Polidocanol

Das Lokalanästhetikum lindert Juckreiz und Schmerzen

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Viele Erkrankungen äußern sich in diesem Bereich. Die häufigen Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und Schmerzen können den Alltag sehr belasten. Polidocanol in Salben und Cremes verschafft Linderung.

Allgemeines zu Polidocanol

Neurodermitis mit Salben behandeln
Neurodermitis wird mit Salben behandelt, in denen häufig der Inhaltsstoff Polidocanol vorkommt.

Polidocanol ist ein lokales Betäubungsmittel, auch Oberflächen-Anästhetikum oder Lokalanästhetikum genannt. Dies bedeutet, dass der Arzneistoff eine örtliche Betäubung bewirkt, wenn er auf die Haut aufgetragen wird. Damit dient Polidocanol zur Behandlung von Juckreiz und leichten Schmerzen bei Hautinfektionen. Auch bei Entzündungen der Mundschleimhaut, Lippen und dem Zahnfleisch können Salben mit Polidocanol Linderung verschaffen.

Polidocanol wird hauptsächlich zur äußeren Anwendung in Form von Salben, Cremes oder Gelen hergestellt. Es lässt sich gut mit Wasser vermischen und reinigt Wunden. Der Wirkstoff kann ebenso als Injektion verabreicht werden. In dieser Form dient er zur Behandlung und Verödung von Krampfadern, Besenreisern oder Hämorrhoiden.

Anwendungsgebiete von Polidocanol

Juckreiz
Gegen Juckreiz helfen Arzneimittel mit Polidocanol.

Polidocanol wird in einer 0,5- bis 10-prozentigen Konzentration in Salben, Cremes und Gelen zur Linderung von Schmerzen und Juckreiz auf der Haut verwendet. Diese Beschwerden können aufttreten bei:

Schon gewusst?

Viele Hauterkrankungen werden von einem Juckreiz (med. Pruritus) und Schmerzen im betroffenen Bereich begleitet. Nicht selten besteht ein Spannungsgefühl. Der Juckreiz quält die Betroffenen meist besonders stark und dem Drang, sich zu Kratzen um dadurch zumindest kurz Linderung zu verspüuren, kann kaum jemand auf Dauer widerstehen. Starke Reizungen, Schuppungen und Verletzungen bis hin zu Blutungen und Infektionen sind die Folge. Auf lange Sicht bleibt eine Narbenbildung kaum aus. Das Lokalanästhetikum Polidocanol lindert den Juckreiz und Schmerzen, verbessert so das Wohlbefinden und beugt Folgebeschwerden effektiv vor.

Polidocanol lindert als lokales Oberflächen-Anästhetikum auch Schmerzen von Wunden auf der Mundschleimhaut, dem Zahnfleisch und den Lippen.

Als Injektion wird der Wirkstoff Polidocanol für die Verödung von Krampfadern und zur Behandlung von Hämorrhoiden eingesetzt.

Unsere Produkttipps für Polidocanol: RECESSAN® Schmerzbetäubende Salbe für die MundschleimhautAnaesthesulf® Lotio bei Windpocken und Gürtelrose | Optiderm® Fettcreme bei Neurodermitis

Wirkungsweise von Polidocanol

Besenreiser-Varikose
Veränderungen der kleinsten Venen sind unter dem Namen “Besenreiser” bekannt. Zur Behandlung von Besenreisern und Krampfadern dient der Wirkstoff Polidocanol.

Als Mittel zur örtlichen Betäubung wird Polidocanol auf die Haut oder die Schleimhaut aufgetragen. Dort bewirkt das Medikament, dass die Nerven vorübergehend den Schmerz- oder Juckreiz nicht weiterleiten und blockiert damit das Schmerzempfinden.

Für die Verödung von Krampfadern oder Hämorrhoiden wird Polidocanol in die jeweilige Blutbahn gespritzt. Anschließend werden die Wände der Blutbahn mit einem Kompressionsverband zusammengepresst. Das Blutgefäß verhärtet sich und der Körper wandelt das verödete Gefäß in Bindegewebe um.

Hämorrhoiden und Krampfadern behandeln ohne Operation: Polidocanol machts möglich

Polidocanol wird auch Macrogollaurylether 9 bezeichnet und gehört damit zu den Ethern der Polyethylenglykole (Macrogole). Neben seinem Einsatz als Oberflächen-Anästhetikum, kann es auch bei Erkrankungen helfen, die sich in Form von oberflächlichen, erweiterten Blutgefäßen äußern. Wird die Substanz in Venen gespritzt (med. injiziert), schädigt es die Innenschicht der Gefäßwand, das Endothel. Werden diese Gefäße anschließend z. B. durch einen Druckverband zusammengedrückt (med. komrimiert), erfolgt ein Verschluss der Blutbahn in diesem Bereich. Krampfadern, Besenreiser und Hämorrhoiden werden so verödet und nach und nach vom Körper in Bindegewebe umgewandelt. Die erweitereten Gefäßabschnitte gehören der Geschichte an!

Gegenanzeigen

Thrombose: Schmeatische Darstellung
Patienten, die liegen müssen und zur Bilderung von Blutgerinnseln neigen, sollten auf die Gabe von Policocanol verzichten.

Als Mittel zur Verödung von Krampfadern und Besenreisern sollte Polidocanol nicht bei Patienten eingesetzt werden, die bereits allergisch und überempfindlich auf den Wirkstoff reagiert haben.

Ein Risiko besteht auch bei Patienten, die bettlägerig sind und zu Thrombosen neigen, sowie bei vorliegender arterieller Verschlusskrankheit.

Zur Anwendung auf der Haut ist Polidocanol auch für Schwangere und Kinder unbedenklich.

Schon gewusst?

Eine Schädigung des Endothels, der innersten Schicht von Blutgefäßen, führt zu einer Änderung der Fließeigenschaften des Blutes und regt die Blutgerinnung an. So können sich leichter kleine Blutpfropfen, die Thromben, bilden. Patienten, die bereits ein höheres Risiko für die Entstehung von Thrombose haben, sollten deshalb auf die Anwendung von Polidocanol zur Gefäßverödung verzichten. Hierzu zählen u. a. Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit, Blutgerinnungsstörungen und Krebserkrankungen.

Polidocanol und seine Wechselwirkungen

Bei der Anwendung als Salbe und ähnlichem sind keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt.

Bei der Gabe als Injektion ist zu beachten, dass Polidocanol in Zusammenhang mit anderen Anästhetika Herzrhythmusstörungen auslösen kann.

Mögliche Nebenwirkungen von Polidocanol

Kopfschmerzen
Kopfschmerzen zählen zu den sehr seltenen Nebenwirkungen des Oberflächenanästhetikums.

Bei einer äußerlichen Anwendung von Polidocanol auf der Haut wurden keine gravierenden Nebenwirkungen beobachtet. Es können in Einzelfällen Überempfindlichkeitsreaktion auftreten, wie:

  • Brennen
  • Schwellungen
  • Hautrötungen

Bei der Verwendung als Injektion können vorübergehend Schmerzen an der Einstichstelle auftreten. Häufig beobachtet wurden auch:

  • Blutergüsse
  • Blutungen
  • Dunkelfärbungen der Haut

Seltener treten unerwünschte Wirkungen auf, wie:

  • allergische Entzündungsreaktionen
  • Schwellungen oder Verletzung der Nerven

Äußerst selten sind Reaktionen wie:

Hinweis: Das Auftreten der Nebenwirkungen ist abhängig von der Dosis des Wirkstoffs und auch von der gesundheitlichen Verfassung des Patienten.


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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Stand vom: 12.08.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.