Hörsturz

Plötzlich Hörprobleme

Plötzlich – wie aus dem Nichts – kommt es zu einseitigen Hörproblemen bis hin zu einem Hörverlust. Sehr selten sind beide Ohren gleichzeitig betroffen. Die Chancen auf Heilung stehen jedoch gut.

Hörsturz: Unterversorgung mit Sauerstoff

Bei einem Hörsturz handelt es sich um einen Innenohr-Infarkt. Unter einem Infarkt versteht man das Absterben einzelner oder mehrerer Zellen infolge einer Unterversorgung mit Sauerstoff durch einen unzureichenden Zufluss von Blut. Das Hauptsymptom des Hörsturzes ist eine plötzlich auftretende Hörminderung oder Taubheit. Diese tritt ohne identifizierbare Ursache und meistens nur auf einem Ohr auf.

Schon gewusst?

Nicht jeder Hörverlust ist ein Hörsturz. Es kann auch ein Pfropf aus Ohrenschmalz oder eine Mittelohrentzündung sein.

Ein Hörverlust durch einen lauten Knall oder nach lauter Schalleinwirkung ist kein Hörsturz.

Die Vorboten und Symptome eines Hörsturzes

Tinnitus (Ohrensausen)

Es gibt Symptome, die dem Hörsturz vorausgehen oder ihn begleiten können. Dazu gehören beispielsweise:

  • ein pelziges Gefühl um die Ohrmuschel
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Ohrenschmerzen mit Ausstrahlung auf eine Gesichtshälfte
  • wiederholt auftretende Sehstörungen
  • kurzzeitig auftretender Schwindel
  • Druckgefühl hinter den Augen

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Der Hörsturz selbst ist schmerzfrei. Die Hörminderung kann nur bestimmte Frequenzen betreffen. In seltenen Fällen kommt es zur Ertaubung. Typisch für einen Hörsturz ist, dass der Betroffene einen Ton auf beiden Ohren nicht nur unterschiedlich laut, sondern auch in verschiedenen Tonhöhen hört.

Ist es möglich, einem Hörsturz vorzubeugen?

Wellness statt Hörsturz
Wellness statt Hörsturz: Wer sich öfter verwöhnt sorgt einem Hörsturz vor!

Die genauen Ursachen des Hörsturzes sind nicht bekannt. Lärm und vor allem Stress gelten aber als wichtige Auslöser. Ein weiterer Risikofaktor ist Burnout. Aus diesen Gründen ist es wichtig, den Lebensalltag möglichst frei von Stressoren zu gestalten.

Zu einer verbesserten Stressbewältigung bietet sich folgendes an:

  • das Erlernen von Entspannungsübungen wie Yoga, Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung
  • ausreichend Bewegung an der frischen Luft
  • nicht wettkampforientierter Sport

Legen Sie einfach öfter ein Verwöhnprogramm ein: Gehen Sie im Wald spazieren, lassen Sie sich massieren oder gönnen Sie sich ein Entspannungsbad.

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Außerdem sollte der Konsum von Genussmitteln, die der Durchblutung schaden können, eingeschränkt werden. Das gilt vor allem für Alkohol und Nikotin.

Mehr Informationen zur Raucherentwöhnung lesen Sie hier: Wie kann ich mit dem Rauchen aufhören?

Verdacht auf einen Hörsturz: Wann zum Arzt?

Herzschwäche - Körper wenig belastbar
Ein Hörsturz äußert sich nicht nur mit Ohrgeräuschen, auch Sehstörungen und Schwindel zeichnen den Hörsturz aus.

Ein Hörsturz gilt nicht als Notfall. Es handelt sich um einen sogenannten medizinischen Eilfall, bei welchem es ausreicht, den Arzt am folgenden Tag aufzusuchen.

Trotzdem ist eine rasche Behandlung wichtig, vor allem wenn die Schwerhörigkeit stark ausgeprägt oder das Ohr taub ist. Bei einer solchen Hörminderung sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dringend anzuraten ist ein Arztbesuch zusätzlich bei:

  • Ohrgeräuschen
  • Gefühl eines verstopften Ohres
  • Ohrenschmerzen mit Schmerzausstrahlung auf eine Gesichtshälfte
  • wiederholt auftretendem Schwindel
  • Druckgefühlen an den Augen
  • Sehstörungen

Wie kann ein Hörsturz diagnostiziert werden?

Hörsturz
Hörtest nach einem Hörsturz.

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) wird zunächst die Krankengeschichte des Betroffenen erfragen und den Gehörgang sowie das Trommelfell untersuchen. Damit möchte er ausschließen, dass die Hörminderung nicht auf eine Verstopfung des Gehörgangs oder eine Verletzung des Trommelfells zurückzuführen ist.

Mithilfe eines Stimmgabeltests kann der HNO außerdem einschätzen, ob die Ursache für die Schwerhörigkeit im Mittelohr oder im Innenohr zu finden ist. Durch ein Audiogramm (Hörtest) kann der Facharzt das Ausmaß der Hörminderung beurteilen. Anschließend schließt der Arzt aus, dass die Hörminderung nicht auf eine andere die Funktion des Innenohrs beeinträchtigende Erkrankung zurückzuführen ist, beispielsweise eine Vergiftung, einem Tumor oder Morbus Menière, eine Fehlfunktion des Gleichgewichtsorgans im Innenohr.

Wie kann ein Hörsturz behandelt werden?

Ein Hörsturz wird am häufigsten mit Infusionen behandelt. Dabei kommen durchblutungsfördernde Wirkstoffe (beispielsweise Pentoxyfillin oder Polyhydroxyethylstärke), Lokalanästhetika oder Glukokortikoide zum Einsatz. Die Behandlung kann ambulant erfolgen.

Eine stationäre Behandlung ist jedoch zu empfehlen, wenn die Hörminderung stark ausgeprägt oder beidseitig ist. Bei einer erfolglosen Infusionstherapie wird mitunter eine hyperbare Oxygenierung in Betracht gezogen. Dabei handelt es sich um eine Sauerstoffbehandlung in einer Überdruckkammer, die die Durchblutung der kleinen Gefäße im Innenohr verbessern soll.

Blatt eines Ginkgo-Baums
Die Blätter des Ginkgo-Baums werden aufgrund ihrer gesunden Inhaltsstoffe seit Jahrhunderten in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet.

Unterstützend kann der Hörsturz-Patient Präparate mit Ginkgo-Blättern anwenden, wie sie auch bei Ohrgeräuschen zum Einsatz kommen.

Schon gewusst?

Ginkgo biloba enthält viele wertvolle Substanzen wie Flavonoide, Terpene und alicyclische Substanzen. Die medizinische Nutzung der Wirkstoffe aus den Blättern des Ginkgo-Baums ist in Asien weit verbreitet. Das wundert nicht, denn Ginkgo biloba ist ein fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Die wertvollen Wirkstoffe unterstützen die Durchblutung und wirken antioxidativ. Hierbei spielen v. a. die Ginkgolide und die Terpenlactone eine Rolle, die zu den Terpenen gehören.


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Stand vom: 26.04.2019