
Die Pest, Masern, Kinderlähmung – all diese Krankheiten waren früher alltäglich. Heutzutage sind sie zumindest in unseren Breitengraden eine Seltenheit bzw. komplett ausgerottet. Eine Tatsache, die wir Impfungen zu verdanken haben. Impfungen beugen Erkrankungen vor und bieten einen Schutz der Gesellschaft vor teils existenzbedrohenden Epidemien.
Das Wichtigste in Kürze
- Impfungen schützen vor schweren Infektionskrankheiten, indem sie das Immunsystem gezielt auf bestimmte Krankheitserreger vorbereiten. Nach der Impfung bildet der Körper Antikörper und Gedächtniszellen, sodass er bei einem späteren Kontakt mit dem Erreger schneller reagiert. Dadurch kann der Ausbruch einer Krankheit verhindert oder ihr Verlauf deutlich abgeschwächt werden.
- Es gibt verschiedene Impfstoffarten, darunter Lebendimpfstoffe, Totimpfstoffe, Toxoid-Impfstoffe und genbasierte Impfstoffe. Viele Impfungen müssen nach einer Grundimmunisierung regelmäßig aufgefrischt werden, damit der Schutz erhalten bleibt. Impfempfehlungen werden in Deutschland von der Ständigen Impfkommission, kurz STIKO, ausgesprochen und regelmäßig aktualisiert.
- Impfstoffe sind im Allgemeinen gut verträglich. Häufig treten nur leichte Impfreaktionen wie Rötungen, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Fieber auf. Besonders wichtig ist der sogenannte Herdenschutz: Wenn viele Menschen geimpft sind, profitieren auch Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, etwa Menschen mit Immunschwäche, Schwangere oder Neugeborene.
Impfungen verhindern schwerwiegende Erkrankungen
Ein Impfstoff ist ein biologischer Arzneistoff, den Ärzte zur Aktivierung des Immunsystems gegen einen bestimmten Krankheitserreger einsetzen. Er besteht meist aus Protein und den abgeschwächten oder abgetöteten Erregern einer bestimmten Krankheit. Das Immunsystem bildet nach Zuführung des Impfstoffs Antikörper gegen den Krankheitserreger. So rüstet es sich gegen den Keim. Kommt es später zu einer akuten Ansteckung mit dem entsprechenden Erreger, bekämpfen ihn die bereits vorhandenen Antikörper direkt verhindern den Ausbruch der Erkrankung. Die Anwendung eines Impfstoffes heißt Impfung oder Schutzimpfung. Oft erhalten die Patienten eine Injektion. Manchmal sind auch Schluckimpfungen möglich.
In den letzten Jahren gibt es immer wieder Debatten über das Impfen. Viele fürchten schwerwiegende Nebenwirkungen. Fakt ist jedoch, dass Ärzte mit den Schutzimpfungen schwere Krankheiten und gar Todesfälle verhindern. Impfen ist daher im Sinne des Einzelnen und der Gemeinschaft notwendig.
Schon gewusst?
Die Empfehlungen bezüglich der Durchführung von Impfungen werden von der „Ständigen Impfkommission“ (kurz „STIKO“) des Robert-Koch-Instituts beschlossen und regelmäßig aktualisiert. Ihr Arzt wird Sie außerdem ausführlich dazu beraten.
Formen von Impfstoffen
Experten unterscheiden mehrere Formen von Impfstoffen:
- Lebendimpfstoffe: Sie bestehen aus lebenden, vermehrungsfähigen aber stark abgeschwächten Viren oder Bakterien. Die Immunwirkung ist langanhaltend, manchmal sogar lebenslang. Sehr selten kommt es zu ernsten Nebenwirkungen. Lebendimpfstoffe setzen Ärzte zur Immunisierung gegen sogenannte Kinderkrankheiten, wie Mumps, Masern, Röteln und Windpocken sowie Gelbfieber und Tuberkulose, ein.
- Totimpfstoffe: Sie bestehen aus abgetöteten oder inaktiven Viren, Bakterien oder Bakterienbestandteilen. Die Krankheitserreger haben nicht mehr die Fähigkeit, sich zu vermehren. Die Immunwirkung lässt allerdings nach einiger Zeit nach, sodass Ärzte die Impfung in regelmäßigen Abständen auffrischen müssen. Totimpfstoffe setzt das medizinische Personal unter anderem gegen Influenza, Tollwut, Fleckfieber, Cholera, Hepatitis A und B sowie Meningokokkeninfektionen ein.
