Lepra (Aussatz)

Hinsehen statt Übersehen

Welt-Lepra-Tag ist jährlich am letzten Sonntag im Januar.

Die Lepra (Aussatz) gehört zu den Infektionskrankheiten, die Bakterien verursachen. Der Erreger der Haut, Schleimhäute und Nervenzellen befällt, heißt in den meisten Fällen Mycobacterium leprae. Lepra ist vor allem in armen Ländern weit verbreitet. Besonders betroffen sind tropische und subtropische Regionen mit einer hohen Bevölkerungsdichte wie Indien, Mozambique oder Tansania.

Lepra – eine bakterielle Infektionskrankheit

Jedes Jahr kommen weltweit etwa 220.000 Neuinfektionen hinzu. Oft sind Kinder betroffen.

Lepra im Mittelalter

In Europa war Lepra eine weitverbreitete Krankheit. In Deutschland hat die Erkrankung im 14. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Infizierte Personen wurden aus der menschlichen Siedlung isoliert, quasi ausgesetzt. Daher sprechen viele auch heute noch im Zusammenhang mit der bakteriellen Infektionskrankheit von „Aussatz“. Dabei handelt es sich um keine hochinfektiöse Erkrankung. Lediglich wer Kontakt zu bakterienhaltigen Sekreten aus Wunde oder Nase hat, kann sich infizieren. Daher ist eine Quarantäne der Lepra-Kranken nicht nötig.

Lepra in Deutschland

In Deutschland kommt Lepra äußerst selten vor. In der Regel bringen Urlauber, die zuvor in Asien, Afrika oder Brasilien waren, die Infektionskrankheit mit nach Deutschland. Diese haben im Urlaubsland einen längeren und engeren Kontakt zu einem Infizierten gehabt. Hygienische Missstände begünstigen eine Ansteckung.

Ursache der Lepra

Lepra überträgt sich mittels Tröpfcheninfektion. Doch dazu muss der Lepra-Erkrankte eine schwere Verlaufsform haben und unter mehreren Hautläsionen leiden. Der Kontakt zwischen der erkrankten und gesunden Person ist eng und teils über mehrere Wochen, bevor eine Ansteckung erfolgt. Infizierte Personen scheiden größere Mengen des Lepra-Erregers mit dem Nasensekret oder über die für Lepra typischen Hautgeschwüre aus. Über kleine Hautwunden geraten die Bakterien dann in den Körper der gesunden Person.

Schon gewusst?

1873 entdeckte der norwegische Arzt Armauer Hansen das Bakterium Mycobacterium leprae als Erreger der Lepra. 2008 identifizierten Ärzte in Mexiko einen weiteren Keim: die Spezies Mycobacterium lepromatosis. 1

Formen und Symptome der Lepra

Lepra
Typische Hautveränderungen bei einem Lepra-Kranken.

Ein sehr gutes Immunsystem bekämpft die Erreger, ohne dass es zu einem Ausbruch kommt. Ist die körpereigene Abwehr jedoch geschwächt, bricht Lepra teils erst 20 Jahre nach der Ansteckung aus. Einmal ausgebrochen, beeinflusst die Arbeit des Immunsystems auch den Verlauf der Infektionskrankheit. Da dieser sehr unterschiedlich sein kann, teilen Mediziner die Erkrankung in folgende Formen ein:

  • Lepra indeterminata: Es kommt bei dieser leichten Verlaufsform zu vereinzelten, schwach pigmentierten Hautflecken. Diese heilen in der Regel spontan aus.
  • Tuberkuloide Lepra: Bei dieser ebenfalls leichten Verlaufsform treten nur vereinzelt Hautveränderungen auf. Diese sind scharf begrenzt, schwach pigmentiert und gerötet. Da die Erreger die Nerven befallen, kommt es zudem zu Empfindungsstörungen und Lähmungen. So gehen das Temperatur-, Berührungs- und Schmerzempfinden teils verloren. Da die Betroffenen Schmerzen nicht früh genug wahrnehmen, kommt es häufiger zu Verletzungen. Auch diese Verlaufsform heilt oft von selbst aus, kann daneben jedoch zu schweren Deformationen führen.
  • Lepromatöse Lepra: Bei einer schlechten Immunabwehr vermehren sich die Bakterien ungehemmt. Sie verursachen Schwellungen und schwere Gewebeschäden. Auf der Haut entstehen viele geschwulstartige Knoten. Neben den Hautveränderungen sind Nasen- und Mundschleimhäute sowie Augen betroffen. An Gesicht, Händen, Füßen und Rücken kommt es zu Verstümmelungen. So zerstören die Erreger beispielsweise die knorpeligen Bestandteile der Nase. Auch die Gesäßregion ist betroffen. Augen und Wimpern fallen bei dieser schweren Verlaufsform aus. Im späteren Krankheitsverlauf stellen sich Gefühlsverluste ein und die Erkrankung befällt den gesamten Organismus wie die inneren Organe und die Knochen. Schließlich endet die schwere Infektionsform oft tödlich.
  • Borderline-Lepra: Die Mischform vereint die Symptome der lepromatösen mit der tuberkuloiden Lepra.

