Ohrenentzündung beim Hund – nicht auf die leichte Schulter nehmen

Brauner Hund mit langen Schlappohren sitzt vor dunklem Hintergrund und schaut mit schief gelegtem Kopf in die Kamera. Sein Ausdruck wirkt, als würde er sich unwohl fühlen.

Ihr Hund läuft unruhig auf und ab, schüttelt seinen Kopf und kratzt sich ständig an den Ohren? Diese Anzeichen deuten auf eine Ohrenentzündung bei Ihrem Hund hin. Ist das Ohr gerötet und hat das Tier Fieber, suchen Sie eine tierärztliche Praxis auf.

Risikofaktoren, die eine Ohrenentzündung beim Hund begünstigen

Hund mit sehr langen, hängenden Ohren liegt im Gras und blickt zur Kamera. Die ausgeprägten Schlappohren gelten als anatomischer Risikofaktor, weil sie die Belüftung des Gehörgangs erschweren. Das kann eine Ohrenentzündung beim Hund begünstigen.
Schlappohren, wie bei den Bloodhounds, begünstigen eine Ohrenentzündung.
Bild: markfizzwig – Pixabay

Eine Ohrenentzündung tritt relativ häufig auf, vor allem, wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen. Manche Hunde haben aufgrund ihrer Anatomie ein erhöhtes Risiko, aber auch Umwelteinflüsse, Krankheiten und eine falsche Ohrenhygiene können zu einer Ohrenentzündung führen.

Ohrenentzündung bei Hunden aufgrund anatomischer Gegebenheiten

Das Ohr unterteilt sich in 3 verschiedene Bereiche: das äußere Ohr, das Mittelohr und das Innenohr. Bei einer Entzündung ist meist das äußere Ohr betroffen. Generell kann die Entzündung jedoch auch wandern. Je tiefer sie vordringt, umso heftiger wird die Ohrenentzündung in ihrem Verlauf.

Verschiedene Hunderassen haben aufgrund ihrer anatomischen Gegebenheiten ein höheres Risiko, an einer Ohrenentzündung zu erkranken. Dazu zählen:

  • enge Ohrkanäle, etwa bei Shar Pei
  • hart vertikal abgeknickte Ohrkanäle, etwa bei der Englischen Bulldogge
  • behaarte Ohrkanäle, etwa bei Pudel oder Schnauzer
  • schwere, hängende Schlappohren und tief angesetzte Ohrmuscheln, etwa bei Bloodhounds
  • übermäßige Talgbildung, etwa bei Cocker Spaniel

Umwelteinflüsse als Risikofaktor für Ohrenentzündung beim Hund

Eine Zecke sitzt im Fell eines Hundes. Parasiten wie Zecken können die Haut reizen und Entzündungsreaktionen begünstigen. Das kann auch eine Ohrenentzündung beim Hund mitauslösen, wenn der Befall im Kopf oder Ohrenbereich liegt.
Parasiten, wie Zecken, können eine Ohrenentzündung hervorrufen.
Bild: milehightraveler – Pixabay

Auch verschiedene Umwelteinflüsse lösen Ohrenentzündung aus. Ein Hund entgiftet neben den Entgiftungsorganen auch über die Ohren, insbesondere dann, wenn Niere und Leber geschwächt sind. Daher kann eine chronische Ohrenentzündung mit einer Nieren- oder Leberschwäche einhergehen. Zu den häufigsten Ursachen zählen Allergien.

Sehr viele Ohrenentzündungen gehen neben der Besiedelung mit Bakterien auch mit einem Milben- und Pilzbefall einher. Vor allem junge Hunde sind betroffen. Hier kommt ein schmerzhafter Juckreiz hinzu. Kratzt sich der Hund, entstehen kleine Wunden und Entzündungen. Milben und Hefepilze besiedeln zudem andere Stellen des Körpers.

Einen Befall mit Milben erkennen Sie an braunen, krümeligen Absonderungen, die am Außenohr sichtbar werden. Malassezien sind Hefepilze, die zum natürlichen Milieu im Ohr eines Hundes gehören. Ist das Ohr jedoch entzündet, erhöht sich das Vorkommen der Hefepilze auf problematische Art. Auch hier zeigen sich braune, wachsartige Absonderungen, die schlecht riechen.

Wenn Hunde über Wiesen, Felder und durch Wälder streunen, verfängt sich mitunter ein Fremdkörper in den Ohren, wie Grannen und andere pflanzliche Materialien.

