Sommerekzem bei Pferden

Die allergische Hauterkrankung der beliebten Vierbeiner

Insektenstiche sind nicht nur für Menschen unangenehm. Auch Tiere leiden darunter. Bei Ponys und Pferden entstehen sogar regelmäßige allergische Reaktionen auf Mückenstiche. Dieses sogenannte Sommerekzem ist durch starken Juckreiz an Mähnen- und Schweifansatz gekennzeichnet. Mit der richtigen Behandlung erleichtern Sie Ihrem tierischen Begleiter das Leid.

Sommerekzem bei Pferden

Islandpferde sind am häufigsten vom Sommerekzem betroffen.

Das Sommerekzem, im Englischen als „sweet itch“ bezeichnet, ist eine allergische Hauterkrankung von Ponys und Pferden. Ein genetische Ursache ist wahrscheinlich. Auslöser sind Insektenstiche. Insbesondere Stech-, Kriebel- und Sandmücken aber auch Gnitzen führen zu der Hautreaktion. Die Insekten benötigen Blut von Säugetieren, um Eier zu produzieren. Ihre Fortpflanzung ist somit davon abhängig. Um diese Nahrung zu erhalten, stechen sie mit ihrem Rüssel in die Haut ihrer Wirte. Im Anschluss saugen sie Blut. Während dieses Vorgangs geben die Mücken ihren Speichel ab. Einige Ponys und Pferde reagieren stark allergisch auf die im Sekret enthaltenen Inhaltsstoffe. Besonders gefährdete Rassen sind:

  • Islandpferde
  • Haflinger
  • Norweger (Fjordpferde)
  • Friesen
  • Criollos

Islandpferde, die aus ihrer Heimat importiert wurden, sind besonders anfällig. Neben der Tierrasse, stellen bestimmte Haltungsumstände Risikofaktoren dar. So begünstigt eine übermäßige Fütterung, Bewegungsmangel und Stress das Auftreten des Sommerekzems. Experten vermuten, dass die Erkrankungszahlen durch die zunehmende Offenstallhaltung ansteigen.

Sommerekzem – der Name ist Programm

Auslöser der Hauterkrankung von Pferden und Ponys sind Mückenstiche. Die Insekten sind hauptsächlich im Zeitraum von Mai bis Oktober aktiv. So erklärt sich das typische Auftreten der Beschwerden während der warmen Jahreszeit. Im Winter verschwinden die Symptome meist vollständig.

Symptome des Sommerekzems bei Pferden

Betroffene Pferde scheuern sich an festen Gegenständen, um den Juckreiz zu lindern.

Insekten stechen v. a. an Körperregionen, wo die Haare senkrecht wachsen. Dies ist bei Pferden insbesondere am Mähnenansatz, der Schweifrübe und am Bauch der Fall. Auch das Kinn und die Ohren sind beliebte Speiseplätze für Mücken. Leidet ein Tier an dem Sommerekzem, treten die klassischen Beschwerden typischerweise an diesen Körperstellen auf. Die Einstiche bleiben meist unbemerkt. Durch die allergische Reaktion kommt es allerdings zur Bildung von einem Ausschlag mit Bläschen und kleinen Knoten. Starker Juckreiz begleitet die Hauterscheinungen. Die Ponys und Pferde sind unruhig und scheuern sich vermehrt. Durch die mechanische Reibung kommt es zu einem Abbruch der Schweif- und Mähnenhaare. Kahle, schuppende und nässende Stellen prägen das Bild. Bei längerem Fortbestehen entstehen Hautschäden. Offene, teils blutige Wunden sind die Folge. Gelegentlich infizieren sich die Verletzungen. Sie sind dann mit eitrigem Sekret bedeckt.

Das süße Jucken

„Sweet itch“ ist die englische Bezeichnung für das Sommerekzem beim Pferd. „Itch“ deutet direkt auf das Hauptsymptom hin: Juckreiz. Betroffene Tiere scheuern sich vermehrt. Häufig entstehen hierdurch Wunden.

