehören Ingwer, Adiowan-Samen (Ajowan, Königskümmel), Lindenblüten, Malve, Spitzwegerichkraut und Eibischwurzel dazu. Isländisches Moos zählt ebenfalls zu den pflanzlichen Antitussiva. Dieser Wirkstoff lindert den Hustenreiz, in dem er sich als sanfter Balsam auf die gereizte Schleimhaut legt.

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Stand vom: 30.10.2018