Prostatavergrößerung

Ein Problematik, die viele Männer betrifft

Mit fortschreitendem Alter macht sich bei vielen Männern eine Vergrößerung der Prostata bemerkbar. Bei der Prostata handelt es sich um eine kastanienförmige Drüse, die die männliche Harnblase teilweise ringförmig umgibt. Im Zusammenspiel mit den Samenbläschen und Hoden bildet die Vorsteherdrüse das Ejakulat des Mannes. Beginnt die 20 Gramm schwere Prostata – als Teil des natürlichen Alterungsprozesses – zu wachsen, und das nahe der Harnröhre, so entsteht eine Verengung des Harntrakts. Dies wiederum führt zu den typischen Symptomen beim Wasserlassen.

Die vergrößerte Prostata – eine Volkskrankheit?

Im Fachjargon wird die gutartige Prostatavergrößerung als Benigne Prostatahyperplasie bezeichnet, kurz BPH.

Schon gewusst?

Die kreisrunde Vorsteherdrüse kann sich auf das Fünffache ihres ursprünglichen Gewichts vergrößern.

Bis ins Alter von etwa 45 Jahren verhält sich die Vorsteherdrüse meist konstant. Doch bei einer Vielzahl der über 50-Jährigen kommt es zu einer Prostatavergrößerung. Je älter ein Mann ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Prostata vergrößert. So sind bereits mehr als die Hälfte aller über sechzigjährigen Männer von einer Vergrößerung der Prostata betroffen. Männer, die bereits über 80 Jahre alt sind, weisen in der Regel fast alle eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse auf.

Prostatavergrößerungen nehmen im Alter zu

Daher sprechen Mediziner auch davon, dass die Prostatavergrößerung eine Volkskrankheit ist. Dabei handelt es sich um Zivilisationskrankheiten, die aufgrund ihrer Verbreitung und auch ihrer wirtschaftlichen Tragweite ins Gewicht fallen. Typisch für diese Volkskrankheiten ist eine ungesunde Lebensweise. Aus dieser entwickeln sich zunächst Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Fettwerte sowie Übergewicht und später ernsthafte Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen oder Diabetes mellitus. Ob diese Faktoren tatsächlich eine Rolle bei der Entstehung einer vergrößerten Vorsteherdrüse haben, konnten Forscher bisher noch nicht eindeutig nachweisen.

Welche Ursachen liegen für eine Prostatavergrößerung vor?

Beschwerden beim Metabolischen Syndrom
Beim Metabolischen Syndrom liegen mindestens 4 Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor: Bluthochdruck, erhöhter Blutzuckerspiegel durch zu geringe Insulinwirkung, erhöhte Fett- und Cholsterinwerte sowie Übergewicht. Inwiefern ein Zusamenhang mit BPH besteht, ist noch nicht eindeutig geklärt.

Über einen Zusammenhang mit dem metabolischen Syndrom oder einer Ernähr- und Lebensweise sind sich die Forscher nicht einig. Aktuell erforschen Sie, ob Körpermasse und Alkohol- sowie Nikotinkonsum einen Einfluss auf die Entstehung einer vergrößerten Prostata haben. Gegebebenfalls steuert auch eine Fehlfunktionen des Immunsystems zur Entwicklung der benignen Prostatahyperplasie bei. Schwankungen im altersbedingten Hormonhaushalt und genetische Veranlagungen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit am Wachstum der Prostatazellen beteiligt.

So vermutet die aktuelle Forschung, dass Dihydrotestosteron, welches sich aus dem männlichen Sexualhormon Testosteron bildet, an der Entstehung einer vergrößerten Prostata beteiligt ist. Eine familiäre Häufung ist auffällig.

Was den Wachstumsschub einer BPH letztlich auslöst, ist aus Sicht der Forscher aber nicht eindeutig geklärt.

Stadien der Prostavergrößerung

Die Prostatavergrößerung lässt sich in 3 Stadien einteilen:

  • Das Stadium I (Reizstadium) äußert sich durch Beschwerden wie abgeschwächter Harnstrahl, Nachträufeln, häufiges Wasserlassen und nächtlicher Harndrang.
  • Im Stadium II zeigen sich verstärkte Beschwerden. Es kommt zur Bildung von Restharn. Die funktionelle Blasenkapazität nimmt ab.
  • Stadium III ist durch Harnverhalt und eine Überlaufblase gekennzeichnet. Bei der Überlaufblase wird Harn unfreiwillig abgegeben. Ferner nimmt die Nierenfunktion ab.

