Rauchen abgewöhnen: Warum fällt es so schwer?
Sich das Rauchen abzugewöhnen, fällt vielen schwer. Neben der physischen Abhängigkeit müssen Raucher auch ihre eigene Gewohnheit bekämpfen. Eingeprägte Verhaltensmuster rund um das Rauchen können auch nach Jahren noch vorhanden sein. Es kommt darauf an, die erlernte „Raucher-Routine“ wieder mühsam zu verlernen. Das geht leider nicht ganz ohne Begleiterscheinungen. Wer sich das Rauchen abgewöhnen will, muss somit nicht nur mit physischen Entzugserscheinungen wie Unruhe und Kopfschmerzen rechnen, sondern auch den „inneren Schweinehund“ überwinden.
Reines Nicotin verursacht nahezu keine Abhängigkeit, vermischt mit weiteren Chemikalien im Tabakrauch ist es jedoch süchtig machend. Wenige Zigaretten reichen aus, um eine erste physische Abhängigkeit zu schaffen. Nicotin-Ersatzpräparate, wie Kaugummis oder Pflaster, haben im Vergleich dazu nahezu kein Suchtpotential.
Rauchen stufenweise aufhören – Erste Schritte
Sie wollen sich das Rauchen abgewöhnen, wissen aber nicht wie Sie den Anfang meistern und durchhalten sollen? Suchen Sie sich Hilfe von anderen, die es bereits geschafft haben und fragen Sie Ihren Arzt um Rat. In manchen Städten gibt es Raucherentwöhnungsambulanzen, die Sie ebenfalls aufsuchen können.
Denn: Den größten Erfolg versprechen individuell zugeschnittene Maßnahmen und die erhalten Sie mit professioneller Hilfe. Eine Analyse über Rauchgewohnheiten und die Schwere der Abhängigkeit gibt wichtige Hinweise für das Erstellen einer personalisierten Entwöhnungsstrategie. Als besonders effektiv hat sich eine Verbindung aus medikamentöser Behandlung und einer Beratung erwiesen. Diese kann einzeln oder in einer Gruppe erfolgen.
Mittel zur Raucherentwöhnung
Ohne Nicotin-Ersatzmittel fällt es insbesondere starken Rauchern schwer (mehr als zehn Zigaretten pro Tag), sich das Rauchen abzugewöhnen. Nicotin erzeugt eine starke körperliche Abhängigkeit beim Einatmen von Zigarettenrauch. Um den Körper nach und nach von Nicotin zu entwöhnen, gibt es verschiedene Ersatzpräparate, die das Nicotin langsam abgeben. Außerdem reduzieren sie mögliche Begleiterscheinungen wie Gereiztheit oder Unruhe. Als Mittel zur Raucherentwöhnung gibt es eine Vielzahl an
- Pflastern (zum Beispiel Niquitin, Nicotinell oder Nikofrenon,
- Kaugummis (beispielsweise Nicorette),
- Tabletten und Lutschtabletten (zum Beispiel Nicotinell).
Diese können helfen, starke Entzugssymptome abzumildern und so die Erfolgschancen, für immer Nichtraucher zu werden, erhöhen.
Zur medikamentösen Raucherentwöhnung stehen weitere Mittel zur Verfügung. Diese werden vom Arzt verordnet. Dieser kann Medikamente mit Bupropion oder Varenicilin verschreiben. Mitunter kommen auch milde Antidepressiva in Betracht. Einen großen Stellenwert hat es, zusammen mit dem Arzt, einen
Endtag für das Rauchen festzulegen. Der Facharzt kann dadurch die begleitende medikamentöse Betreuung individuell anpassen.
Durchhalten ist die Devise: Die meisten körperlichen Entzugserscheinungen (Kopfweh, Unruhe, Gereiztheit), sind nach circa fünf bis dreißig Tagen komplett verschwunden.
Neben der medikamentösen Raucherentwöhnung helfen die Erfahrungen von anderen
Da Nicotin neben der körperlichen Sucht auch zur starken psychischen Abhängigkeit führt, können psychosoziale Behandlungen helfen, die Erfolgschancen einer Entwöhnung zu erhöhen. Ob Sie eine Einzelberatung in Anspruch nehmen oder die Erfahrungen in einer Gruppe teilen, spielt dabei keine Rolle. Neben dem Etablieren einer systematischen Selbstkontrolle gehören hierzu auch die Risikoidentifizierung und das Herausarbeiten von Aktionsplänen („Was kann ich stattdessen tun, wenn ich das Verlangen nach einer Zigarette habe?“). Darüber hinaus ist die Unterstützung des privaten Umfeldes sehr wertvoll. Mit der Hilfe von Partner, Familie und Freunden können alte Verhaltens- und Denkmuster aufgelöst und Rückfällen vorgebeugt werden.
Sollte es trotz aller Therapien und Vorkehrungen dennoch zu einem Rückfall kommen: Bleiben Sie dran und lassen Sie sich nicht demotivieren! Nicotin ist ein extrem starkes Suchtmittel. Nicht immer gelingt es, sich das Rauchen beim ersten Versuch abzugewöhnen. Wichtig ist jedoch in solchen Fällen, die Beweggründe und Ursachen des Rückfalls genau zu analysieren und Gegenstrategien zu entwickeln, um so für die rauchfreie Zukunft besser gewappnet zu sein.