- Toxine: Sie kommen zum Einsatz, wenn nicht die Erreger selbst die Krankheit auslösen, sondern das Gift (Toxin), das sie produzieren. Zur Immunisierung wird inaktives Toxin des Krankheitserregers als Impfung verabreicht. Toxine verwendet man beispielsweise bei Diphtherie und Tetanus.
- Genbasierte Impfstoffe: Im Kampf gegen Covid-19 kommt erstmalig diese Form des Impfstoffes zum Einsatz. Genbasierten Impfstoffe enthalten ausgewählte Gene des Virus in Form von messenger-RNA (m-RNA). Diese rufen nach der Injektion die Bildung von ungefährlichen Virusproteinen hervor und erzeugt somit den Aufbau des Immunschutzes.
Darreichung von Impfstoffen
Impfstoffe bestehen in den meisten Fällen aus Protein und dürfen daher nicht mit der Magensäure in Berührung kommen. Daher verabreichen Ärzte Impfstoffe in der Regel per Injektion direkt in die Blutbahn. Eine Ausnahme bildet die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung.
Schon gewusst?
Bei vielen Impfstoffen handelt es sich um Kombinationsimpfstoffe. So impfen Ärzte mit einer Injektion gegen mehrere Erkrankungen gleichzeitig. Ein Beispiel hierfür ist die Impfung gegen Tetanus, die meist mit Diphtherie, Polio und Keuchhusten kombiniert ist.
Wirkung von Impfstoffen
Für die Wirksamkeit von Impfungen nutzen wir die Abwehrreaktion des Immunsystems aus. Bei einer Ansteckung bekämpft die körpereigene Abwehr die Krankheitserreger entweder mittels Abwehrzellen oder es bilden sich Antikörper, die den jeweiligen Erreger unschädlich machen. Zusätzlich generiert der menschliche Organismus sogenannte „Gedächtniszellen“ (Memoryzellen). Sie bewirken, dass das Immunsystem die Krankheitserreger schneller und effektiver abwehren kann, falls diese den Körper erneut befallen. Auf diese Weise tritt die Schutzwirkung einer Impfung in Kraft: durch die schnelle Abwehr des „geschulten“ Immunsystems treten die Krankheitssymptome gar nicht erst auf.
Nebenwirkungen von Impfungen

Impfstoffe sind im Allgemeinen gut verträglich. Häufigere Nebenwirkungen sind leichte Rötungen und Schmerzen im Bereich der Einstichstelle, die aber rasch abklingen.
Die Impfstoffe täuschen dem Körper eine Infektion vor. Das Immunsystem bildet die entsprechenden Antikörper gegen die Krankheitserreger und gleichzeitig auch Gedächtniszellen. Manchmal kann es nach solchen Impfungen zu leichten Krankheitsanzeichen kommen, wie:
- allgemeines Erschöpfungsgefühl
- Müdigkeit
- Fieber
- Hautausschlag, der der Erkrankung ähnelt (z. B. bei Masern)
Treten diese leichten Krankheitssymptome auf, hilft Schonung und Ruhe. Eine Ansteckungsgefahr besteht nach der Impfung nicht. Auf eine stärkere körperliche Belastung z. B. durch Sport sollten Sie nach jeder Impfung für einige Tage verzichten. Lokale Reaktionen im Bereich der Einstichstelle lindern Sie mit einfachen Mitteln. So hilft Kühlen gegen Schmerzen und Schwellungen.
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Meistens reicht eine Impfung nicht aus, um sofort einen effektiven Schutz zu gewähren. Oft sind mehrere Impfungen innerhalb eines kurzen Zeitraumes notwendig, bis das Abwehrsystem ausreichend Schutzmechanismen entwickelt hat. Danach empfiehlt sich eine Auffrischungsimpfung.
Da Sie durch die Injektion von Impfstoffen das Immunsystem belasten, sollten Sie eine Impfung nur bei voller Gesundheit durchführen. Die Abwehr anderer Erkrankungen ist sonst eingeschränkt und der Verlauf länger und schwerer.