  • Allergien, wie Heuschnupfen oder Futtermittelallergien
  • Arzneimittelunverträglichkeit
  • Fremdkörper
  • Bakterien und Pilze
  • Parasiten, wie Milben oder Zecken
  • Wasser im Ohr nach dem Schwimmen
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • falsche Pflege und Reinigung der Ohren

Krankheiten, die Ohrenentzündungen beim Hund begünstigen

Liegt bereits eine Erkrankung vor, haben Bakterien leichteres Spiel. Zu den Erkrankungen, in deren Folge eine Ohrenentzündung entstehen kann, gehören:

  • systemische Grunderkrankungen, wie Erkrankung der Schilddrüse
  • Autoimmunerkrankung
  • diverse Tumorerkrankungen

Symptome: Ohrenentzündung beim Hund erkennen

Junger brauner Hund sitzt auf hellem Untergrund und kratzt sich mit dem Hinterbein am Kopf. Das Verhalten kann auf Juckreiz oder eine Ohrenentzündung hinweisen.
Ein Anzeichen für eine Ohrenentzündung: Das Tier kratzt sich am Ohr.
Bild: Peggy_Marco – Pixabay

Wie oben beschrieben, besteht das Ohr aus 3 Bereichen. Wenn das Außenohr betroffen ist, zeigt sich eine Hautrötung auf der Innenseite des Ohrs. Mitunter ist die Knorpelhaut geschwollen.

Liegt die Entzündung tiefer und betrifft das Mittelohr, hat der Vierbeiner sehr starke Schmerzen und kann auch fiebern. Gegebenenfalls ist das Trommelfell bedroht.

Eine Entzündung des Innenohrs ist äußerst kritisch. Die Entzündung kann auf den Gesichtsnerv und im schlimmsten Fall auf das Gehirn übergreifen. In diesem Fall zeigen sich Wesensveränderungen und Aggressionen. Auch eine halbseitige Gesichtslähmung mit tränendem und geschwollenem Auge stellen sich bei einer Innenohrentzündung ein.

Vor allem Bakterien oder Hefepilze beeinträchtigen das Hörvermögen.

Hunde, die eine Ohrenentzündung haben, zeigen folgende Auffälligkeiten:

  • Hunde kratzen sich ständig an den Ohren oder scheuern mit dem Ohr über den Boden
  • die Tiere schütteln mit dem Kopf oder halten ihn schief
  • sie sind unruhig und laufen auf und ab
  • die Vierbeiner mögen plötzlich keine Berührungen an ihren Köpfen
  • sie sind matt, fiebrig und zeigen Appetitlosigkeit
  • das Ohr des Hundes ist gerötet und mitunter geschwollen, die Haut am äußeren Gehörgang kann schuppen
  • oft wird ein dunkles, teils blutiges, stinkendes Sekret abgesondert
  • das Hören kann eingeschränkt sein
  • in schweren Fällen kann der Gesichtsnerv in Mitleidenschaft gezogen werden, was sich durch ein halbseitiges Herabhängen des Gesichts äußert
  • manche wirken wesensfremd und teils aggressiv

Therapie: Ohrenentzündung bei Hunden behandeln

Tierärztin untersucht die Ohren eines großen weißen Hundes mit einem Otoskop in der Praxis. Die Untersuchung dient der Abklärung einer möglichen Ohrenentzündung.
Das tierärztliche Personal weiß, was bei einer Ohrenentzündung zu tun ist.
Bild: RossHelen – Getty Images (Canva)

Bei einer Ohrenentzündung ist der Gang in eine Tierarztpraxis notwendig. Bei der Untersuchung stellt das veterinärmedizinische Personal mit einem Abstrich fest, ob Parasiten die Ursache für die Ohrenentzündung beim Hund sind. Milben, Pilze, Bakterien, Viren oder Fremdkörper müssen entsprechend entfernt werden.

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Das Ohr wird gründlich vom Tierarzt oder der Tierärztin gereinigt. Diese Reinigung sollten Sie in keinem Fall selbst vornehmen. Denn im Gegensatz zu uns Menschen haben Hunde einen sehr langen, l-förmigen Gehörgang. Oft liegt der Ohrenschmalz tief im Gehörgang und lagert sich dort ab. Dieser ideale Nährboden für Keime lässt sich nur schwer entfernen. Eine Tierarztpraxis hat die geeignete Ausrüstung und Erfahrung.

Medikamente gegen Ohrenentzündung beim Hund

Meist lindern Tropfen und Salben die Beschwerden schnell. Mitunter verabreicht die Ärztin oder der Arzt auch Antibiotika.

Wenn Sie eine Ohrentzündung nicht behandeln lassen, führt das im schlimmsten Fall zum Hörverlust. Auch der Gleichgewichtssinn und der Gesichtsnerv des Hundes können in Mitleidenschaft geraten.

Die richtige Ohrpflege bei Hunden

Tierärztin reinigt das Ohr eines kleinen braunen Hundes in der Praxis.
Die Tierärztin zeigt Ihnen gern, wie Sie die Ohren Ihres Hundes richtig reinigen.
Bild: Kerkez – Pixabay

Führen Sie niemals Wattestäbchen in das Ohr Ihres Hundes ein. Verwenden Sie niemals alkoholische Lösungen, reizende Spülungen oder Lotionen. Nutzen Sie stattdessen spezielle medizinische Spüllösungen.

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Diese sollten bei der Anwendung Körpertemperatur haben. Lassen Sie die Lösung in das Ohr laufen, massieren Sie die Ohrmuschel und lassen Sie im Anschluss den Hund die Flüssigkeit selbst herausschütteln.


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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie in Ihrer veterinärmedizinischen Einrichtung oder Apotheke nach.

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Stand vom: 24.11.2023

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