Was tun bei Wechselbeschwerden?

Früher oder später kommen sie auf jede Frau zu. Die Wechseljahre! Während die einen bereits mit 40 Jahren eine Veränderung in ihrem Hormonhaushalt erfahren, setzt das Klimakterium (Fachbegriff für Wechseljahre aus dem Griechischen klimaktér „kritischer Zeitpunkt im Leben“) erst später mit etwa 50 Jahren ein. Innerhalb des Klimakteriums erfährt der Menstruationszyklus der Frau (Monatsblutung) starke Schwankungen. Die Wechseljahre sind gekennzeichnet durch unregelmäßige Blutungen, die einmal stärker, einmal schwächer sind oder gar mehrere Monate pausieren bis sie schließlich gänzlich ausbleiben. Mit der Menopause tritt die letzte ovarielle Blutung auf.

Während der Wechseljahre legt die Hormonproduktion bei Frauen den Rückwärtsgang ein. Insbesondere das weibliche Hormon Östrogen, welches in den Eierstöcken gebildet wird, ist davon betroffen – der Östrogenspiegel sinkt. Im Wesentlichen ist es für die Steuerung des Menstruationszyklus der Frau verantwortlich. Durch den Verlust an Östrogen- und Progesteronproduktion während der Wechseljahre erlischt somit die Fortpflanzungsfähigkeit der Frau.

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Welche Beschwerden treten innerhalb der Wechseljahre auf?

Die Wechseljahre sind ein natürlicher Prozess im Hormonhaushalt der Frau und können – bedingt durch den veränderten Hormonspiegel –zu einer Reihe von Symptomen führen.

Circa 70 Prozent aller Frauen leiden unter den sogenannten Hitzewallungen (engl. Hot flushes). Diese kündigen sich häufig mit einem Kopfdrücken und Unwohlsein an. In Folge errötet das Gesicht und mündet in einen Schweißausbrauch, der in der Regel einige Minuten anhält bis er sich in ein Frösteln umwandelt. Herzklopfen ist eine häufige Begleiterscheinung.

Neben den Hitzewallungen leidet etwa die Hälfte aller Frauen in den Wechseljahren unter Schlafstörungen. Diese wirken sich auf die Einschlaf- sowie auch auf die Durchschlafphase aus, die während der Nacht gelegentlich auch von Hitzewallungen begleitet sein können.

Auch depressive Verstimmungen mit „Gereiztheit“ und Nervosität treten im Zuge der Änderungen des Hormonhaushaltes auf. Diese führen häufig zu Problemen im sozialen Umfeld.

Durch den Mangel an Östrogenen kommt es in vielen Fällen zu einer Trockenheit in der Scheide. Diese wird nicht mehr ausreichend durchblutet und die Schamlippen trocknen aus. Somit kann es beim Geschlechtsverkehr zu kleinen Rissen in der Vaginalschleimhaut kommen, die schmerzhaft sind. Zudem ist durch die Veränderungen in der Vaginalflora eine Entstehung von Infektionen, hervorgerufen durch Pilze oder Bakterien, möglich.

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Welche Folgeerkrankungen können auftreten?

In jungen Jahren schützt das Hormon Östrogen Frauen vor Herz-Kreislauferkrankungen. Während der Wechseljahre und der damit verbundenen Abnahme an Östrogen steigt jedoch das Risiko für diese in Deutschland häufigste Todesursache bei Männern und Frauen. Grund hierfür ist, dass der Östrogenspiegel abnimmt, der Testosteronspiegel (ein wenig männliche Sexualhormone besitzen auch Frauen) gleich bleibt. Durch diese Tatsache lagert sich mehr Fettgewebe im Bauchbereich an, welches aus wissenschaftlicher Erkenntnis zu einem erhöhten Herz-Kreislauferkrankungsrisiko führt. Durch diese negativen Veränderungen im Fett- und Zuckerstoffwechsel infolge der Wechseljahre kann es zu einer Verkalkung von Gefäßen bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

Osteoporose (oder Knochenschwund) ist eine weitere schwerwiegende Erkrankung, welche im Zuge der Wechseljahre auftreten kann. Hierbei kommt es durch den veränderten Hormonmangel zu einem Ausbleiben des wichtigen und regelmäßig ablaufenden Knochenauf-und umbaus im Körper. Als Folge wird der Knochen instabiler und brüchiger.

Von dieser Erscheinung sind circa 30 Prozent aller Frauen in der Menopause betroffen.

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Therapie

Je nach Intensität der Beschwerden innerhalb und nach den Wechseljahren, die von Patientin zu Patientin variieren können, ist der Einsatz der sogenannten Hormonersatztherapie (HET) die effektivste Therapieform. Dabei verordnet der Gynäkologe in der Regel ein Kombinationspräparat aus Östrogen und Gestagen. Östrogene alleine werden bei Frauen verschrieben, bei denen die Gebärmutter krankheitsbedingt entfernt werden musste.

Bei den meisten Beschwerden ist diese Form der Therapie am wirksamsten. Mit ihr werden Hitzewallungen sehr gut eingedämmt.

Die Diskussion zum Thema „Hormonersatztherapie und Brustkrebs“ ist noch nicht final abgeschlossen. Fakt ist, dass der behandelnde Arzt in jedem Fall individuell – abhängig von den Beschwerden der Frau und ihren zusätzlichen Risikofaktoren wie Brustkrebs in der Familie, Rauchen etc. mit Ihnen zusammen entscheiden wird.

Bei leichten Beschwerden steht neben der oben genannten Hormontherapie auch eine Phytotherapie, sprich eine Behandlung mit pflanzlichen Arzneimitteln, zur Wahl. Die Wirkung derer ist in der Regel nicht mit der einer HET vergleichbar.

Je nach Stärke der Symptome können pflanzliche Arzneimittel wie Traubensilberkerze, Rotklee, Mönchspfeffer oder Johanniskraut Abhilfe schaffen. Ihre Apotheke berät Sie gerne.

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Tipps Ihres Apothekers

  • Bewegen Sie sich auch in den Wechseljahren regelmäßig! Dies stärkt Ihren Körper (und wirkt sich positiv auf Ihren Zucker- und Fetthaushalt auf).
  • Bei Anzeichen unregelmäßiger Blutungen während des Klimakteriums suchen Sie Ihren Gynäkologen auf.
  • Bedenken Sie bei der Einnahme von pflanzlichen Arzneimitteln, dass diese eine gewisse Einnahmedauer benötigen bis sich die Wirkung einstellt.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung –verwenden Sie viel frisches Obst und frische Kräuter. Zusammen mit Bewegung baut leichte und gesunde Kost Übergewicht ab.
  • Kalt-Warme Wechselduschen erhöhen das Wohlbefinden auch innerhalb der Wechseljahre.
  • Gehen Sie nach draußen! Schlechte Stimmungslagen werden dadurch verbessert und die Produktion von Vitamin D, welches die Aufnahme von Calcium in den Knochen erleichtert, wird angeregt.
  • Tragen Sie komfortable Kleidung und vermeiden Sie synthetische Stoffe, in denen man stark schwitzt.