Vorsicht bei geschwächtem Immunsystem und Schwangerschaft
Bei Personen mit einer Immunschwäche, bestimmten Erkrankungen oder bei schwangeren Frauen lösen die abgeschwächten Krankheitserreger unter Umständen ernste Infektionen aus. Daher ist in diesen Fällen von einer Impfung häufig abzuraten. Auch bei Früh- und Neugeborenen führen wir Impfungen oftmals nicht so durch wie bei gesunden Menschen. Gerade diese Gruppe profitiert vom Herdenschutz. Dies bedeutet, dass wenn der Großteil einer Bevölkerung gegen eine Erkrankung geimpft ist, auch einzelne ungeimpfte Personen vor der Erkrankung geschützt sind, weil sie nicht mehr auftritt. Heutzutage sehen immer mehr Menschen von der Durchführung einiger Impfungen ab. Dies bedeutet nicht nur eine Gefahr für die Person selbst, sondern v. a. für Bevölkerungsmitglieder, die nicht geimpft werden können.
FAQ zu Impfungen
Was ist eine Impfung?
Eine Impfung ist eine medizinische Maßnahme, bei der ein Impfstoff verabreicht wird, um das Immunsystem gegen einen bestimmten Krankheitserreger zu aktivieren. Ziel ist es, den Körper auf eine mögliche spätere Infektion vorzubereiten.
Wie wirken Impfungen?
Impfungen regen das Immunsystem dazu an, Antikörper und Gedächtniszellen zu bilden. Kommt der Körper später mit dem echten Erreger in Kontakt, kann das Immunsystem schneller reagieren und die Krankheit verhindern oder abschwächen.
Welche Arten von Impfstoffen gibt es?
Es gibt mehrere Impfstoffarten: Lebendimpfstoffe enthalten stark abgeschwächte Erreger, Totimpfstoffe enthalten abgetötete oder inaktive Erregerbestandteile, Toxoid-Impfstoffe richten sich gegen Bakteriengifte und genbasierte Impfstoffe enthalten genetische Informationen zur Bildung ungefährlicher Virusbestandteile.
Warum müssen manche Impfungen aufgefrischt werden?
Bei einigen Impfstoffen lässt die Schutzwirkung mit der Zeit nach. Deshalb sind Auffrischungsimpfungen notwendig, damit das Immunsystem weiterhin zuverlässig auf den Erreger reagieren kann.
Welche Nebenwirkungen können nach einer Impfung auftreten?
Häufige Impfreaktionen sind leichte Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Auch Müdigkeit, Erschöpfung, Fieber oder ein leichter Hautausschlag können auftreten. Diese Beschwerden klingen meist rasch wieder ab.
Besteht nach einer Impfung Ansteckungsgefahr?
In der Regel besteht nach einer Impfung keine Ansteckungsgefahr. Leichte Symptome nach der Impfung sind eine Reaktion des Immunsystems und kein Zeichen einer echten, ansteckenden Erkrankung.
Sollte man nach einer Impfung Sport treiben?
Nach einer Impfung sollte starke körperliche Belastung, zum Beispiel intensiver Sport, für einige Tage vermieden werden. Ruhe und Schonung unterstützen den Körper bei der Immunreaktion.
Wer sollte vor einer Impfung ärztlichen Rat einholen?
Menschen mit geschwächtem Immunsystem, bestimmten Erkrankungen, Schwangere sowie Früh- und Neugeborene sollten vor einer Impfung ärztlich beraten werden. In manchen Fällen sind bestimmte Impfungen nicht oder nur eingeschränkt geeignet.
Was bedeutet Herdenschutz?
Herdenschutz bedeutet, dass auch ungeimpfte Personen geschützt werden können, wenn ein großer Teil der Bevölkerung geimpft ist. Dadurch verbreitet sich eine Krankheit schlechter oder tritt kaum noch auf.
Wer gibt Impfempfehlungen in Deutschland heraus?
In Deutschland gibt die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, am Robert Koch-Institut Impfempfehlungen heraus. Ärzt:innen beraten zusätzlich individuell dazu, welche Impfungen sinnvoll sind.
Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch ärztliches Personal.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
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Stand vom: 12.12.2026