Durch welche Symptome äußert sich eine vergrößerte Prostata?

Drückt das Drüsengewebe auf die Harnröhre, macht sich das spürbar bemerkbar:

  • häufiger und starker Harndrang, insbesondere in der Nacht
  • verzögertes und länger andauerndes Wasserlassen
  • Urinausscheidung als dünner Strahl oder tröpfchenweise
  • Schmerzen beim Urinieren
  • Tröpfchen im Nachgang
  • Blase fühlt sich nicht entleert an (sogenanntes Restharngefühl)

Durch die blockiere Harnröhre erfordert es mehrere Anläufe, um den Urin vollständig zu entleeren. Überhaupt werden die häufigen und dringlichen Toilettenbesuche als lästig empfunden, besonders nachts. Beim akuten Harnverhalt kann die gefüllte Blase nicht mehr aus eigener Kraft entleert werden – Erleichterung verschafft dann der Arztbesuch mit Einführung eines Katheters.

Knapp 30 Prozent der Betroffenen leiden im Laufe der Zeit an Folgeerscheinungen.

Zu welchen Komplikationen kommt es bei einer Prostatavergrößerung?

Fließt der Harn aufgrund der Prostatavergrößerung nicht mehr ungestört ab, sammeln sich Bakterien im Restharn an. Damit steigt das Risiko, an einem Harnwegsinfekt oder auch an einer Nierenentzündung zu erkranken. Treten die Bakterien im weiteren Verlauf in die Blutbahn über, entwickelt sich unter Umständen eine lebensbedrohliche Blut- oder Harnvergiftung.

Eine Prostatavergrößerung führt mitunter dazu, dass das Wasserlassen plötzlich gar nicht mehr möglich ist. Ein solcher Harnverhalt kommt zwar selten vor, nämlich in 5 Jahren bei 1 bis 3 von 100 Männern, muss jedoch sofort behandelt werden. Hierzu entlastet der Arzt die Harnblase mit Hilfe eines Katheters. Hernach schließt sich eine operative Verkleinerung der Prostata an.

Eine weitere Komplikation resultiert aus dem ständigen Versuch, die Blase zu entleeren. Durch diesen Kraftakt verdickt sich die Blasenmuskulatur, was Ausstülpungen der Blasenwand hervorrufen kann (Blasendivertikel).

Prostatavergrößerung versus Prostatakrebs

Der Prostatakrebs (maligne Prostatahyperplasie) verursacht bösartige Tumore an der Vorsteherdrüse. Anders als bei der gutartigen Prostatavergrößerung wächst der Krebs fernab der Harnröhre. Bis der Prostatakrebs die Harnröhre erreicht und mit ähnlicher Symptomatik wie die BPH in Erscheinung tritt, vergeht wertvolle Zeit. Bei Männern gilt die maligne Erkrankung als die häufigste Krebserkrankung.

Wie sieht die Behandlung einer Prostatavergrößerung aus?

Der Behandlung einer vergrößerten Vorsteherdrüse gehen einige Untersuchungen voraus: eine digital-rektale Untersuchung, eine Messung des Harnstrahls sowie der Ultraschall von Niere, Blase und Prostata. Bei geringen Beschwerden zeigt die medikamentöse Behandlung mit Pflanzenextrakten (Phytotherapeutika) entzündungshemmende und lindernde Wirkung. Hier haben sich Brennnessel, Kürbiskerne und Sägepalme besonders bewährt.

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Stärkere medikamentöse Therapie bei Prostatavergrößerung

Eine weitere Behandlungsweise sieht Alpha-Blocker vor, die für eine entspannte Muskulatur an Blasenhals und Vorsteherdrüse sorgen. Mit Verabreichung der 5-Alpha-Reduktase-Hemmer hingegen wird der männliche Stoffwechsel angekurbelt, was die Reduktion der vergrößerten Prostata herbeiführt.

Operation bei vergrößerter Prostata

OP-Team
Mitunter ist eine Operation sinnvoll.

Eines operativen Eingriffes bedarf es, wenn es zum Urinstau kommt, der über die Harnblase hinwegführt, die Blase ihre Funktion einstellt oder anhaltend Harnmengen abgesondert werden. Auch bei erneuten Nebenhodenentzündungen oder extrem niedrigen Werten aus der Harnflussmessung steht eine operative Maßnahme bevor.


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Stand vom: 28.08.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.

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