Blasenschwäche beim Hund

Wenn das Hundebett nass ist

Unbemerkter Urinverlust und häufiger Harndrang deutet auf eine Blasenschwäche des Hundes hin. Sie stellt eine starke Belastung für Mensch und Tier dar. Betroffen sind v. a. kastrierte oder alte Hündinnen. Gelegentlich verbergen sich ernsthafte Erkrankungen hinter der Inkontinenz. Medikamente oder Operationen helfen, die Symptome abzuschwächen.

Inkontinenz beim Hund

Wenn der Hund den Urin nicht hält
Bis zu einem Alter von etwa 5 Monaten ist es völlig normal, dass ein Hund den Urin nicht halten kann. Von Blasenschwäche sind häufig ältere Tiere und insbesondere kastrierte Hündinnen betroffen.

Es passiert im Stehen, im Rennen oder während des Liegens. Häufig nachts. Der Hund verliert unkontrolliert Urin. Oft bemerkt es das Tier nicht. Die Urinmenge ist unterschiedlich. Sie reicht von ein paar Tropfen bis zu regelrechten Pfützen. Nicht nur für den Hundebesitzer, besonders für das Tier selbst ist die Inkontinenz belastend. Hunde sind von Hause aus reinliche Tiere. Sie vermeiden es, sich selbst zu beschmutzen. Verlieren Sie Urin und riechen danach, leiden sie psychisch stark darunter.

Ursachen für eine Blasenschwäche beim Hund

Blasenschwäche bei Hunden
Inkontinenz bei Hunden kommt öfter vor. Die Ursachen sind vielfältig.
Bildquelle: Javier Brosch – stock.adobe.com

Da es besonders häufig nachts zum Harnträufeln kommt, bleibt das Problem zunächst oft unbemerkt. Es zeigt sich durch ein feuchtes Hundekörbchen und nach Urin riechendes Fell. Diese Art der Inkontinenz tritt vornehmlich bei kastrierten oder alten Hündinnen auf. Grund ist ein schwacher Schließmuskel im Bereich des Blasenausgangs. Die Schwäche entsteht durch eine Abnahme der weiblichen Geschlechtshormone, Östrogene genannt. Die Anatomie der weiblichen Harnorgane verstärkt das Risiko im Alter eine Harninkontinenz zu entwickeln. So ist die Harnröhre bei Hündinnen gerader und kürzer als bei Rüden. Dies erleichtert den Weg des Harns nach außen.

Blasenschwäche bei kastrierten Hündinnen

Etwa 30 % aller großen kastrierten Hündinnen entwickeln eine Harninkontinenz. Bei einer Kastration entfernt der Tierarzt die Gebärmutter und die Eierstöcke. Hierdurch sinkt die Konzentration an weiblichen Geschlechtshormonen, deren Produktion maßgeblich in den Eierstöcken stattfindet. Folge ist ein schlaffer Blasenschließmuskel.

Alte Tiere können aufgrund einer Demenz ungewollt Urin verlieren. Sie bemerken den Harndrang nicht und vergessen ihre Gassigeh-Routine. Ist der Blasenschwäche ein Unfall oder eine Rückenverletzung vorausgegangen, kommt eine neurologische Ursache in Frage. Einige anatomische Besonderheiten äußern sich außerdem in Form einer Inkontinenz. Um den Grund des Problems herauszufinden, ist eine Untersuchung durch den Tierarzt unabdingbar.

Weitere Ursachen für eine Blasenschwäche bei Hunden sind:

  • Traumata
  • Stress
  • Blasenentzündung
  • innere Erkrankungen wie Nierenfunktionsstörungen und Tumore der Blase

Risikofaktoren für eine Blasenschwäche beim Hund

alter Hund
Wenn Hunde älter werden, bekommen sie genau wie Menschen hier und da Probleme mit der Gesundheit.

Begünstigende Faktoren für eine schwache Hundeblase sind vielfältig. Am einflussreichsten ist eine stattgefundene Kastration. Weitere Risikofaktoren sind:

  • fortgeschrittenes Alter
  • weibliches Geschlecht
  • Übergewicht
  • Größe
  • Rasse

So sind kleinere Hunde seltener betroffen als große. Etwa 10 % der kastrierten kleinen Hündinnen entwickeln eine Blasenschwäche. Bei großen Tieren ist die Zahl 3-mal so hoch.

Unabhängig von der Größe, spielt die Hunderasse eine Rolle. So sind Riesenschnauzer, Boxer, Rottweiler und Dobermänner sehr häufig betroffen. Seltener ist die Harninkontinenz hingegen bei Berner Sennenhunden und Schäferhunden. Unter den kleinen Hunderassen ist der Dackel und der Spaniel selten betroffen.

