Flöhe bei Katzen

Das Lebensumfeld muss “mitbehandelt” werden

Die Katze ist der Hauptwirt des Katzenflohs (Ctenocephalides felis). Dieser befällt jedoch gern andere Wirte, etwa Hunde, Nagetiere, Vögel oder Menschen. Da der Katzenfloh demnach nicht wählerisch ist, kommt er in Europa von allen Floharten am häufigsten vor.

Flöhe bei Katzen erkennen: Aussehen von Katzenflöhen

Floh
Unter einem Elektronenmikroskop werden jegliche Details des Flohs festgehalten.

Das Weibchen des Katzenflohs ist 2 bis 3 Millimeter groß, das Männchen hingegen nur etwa einen Millimeter lang.

Die braun bis rotbraunen Parasiten haben einen festen Chitinpanzer und gehören zu den flügellosen Insekten. Der Floh ist mit 3 Beinpaaren ausgestattet, wobei die hinteren kräftige Sprungbeine sind. An den Beinen und am Körper verfügen Flöhe über nach hinten gerichtete Borsten. Am länglichen Kopf des Katzenflohs lassen sich daneben 2 aus Chitindornen bestehenden Zahnkämme finden.

Ihr Körper ist seitlich abgeplattet. Der Kopf ist daher ungefähr doppelt so hoch als breit. So können sich die Parasiten besser zwischen den Haaren fortbewegen.

Schon gewusst?

Wenn Flöhe mit ihrem Stech- und Saugrüssel Nahrung aufnehmen, machen sie einen Kopfstand.

Entwicklungsstadien von Katzenflöhen

95 % der gesamten Flohpopulation besteht aus Eiern, Larven und Puppen:

  • Das befruchtete Weibchen legt 24 Stunden nach der Begattung rund 30 Eier in das Katzenfell ab. Da die kleinen, perlmuttweißen Eier nicht kleben, verteilen sie sich in der gesamten Wohnung.
  • Die Larven schlüpfen nach 4 bis 5 Tagen. Sie durchleben 3 Larvenstadien, ernähren sich meist von Flohkot und verkriechen sich in dunklere Ecken. Nach der zweiten Häutung spinnt sich die Drittlarve ein.
  • Im Kokon ist das Insekt gut vor Austrocknung, Licht und Insektizide geschützt. Der voll entwickelte Floh wartet im Puppenstadium bis ein geeignetes Opfer in seine Nähe kommt. Dies dauert durchaus mehrere Monate an. Verschiedene Reize, etwa Wärme oder Vibration, lösen den Schlupf aus.

Überlebensstrategien des Katzenflohs

Kranke Katze
Bei einem Flohbefall wird das gesamte Umfeld in Mitleidenschaft gezogen. Behandeln Sie daher Kuscheldecken und Spielzeuge mit.

Ein Flohbefall bei Katzen bleibt mitunter lange Zeit unbemerkt. Manche Tiere zeigen kaum Anzeichen. So wächst die Population schnell an: Ein weiblicher Katzenfloh legt am Tag bis zu 30 Eier. Diese verteilen sich in der ganzen Umgebung. Sie verseuchen Teppich, Katzenkörbchen und andere Liegeflächen. Wenn Sie Flöhe erfolgreich bekämpfen möchten, behandeln Sie daher Ihr Tier gesamte Wohnung. Da die eingepuppten Insekten gegen die meisten Antiparasitika resistent sind, müssen Sie die Behandlung mehrmals durchführen.

Aufgrund ihrer Größe sind Katzenflöhe im dichten Fell schwer auszumachen. Borsten, Zahnkämme und Krallen des Flohs verhindern, dass die Flöhe leicht aus dem Fell zu kämmen sind. Der harte Chitinpanzer bietet Katzenflöhen zumeist genug Schutz, um den Abwehrreaktionen der befallenen Katze zu trotzen.

Flöhe bei Katzen verursachen Krankheiten

Katze beim Tierarzt
Kränkelt Ihre Katze nach einem Flohbefall? Gehen Sie zum Tierarzt.

Flohbisse lösen Juckreiz aus. Die Katze kratzt und beißt sich verstärkt. Durch den Flohbiss entsteht eine punktförmige Hautrötung mit hellem Hof. Mitunter entwickelt sich eine Papel. Ist der Flohbefall bereits stärker, kommt es unter Umständen zu einer ausgedehnten Hautentzündung. Ihr Liebling leidet dann gegebenenfalls unter Blutarmut. Ferner entwickelt sich bei manchen Katzen eine Flohspeichelallergie, die teils zu schweren Hautveränderungen führt.

