Richtig verhüten

Verhütungsmittel vorgestellt

Sicher soll sie sein, einfach anzuwenden, keine gesundheitlichen Risiken mitbringen und zu den Lebensumständen passen. Die Auswahl an Verhütungsmethoden ist groß, doch die Entscheidung für das richtige Mittel nicht leicht. Über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland entscheiden sich für die Pille. Ein Drittel greift zu Kondomen, welche als einziges Verhütungsmittel nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft sondern auch vor Geschlechtskrankheiten schützt.

Schwanger werden

Einmal im Monat reift im Eierstock einer geschlechtsreifen Frau eine Eizelle heran. Wird diese von einem Spermium des Mannes befruchtet, entsteht eine Schwangerschaft. Die Eizelle kann innerhalb von 24 Stunden befruchtet werden, Spermien überleben im Durchschnitt 3–5 Tage. Somit gibt es in der Regel 6 Tage im Monat, an denen Geschlechtsverkehr ohne sichere Verhütung zu einer Schwangerschaft führen kann.

Schwangerschaftsverhütung

Heutzutage ist im Laufe des Lebens für die meisten Erwachsenen kaum etwas so wichtig, wie die Familienplanung. Vor allem der Zeitpunkt einer Schwangerschaftsentstehung ist  für die meisten sehr wichtig und soll zu den individuellen Lebensumständen und Lebensplänen passen. Ist eine Schwangerschaft aktuell nicht gewünscht, beginnt die Suche nach dem passenden Verhütungsmittel. Frauen suchen diesbezüglich häufig ihren Gynäkologen auf, oft werden die Partner in die Wahl mit einbezogen.

Die einzelnen Verhütungsmethoden gründen auf unterschiedlichen Wirkmechanismen und nutzen oft auch eine Kombination mehrer.

Verschiedene Mechanismen sind:

  • mechanisch
  • hormonell
  • chemisch
  • natürlich

Nicht nur die Mechanismen und die Verwendung der Mittel zur Schwangerschaftsmethoden sind unterschiedlich, sondern auch deren Sicherheit. Um diesen wichtigen Aspekt bei der Verhütungswahl berücksichtigen zu können, kann man auf den Pearl-Index zurückgreifen.

Der Pearl-Index

Der Pearl-Index ist ein Maß für die Zuverlässigkeit eines Verhütungsmittels. Sein Wert sagt aus, wie viele sexuell aktive Frauen in einem Jahr schwanger werden, obwohl sie ein bestimmtes Verhütungsmittel richtig anwenden. Ein geringer Wert bedeutet hierbei also, dass das Verhütungsmittel zuverlässiger ist, als eines mit einem hohen Wert.

Wie sicher ist eine Verhütungsmethode?

Schauen Sie auf den Pearl-Index. Je niedriger der Wert, desto zuverlässiger ist diese Art der Schwangerschaftsverhütung vorausgesetzt, das Mittel wird richtig angewendet.

Mechanische Verhütungsmittel

Das Prinzip der mechanischen Verhütung ist einfach – durch eine Barriere wird ein Eindringen von Spermien in die Gebärmutter verhindert oder die befruchtete Eizelle wird an der Einnistung in der Gebärmutterschleimhaut gehindert.

Das Kondom

Kondome
Kondome gibt es in den unterschiedlichsten Farben, mit Geschmack oder Noppen. Allergiker können zu latexfreien Kondomen greifen.

Unter den mechanischen Verhütungsmitteln ist das Kondom wohl das bekannteste. Neben dem Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft beugt es auch einer Übertragung von Geschlechtskrankheiten vor. Dies kann sonst nur das Frauenkondom „Femidom“, was hierzulande jedoch nur selten verwendet wird.

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Das Femidom

Bei diesem Kondom für die Frau handelt es sich um einen dünnen Kunststoffschlauch, der in die Vagina eingeführt wird und dort das Eindringe der Spermien in die Gebärmutter verhindert.

