Fluor

Ein wichtiger Baustein unserer Knochen

Zahnärzte empfehlen seit Jahren die Verwendung von fluoridhaltigen Zahnpasten, um Karies vorzubeugen. Doch auf das richtige Maß kommt es an: Wer zusätzlich noch zu flouridhaltigem Speisesalz und Fluorid-Tabletten greift, riskiert eine Überdosierung.

Was ist Fluorid?

Fluoride sind Salze der Fluorwasserstoffsäure (HF). Sie kommen als Mineralstoffe in der Natur vor, auch in unserem Körper. Ein bekannter Vertreter dieser Stoffgruppe ist das Mineral Fluorit (Calciumfluorid), das in Kristallform vorkommt. Andere bekannte Fluoride sind Natriumfluorid (NaF) und Aminfluoride. Diese beiden Stoffe begegnen uns bei der Zahnpflege und Kariesprophylaxe, da sie die Remineralisierung der Zahnsubstanz fördern

Was ist Fluor?

Fluor gehört zu den chemischen Elementen; es wird mit dem Buchstaben F bezeichnet und trägt die Ordnungszahl 9. Im Periodensystem findet man es in der 7. Hauptgruppe. Fluor gehört somit zu den Halogenen. Der Name des Elements leitet sich von lat. ‚fluor’ (Fluss) ab. Dies erklärt sich durch die Tatsache, dass das Mineral Fluorit (Calciumfluorid) in der Metallurgie als Flussmittel verwendet wurde, um den Schmelzpunkt von Erzen herabzusetzen. Von diesem Einsatz zeugt auch der deutsche Begriff „Flussspat“ für Fluorit aus der bergmännischen Fachsprache.

Fluor reagiert sehr schnell mit anderen Stoffen. Daher tritt es in der Natur sehr selten in reiner Form auf, sondern in Verbindung mit anderen Substanzen. Fluoride, die oben vorgestellten Salze der Fluorwasserstoffsäure, sind solche Stoffe, bei denen Fluor zuvor Verbindung mit anderen Stoffen eingegangen ist.

Hinweis

Die Begriffe Fluor und Fluorid werden gern verwechselt und häufig auch gleichbedeutend verwendet. Doch sie beiden Substanzen sind nicht dasselbe. Fluor ist ein sehr giftiges, gasformiges chemisches Element, das sehr reaktiv ist. Es ist also stark ätzend. Fluorid beziehungsweise die Gruppe der Fluoride sind Salze der Fluorwasserstoffsäure (auch Flusssäure genannt). Sie sind Bestandteil vieler Minerale und weitaus weniger reaktiv als Fluor. In hoher Kozentration sind jedoch auch Fluoride sehr giftig. 

Wozu ist Fluorid für den Körper wichtig?

Fluorid ist als Spurenelement in unserem Körper zu finden. Mit etwa 2 bis 6 g ist die Gesamtmenge jedoch sehr gering. Nur 5 %  davon verteilen sich auf Haare, Haut und Nägel. Der Großteil hingegen, nämlich die restlichen 95 % , sind in Zähnen und Knochen zu finden.

Fluorid sorgt für Festigkeit von Gebiss und Skelett. Es beugt Karies vor. Aus diesem Grund werden Fluoride in der Zahnheilkunde eingesetzt. So werden u.a. Zahnpasta, Mundwasser oder Speisesalz mit Fluorid versetzt.

Welche Tagesmenge wird empfohlen?

Weil Fluoride in hohen Mengen hochgiftig sind, kommt es beim Umgang mit Fluoriden auf die Menge an. Pro Tag sollten Frauen maximal 3,1 mg und Männer maximal 3,8 mg Fluorid zu sich nehmen.