Flöhe sind zudem Zwischenwirte für andere Parasiten, etwa für:

  • den Gurkenkernbandwurm
  • Mykoplasmen, Erreger der felinen infektiösen Anämie
  • Bartonella henselae, Erreger der Katzenkratzkrankheit
  • Rickettsia felis, Erreger des Fleckfiebers

Unser Lesetipp: Mehr zum Thema Wurmbefall in unserem Ratgeber Würmer bei Katzen.

Symptome: Flohbefall bei Katzen erkennen

Flöhe

Bei manchen Katzen ist ein Flohbefall schwer auszumachen. Sie zeigen keinerlei Symptome. Daher ist es sinnvoll, das Fell einmal in der Woche mit einem Flohkamm zu durchforsten.

Schon gewusst?

Da viele Flöhe bezüglich ihres Wirtes nicht wählerisch sind, befallen sie auch Menschen. Daher ist es gut möglich, dass man zuerst an sich Flohbisse bemerkt. Dabei zeigen sich oft nacheinander kleine, rote Flecken, die stark jucken. Man spricht in diesem Zusamenhang auch von einer Flohstraße.

Wenn Sie feststellen, dass sich Ihre Katze unruhig verhält und vermehrt kratzt, könnte ein Flohbefall vorliegen. Fatal: Durch Bissstellen und Kratzwunden können Keime eindringen und Entzündungen hervorrufen. Manche Katzen reagieren zudem allergisch auf den Speichel und den Kot der Flöhe. Eine Flohspeichel-Allergie geht mit starkem Juckreiz, Hautveränderungen und Schwellungen einher. Auch Haarbruch und Haarausfall sind Indizien für Flöhe.

Bei starker Ausprägung können insbesondere junge Katzen abmagern und eine Blutarmut entwickeln.

Behandlung: Flöhe bei Katzen bekämpfen

Wer den Flohbefall bekämpfen möchte, muss umfassend agieren und sowohl gegen die erwachsenen Flöhe als auch gegen Eier und Larven vorgehen. Dies umfasst nicht nur die Behandlung Ihrer Katze, sondern auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Lebensumfeld:

  • Therapieren Sie Ihren Liebling mit einem geeigneten Flohpräparat und töten Sie alle lebenden, erwachsenen Flöhe.
  • Führen Sie daneben auch eine Flohprophylaxe am Tier durch.
  • Bekämpfen Sie die Entwicklungsstadien in Ihrer Wohnung mit Hilfe geeigneter Antiflohmittel für die Lebensumgebung.
  • Reinigen Sie alle Aufenthalts- und Lebensräume Ihrer Katze über mehrere Wochen hinweg intensiv.

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Tipp

Wenn Katzen Flöhe verschlucken, wird in vielen Fällen der Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum) übertragen. Daher sollte sich eine Bandwurmkur nach einem Flohbefall anschließen.

Diese Mittel helfen: Flöhe bei Katzen vorbeugen

Da ein Flohbefall eine schwer in Griff zu bekommene Plage darstellt, sollten Sie es gar nicht erst dazu kommen lassen. Führen Sie eine kontinuierliche Flohprophylaxe durch. Hierzu werden sogenannte Spot-On-Tropfen verwendet. Viele dieser Präparate beugen nicht nur Flöhen, sondern auch anderen Parasiten wie Zecken oder Haarlingen vor.

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Die Flohtropfen werden im Nacken der Katze verteilt. Von dort verbreitet sich der Wirkstoff über das ganze Fell. Falls sich ein Floh auf das Fell Ihrer Katze verirrt, wird er zuverlässig abgetötet. Die Wirkung des chemischen Flohmittels hält je nach Produkt zwischen 4 und 12 Wochen an. Danach muss es erneut aufgetragen werden.

Flohbefall bei Katzen vorbeugen: Das ist bei Spot-on-Tropfen zu beachten

Nach dem Auftragen verbleibt Ihre Katze am besten für mehrere Stunden in der Wohnung. So verhindern Sie, dass die Tropfen bei Regen abgespült werden. Außerdem sollten Sie nur aktuelle und keine alten Flohmittel verwenden. Denn Flöhe bilden gegen bestimmte Mittel Resistenzen.

Auch Kokosöl soll ein Hausmittel gegen Flöhe bei Katzen sein. Verantwortlich ist die enthaltene Laurinsäure, die bewirkt, dass Flöhe auf Abstand bleiben. Hierzu wird eine erbsengroße Menge zwischen den Handflächen zerrieben und in das Fell der Katze einmassiert. Die Behandlung mit dem Hausmittel gegen Flöhe bei Katzen erfolgt 2- bis 3-mal in der Woche. Schleckt die Katze das Kokosöl ab, entsteht kein gesundheitlicher Schaden für das Tier. Im Gegenteil: Das Kokosöl wirkt zusätzlich von Innen. Allerdings ist die Wirksamkeit von Kokosöl nicht so effektiv wie bei den chemischen Spot-on-Tropfen.

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Stand vom: 04.08.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.