Behandlung des Sommerekzems bei Pferden

4475Die Vorbeugung von Insektenstichen verhindert starkes Sommerekzem.

„Vorbeugung ist die beste Therapie“ dies gilt wie bei allen Erkrankungen, auch beim Sommerekzem. Der Schutz vor Insektenstichen hat somit oberste Priorität. Bereits betroffene Körperstellen werden mit lokalen Medikamenten und Shampoos behandelt. Auch alternative Heilmethoden versprechen Linderung.

Vorbeugung des Sommerekzems beim Pferd

Spezielle Ekzemerdecken schützen vor Insektenstichen.

Das Vermeiden von Insektenstichen ist sehr wichtig. Hierfür eignen sich folgende Maßnahmen:

  • Zeitliche Anpassung des Weidegangs: Bevorzugt zu Tageszeiten mit geringer Insektenaktivität (mittags und nachmittags).
  • Pflege der Auslaufflächen: Die regelmäßige Beseitigung von Pferdekot und Wasser auf Weiden und Koppeln reduziert die Anzahl der Mücken.
  • Vermeiden feuchter Wiesen.
  • Anlegen von Ekzemerdecken: Diese speziellen Decken bekleiden die besonders gefährdeten Körperpartien ohne das Tier einzuschränken.
  • Verwendung von Repellentien: Insektensprays- oder Gele halten Mücken fern.

Behandlung des Sommerekzems beim Pferd

Bei starken akuten Beschwerden spritzt der Tierarzt Glucocorticoide.

Ziel der Therapie des Sommerekzems ist die Symptomlinderung. Unbehandelt scheuert sich das Pferd immer weiter. Große Hautschäden und Folgeinfektionen sind wahrscheinlich. Zu Beginn des Erkrankungsschubes greift der Tierarzt regelmäßig zu Glucocorticoiden. Er spritzt diese in die Vene oder den Muskel des Pferdes. Sie reduzieren die allergische Immunantwort und lindern rasch den Juckreiz. Im Verlauf der Behandlung wird die Medikamentengabe auf orale Präparate umgestellt. Begleitend hat die Fellpflege einen hohen Stellenwert. Entfernen Sie regelmäßig Verschmutzungen und Verkrustungen. Hierfür eignet sich eine Kochsalzlösung. Salben mit Zinkoxid unterstützen die Regeneration entzündeter und nässender Areale. Besteht eine bakterielle Infektion, leitet der Tierarzt eine antibiotische Therapie ein. Spezialshampoos lindern den Juckreiz bei regelmäßiger Anwendung zusätzlich. Lokal aufgetragen oder dem Futter beigemengt trägt Aloe vera zur Abheilung bei.

Unsere Produkttipps zur Behandlung von Sommerekzem beim Pferd: Aloe Vera Gel 99 % Pur Haut und Haare | Kochsalzlösung 0,9 % | Zinksalbe von Bombastus Werke AG

Alternative Behandlungsmethoden des Sommerekzems beim Pferd

Bezüglich der Tiergesundheit spielen alternative Heilmethoden eine immer stärkere Rolle. So entscheiden sich viele Tierhalter auch beim Pferd für einen alternativen Behandlungsversuch. Zum Einsatz kommen hierbei oft homöopathische Präparate. Folgende Mittel finden Verwendung:

  • Sulfur
  • Echinacea
  • Ledum
  • Staphisagra
  • Graphites
  • Cardiospermum

Auch Schüßler-Salze versprechen Linderung für das Sommerekzem beim Pferd. Verwenden Sie zur Behandlung trockener Ekzeme Calcium phosphoricum D6 und Natrium Chloratum D6. Calcium fluoratum D12 eignet sich hingegen v. a. für Wunden, Risse und bei Borkenbildung.

Unsere Produkttipps für Schüßler-Salze zur Sommerekzem-Therapie: Pflüger Calcium phosphoricum D6 | Pflüger Natrium Chloratum D6 |Pflüger Calcium fluoratum D12


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Stand vom: 13.08.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.