Chlamydien

Chlamydiose – Infektion mit Bakterien durch ungeschützten Geschlechtsverkehr

Wenn es beim Urinieren juckt und brennt, kann eine Infektion mit Chlamydien vorliegen. Frauen sind besonders gefährdet, da sich der Muttermund durch ungeschützten Geschlechtsverkehr infizieren kann. Bei einer Schwangerschaft drohen dem Kind ernsthafte Folgen. 

Chlamydien-Infektion durch ungeschützten Geschlechtsverkehr

Chlamydien
Unterleibsentzündungen können Frauen unfruchtbar machen. Für die tückischen Infektionen sind Chlamydien fast immer die Hauptursache.

Chlamydien sind Bakterien, die bei Befall verschiedene Erkrankungen hervorrufen können. Sie vermehren sich in menschlichen Körperzellen und werden meist von Mensch zu Mensch, v. a. während des ungeschützten Geschlechtsverkehrs, entweder oral oder per Schmierinfektion (Kontaktinfektion) übertragen. Menschen mit häufig wechselnden Partnern sind daher besonders gefährdet.

Inkubationszeit bei Clamydien: Ein bis drei Wochen nach der Ansteckung kommt es zu ersten Beschwerden und Entzündungen.

Schon gewusst?

Chlamydien können eine Frühgeburt oder einen vorzeitigen Fruchtblasensprung bei Schwangeren verursachen.

Daneben können sich Kinder während der Geburt anstecken. Es kann zu schweren Erkrankungen wie Augen- oder Lungenentzündung bei den Neugeborenen kommen.

Chlamydien: Bakterien kurz vorgestellt

Chlamydien sind sehr klein. Mit einer Größe von nur 0,2 bis 1,5 µm zählen sie zu den kleinsten Bakterien überhaupt. Das gramnegative Bakterium benötigt eine Wirtszelle, ohne die es sich nicht vermehren kann. Es ernährt sich als Energieparasit vom Energieträger der Zelle. Das Nukleotid Adenosintriphosphat, kurz ATP, ist eigentlich ein wichtiger Regulator energieliefernder Prozesse. Es besteht aus einem Adeninrest, dem Zucker Ribose und 3 Phosphaten.

Zwei Formen durchlaufen die Vertreter der Chlamydiaceae in ihrem Entwicklungszyklus. Sie kommen als infektiöse Elementarkörperchen mit einem Durchmesser von lediglich 0,2 bis 0,4 µm und als stoffwechselaktive Retikularkörperchen bzw. Netzkörperchen mit einer Größe von 0,6 bis 1,5 µm vor.

Eine Chlamydien-Infektion wird als Chlamydiose bezeichnet. Die Erkrankungen betreffen u. a. die Schleimhäute im Augen-, Atemwegs- und Genitalbereich.

Chlamydia trachomatis

Das Bakterium Chlamydia trachomatis ist ursächlich für diverse Geschlechtskrankheiten. Bei Mann und Frau kann es zu Schmerzen und Ausfluss am After und zu Gelenkschmerzen kommen. In seltenen Fällen können Chlamydien Geschwüre im Bereich der Genitalien, der Leistengegend oder am After hervorbringen.

In tropischen bzw. subtropischen Regionen rufen die Chlamydien zudem eine BindehautentzündungTrachom – hervor, die zu Erblindung führen kann. Das Trachom wiederum übertragt sich von Auge zu Auge oder durch den Kontakt mit Fliegen. Eine Therapie mit Antibiotika verhindert eine Erblindung.

Chlamydia pneumoniae und Chlamydia psittaci

Die weitverbreitete Untergruppe Chlamydia pneumoniae führt meist zu Entzündungen der Bronchien, sprich zu einer Bronchitis, bzw. Entzündung der Nasennebenhöhlen, der sogenannten Sinusitis. Zudem können sie zu einer mild verlaufenden Lungenentzündung führen.

Zur eher seltenen Papageienkrankheit (Ornithose) führt der vor allem bei Vögeln vorkommende Erreger Chlamydia psittaci. Diese Erkrankung zeigt grippale Symptome und kann ebenfalls in einer Lungenentzündung münden.

Beschwerden bei einer Chlamydien-Infektion

Bei einer Infektion mit Chlamydia trachomatis müssen sich nicht immer Symptome zeigen. So kann es passieren, dass eine Infektion mit Chlamydien jahrelang unbemerkt bleibt. Daher sollte sich gerade Personen mit wechselnden Geschlechtspartnern einem Test auf Chlamydien unterziehen.

