Würmer bei Katzen – auch für Menschen gefährlich

Silbergrau getigerte Katze mit gefalteten Ohren sitzt aufrecht auf einer Decke und blickt aufmerksam nach vorn; um Würmer bei Katzen zu verhindern, sind regelmäßige Kotkontrollen und Entwurmungen wichtig.

Der Spulwurm Toxocara cati ist die bei Katzen am häufigsten vorkommende Wurmart und kann auch auf Menschen übergehen. Deshalb sollten Tierhalter Würmer bei Katzen ernst nehmen und konsequent vorbeugen.

Wurmbefall bei Katzen: Infektionswege

Stark vergrößerte Aufnahme eines braunen Flohs mit deutlich erkennbaren Mundwerkzeugen und Beinen; Flöhe können als Zwischenwirte Larven von Würmern bei Katzen übertragen.
Mit Hilfe von Flöhen werden einige Würmer übertragen.
Bild: coopder1 – Getty Images Signature (Canva)

Wurmerkrankungen entstehen durch den Kontakt mit infektiösen Eiern oder Larven. Dazu gehen die Würmer unterschiedliche Wege:

  • Bandwurmarten oder Lungenwürmer nutzen kleine Beutetiere der Katze, wie Mäuse oder Vögel, als Zwischenwirt. Fressen Katzen ihre Beutetiere, gelangen die Endoparasiten als blinde Passagiere in das Innere der Katze.
  • Auch andere Parasiten, wie Flöhe oder Läuse, übertragen Würmer auf Katzen, insbesondere dann, wenn die Katze diese verschluckt.
  • Da die Wurmeier sich im Kot und daher häufig in der Erde befinden, infizieren sich nicht nur Freigänger, sondern auch Wohnungskatzen. Denn Katzenhalter:innen tragen die Eier und Larven an der Schuhsohle mit in die Wohnung.
  • Der Kontakt mit infizierten Tieren, etwa durch eine Übertragung über die Geschlechtsorgane oder von Mutter zu Kind, bieten weitere Gefahrenquellen. Katzenjunge nehmen beispielsweise Spulwurmlarven schon mit der Muttermilch auf.

Daher ist es sinnvoll, Katzen gegen parasitären Befall zu schützen. Hierfür stehen dem Katzenliebhaber verschiedene Mittel zur Verfügung. Sogenannte Spot-ons, Anti-Parasiten-Halsbänder oder Sprays beugen dem Befall von Zecken und Flöhen vor.

Unsere Produkttipps gegen parasitären Befall: Frontline Spot-on gegen Zecken und Flöhe bei Katze | Frontline Spray gegen Zecke und Floh bei Welpen und Kitten


Exkurs: Gefahren für den Menschen

Kind im bunten Outdoor-Jacket hält eine getigerte Katze im Arm. Würmern bei Katzen gehen bei engem Körperkontakt auch auf den Menschen über.
Würmer gehen vom Tier auf den Menschen über, insbesondere je enger der Kontakt ist.
Bild: Westfale – Pixabay

Einige Würmer übertragen sich von der Katze auf den Menschen. Vor allem bei Kindern, älteren Menschen oder Personen mit einer geschwächten Immunabwehr ist das Risiko erhöht. In Sandkästen etwa befinden sich häufig Spuren von Katzenkot. Daneben findet eine Übertragung von Spul-, Haken- und Bandwürmern im Spiel oder während des Kuschelns mit Katzen statt.

Würmer verursachen beim Menschen verschiedene, teils schwerwiegende Erkrankungen:

  • Spulwürmer lösen beim Menschen Toxocariasis aus. Die Larven machen es sich meist im Gehirn oder den Augen bequem.
  • Der Hundebandwurm löst beim Menschen die zystische Echinokokkose aus.
  • Der Hakenwurm dringt vornehmlich über die Fußsohlen ein und sorgt für Blutarmut.

Daher ist ein Wurmschutz nicht nur für Katzen wichtig, sondern auch für den Menschen.


