Sind Coronaviren für Hund und Katze gefährlich?

Angst bei Tierbesitzern unbegründet

Covid-19 bestimmt den Alltag im Frühjahr 2020: Homeoffice, geschlossene Theater und Fitnessstudios, ausbleibende Besuche im Altenheim – das Zauberwort dieser Tage lautet Social Distancing. Doch was ist mit unseren Haustieren? Sind diese ebenfalls gefährdet? Können Sie die neuartigen Coronaviren übertragen?

Ist das neuartige Coronavirus gefährlich für Haustiere?

Erreger der Lungenkrankheit Covid-19: das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2.

Nach heutigem Kenntnisstand ist das Coronavirus SARS-CoV-2 für Haustiere nicht gefährlich (Stand vom 25.03.2020).

In der Presse war von einem Hund aus Hongkong zu lesen, der positiv auf den neuartigen Virus getestet wurde. Kurze Zeit später verstarb das Tier. Die Nachricht versetzte viele Hundehalter in Panik. Doch dazu gibt es keinen Grund. Die Coronaviren wurden auf der Schnauze des Tieres gefunden. Da die Hundebesitzerin an Covid-19 erkrankt war, ist dies nicht weiter verwunderlich. Der Zwergspitz kam 2 Wochen lang getrennt von seiner Halterin in Quarantäne. Das ist für einen 17 Jahre alten Hund eine Herausforderung, die sehr viel Kraft kostet. Da Zwergspitze ohnehin nur bis zu 16 Jahre alt werden, hat der kleine Vierbeiner die Gesamtsituation nicht überstanden. 

Können Hunde und Katzen nicht doch an Coronaviren erkranken?

Katze und Hund
Des Deutschen liebste Haustiere sind Katze und Hund. Viele Tierbesitzer sind verunsichert: Kann der neuartige Coronavirus meinem Haustier etwas anhaben?

Obwohl sich Hunde und Katzen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mit Covid-19 infizieren können, sind Erkrankungen mit Coronaviren bei Haustieren längst bekannt. Dabei handelt es sich jedoch um andere Arten des Coronavirus.

Coronavirus bei Hunden

Labrador im Wald
Müssen Hundehalter um Ihren Vierbeiner bangen?

Die Caninen Coronaviren CCoV I und CCoV II verursachen bei Hunden Durchfall. Insbesondere junge Welpen sind von diesen Symptomen bei einer Infektion mit Coronaviren betroffen. Gegen die Durchfall-verursachenden Coronaviren gibt es einen Impfstoff. Es wird jedoch selten geimpft, da die Erkrankung eher harmlos ist. Vorsicht ist jedoch bei noch sehr jungen Welpen geboten, insbesondere dann, wenn es zu Mehrfachinfektionen kommt. Gemeinsam mit dem Parvovirus kann ein tödlicher Verlauf eintreten. Außerdem wurde kürzlich ein CCoV-Stamm entdeckt, der sehr aggressiv ist und insbesondere bei Welpen auftaucht, die in Zwingern unter schlechten Bedingungen heranwachsen.

Die Viren sind sehr robust. Sie bleiben lange Zeit aktiv und überleben auch in gefrorenem Kot. Eine Übertragung kann vermieden werden, wenn der Kot erkrankter Tiere eingesammelt wird.

 Das Canine Respiratorische Coronavirus CCRCoV verursacht Atemwegsprobleme. Die Erkrankung ist auch unter dem Begriff „Zwingerhusten“ bekannt und wird über Tröpfcheninfektion verbreitet.

Coronavirus bei Katzen und anderen Haustieren

Katze
Ist die Katze durch Coronaviren bedroht?

Bei Katzen lösen Coronaviren ebenfalls Durchfallerkrankungen aus. Gelegentlich kommt es dabei auch zu Fieber. Eine Mutation des Felinen Coronavirus (FCoV) löst die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) aus. Diese Infektionskrankheit ist tödlich. Betroffen sind vor allem Katzen unter einem Jahr, die in sehr engen Verhältnissen leben.

Auch bei noch sehr jungen Meerschweinchen kann eine Infektion mit Coronaviren tödlich verlaufen. Bei Schweinen lösen Coronaviren ebenfalls eine Durchfallerkrankung, die sogenannte epizootische Virusdiarrhoe, aus. Bei Frettchen kommen Coronaviren als Ursache für systemische granulomatöse (geschwulstbildende) Entzündungen in Frage. All diese Erreger stellen für den Menschen jedoch keine Gefahr dar. Sie sind klar von SARS-CoV-2 zu unterscheiden.

Übertragen Haustiere das neuartige Coronavirus?

Wir schmusen mit unseren Haustieren
Viele Viren werden über Schmierinfektionen übertragen. Der neuartige Coronavirus kann mit einem Kuss von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Doch wie ist es, wenn wir mit unserem Haustier schmusen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht aktuell keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus für den Menschen darstellen (Stand vom 25.03.2020). Dies wird durch das European Centre für Disease Control (ECDC) und das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das sogenannte Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt.