Sogenannte Lepra-Reaktionen sind Entzündungsreaktionen mit schmerzhaften Hautveränderungen, Schwellungen und Rötungen sowie Nervenentzündungen. Diese führen teils zu einer dauerhaften Nervenschädigung. Sie lassen sich in Typ-I- und Typ-II-Reaktionen untergliedern. Typ 1 entsteht bei einer veränderten Abwehrlage und führt dazu, dass sich die Borderline-Lepra zur tuberkuloiden Lepra entwickelt. Typ 2 entsteht durch eine Überempfindlichkeit des Immunsystems bei lepromatöser Lepra, ausgelöst durch eine Therapiemaßnahme oder Impfung.

Behandlung von Lepra

Lepra ist eine Erkrankung, die heilbar ist. Hierzu verabreichen Ärzte eine Kombination verschiedener Antibiotika.

In der Regel verordnen Mediziner die Wirkstoffe Dapson und Rifampicin. Clofazimin kommt bei der lepromatösen Form zusätzlich zum Einsatz. Bei Hautveränderungen ist mitunter eine einmalige Gabe von Rifampicin, Ofloxacin und Minocyclin ausreichend.

Die Dauer der Lepra-Therapie ist von der Verlaufsform abhängig. Bei tuberkulöser Lepra beläuft sie sich auf ein halbes Jahr; bei der lepromatösen Lepra auf 2 Jahre. Ansteckend sind die Lepra-Kranken jedoch nach der ersten Antibiotika-Behandlung nicht mehr.

Die Lepra-Reaktionen selbst müssen ebenfalls behandelt werden, da die unvermittelt auftretenden Entzündungesreaktionen die Nerven teils dauerhaft schädigen. Bei der Typ-I-Reaktion verabreichen Ärzte Kortikosteroide (Prednison). Typ-II-Lepra-Reaktionen werden mit Thalidomid therapiert.

Daneben ergreifen Mediziner Maßnahmen, die die Symptome behandeln. Eine typische symptomatische Lepra-Behandlung ist die Bewegungstherapie zur Verhinderung von Lähmungen.

Lepra-Prävention

Es gibt noch keinen zugelassenen Impfstoff gegen Lepra. In den USA testeten Wissenschaftler 2019 erfolgreich den Impfstoff LepVax. In Brasilien ist eine weitere Studie in der Durchführung.2 Der Tuberkulose-Impfstoff bietet einen gewissen Schutz vor einer tuberkuloiden Lepra.  

Allerdings lässt sich durch geeignete Maßnahmen das Risiko einer Ansteckung verringern. Das sind zum einen Hygienemaßnahmen und zum anderen die Stärkung der körpereigenen Abwehr.

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Tipps für Urlauber

Vermeiden Sie den engeren Kontakt zu Lepra-Erkrankten. Falls Sie vermuten einen längeren Kontakt mit einer infizierten Person gehabt zu haben, gehen Sie zur Vorsorgeuntersuchung.


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Stand vom: 19.01.2021

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen. 

Weiterführende Literatur:

1 MSD MANUAL. Ausgabe für medizinische Fachkreise. Lepra (https://www.msdmanuals.com/de/profi/infektionskrankheiten/mykobakterien/lepra, abgerufen am 19.01.2021)

2 Gesund.bund.de. Verlässliche Informationen für Ihre Gesundheit (https://gesund.bund.de/lepra, abgerufen am 19.01.2021)