Wurmarten, die Katzen befallen

Mehrere lange, hellgelbe Spulwürmer liegen auf einer Wiese in einem Schleimklumpen; sichtbare ausgeschiedene Spulwürmer weisen auf einen starken Befall mit Würmern bei Katzen hin.
Der Hundespulwurm (Helminthiasis Toxocara canis) gehört zu den Fadenwürmern und befällt auch Katzen.
Bild: Michael Edwards – Getty Images (Canva)

Es gibt eine Vielzahl an parasitären Wurmarten. Viele von ihnen befallen nicht nur Katzen, sondern auch Hunde. Grob unterscheiden Mediziner:innen zwischen Bandwürmern und Fadenwürmern.

Würmer bei Katzen – Bandwürmer

3D-Darstellung des Kopfes eines Bandwurms, der sich mit Haken in der rosafarbenen Darmschleimhaut festsetzt; sie zeigt, wie Würmer bei Katzen den Darm befallen und verankert bleiben.
Bandwürmer richten zum Teil großen Schaden an.
Bild: selvanegra – iStock

Zu den Bandwürmern zählen unter anderem:

  • Gurkenkernbandwurm: Katzenflöhe oder Läuse übertragen diese Art von Bandwürmern. Der adulte Wurm erreicht eine Länge von bis zu 70 Zentimetern und eine Breite von 2 bis 3 Millimetern. Mit Haken hält er sich an der Darmwand fest und schädigt so die Schleimhäute.
  • Dickhalsiger Bandwurm: Sie zählen zu den häufigen Bandwurminfektionen bei Katzen. Als Zwischenwirte dienen kleine Nagetiere. Der auch als Katzenbandwurm bekannte Dickhalsige Bandwurm wird etwa 60 Zentimeter lang. Er saugt sich an der Darmschleimhaut fest.
  • Fischbandwurm: Katzen infizieren sich durch den Verzehr von Flussfischen mit dem Fischbandwurm. Dieser erreicht eine Größe von bis zu 20 Metern und beschädigt die Schleimhäute.

Würmer bei Katzen – Fadenwürmer

Grafische Darstellung eines langen, weißen Fadenwurms im Inneren eines Darms.
Fadenwürmer kommen bei Katzen nicht nur im Darm, sondern auch in Speiseröhre oder Lunge vor.
Bild: Sciepro/Science Photo Library – Getty Images

Es gibt verschiedene Fadenwurmarten, die die Katze befallen. Zu ihnen zählen unter anderem:

  • Hakenwürmer:
    Sie gelangen über die Haut oder durch Verschlucken der Larven in den Darm, zum Beispiel beim Fressen eines infizierten Beutetieres. Häufig ist der Ancylostoma tubaeforme, andere Arten mit Hund oder Fuchs als Hauptwirt sind seltener. Hakenwürmer beißen sich in die Darmschleimhaut und saugen Blut. Das kann zu Blutarmut, Abmagerung und Durchfall führen, oft verläuft eine Infektion aber unauffällig.
  • Lungenwürmer: Diese nur einen Zentimeter langen Würmer besiedeln – wie der Name verrät – die Lunge. Speziell der Lungenwurm Aelurostrongylus abstusus befällt Katzen. Als Zwischenwirt dienen Schnecken, die wiederum von Vögeln und Nagetieren aufgenommen werden. Über das Fressen von infizierten Transporttieren gelangen die Würmer in die Katze. In der Regel ist eine Infektion harmlos. Bei schwerem Befall kommt es zu Husten, erschwerter Atmung, Abmagerung, Augen- und Nasenausfluss und Fressunlust. Sehr selten führt ein Befall zum Tod.
  • Haarwürmer erreichen eine Länge von bis zu 8 Zentimetern. Sie kommen im Magen-Darm-Trakt vor und sind wenig krankheitsauslösend. Gelegentlich kommt es zum Erbrechen und Durchfall, selten zu Magengeschwüren und Blutarmut.
  • Spulwürmer gelangen als Larven durch Verschlucken in den Körper der Katze und können bereits ungeborene Kätzchen im Mutterleib infizieren. Spulwurmlarven wandern durch den Körper und schädigen Organe. Manche von ihnen nisten sich in den Augen ein, was zu Sehstörungen führt. Meist finden sie sich jedoch im Dünndarm. Nicht länger als 5 Zentimeter, sind Spulwürmer für Katzen jedoch sehr gefährlich. Sie verstopfen wichtige Körperbahnen und ihre Abfallprodukte rufen allergische Reaktionen hervor. Katzen werden auch vom Hundespulwurm befallen. Dieser lebt in der Speiseröhre, Gallenblase, Leber oder im Darm. Vor allem für Katzenjunge sind Spulwürmer gefährlich, da sie in der Lage sind, einen Darmdurchbruch zu verursachen.