Das Diaphragma

Diese individuell angepasste Verhütungskappe wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und bildet so die Barriere für Spermien. Um die Sicherheit dieses Mittels zu erhöhen, wird es immer mit einem chemischen Mittel kombiniert, welches die Samenzellen des Mannes abtötet (Spermizid).

Die Portiokappe

Dem Diaphragma sehr ähnlich, wird die Portiokappe ebenfalls in die Scheide eingeführt, aber ausschließlich direkt vor den Muttermund platziert. Auch sie wird vorher mit einem Spermizid eingestrichen.

Die Spirale

Die Spirale, auch Intrauterinpessar (IUP) genannt, wird vom Gynäkologen in die Gebärmutter eingebracht. Die aus Kunststoff bestehende Spirale ist hierbei entweder mit Hormonen beschichtet („Hormonspirale“) oder mit einem Kupferdraht umwickelt („Kupferspirale“). Über die Abgabe der Hormone oder der Kupferionen verändert sich das Milieu innerhalb der Gebärmutter, was die Einnistung der Eizelle verhindert. Das Intrauterinpessar stellt eine langfristige und bequeme Verhütungsmethode dar, da es erst nach einigen Jahren gewechselt werden muss.

Die Kupferkette

Die Kupferkette ist ein sehr neues Verhütungsmittel für Frauen und wird auch als „Kupferspirale der neuen Generation“ bezeichnet. Ihre Wirkung geht ebenfalls auf ein Einbringen in die Gebärmutter und die dortige Abgabe von Kupferionen zurück. Sie ist allerdings besser verträglich als die Spirale.

Zuverlässigkeit mechanischer Verhütungsmittel

Folgende Tabelle gibt durch den Pearl-Index einen Überblick über die Sicherheit der mechanischen Verhütungsmethoden.

VerhütungsmittelPearl-Index
Kondom 2–12
Femidom 5–25
Diaphragma 1–20
Portiokappe 6
Spirale 0,1–0,8
Kupferkette 0,1–0,5

Hormonelle Verhütungsmittel

Bei dieser Art der Verhütung verhindern zugeführte Hormone den Eisprung und die Einnistung der Eizelle. Hormonelle Verhütungsmittel sind sehr sicher, greifen aber auch stark in den natürlichen Hormonhaushalt und Zyklus der Frau ein und können so ggf. Nebenwirkungen mit sich bringen. Die Auswahl an hormonellen Verhütungsmitteln ist groß. Es gibt sie in unterschiedlichsten Formen und mit unterschiedlichen Wirkungszeiträumen. Gemeinsam ist allen, dass sie ausschließlich von der Frau angewendet werden. Die Anti-Baby-Pille ist dabei das beliebteste Mittel, wie Zahlen der Techniker Krankenkasse bestätigt.

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Arten der hormonellen Verhütung

Folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über Möglichkeiten der hormonellen Verhütung.

Verhütungsmittel   Anwendung Pearl-Index
Antibabypille tägliche Tabletteneinnahme, ggf. eine Woche Pause monatlich 0,1–0,9
Verhütungsring Einlegen in die Scheide, eine Woche Pause monatlich; Wechsel nach 4 Monaten 0,4–0,65
Hormonpflaster Aufkleben auf die Haut, wöchentlicher Wechsel, eine Woche Pause monatlich 0,72–0,9
Hormonstäbchen Einsetzen unter die Haut des Oberarms durch einen Arzt, Wechsel alle 3 Jahre 0,0–0,1
Hormonspritze Injektion des Hormons durch einen Arzt, Wiederholung alle 3 Monate 0,3–1,4
Hormonspirale Einbringen durch den Arzt in die Gebärmutter, Wechsel alle 3–5 Jahre 0,1–0,2

Schon gewusst?

