Milchzähne richtig pflegen

Milchzähne pflegen

Tipps zur Zahnpflege bei Kindern

Gründliche Zahnhygiene ist äußerst wichtig und für ein gesundes Gebiss unerlässlich. Doch damit die bleibenden Zähne später in ihrem vollen Glanz strahlen, gehören bereits die Milchzähne intensiv gereinigt. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Zahnpflege bei Kindern und warum gerade die Pflege der Milchzähne besonders wichtig ist.

Warum Milchzähne so empfindlich sind

Der Zahnschmelz von Milchzähnen ist noch nicht so weit ausgebildet und sehr weich. Sein Mineralgehalt ist geringer und nutzt sich dadurch schneller ab. Das sorgt dafür, dass die Milchzähne besonders anfällig für Karies sind und im schlimmsten Fall sogar ausfallen. Ist der Milchzahn einmal von Karies befallen, kann dadurch auch der bleibende Zahn angegriffen werden. Im Falle des Zahnverlusts sorgt das für eine fehlerhafte Kaufunktion und beeinträchtigt die Gebissentwickelung negativ. Denn Milchzähne sind auch Platzhalter für die bleibenden Zähne. Fallen diese jedoch vorzeitig aus, finden die bleibenden Zähne ihren Platz nicht. Sie wachsen schief, zu weit auseinander oder zu eng aneinander. Dies sorgt dann für langfristige Kieferprobleme, die behandlungsbedürftig sind. 

Die häufigste chronische Kindererkrankung ist die Zahnerkrankung. Deshalb ist es wichtig, dass Sie auf die Zahnpflege ihres Kindes besonders Acht geben. Einmal geschädigte Zähne machen ein Leben lang Probleme und beeinflussen die gesunde Entwicklung des Kindes negativ. 

Eltern unterstützen die Zahnpflege ihres Kindes

Zähneputzen
Auch beim Putzen machen wir oft einiges falsch. Übereifrig sollten Sie nicht vorgehen.
Bild: bowdenimages – Getty Images (Canva.com)

Eltern sind sich häufig unsicher darüber, wann sie mit dem Zähneputzen bei ihrem Kind am besten beginnen. Zahnärzte raten: Putzen Sie bereits den ersten Zahn Ihres Babys 2-mal täglich! Denn Muttermilch enthält Zucker, der die Zähne angreift. 

Zwischen dem 5. und 10. Lebensmonat bekommt ein Säugling seine ersten Zähnchen. Diese lassen sich gut mit einer kleinen Zahnbürste reinigen. Wenn Sie früh mit dieser Routine beginnen, gewöhnt sich das Kind gut an den Prozess des Zähneputzens. Es lernt somit von Anfang an, wie wichtig eine gute Zahnhygiene ist. 

Zu Beginn übernehmen Sie das Zähneputzen noch komplett. Je älter das Kind ist, desto mehr möchte es sich selbst daran beteiligen. Lassen Sie diesen Entdeckungsdrang zu und fördern Sie die Selbstständigkeit ihres Kindes. Die erforderliche Feinmotorik für eine gründliche Zahnpflege haben Kinder erst ab einem Alter von 8 bis 10 Jahren. Bis dahin müssen Sie nachputzen und dafür sorgen, dass die Zähne die nötige Pflege erhalten. Zwang und Druck bewirken oft das Gegenteil und führen nicht zum erwünschten Ziel. Das Kind muss das Zähneputzen mögen, um es regelmäßig und gründlich durchzuführen. Lassen Sie sich Zeit und erklären Sie ihm Schritt für Schritt, was Sie tun.

Tipp: Um das Zähneputzen von Anfang an interessant zu gestalten: Verbinden Sie die tägliche Zahnpflege mit einem Lied, einem Spiel oder integrieren Sie das liebste Kuscheltier in den Zahnputzprozess. So hat ihr Kind mehr Spaß und Motivation.  Es lernt spielerisch, die Routine in den Alltag zu integrieren. 

In 8 Schritten zur richtigen Milchzahnpflege

1) Die richtige Zahnbürste für das entsprechende Alter des Kindes auswählen

Am besten mit kurzen und weichen Borsten, denn das schont den empfindlichen Zahnschmelz. Tipp: Das Kind auswählen lassen und so die Motivation zum Zähneputzen stärken. Wechseln Sie die Zahnbürste alle 6 bis 8 Wochen. Dort setzen sich einige Bakterien ab.

2) Eine erbsengroße Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (500-1000 ppm)

Diese kräftigt die Zähne und repariert sogar kleine Schäden am Zahnschmelz. Achtung: Zu viel Fluorid ist schädlich! Immer nur die vom Hersteller angegebene Menge für das entsprechende Kindesalter verwenden! Zusätzliche Flouridtabletten sind in dem Fall nicht notwendig. 

3) Zweimal täglich nach den Mahlzeiten mindestens 2–3 Minuten putzen

Eine Stopp- oder Sanduhr hilft dem Kind, die Zeit spielerisch zu visualisieren und besser einzuschätzen, wie lange es noch putzen muss.

4) Die KAI-Putzmethode

Erst auf den Kauflächen hin und her bürsten, dann die Außenflächen mit kreisenden Bewegungen putzen und zuletzt die Innenflächen der Zähne „ausfegen“.

Zahnpflege

5) Gemeinsam mit dem Kind die Zähne putzen

Durch Imitation lernen Kinder am besten. Seien Sie Vorbild und putzen Sie gemeinsam. Lassen Sie Ihr Kind auch mal ihre Zähne reinigen. Selbst wenn es noch jünger ist, wird es Spaß machen und das Interesse am Zähneputzen fördern! 

6) Halbjährliche Zahnarztbesuche ab dem ersten Zahn zur Kontrolle sind unerlässlich

So können Zahnärzte potenzielle Schäden frühzeitig entdecken und behandeln.

7) Eine nährstoffreiche und ausgewogene Ernährung ist für eine gesunde Zahnhygiene essenziell

Zucker greift nachweislich die Zähne an. Greifen Sie auf zuckerfreie Alternativen zurück und bieten Sie Ihrem Kind nicht zu viel Süßes an. Die Menge macht das Gift.

8) Dauernuckeln vermeiden

Flaschen und Schnuller verleiten Kinder häufig zum Dauernuckeln. Dadurch kann der Kiefer Schaden nehmen und sich verformen. Gerade süße Säfte aus Flaschen verleiten das Kind zum Dauernuckeln. Das belastet die Zähne zusätzlich. Am besten trinkt Ihr Kind so früh wie möglich aus offenen Bechern. 

Gut zu wissen: Auch ein ständiges Ausspülen mit Wasser schadet den Zähnen. Wasser verdünnt nämlich den Speichel, was dazu führt, dass dieser die Zähne nicht mehr ausreichend remineralisiert.

Unsere Produkttipps: CURAPROX baby Kinderzahnbürste für Kinder von 0 bis 4 Jahren | miradent X Kid’s Brush Ente – Kinderzahnbürste | nenedent® Kinderzahncreme homöopathieverträglich mit Fluorid


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Stand vom: 02.08.2022

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen. 

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