Berberitze

Beliebte Vitaminbombe mit gesundheitlicher Wirkung

Ihre gelben Blüten und roten Früchte verzücken unser Auge. Aufgrund ihres Daseins als Schädlingswirt, war sie bereits fast ausgerottet. Doch heute weiß man sie wieder zu schätzen: die unterschiedlichen Pflanzenteile haben Heilwirkungen, die zum Teil so unterschiedlich sind, dass man meinen könnte, sie stammen von unterschiedlichen Pflanzen. So sind die Beeren wahre Vitaminbomben, während die Blätter und Wurzelrinde bei Verdauungsbeschwerden helfen. Ein absoluter Allrounder!

Steckbrief

Botanischer NameBerberis vulgaris 
PflanzenfamilieBerberitzengewächse (Berberidaceae)  
Synonyme
Sauerdorn, Essigbeere, Bubenlaub, Dreidorn, Essigscharl, Spiessdorn, Spitzbeeri, Hasenbrot, Kuckusbrot, Weinscharln
Wirkung der Beerenantibakteriell, entzündungshemmend, schweißtreibend, tonisierend, kräftigend
Wirkung der Wurzelrindeantibakteriell, harntreibend, adstringierend (zusammenziehend), verdauungsregulierend, kreislaufregulierend, gefäßerweiternd
Verwendung als Heilkrautbei Verdauungsbeschwerden, Bluthochdruck, Ödemen, Erkältung
Verwendung in der Küchein Marmeladen, Reis-, Fisch- oder Fleischgerichten

Berberitze – der verbotene Sauerdornbusch

Die Berberitze, auch Sauerdorn genannt, ist ein recht anspruchsloses, strauchartig wachsendes Gewächs, welches außer in Australien weltweit verbreitet ist. Ihren Ursprung hat die Pflanze höchstwahrscheinlich in Asien und bevorzugt die gemäßigten und subtropischen Klimazonen. Es sind über 500 verschiedene Arten des Sauerdorns bekannt, wovon in Deutschland fast ausschließlich die gemeine Berberitze (Berberis vulgaris) zu finden ist. Über mehrere Jahrzehnte war hierzulande ihr Anbau verboten, da sie als Winterwirt für den Getreiderost dient. Dieser Pilz führte bereits des Öfteren zu großen Ausfällen bei der Getreideernte und konnte mit dem Anbauverbot der Berberitze beinahe eliminiert werden. Heutzutage zieren die sommer- bis immergrünen Sauerdornbüsche wieder verstärkt die Gärten und wir können uns optisch, kulinarisch und gesundheitlich an ihren Eigenschaften erfreuen.

Schon gewusst?

Um den Getreiderost zu bekämpfen war die Anpflanzung von Berberitzen über Jahrzehnte verboten, sodass sie hierzulande beinahe komplett ausgerottet war! Heute dürfen wir uns wieder vermehrt an ihrem Anblick erfreuen.

Aussehen der Berberitze

Berberitze
Die gelben Blüten des Sauerdorns sind im Frühjahr zu sehen.

Nicht umsonst wird die Berberitze auch „Spiessdorn“, „Sauerdorn“ oder „Dreidorn“ genannt. Die Zweige sind mit langen, dünnen Dornen besetzt. Die Rinde ist meist auffällig gelbbraun gefärbt und der Strauch trägt ein farbintensives Laubkleid, welches im Herbst ein wahres Farbspecktakel liefert. Im Zeitraum von Mai bis Juni erstrahlen leuchtende gelbe kleine Blüten am Sauerdorn, welche reichlich Insekten anlocken. Die daraus entstehenden Früchte sind kleine, kräftig rote Beeren, die sehr sauer schmecken.

Sauerdorn
Die kleinen roten Beeren halten sich selbst über den Winter an den Sträuchern und bringen etwas Farbe in die kalte Jahreszeit.

Vorsicht giftig!

Verzehren sie abgesehen von den roten Beeren keine anderen Berberitzenteile! Blätter, Zweige und Wurzeln enthalten giftige Alkaloide, welche Vergiftungserscheinungen hervorrufen können!