Chlamydien-Schnelltest: Heimtest auf Chlamydien aus Ihrer Apotheke

Gerade, wenn Sie eine Schwangerschaft planen, sollten Sie sicher sein, dass Sie chlamydienfrei sind. Mit einem Urintest kann eine Chlamydien-Infektion festgestellt werden. Hierzu müssen Sie nicht zum Arzt gehen. Es gibt Schnelltests, die Sie auch zuhause durchführen können. Stellen Sie mit dem sogenannten Heimtest eine Chlamydien-Infektion fest, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Mit einer Antibiotika-Therapie kann die Erkrankung bekämpft werden. Erst dann sollten Sie sich an die Umsetzung des Kinderwunsches machen.

Unsere Produkttipps: Der Cyclotest Chlamydien-Schnelltest ist ein Abstrichtest für die Anwendung zuhause. Alternativ kann auch der Veroval® Selbst-Test Chlamydien durchgeführt werden.

Symptome und Verlauf bei Frauen

Infizierte Frauen merken oftmals einen Befall mit Chlamydien nicht, was dann zu einer raschen Verbreitung führt. Daher sind je nach Altersgruppe bis zu 10 % der Bevölkerung mit Chlamydien infiziert. Ein Befall von Chlamydien kann man durch einen vermehrten, meist eitrigen Ausfluss sowie Juckreiz und Brennen beim Urinieren erkennen. Zunächst sind nur der Gebärmutterhals und/oder die Harnröhre betroffen.

Chlamydien-Infektion

Später jedoch können Chlamydien auch die Gebärmutterhöhle und die Eileiter befallen. Das Becken kann sich mit Eileiter und Eierstöcken entzünden, Fieber und Bauchschmerzen gehen einher.

Breiten sich Chlamydien noch weiter aus, kann sich die Leber entzünden. Im schlimmsten Fall kommt es zur Unfruchtbarkeit.

Symptome und Verlauf bei Männern

Bei Männern entzündet sich meist die Harnröhre, das Urinieren ist schwerfällig, juckt oder brennt, dennoch besteht ein starker Harndrang. Es kommt zu ziehenden Schmerzen und schleimig-eitrigen Ausfluss. Nebenhöhlen und Prostata können sich zusätzlich entzünden.

Das Trachom: Eine schwerwiegende Folge einer Chlamydien-Infektion

In unseren Breiten kommt es sehr selten zu einem Trachom. In tropischen Ländern ist die Ausbildung der auch unter den Begriffen “ägyptische Körnerkrankheit“, “Ägyptische Augenentzündung” oder “Trachomatöse Einschlusskonjunktivitis” bekannten Augenkrankheit häufiger. Die Infektion des Auges mit Chlamydien erfolgt aufgrund mangelnder hygienischer Verhältnisse und zählt zu den häufigsten Ursachen für Erblindung. Die meisten Betroffenen erkranken bereits als Kinder an der bakteriellen Bindehautentzündung.

Gängige Medikation bei Chlamydien

Tabletten
Antibiotika helfen bei Chlamydien.

Bei einer Chlamydien-Infektion müssen beide Geschlechtspartner gleichzeitig behandelt werden, da es sonst zu einem Ping-Pong-Effekt kommt und sich die Ansteckung wiederholt. Chlamydien lassen sich mit Antibiotika, die mindestens eine Woche lang verabreicht werden, bekämpfen.

Eine einmalige Einnahme hingegen ist bei Präparaten, die Azithromycin enthalten von Nöten. Erythromycin, Amoxicillin oder Josamycin werden in der Schwangerschaft verabreicht. Die Wirkstoffe sind per Rezept erhältlich.

Nach Abschluss der Medikation sollte nach 3 Wochen eine weitere Untersuchung erfolgen, um den Erfolg der Behandlung feststellen zu können. In der Zeit der Therapie sollte man keinen Geschlechtsverkehr ausüben.

Im frühen Stadium wird das Trachom mit einer Tetrazyklin-Augensalbe behandelt. Eine Operation wird im fortgeschrittenen Zustand gegebenenfalls erforderlich.

Chlamydiose vorbeugen: Schutz vor Chlamydien

Kondom
Kondome bieten einen gewissen Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

Die Verwendung von Kondomen oder Femidomen während des Geschlechtsverkehrs reduziert das Risiko einer Ansteckung. Sie bieten aber keinen 100-prozentigen Schutz. Daher ist gerade bei wechselnden Partnerschaften eine regelmäßige Untersuchung wichtig.

Unsere Produkttipps: durex® Gefühlsecht Classic | ritex IDEAL EXTRA FEUCHT | BILLY BOY Bunte Vielfalt

Frauen unter 26 Jahren sowie Schwangere können sich auf Kosten der Krankenkasse auf Chlamydien testen lassen. Bitte erkundigen Sie sich hierfür bei Ihrer Frauenärztin.


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen können sich mitunter Fehler in unsere Texte schleichen. Helfen Sie uns, besser zu werden. Hinweise senden Sie an: redaktion@medikamente-per-klick.de.


Stand vom: 17.02.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.