Erste-Hilfe-Tipps bei Milchstau und Brustentzündung

Stillen

Die Muttermilch bietet dem neuen Erdenbewohner, alles was er benötigt. Doch Stillen heißt mehr, als Nahrungsaufnahme für den Säugling. Mit 1200 Stunden Hautkontakt in einem Jahr bedeutet es auch Zuneigung, Geborgenheit und innige Bindung.

Viele Stillende kennen die Schmerzen, die entstehen, wenn Ihr Baby einzelne Brustbereiche nicht richtig leer trinkt. Die neu produzierte Muttermilch kann nicht abfließen, das Gewebe verhärtet sich und ist sehr druckempfindlich. Es bilden sich zum Teil rote Flecken und Knötchen. Hinzu können erkältungsähnliche Symptome, wie Müdigkeit, Mattigkeit, leichtes Fieber und Kopfschmerzen kommen.  

 

Zu einem Milchstau kann es aus unterschiedlichen Gründen kommen. Ihr Kind benötigt beispielsweise weniger Milch als produziert wird  oder der Trinkrhythmus Ihres Babys verändert sich. Daneben können auch Stress, eine ungünstige Haltung während des Stillens oder ein zu enger BH für einen Milchstau verantwortlich sein.

 

Milchstau erkennen: Beschwerden richtig deuten

·         meist ist nur eine Brust betroffen

·         das Saugen des Babys schmerzt

·         die betroffene Stelle ist berührungsempfindlich

·         Meist lässt sich eine harte Stelle ertasten

·         die betroffene Region ist leicht überwärmt

·         mitunter lässt sich ein kleines, weißes Bläschen auf der Brustwarze erkennen

·         das allgemeine Wohlbefinden ist eingeschränkt

 

6 Tipps gegen Milchstau

  • Körperöl

    Manche Körperöle sind für eine Massage der stark beanspruchten Brust besonders gut geeignet.

    Bei einem Milchstau hilft es, wenn Sie die betroffene Brust vor dem Stillen mit einer Wärmflasche, einer warmen Dusche oder einem warmen Waschlappen behandeln.

  • Massieren Sie die erwärmte Brust mit kreisenden Bewegungen. Hierfür machen sich spezielle Stillöle gut.
  • Lassen Sie ihr Baby den Stau „wegtrinken“. Legen Sie den Säugling etwa alle 2 Stunden an und zwar so, dass der Unterkiefer Ihres Kindes zur betroffenen Stelle gerichtet ist.
  • Kühlen Sie die Brust nach dem Stillen wieder etwas ab.
  • Gönnen Sie sich Ruhe und Schlaf, denn Milchstau ist oft eine Folge von Stress.
  • Eine gute Hautpflege ist wichtig, damit die Haut nicht rissig wird und Bakterien eindringen können. Spezielle Salben unterstützen die Hautfunktion an Brust und Brustwarzen und beugen der Entstehung kleiner Hautrisse vor.

 

Hilfe aus Ihrer Apotheke – unsere Produkttipps bei Milchstau:

·         Wärmeflasche Gummi mit Rollkragenpullover-Bezug

·         WELEDA Stillöl mit Mandelöl

·         AVENT Isis Comfort Brustschalen-Set

·         GARMASTAN® Salbe

 

Brustschmerzen

Wenn Sie bei Milchstau nicht rechtzeitig reagieren, kann sich die Brust entzünden.

Ein unbehandelter Milchstau kann sich zu einer schmerzhaften Brustentzündung entwickeln. Bei einer Entzündung kommen zu den Schmerzen in der verhärteten, geröteten und warmen Brust hohes Fieber, Schüttelfrost sowie Glieder- und Kopfschmerzen hinzu.

 

7 Tipps bei Brustentzündung

  • Ebenso wie beim Milchstau, sollten Sie die betroffene Brust vor dem Stillen erwärmen, etwa durch eine warme Dusche, durch eine Wärmeflasche oder warme Umschläge.
  • Sie können auch Stillhütchen verwenden, die so einen direkten Kontakt vermeiden.
  • Kühlen Sie die Brust nach dem Stillen wieder mit kühlen Umschlägen, kalten Kompressen oder ähnlichem. Auch Quarkwickel sind ein empfohlenes Hausmittel zur Kühlung und Linderung der Entzündung.
  • Achten Sie darauf, dass Sie die Brust regelmäßig gut entleeren. Falls Sie nicht stillen wollen, können Sie auch eine Milchpumpe
  • Sie sollten viel trinken, denn durch das Fieber verliert der Körper an Flüssigkeit.
  • Verwenden Sie einen gut sitzenden BH, um die betroffene Brust ruhig zu halten.
  • Gönnen Sie sich Ruhe und Schlaf. Das braucht der Körper, da er alle Kräfte mobilisiert, um gegen die Entzündung zu kämpfen.

 

Hilfe aus Ihrer Apotheke – unsere Produkttipps bei Brustentzündung:

·         MAM Stillhütchen Gr. 1

·         MAM Stillhütchen Gr. 2

·         kalt & warm Kompresse

·         Lansinoh 2in1 elektrische Milchpumpe

·         Aurica® STILLTEE

 

 Sollte mit diesen Maßnahmen nach 24 Stunden keine deutliche Besserung eintreten, dann wird der Arzt wahrscheinlich eine Behandlung mit einem stillverträglichen Antibiotikum einleiten. Nach etwa 3 Tagen ist die Entzündung dann vorbei.

 


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt. Fragen Sie auch Ihre Hebamme um Rat, wenn Sie sich unsicher fühlen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Wir stehen mit unserer Beratungshotline gern für Sie bereit.


aktualisiert am: 23.04.2018