Wirkstoffe der Berberitzen

Je nach Pflanzenteil sind die Inhaltsstoffe sehr verschieden. Folgende Tabelle liefert Ihnen einen Überblick:

Beere der Berberitze Blätter und Wurzelrinde der Berberitze
Vitamin C Berberin
Anthocyane Jatrorrhizin
Cholorogensäure Pxyacanthin
Apfelsäure Palmantin
Urslosäure Berbamin
Mineralien (z. B. Kalium) Oxycanthin
Berberin (geringe Menge in unreifen Früchten) Magnoflorin

Verwendung der Berberitzenbeere

Streuselkuchen
Die getrockneten Beeren haben einen angenehmen süßen Geschmack.

Die Frucht des Sauerdorns macht sich gut in der Küche und zur Unterstützung bei gesundheitlichen Beschwerden.

Die Berberitzenbeere in der Küche

Schon gewusst?

Für Abwechslung am Frühstückstisch sorgt die Beere der Berberitze! Getrocknet im Müsli verzückt sie Gaumen und Auge und auch als Marmelade auf dem Brot ist die Beere des Sauerdorns ein Genuss.

Die leuchtend roten Beeren des Sauerdorns verzücken nicht nur das Auge. Vor allem in den arabischen Ländern sind sie fester Bestandteil der Mahlzeiten. Im Iran werden sie beispielsweise häufig frisch unter Reisgerichte gemengt und verleihen ihnen etwas Säure. Auch zum Würzen von Fleisch- und Fischgerichten eignen sie sich hervorragend.

Hierzulande werden v. a. die getrockneten Beeren verzehrt und ergänzen das Frühstücksmüsli mit Vitaminen. Als Marmelade ist die Berberitzenfrucht sehr beliebt und durch die natürlich enthaltene Säure auch nicht zu süß.

Die Berberitzenbeere in der Medizin

Augrund ihres hohen Gehalts an Vitamin C eignet sich die Berberitzenbeere hervorragend zur Vorbeugung von Vitaminmangelerscheinungen und zur Unterstützung des Immunsystems, so zum Beispiel bei Erkältungsbeschwerden, Nasennebenhöhlenentzündungen und leichten Blasenentzündungen. Hier zeigt sich auch die antibakterielle Wirkung sowohl vorbeugend bezüglich der Infektionen, als auch unterstützend bezüglich der Heilung. Diese Effekte helfen ebenso bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleischs. Hierzu kann eine Lösung mit Berberitzenbeerensaft lokal aufgetragen werden.

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Verwendung der Berberitzenwurzel

Unterleibsschmerzen
Berberitze hilft bei Regelbeschwerden und Magenproblemen.

Die Berberitzenwurzel hat aufgrund der komplett anderen Wirkstoffzusammensetzung auch ganz andere Anwendungsgebiete als die Berberitzenbeere. Aufgrund des Alkaloidgehaltes in der Wurzelrinde sollte auf industriell hergestellte Präparate zurückgegriffen werden. Diese garantieren bei sachgemäßer Anwendung eine unschädliche Alkaloiddosis.

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Bei Mitteln aus der Wurzelrinde des Sauerdorns macht v. a. das Berberin die Hauptwirkung aus. Da es galletreibend ist, hilft es bei Gallebeschwerden. Auch bei anderen Verdauungsbeschwerden wie chronischer Verstopfung und Magenschmerzen kann die Berberitzenwurzelrinde helfen. Durch seine gefäßerweiternde Wirkung reguliert die Wurzel außerdem den Kreislauf, senkt den Blutdruck und erhöht die Durchblutung. Dieser Effekt wirkt sich auch positiv bei Menstruationsbeschwerden aus.

Vorsicht bei Nierenleiden, in der Schwangerschaft und Stillzeit

Bei Patienten mit Nierenleiden, Schwangeren und Stillenden dürfen Präparate aus der Berberitzenwurzel aufgrund des Alkaloidgehalts nicht angewendet werden!


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Stand vom: 05.03.2019