Beschwerden durch Würmer bei Katzen

Tierärztliche Fachkraft im blauen Kittel impft eine getigerte Katze, die auf dem Behandlungstisch liegt.
Die Anzeichen für einen Wurmbefall sind sehr vielfältig. Die tierärztliche Untersuchung kann Gewissheit bringen.
Bild: pixelshot (Canva)

Die Symptome bei Wurmbefall sind wegen der verschiedenen Wurmarten breit gefächert. Oft ist eine Wurminfektion nicht weiter auffällig. Zu den Beschwerden zählen:

  • Mattigkeit und Appetitlosigkeit
  • starker, teils eitriger Ausfluss aus den Augen oder der Nase
  • Husten
  • gelbliche Schleimhäute
  • Störungen im Magen-Darm-Trakt, wie Durchfall und Erbrechen
  • Hautausschlag, Juckreiz und Haarausfall, insbesondere im Analbereich
  • Blut im Stuhl
  • stumpf aussehendes Fell
  • aufgeblähter Bauch
  • Früh- oder Fehlgeburten oder verzögerte Entwicklung von Katzenwelpen

In schweren Fällen sind Vergiftungsanzeichen und Lähmung der Hinterbeine möglich. Leider deuten diese Symptome auch auf bestimmte virale Erkrankungen hin. Daher lassen Sie Ihr Kätzchen unbedingt tierärztlich untersuchen.

Würmer bei Katzen behandeln

Nahaufnahme einer getigerten Katze, die eine Maus im Maul trägt; beim Fressen von Beutetieren können Würmer übertragen werden.
Würmer nutzen Nagetiere als Zwischenwirte. Freigänger sind daher besonders gefährdet. Präparate gegen Würmer wirken jedoch nicht vorbeugend. Sie helfen lediglich bei Befall.
Bild: Raphael Ruz – Getty Images

Eine unnötige Entwurmung schwächt Ihre Katze. Daher ist eine Untersuchung des Katzenkots angeraten. Ihr Tierarzt stellt mithilfe einer Laboruntersuchung die genaue Diagnose und wählt dann das passende Präparat aus. Die Larven sterben bei Verabreichung der Wurmkur ab. Die Mittel gegen Würmer helfen nicht vorbeugend. Prüfen Sie Freigänger daher etwa einmal im Monat auf Wurmbefall. Wohnungskatzen benötigen eine geringere Häufigkeit.

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Spot-on-Lösungen gegen Parasiten wie Zecken und Flöhe sind gut verträglich und haben meist keine toxischen Effekte.

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Wurmbefall bei Katzen vorbeugen

Schwarze Katze frisst im hohen Gras aus einem draußen stehenden Napf, Futterreste hängen am Maul; unzureichend gereinigte Futternäpfe im Freien können Krankheitserreger und Parasiten übertragen.
Reinigen Sie den Futternapf Ihrer Katze regelmäßig.
Bild: RitaE – Pixabay

Treffen Sie einige Maßnahmen, um eine Infizierung mit Würmern bei Ihrer Katze zu vermeiden:

  • Halten Sie die Katzentoilette sowie die Futter- und Wasserschalen sauber.
  • Verwenden Sie hochwertiges und frisches Futter. Stellen Sie Reste in den Kühlschrank. Wenn das Futter zu lange in der Schüssel lag, werfen Sie das Futter weg.
  • Vermeiden Sie rohen Flussfisch.
  • Verhindern Sie den Kontakt mit infizierten Tieren.
  • Stellen Sie Ihre Schuhe in einen Schrank, sodass gegebenenfalls aufgelesene Eier oder Larven nicht über Ihre Schuhe übertragen werden.
  • Achten Sie auf eine strenge Hygiene, insbesondere bei trächtigen oder jungen Katzen.

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Stand vom: 05.08.2022

Coverbild: Kirgiz03 – Pixabay