Die Antibabypille ist das am Häufigsten verwendete Verhütungsmittel in Deutschland. Sie beugt einer ungewollten Schwangerschaft zuverlässig vor, kann aber auch viele Nebenwirkungen wie unreine Haut, Thrombosen und ein erhöhtes Krebsrisiko mit sich bringen. Lassen Sie sich hierzu ausführlich von Ihrem Frauenarzt beraten.

Chemische Verhütungsmittel

Bei den chemischen Verhütungsmitteln handelt es sich um Präparate, die die Spermien abtöten (Spermizide) oder ihre Fortbewegung verhindern. Sie werden als Gel, Zäpfchen oder Tabletten ca. 10 min vor dem Geschlechtsverkehr vaginal eingebracht. Allein angewendet, ist ihre Zuverlässigkeit sehr gering (Pearl-Index 3–21) , sodass sie immer mit einem Diaphragma oder einer Portiokappe kombiniert werden sollten.

Natürliche Verhütungsmethoden

Ist eine mechanische oder hormonelle Verhütung nicht gewünscht, bleiben die natürlichen Verfahren der Schwangerschaftsverhütung. Diese beruhen darauf, dass die fruchtbaren Tage der Frau bestimmt werden und an diesen Tagen auf ungeschützten Geschlechtsverkehr verzichtet wird. Diese fruchtbaren Tage sind in der Regel 5 Tage vor und 1 Tag nach dem Eisprung.

Vorraussetzung für die Anwendung natürlicher Verhütung ist, dass sich die Frau sehr gut mit ihrem Zyklus auskennt. Die Sicherheit der Methoden ist abhängig von vielfältigen Faktoren, wie der Zyklusregelmäßigkeit, eines festen Tagesrhythmus, Disziplin und einer gesunden Lebensführung. Um die Zuverlässigkeit zu erhöhen, empfiehlt es sich, mehrere natürliche Methoden miteinander zu kombinieren.

Natürliche Verhütung

Wenn Sie erfolgreich natürlich verhüten wollen, müssen Sie Ihren Zyklus genau kennen. Planen Sie eine genaue Beobachtungsphase von mehreren Monaten ein, bevor Sie mit dieser Methode starten!

Die Temperaturmethode

Mit dem Thermometer wird jeden Morgen die Basalttemperatur gemessen.

Dies ist die am häufigsten verwendete natürliche Verhütungsmethode. Jeden Tag wird zur gleichen Uhrzeit morgens nach dem Aufwachen die Temperatur gemessen. Diese steigt einen Tag nach dem Eisprung leicht an. Nach einigen Zyklen der Messung und Beobachtung kann bei einem regelmäßigen Zyklus so der Eisprung bestimmt werden. Der Pearl-Index beträgt 1–3.

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Die Zervixschleimmethode

Diese Methode wird auch Billings-Methode genannt. Hierbei wird die zyklusbedingte Veränderung des Zervixschleims, der als vaginaler Ausfluss sichtbar wird, beobachtet. Vor dem Eisprung wird dieser Schleim mehr, flüssiger, klarer und spinnt am Eisprung Fäden. Diese Methode ist nicht aussagekräftig, wenn eine Infektion der Geschlechtsorgane vorliegt. Der Pearl-Index beträgt 3–5.

Schon gewusst?

Um zuverlässig zu verhüten, sollten mehrere natürliche Methoden kombiniert werden. So kann mit einer gleichzeitigen Anwendung der Temperatur- und der Zervixschleimmethode ein Pearl-Index von 0,4–2,3 erreicht werden.

Digitale Fruchtbarkeitscomputer

Heutzutage können kleine Geräte genutzt werden, die durch eine Messung der Temperatur oder einer Hormonbestimmung im Urin die fruchtbaren Tage bestimmt. Dies stellt die einfachste und schnellste Möglichkeit der natürlichen Verhütung dar.

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Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wir stehen mit unserer Beratungshotline gern für Sie bereit.


Stand vom: 29.01.2019