Bei Kindern sind die empfohlenen Tagesmengen deutlich geringer.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt hierfür folgende Zahlen aus:

AlterEmpfohlene Menge an Fluorid pro Tag
ab Geburt bis zum 3. Lebensmonat
0,25 mg
ab 2. bis zum 12. Lebensmonat
0,5 mg
ab 1. bis zum 3. Lebensjahr
0,7 mg
ab 4. bis zum 9. Lebensjahr
1,1 mg
ab 10. bis zum 12. Lebensjahr
2,0 mg

Bei männlichen Jugendlichen liegt der empfohlene Bedarf an Fluorid bei 3,2 mg und bei weiblichen Jugendlichen bei 2,9 mg täglich.

Zahnpasta für Kinder

Vor allem kleine Kinder brauchen deutlich weniger Fluorid als Erwachsene. Aus diesem Grund gibt es Kinderzahnpasta, die einen geringeren Fluoridgehalt hat, nämlich die zahnärztlich empfohlenen 500 ppm (parts per million). Das sind 0,05% . Falls das Kind beim Zähneputzen die Zahnpasta verschluckt, brauchen Eltern nichr befürchten, dass ein kritischer Grenzwert der Fluoridzufihr bei Kleinkindern überschritten wird.

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Diese Kinderzahnpasten sind empfohlen für die Pflege der Milchzähne.

Ab 6 Jahren können Kinder bereits Zahnpasta mit einem Fluoridanteil von 1000 ppm (0,1%) bis 1500 ppm (0,15%) benutzen. Empfehlenswert sind Junior-Zahnpasten oder Zahncremes für Erwachsene.

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Verbraucher sollten wissen, dass alle Zahnpastas, die in der EU hergestellt werden, die festgelegten Grenzwerte an Fluorid nicht überschreiten.

Worin ist Fluorid enthalten?

Fluoride sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Dazu gehören zum Beispiel:

Eine zusätzliche Zufuhr mit Nahrungsergänzungmitteln ist daher nicht nötig.

Datteln
Fluorid ist auch in Datteln enthalten.

Was passiert bei einem Fluoridmangel?

Deutschland gilt als Fluorid-Mangelgebiet: Im Gegensatz zu anderen Ländern ist das Trinkwasser nicht mit Fluorid versetzt. Die durchschnittliche Fluorid-Zufuhr eines Erwachsenen liegt deshalb bei 0,4 bis 0,6 mg/kg Körpergewicht am Tag.

Ein Mangel an Fluorid kann zur Erweichung des Zahnschmelzes führen. Die Zähne sind anfälliger für Karies. Deshalb wird den meisten Zahncremes und Mundlösungen Fluorid beigesetzt.

Da der Nährstoff auch notwendig für die Knochenstärke und das Wachstum der Knochen ist, treten bei Fluoridmangel unter Umständen auf:

Was passiert bei einer Überdosierung mit Fluorid?

Osteoporose
Osteoporose als Folge eines Fluoridmangels, aber auch einer Überdosierung von Fluorid.

Wer es mit seiner Karies-Vorsorge übertreibt und zu viel Fluorid aufnimmt, schadet ebenfalls seinem Körper. Es kommt zu folgenden Nebenwirkungen:

  • Fluorose: Bei einer Überdosierung mit Fluor entstehen mit der Zeit weißliche Flecken auf den Zähnen. In extremen Fällen können sie sich gelblich-braun verfärben.
  • Knochenschäden: Wenn über Jahrzehnte hinweg zu viel Fluor aufgenommen wurde, kommt es genau wie bei einem Mangel an Fluorid zu Osteoporose oder auch Arthritis.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät in einer Stellungnahme vom Mai 2018 dazu, nur eine Form der Fluoridprophylaxe anzuwenden. Das heißt, zusätzlich zum Zähneputzen mit fluoridhaltigen Zahncremes brauchen Kinder und Erwachsene  keine weiteren Fluoridgaben in Form von Tabletten oder anderen Präparaten.

Bei einer akute Fluoridvergiftung wurden sehr große Mengen Fluorid mit einem Mal aufgenommen. Symptome sind in diesen äußerst seltenen Fällen Hyperaktivität, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen.


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Stand vom: 17.11.2018