Toxoplasmose bei der Katze

Vor allem Freigänger-Katzen sind gefährdet

Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die oft bei Katzen vorkommt. Sie wird durch den Erreger Toxoplasma gondii ausgelöst. Katzen stellen zwar den Hauptwirt da, der Erreger kann jedoch auch andere Säugetiere und den Menschen als Zwischenwirte nutzen. Für Schwangere ist diese Zoonose besonders problematisch.

In Deutschland besteht nach dem Tiergesundheitsgesetz Meldepflicht für Toxoplasmose bei Haustieren.

Auslöser der Toxoplasmose: Toxoplasma gondii

Toxoplasma gondii
Toxoplasma gondii ist der einzellige Erreger der Toxoplasmose.

Toxoplasma gondii ist ein bogenförmiger Einzeller. Die sogenannten Protozoen sind als Urtierchen bekannt. Der Parasit ist mit dem Erreger der Malaria, den Plasmodien, verwandt.

Die Toxoplasmen parasitieren in der Katze in der Darmschleimhaut. Dort vermehren sie sich. Im Anschluss werden die Eier (Oozyten) über den Kot ausgeschieden. Beim Zwischenwirt hingegen kommt es zu einer Bildung von Gewebezysten in Muskulatur und inneren Organen. Wird beispielsweise eine infizierte Maus von einer Katze gefressen, können sich die Erreger weiterentwickeln.

Toxoplasma gondii
Toxoplasma gondii ist ein Protozoon.

Die ausgeschiedenen Eier sind nicht sofort infektionsfähig. Sie benötigen etwa 2 Tage, um sich weiterzuentwickeln.  Eine Infektion über das Katzenklo ist daher nur möglich, wenn das Klo selten oder nicht genügend gereinigt wird. Ist die Entwicklung zu infektiösen Oozysten abgeschlossen, sind diese sehr widerstandsfähig und können auch außerhalb des Wirtes mehrere Monate überleben.

Symptome: Toxoplasmose häufig ohne deutliche Krankheitserscheinungen

Katze und Maus
Katzen können sich durch infizierte Mäuse mit dem Keim anstecken.

Katzen zeigen kaum Anzeichen einer Erkrankung. Bei einer Erstinfektion kann es in der Darmphase zu leichtem Durchfall und Fieber kommen. Auch die Lymphknoten können leicht geschwollen sein. Befindet sich die Erkrankung in der Phase der Parasitenentwicklung und findet diese außerhalb des Darms statt, können sich folgende Beschwerden zeigen:

  • Husten
  • Atembeschwerden
  • Durchfall
  • Gelbsucht

Zudem kann es zu folgenden Entzündungen kommen:

  • der mittleren Augenhaut
  • der Herzmuskulatur
  • der Skelettmuskulatur
  • des Gehirns

Bei Katzenwelpen kann es in diesem Fall zu einem plötzlichen Tod kommen.

Katzenkinder
Vor allem für Katzenwelpen kann Toxoplasmose zu Komplikationen führen.

Bei Katzen mit einem geschwächten Immunsystem kann sich eine chronische Toxoplasmose entwickeln. Diese zeigt sich durch:

  • Probleme beim Stuhlgang
  • Schüttelkrämpfen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Abmagerung
  • Entzündung der mittleren und inneren Augenhaut

Behandlung bei Toxoplasmose

Test Toxoplasmose
Toxoplasmose lässt sich mit einer Blutuntersuchung auf Antikörper feststellen. Daneben hat der Tierarzt die Möglichkeit, den Kot zu untersuchen.

Eine Behandlung ist in der Regel nicht nötig. Die Immunität baut sich innerhalb von 3 Wochen von allein auf. Um gegen die Toxoplasmen im Darm vorzugehen, setzt der Tierarzt  Sulfonamide oder Clindamycin ein. Die Ausscheidung der Oozysten kann man mit  Antiparasitika, wie Toltrazuril (Baycox), stark reduzieren.

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Gefahr für den Menschen

Frau und Katze beim Schmusen
Wir schmusen gern mit unseren Haustieren: Das macht den Weg für viele Krankheitserreger frei. Eine Übertragung des Erregers Toxoplasma gondii ist selten, kann aber vorkommen.

Schon gewusst?

Jeder Zweite infiziert sich in Deutschland im Laufe seines Lebens mit Toxoplasma gondii.

In der umfangreich angelegten Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) wurden 6663 Personen untersucht. Davon trugen 3602 Personen den Erreger in sich. Während in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen lediglich 20 % infiziert waren, stellte man bei den 70- bis 79-Jährigen ein wesentlich höhere Durchseuchung von knapp 80 % fest.

Toxoplasmose in der deutschen Bevölkerung
Infizierung mit Toxoplasmose-Erregern nach Altersklasse

In den meisten Fällen handelt es sich jedoch nicht um eine Übertragung vom Haustier auf den Menschen. Wir ziehen uns die Keime beispielsweise durch kontaminierte Erde, etwa bei der Gartenarbeit, oder durch das Essen von rohem Schweine- und Schaffleisch beziehungsweise ungewaschenem Gemüse zu.

Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Wochen. Der Erreger ruht in Zysten im Gehirn und in Muskeln. Die Infektion verläuft in der Regel beschwerdefrei. Gelegentlich kommt es zu erkältungsähnlichen Symptomen. Ist die Erkrankung überstanden, sind die Betroffenen meist gegen eine weitere Infizierung immun.

Infiziert sich eine Frau in ihrer Schwangerschaft mit dem Parasiten, kann dies beim Kind zu Fehlbildungen wie Wasserkopf und Erblinden verursachen.

Risikogruppe: Schwangere und immunschwache Personen

Schwangere hält sich den Babybauch
Toxoplasmose ist für Schwangere und ihr ungeborenes Kind sehr gefährlich.

Problematisch werden die Erreger für:

  • Schwangere: Der Erreger kann einen Abort auslösen oder zu schweren Behinderungen beim ungeborenen Kind führen. Allerdings nur, wenn die Mutter mit Toxoplasma gondii das erste Mal infiziert wird. Frauen, die bereits mit dem Erreger infiziert waren, haben in der Regel genug Antikörper im Blut. Daher ist es ratsam, bei Kinderwunsch sich auf Abwehrstoffe untersuchen zu lassen.
  • Personen mit einem geschwächten Immunsystem: Bei Menschen, deren körpereigene Abwehr stark geschwächt ist, etwa bei HIV-Infizierten, können Toxoplasmen eine Gehirnentzündung verursachen. Personen dieser Risikogruppen sollten sich auf Toxoplasmeninfektion untersuchen lassen. Gegebenenfalls ist auch eine vorbeugende Gabe mit Antibiotika sinnvoll.

Schon gewusst?

Laut des Robert Koch Instituts kommt es durch pränatale Infektionen mit dem Erreger Toxoplasma gondii zu 1.500 Schädigungen im Jahr. Toxoplasmose ist nach dem Bundesseuchengesetz meldepflichtig.


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Stand vom: 15.02.2019