Die richtige Hautpflege fürs Baby

Besonderheiten der Babyhaut beachten

Die Haut von Babys braucht besondere Aufmerksamkeit. Sie ist dünner als die Haut von Erwachsenen. Die Schweiß- und Talgdrüsen sind noch nicht ganz funktionsfähig. Der Schutzfilm der Haut ist mangelhaft ausgebildet. Zudem nimmt Babyhaut zwar leichter Wasser auf, gibt es aber auch schneller wieder ab.

Babys und kleine Kinder neigen daher zu trockener Haut. Vermeiden Sie Hautirritationen und Rötungen, indem Sie Hautpflegeprodukte verwenden, die für die Babyhaut entwickelt wurden.

Aufbau unserer Haut

Illustration der Hautschichten der menschlichen Haut mit den 3 Schichten: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut mit Fettzellen.

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Bei einem Erwachsenen nimmt sie eine Fläche von circa 1,5 bis 1,8 m² ein. Sie besteht aus 3 wesentlichen Schichten: der Oberhaut, der Lederhaut und der Unterhaut. Auch die Kinderhaut weist bereits diese Dreiteilung auf. Ein halbes Jahr nach der Geburt sind die Hautschichten vollständig entwickelt. Allerdings ist die Struktur zur Erwachsenenhaut verschieden. So liegen die UV-empfindlichen Stammzellen, aus denen sich neue Hautzellen bilden, bei Kindern dichter unter der Hautoberfläche. Daher sind sie der krebserregenden UV-Strahlung stärker ausgesetzt. Ist Kinderhaut an Sonnentagen ungeschützt, wird sie erheblich geschädigt. Allerdings zeigt sich ein Sonnenbrand erst zeitverzögert. Wenn sich die Haut rötet, ist es schon zu spät.

Wer in seiner Kindheit häufiger unter Sonnenbrand litt, hat später ein erhöhtes Risiko an Hautkrebs zu erkranken.

Die Oberhaut hat bei einem Erwachsenen eine Dicke von 0,03 und 0,05 Millimetern. Die Hornschicht kann jedoch insbesondere an den Fußsohlen mehrere Millimeter dick werden. Umgangssprachlich wird sie auch Hornhaut genannt. Bei Kleinkindern ist die Haut bedeutend zarter und damit schutzbedürftiger.

Im einzelnen besteht die Oberhaut aus:

  • Hornschicht
  • z. T. Glanzschicht
  • Körnerzellenschicht
  • Stachelzellschicht
  • Basalschicht

Die Lederhaut versorgt die Oberhaut mit Nährstoffen und besteht aus Papillenschicht und Netzschicht. Aus der Lederhaut entspringen die Hautanhangsgebilde, wie Haare, Nägel, Talg- und Schweißdrüsen.

Die Unterhaut enthält größere Blutgefäße, Nerven, subkutanes Fett und lockeres Bindegewebe. Auch Sinneszellen für starke Druckreize sind dort zu finden.

Funktionen unserer Haut

In erster Linie dient uns unsere Haut als Schutz vor mechanischen, thermischen und chemischen Umwelteinflüssen. Unsere Haut wehrt Krankheitserreger ab und hilft, unsere Körpertemperatur und den Wasserhaushalt zu regulieren.

Durch unsere Haut nehmen wir Berührungen, Temperatur und Schmerz wahr.

Funktionen auf einen Blick

  • Schutz
  • Atmung
  • Sinneswahrnehmung
  • Ausscheidung
  • Temperaturregulation

Besonderheiten der Babyhaut

Mutter und Kund
Die Haut eines Neugeborenen ist noch nicht vollständig entwickelt. Daher müssen Sie bei der Auswahl eines geeigneten Pflegeproduktes einiges beachten.

Schon gewusst?

Im Vergleich zu einem Erwachsenen ist die Hautoberfläche eines Neugeborenen im Verhältnis zu seinem Körpergewicht doppelt so groß.

Bei der Geburt ist die Haut eines Babys noch nicht vollständig entwickelt. Mit den ersten Lebensmonaten stellt sich die Babyhaut auf ihre Funktion ein. So bildet sich das Fettgewebe in der Unterhaut erst aus, um das Neugeborene vor Kälte zu schützen. Auch Wärme kann der Säugling noch nicht gut verarbeiten, denn die Schweißdrüsen sind ebenfalls in der Entwicklung. Bei Hitze verliert der Säugling daher Flüssigkeit. Die Talgdrüsen hingegen sind bereits vollständig ausgebildet, beginnen jedoch erst langsam mit der Produktion. So neigt die Babyhaut in den ersten Wochen eher zur Trockenheit. Außerdem ist die Haut gegen Sonnenlicht empfindlich, da der kleine Organismus Melanin noch nicht ausreichend produziert.

