Insulin

Insulin hilft Diabetikern

Um optimal funktionieren zu können, braucht der Körper u. a. Zucker. Dieser wird in komplexen Vorgängen in die Körperzellen aufgenommen und dort verstoffwechselt. An diesen Prozessen ist ausslaggebend das Hormon Insulin beteiligt. Liegt ein Mangel vor, bleibt der Blutzuckerspiegel erhöht – Diabetes mellitus Typ 1 besteht. Die Substitution von Insulin hilft.

Allgemeines zu Insulin

Insulinspritze
Insulin muss gespritzt werden. Bildquelle: © istock – shalomyoseph

Insulin gehört zu den Peptidhormonen und wird in der Bauchspeicheldrüse (med. das Pankreas) gebildet. Es unterstützt alle Prozesse, die am Abbau von Zucker beteligt sind. Bei Diabetes-mellitus-Typ-1-Patienten produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder nur wenig Insulin. Der Blutzuckerspiegel bleibt erhöht, da der Zucker nicht in die Körperzellen aufgenommen werden kann. Besteht dieser Zustand über einen längeren Zeitraum, sind schwerwiegende Komplikationen die Folge. Hierzu zählen z. B. Gefäß- und Nervenerkranken. Um dies zu verhindern, wird dem Körper künstlich Insulin zugeführt. Da das Hormon jedoch nicht wirksam über die Nahrung aufgenommen werden kann, muss das Insulin mittels einer Injektion verabreicht werden. 

Schon gewusst?

Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon, das in den Beta-Zellen der Langerhans´schen Inseln in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert und an das Blut abgegeben wird. Es senkt den Blutzuckerspiegel und wirkt als anaboles Hormon (aufbauender Botenstoff). Der Name Insulin leitet sich vom lateinischen Begriff „Insula“ ab, der so viel wie Insel bedeutet.

 

Der Zuckerstoffwechsel

Am Zuckerstoffwechsel sind viele Hormone beteiligt. Die meisten können den Blutzuckerspiegel erhöhen, senken kann ihn nur eins: das Insulin.

Die Funktion von Insulin besteht insbesondere in der Blutzuckerregulation. Dafür ist neben Insulin das Hormon Glucagon notwendig. Während Insulin den Blutzuckerspiegel senkt, ist Glucagon in der Lage, den Blutzuckerspiegel durch die Freisetzung von Speicherkohlenhydraten (Glycogen) aus der Muskulatur und der Leber zu erhöhen. Neben Glucagon sind auch Adrenalin, Cortison und bestimmte Schilddrüsenhormone in der Lage den Blutzuckerspiegel zu steigern.

Der Blutzuckerspiegel wird insbesondere durch traubenzuckerhaltige (glucosehaltige) Kohlenhydrate aus der Nahrung gesteigert. Darauf folgt eine Insulinfreisetzung ins Blut. Das Insulin hat eine Schlüsselfunktion an den Zellen des Körpers. Hier schließt es sozusagen die Zellen auf und ermöglicht den Übertritt von Blutzucker (Blutglucose) aus dem Blut in die Zellen. Insulin hat daneben auch einen Einfluss auf den Fett- und Proteinstoffwechsel sowie den Kaliumhaushalt. Bei der chronischen Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus Typ 1 fehlt Insulin teilweise bis vollständig, während bei Diabetes mellitus eine Insulinresistenz vorliegt, wodurch das Hormon nicht ausreichend an den Zellen wirken kann.

Insulin-Produktion in der Bauchspeicheldrüse

Die Insulin-Produktion findet in den Beta-Zellen der Langerhans´schen Inseln in der Bauchspeicheldrüse statt. Insulin besteht aus Aminosäuren (Eiweißbausteinen). Es kann in der Bauchspeicheldrüse als Hexamer gespeichert werden.

Die Geschichte des Insulins

Wichtig in der Geschichte des Insulins war die Entdeckung der insulinproduzierenden Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse durch Paul Langerhans im Jahr 1869. 20 Jahre später konnten Oskar Minkowski und Josef von Mering nachweisen, dass die Bauchspeicheldrüse den Menschen vor Diabetes mellitus schützt. Der deutsche Mediziner Georg Ludwig Zülzer konnte 1906 ein Präparat aus Bauchspeicheldrüsen von Kälbern entwickeln. Die eigentlichen Entdecker des Insulins sind Frederick Banting und Charles Best. Sie gewannen das Hormon aus Tierbauchspeicheldrüsen erstmals im Jahr 1921 und nannten es Isletin. Im Jahr 1923 erhielten sie für ihre Entdeckung den Nobelpreis für Physiologie und Medizin.

Für die Insulinspeicherung und Insulinbildung ist das Spurenelement Zink notwendig. Viele Diabetiker leiden unter Zinkmangel und profitieren zusätzlich von der Einnahme von Zinkpräparaten.

Unsere Produkttipps zur Zinkzufuhr: Curazink® 15 mg Hartkapseln von STADA | ZINK HEXAL® Brausetabletten | Zinkorotat-POS® magensaftresistente Tabletten von URSAPHARM

Insulin als Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes mellitus

Injektion
Diabetes-Patienten verabreichen sich das Insulin zumeist selbst.

Insulin spielt eine lebenswichtige Rolle als Arzneimittel bei der Behandlung des Diabetes mellitus Typ 1. Es kann aus den Bauchspeicheldrüsen von Schweinen und Rindern gewonnen werden. Daneben kann Insulin biosynthetisch als Humaninsulin hergestellt werden. Zudem gibt es sogenannte Insulinanaloga. Grundsätzlich ist es nicht möglich, Diabetes mellitus über Insulin-Tabletten zu behandeln, da das Hormon im Magen-Darm-Trakt verdaut würde und keine Wirkung entfalten könnte.

Unterschiedliche Präparate:

  • kurzwirksame Insulinanaloga: sehr rasch und sehr kurz wirksam
  • Normalinsulin (Altinsulin): rasch und kurz wirksam
  • Depotinsulin, NPH-Insulin oder Basalinsulin: verzögert und lange wirksam
  • Langwirksame Insulinanaloga: sehr verzögert und sehr lange wirksam

Schon gewusst?

Die Insulingabe- und Dosierung erfolgt nach einem individuellen Insulinschema. Ein darauf spezialisierter Internist (Diabetologe) oder der Hausarzt erstellt einen genauen Plan. Die Blutzuckereinstellung ist hierbei sehr komplex und bedarf genauer Kontrolle und regelmäßiger Anpassung. Anhand von Geräten zur Selbstbestimmung des Blutzuckerspiegels können die Patienten einen Teil des Insulins sogar direkt an den herrschenden Blutzuckerspiegel und die Nahrungsaufnahme anpassen.

Insulin wird von insulinpflichtigen Diabetikern mit Insulinspritzen oder sogenannten Insulinpens in das Unterhautfettgewebe gespritzt (subkutane Injektion). Insulin kann auch über einen Katheter, der mit einer Insulinpumpe verbunden ist, injiziert werden.

Weiterführende Informationen, Injektionsbedarf und Zubehör: Injektionsbedarf | Zuckermessgeräte und Zubehör


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Stand vom: 08.08.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.