Obwohl Haustiere selbst augenscheinlich nicht Träger der Viren sind, können sie ggf. zu einem winzigen Prozentsatz im Rahmen einer Schmierinfektion Viren übertragen. Wenn eine mit Coronaviren infizierte Person das Tier liebkost, können Viren auf das Fell übergehen. Wird das Tier im Anschluss von einer gesunden Person gestreichelt, wäre eine Übertragung der Viren möglich.

Bisher ist jedoch noch kein Fall bekannt, bei dem es zu diesem Übertragungsweg gekommen sei. In klinischen Tests zeigte sich lediglich, dass SARS-CoV-2 auf glatten Oberflächen bis zu 36 Stunden überlebt. Feuchtigkeit ist dabei ein wichtiger Faktor. Experten gehen davon aus, dass das Fell von Tieren kein gutes Medium für Viren darstellt.

Welche Hygienemaßnahmen sollten Tierbesitzer im Zusammenhang mit den Coronaviren umsetzen?

Frau und Katze beim Schmusen
Wir schmusen gern mit unseren Haustieren: Das macht den Weg für viele Krankheitserreger frei. Verzichten Sie jetzt ganz besonders darauf, Ihren Liebling zu küssen.

Sie sollten vermeiden, dass Ihr Hund oder Ihre Katze Ihnen durch das Gesicht schleckt. Falls es doch passiert, waschen Sie sich gründlich mit Wasser und Seife ab. Zudem sollten Sie regelmäßig und insbesondere nach Kontakt mit Ihrem Tier die Hände waschen. Verzichten Sie darauf, Ihr Haustier zu küssen. Das ist ein Rat, den Sie auch sonst befolgen sollten. Denn es gibt in der Tat eine Reihe an Zoonosen, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können.

Weitere Maßnahmen, etwa eine Trennung oder Quarantäne von Hunden und Katzen ist nicht notwendig. Verwenden Sie weder Atemmasken noch Desinfektionsmittel bei Ihrem Haustier. Das bedeutet nicht nur Stress, sondern schädigt Haut und Schleimhaut Ihres Lieblings.

Was passiert mit Hunden, wenn der Hundehalter in Quarantäne muss?

Hund und Frauchen
Viele bieten Ihre Hilfe an und gehen mit dem Hund Gassi, wenn sich der Hundehalter in Quarantäne befindet.

Wenn bei Ihnen der Verdacht auf Covid-19 besteht oder wenn Sie bereits positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, dann dürfen Sie Ihre Wohnung nicht mehr verlassen. Ihr Hund darf bei Ihnen bleiben. Bitten Sie Freunde und Familie darum, mit dem Hund Gassi zu gehen. In vielen Orten haben sich Helfergruppen gegründet, die anbieten den Hund auszuführen. Informieren Sie sich über entsprechende Nachbarschafts-Apps und Social-Media-Gruppen.

Achten Sie und vor allem auch Ihre Helfer auf eine entsprechende Hygiene:

  1. Halten Sie mit Ihrem Gesicht Abstand zum Hund.
  2. Hundesitter sollten eine eigene Hundeleine nutzen.
  3. Reinigen Sie Ihre Hände nach Abgabe des Hundes gründlich.
  4. Die Übergabe erfolgt ohne Kontakt mit der infizierten Person. Der Hundesitter darf die Wohnung des Covid-19-Patienten nicht betreten.

Achten Sie außerdem auf den Gesundheitszustand Ihres Tieres. Zeigt das Haustier ebenfalls Krankheitsanzeichen? Ist dies der Fall, informieren Sie das zuständige Gesundheitsamt. Dies entscheidet gemeinsam mit dem Veterinäramt, ob eine Beprobung und Betestung des Tieres auf SARS-CoV-2 sinnvoll ist.

Eine vorübergehende Unterbringung in einem Tierheim ist möglich. Diese Maßnahme bedeutet jedoch Stress für den Vierbeiner. Daher sollten Sie genau überlegen, ob Sie andere Möglichkeiten nutzen.

Haustiere und Coronaviren

Darf ich bei Ausgangssperre mit meinem Hund Gassi gehen?

Selbstverständlich dürfen nichtinfizierte Hundehalter in Wohnungsnähe mit ihrem Hund spazieren gehen.

Weitere Informationen zur Infektion mit dem neuartigen Coronavirus: Covid-19

Unser Apothekertipp: In diesen schwierigen Zeiten achten wir besonders auf ein starkes Immunsystem. Gönnen Sie auch Ihrem Hund und Ihrer Katze eine extra Portion Vitamine und Mineralstoffe:

PHA MultiVitalStick für Hunde  |  LaPura Lachsöl mit Omega-3 für Hunde und Katzen  |  cdVet Bio-Arganöl für Hunde und Katzen


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Stand vom: 25.03.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen. 

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