Setzen Sie Babys im ersten Lebensjahr aufgrund des fehlenden Eigenschutzes nicht der prallen Sonne aus.

Schließlich muss sich der Säureschutzmantel der Haut noch entwickelt, um diese vor Krankheitserreger zu schützen. Direkt nach der Geburt übernimmt die sogenannte Käseschmiere diese Aufgabe.

Babyhaut

Ihr Baby richtig baden und waschen

Das Baden ist notwendig, greift die Haut jedoch auch an. Nach dem Baden ist daher eine spezielle Hautpflege für Ihr Baby wichtig.

Zu häufiges Baden trocknet die Haut von Babys und kleinen Kindern aus. Baden Sie Ihren Nachwuchs idealerweise 2- bis 3-mal pro Woche. Das Bad dauert etwa 5 bis 10 Minuten. Die Wassertemperatur liegt bei 36–37 °C. Ein milder Badezusatz hat – sparsam dosiert – eine positive Wirkung auf Babys Haut. Er sollte jedoch flüssig und speziell auf die Haut von Babys abgestimmt sein. Verzichten Sie auf Seife. Bei der Babyhautpflege ist weniger manchmal mehr. Ein Bad in klarem Wasser ist daher in Ordnung.

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Als Alternative zum Bad empfiehlt sich eine Ganzkörperwaschung mit einer hautfreundlichen Reinigungslotion. In den ersten 6 Wochen genügt es auch, wenn Sie Ihr Baby mit einem weichen, feuchten Waschlappen waschen.

Die Hautreinigungslotionen für Babys sollten folgende Qualitäten aufweisen:

  • mild
  • einen pH-Wert von 4 bis 6
  • ohne Duftstoffe und Tenside
  • dafür mit pflegenden Zusatzstoffen

Ihr Baby richtig abtrocknen

Baby
Babys Haut benötigt eine spezielle Pflege.

Trocknen Sie nach dem Bad das Kind rasch mit einem vorgewärmten, flauschigen Handtuch ab. Hier ist eine besondere Sorgfalt gefordert. Die Haut zwischen den Zehen und Fingern, die Partien in den Hautfalten, hinter den Ohren, an den Kniekehlen sowie unter den Armen sollten Sie gut abtrocknen. Diese Stellen entzünden sich leicht bei Nässe.

Gehen Sie beim Abtrocknen der Babyhaut behutsam vor. Denn diese reagiert empfindlich auf Reibung.

Ihr Baby richtig eincremen

Die richtige Hautpflege ist auf die Babyhaut abgestimmt und besonders mild.

Auch das Eincremen ist für die Babyhaut wichtig. Damit die Hautpflege für das Kleine angenehm ist, sollten das Zimmer und die Hände der Mutter warm sein. Für den Körper sind leicht verteilbare Lotionen gut geeignet. Für das Gesicht verwenden Sie pflegende Cremes.

Bei hohen Temperaturen eignen sich fettarme Öl-in-Wasser-Emulsionen. Bei Kälte empfehlen wir dagegen reichhaltige Wasser-in-Öl-Zubereitungen. Auch hier sollte der pH-Wert zwischen 4 und 6, also im leicht sauren Bereich, liegen.

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Hautschutz in der Windelregion

Zum Schutz und zur Pflege der Haut in der Windelregion sind fettreiche Wasser-in-Öl-Cremes empfohlen. Cremes mit Panthenol und Zink wirken heilsam auf wunde Haut. Baby-Puder nimmt die Feuchtigkeit im Windelbereich auf.

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Hautschutz in der Sonne

Babys und Kleinkinder sollten sich nicht in der Sonne aufhalten. Sorgen Sie für einen ausreichenden Sonnenschutz mit Sonnenbrille, Kleidung, Sonnenschirm oder Sonnenhut. Die Sonnencreme sollte einen hohen Lichtschutzfaktor haben.

Babys dürfen Sie im ersten Lebensjahr nicht schutzlos den Sonnenstrahlen aussetzten. Selbst im Schatten ist auf einen angemessenen Hautschutz zu achten. Am besten durch Kleidung: Hemd, Hose und auch ein Sonnenhut sind für die Kleinen ein Muss. Am Kinderwagen bringen Sie idealerweise ein Sonnensegel an. Auf alle unbedeckten Körperstellen gehört eine Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor (> 25 LSF). Die Sonnenschutzprodukte für Kinder sollten am besten wasserfest sein und einen physikalischen UV-Filter, sogenannte Mikropigmente, enthalten.

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Stand vom: 06.01.2021

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.

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