Zeitliches Auftreten der Harninkontinenz nach Kastration

Ist eine Blasenschwäche beim Hund durch die Kastration bedingt, tritt sie meist nicht sofort auf. Oft zeigen sich erste Anzeichen erst 3 bis 5 Jahre nach der Operation. Mitunter ist bei einem späteren Beginn der Inkontinenz die Kastration ursächlich.

Blasenschwäche beim jungen Hund

Eine Fehlmündung der Harnleiter kann zu einem unkontrollierten, tröpfelnden Harnabgang bei Hunden führen. Labradore und Golden Retriever sind öfter davon betroffen.

Eine Besonderheit stellt die Inkontinenz beim Welpen dar. Sie fällt dadurch auf, dass das Tier nicht stubenrein wird. Der Besitzer ist hier rasch überfordert und zweifelt an seiner Hundeerziehung. Die Ursache ist jedoch meist anderer Art. Alle Hunde haben das Bedürfnis, stubenrein zu sein. In der Regel geschieht dies im Alter von 3 bis 4 Monaten. Suchen Sie den Tierarzt auf, wenn dieser Entwicklungsschritt ausbleibt. Gegebenenfalls steckt eine körperliche Ursache dahinter. So ist eine Fehlmündung der Harnleiter möglich. Diese leiten normalerweise den Harn von den Nieren in die Blase. Diese sammelt den Urin bis zur Ausscheidung über die Harnröhre. Münden die Harnleiter direkt in die Harnröhre, ist ein permanenter tröpfelnder Harnabgang die Folge.

Folgende Rassen sind hiervon besonders häufig betroffen:

  • Labrador
  • Golden Retriever
  • Boxer
  • Briard
  • Husky

Verständnis und Geduld beim inkontinenten Hund

Reagieren Sie verständnisvoll, wenn Ihr Tier unkontrolliert Harn verliert. Halten Sie sich immer wieder vor Augen, dass der Hund selbst darunter leidet. Es steckt keine Absicht hinter dem Harnabgang. Suchen Sie den Tierarzt auf. Dieser geht der Ursache nach und berät Sie bezüglich einer Behandlung.

Diagnose der Blasenschwäche beim Hund

Zur Diagnostik bei einer Inkontinenz gehört die Anamnese und körperliche Untersuchung. Die Analyse einer Urin- und Blutprobe folgt. Ein Ultraschall oder eine Röntgenaufnahme ergänzen die Untersuchung.

Behandlung der Blasenschwäche beim Hund

Hunde beim Tierarzt
Mitunter muss der Vierbeiner operiert werden.

Die Therapie der Inkontinenz ist abhängig von der Ursache. Bei Tumoren, einer Fehlmündung des Ureters oder Harnsteinen ist meist eine Operation nötig. Bei neurologischen Problemen ist ein operativer Eingriff ebenfalls oft die Lösung des Problems. Die kastrationsbedingte Blasenschwäche spricht hingegen gut auf Medikamente an. Hierbei kommen Mittel aus der Arzneimittelklasse der Sympathomimetika zum Einsatz. Diese erhöhen die Muskelspannung (med. Tonus) des Blasenschließmuskels. Gelegentlich kommen Östrogenpräparate zum Einsatz. Alternative Heilverfahren wie Akupunktur, Neuraltherapie und Homöopathie helfen ebenfalls. Hier eignen sich Präparate mit den Wirkstoffen Staphisagria, Causticum und Bärentraube.

Liegt eine Blasenentzündung vor, beseitigen Antibiotika rasch die Blasenschwäche.

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Allgemeine Maßnahmen bei einer Blasenschwäche des Hundes

Ob saugfähige Unterlagen hilfreich sind, müssen Sie ausprobieren.

Gehen Sie häufig und zu festen Zeiten mit Ihrem Tier Gassi. Reinigen Sie verschmutztes Fell und verschmutzte Gegenstände zeitnah und gründlich. Waschen Sie Textilien hierzu bei 95° C. So minimieren Sie die psychische Belastung für Ihr Tier. Spezielle Hundewindeln und saugfähige Unterlagen vermeiden Verunreinigungen der Umgebung.

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Blasenschwäche beim Hund vorbeugen

Eine gesunde Lebensweise zahlt sich langfristig aus. Wer seinem Tier vitale Kost und eine ausreichende Trinkmenge zur Verfügung stellt und auf ein Normalgewicht achtet, reduziert das Risiko. Etablieren Sie regelmäßige Gassigehrunden in Ihren Tagesablauf. Überlegen Sie, ob eine Kastration bei Ihrer Hündin wirklich nötig ist. Wenn Sie sich für die Entfernung der Eierstöcke entscheiden, sollte die Operation vor der ersten Läufigkeit stattfinden.

Blasenschwäche beim Hund

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Stand vom: 25.05.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.