Impfstoffe

Impfungen schützen vor schwerwiegenden Erkrankungen

Die Pest, Masern, Kinderlähmung – all diese Krankheiten waren früher alltäglich. Heutzutage sind sie zumindest in unseren Breitengraden eine Seltenheit bzw. komplett ausgerottet. Impfungen sei Dank. Ob als Injektion oder Schluckimpfung, sie beugen Erkrankungen vor und bieten einen Schutz der Gesellschaft vor teils existenzbedrohenden Epidemien.

Allgemeines zu Impfungen

Impfen
Impfungen retten Leben und verhindern Epidemien.

Ein Impfstoff ist ein biologischer Arzneistoff, der zur Aktivierung des Immunsystems gegen einen bestimmten Krankheitserreger eingesetzt wird. Er besteht meist aus Protein und den abgeschwächten oder abgetöteten Erregern einer bestimmten Krankheit. Wenn dem Körper ein solcher Impfstoff zugeführt wird, dann beginnt das Immunsystem Antikörper gegen den Krankheitserreger zu bilden. Dadurch wird das Immunsystem gegen den Krankheitserreger gerüstet. Kommt es später zu einer akuten Ansteckung mit dem entsprechenden Keim, können ihn die bereits vorhandenen Antikörper direkt bekämpfen und den Ausbruch der Erkrankung verhindern. Die Anwendung eines Impfstoffes heißt Impfung oder Schutzimpfung.

In den letzten Jahren werden immer wieder Debatten über das Impfen geführt. Fakt ist jedoch, dass mit den Schutzimpfungen schwere Krankheiten und gar Todesfälle verhindert werden können. Impfen ist daher im Sinne des Einzelnen und der Gemeinschaft notwendig.

Schon gewusst?

Die Empfehlungen bezüglich der Durchführung von Impfungen werden von der “Ständigen Impfkommission” (kurz “STIKO”) des Robert-Koch-Instituts beschlossen und regelmäßig aktualisiert. Ihr Arzt wird Sie außerdem ausführlich dazu beraten.

Formen von Impfstoffen

Lungentuberkulose: Lymphknoten schwellen an.
Tuberkulose ist eine sehr schwerwiegende Krankheit, an der weltweit 2 Millionen Menschen sterben – dabei gibt es einen Impfstoff.

Man kann mehrere Formen von Impfstoffen unterscheiden:

  • Lebendimpfstoffe: Sie bestehen aus lebenden, vermehrungsfähigen aber stark abgeschwächten Viren oder Bakterien. Die Immunwirkung ist langanhaltend, manchmal sogar lebenslang. Sehr selten kann es zu ernsten Nebenwirkungen kommen. Lebendimpfstoffe werden eingesetzt zur Immunisierung gegen sogenannte Kinderkrankheiten, wie Mumps, Masern, Röteln und Windpocken sowie Gelbfieber und Tuberkulose.
  • Totimpfstoffe: Sie bestehen aus abgetöteten oder inaktiven Viren, Bakterien oder Bakterienbestandteilen. Die Krankheitserreger können sich nicht mehr vermehren. Die Immunwirkung lässt allerdings nach einiger Zeit nach, sodass die Impfung aufgefrischt werden muss. Totimpfstoffe werden unter anderem gegen Influenza, Tollwut, Fleckfieber, Cholera, Hepatitis A und B sowie Meningokokkeninfektionen eingesetzt.
  • Toxine: Sie werden eingesetzt, wenn nicht die Erreger selbst die Krankheit auslösen, sondern das Gift (Toxin), das sie produzieren. Zur Immunisierung wird inaktives Toxin des Krankheitserregers als Impfung verabreicht. Toxine werden eingesetzt gegen Diphtherie und Tetanus.

Darreichung von Impfstoffen

Impfstoffe bestehen in den meisten Fällen aus Protein und dürfen daher nicht mit der Magensäure in Berührung kommen. Sie werden daher per Injektion direkt in die Blutbahn gespritzt. Eine Ausnahme bildet die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung.

Schon gewusst?

Bei vielen Impfstoffen handelt es sich um Kombinationsimpfstoffe. So wird mit einer Injektion gegen mehrere Erkrankungen gleichzeitig geimpft. Ein Beispiel hierfür ist die Impfung gegen Tetanus, die meist mit Diphterie, Polio und Keuchhusten kombiniert ist.

Wirkung von Impfstoffen

Impfen heißt Keuchhusten vorbeugen
Der Kinderarzt berät: Welche Impfungen sollten Sie durchführen und wann muss diese aufgefrischt werden. In einem Impfbuch werden alle Impfungen übersichtlich dokumentiert.

Für die Wirksamkeit von Impfungen wird die Abwehrreaktion des Immunsystems ausgenutzt. Bei einer Ansteckung werden die Krankheitserreger entweder von Abwehrzellen bekämpft oder es bilden sich Antikörper, die den jeweiligen Erreger unschädlich machen. Zusätzlich bilden sich sogenannte „Gedächtniszellen“ (Memoryzellen). Sie bewirken, dass das Immunsystem die Krankheitserreger schneller und effektiver abwehren kann, falls der Körper erneut davon befallen wird. Auf diese Weise tritt die Schutzwirkung einer Impfung in Kraft: durch die schnelle Abwehr des „geschulten“ Immunsystems treten die Krankheitssymptome gar nicht erst auf.

Nebenwirkungen von Impfungen

Fieber
Fieber ist eine mögliche Impfreaktion. Besonders Säuglinge sind hiervon betroffen.

Impfstoffe sind im Allgemeinen gut verträgliche. Häufigere Nebenwrikungen sind leichte Rötungen und Schmerzen im Bereich der Einstichstelle, die aber rasch abklingen.

Die Impfstoffe täuschen dem Körper eine Infektion vor. Das Immunsystem bildet die entsprechenden Antikörper gegen die Krankheitserreger und gleichzeitig auch Gedächtniszellen. Manchmal kann es nach solchen Impfungen auch zu leichten Krankheitsanzeichen kommen, wie:

  • allgemeines Erschöpfungsgefühl
  • Müdigkeit
  • Fieber
  • Hautausschlag der der Erkrankung ähnelt (z. B. bei Masern)

Treten diese leichten Krankheitssymptome auf, hilft Schonung und Ruhe. Eine Ansteckungsgefahr besteht nach der Impfung nicht. Auf eine stärkere körperliche Belastung z. B. durch Sport sollte nach jeder Impfung für einen Tage verzichtet werden. Lokale Reaktionen im Bereich der Einstichstelle können mit einfachen Mitteln gelindert werden. So hilft Kühlen gegen Schmerzen und Schwellungen.

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Meistens reicht eine Impfung nicht aus, um sofort einen effektiven Schutz zu gewähren. Oft sind mehrere Impfungen innerhalb eines kurzen Zeitraumes notwendig, bis das Abwehrsystem ausreichend Schutzmechanismen entwickelt hat. Danach empfiehlt sich eine Auffrischungsimpfung.

Da durch die Injektion von Impfstoffen das Immunsystem belastet wird, sollte man eine Impfung nur bei voller Gesundheit durchführen. Die Abwehr anderer Erkrankung kann sonst eingeschränkt und der Verlauf länger und schwerer sein.

Vorsicht bei geschwächtem Immunsystem und Schwangerschaft

Bei Personen mit einer Immunschwäche oder bei schwangeren Frauen können die abgeschwächten Krankheitserreger durchaus eine ernste Infektion auslösen. Ihr Arzt wird sie eingehend zu diesem Thema beraten. Bei bestimmten Erkrankungen, Früh- und Neugeborenen können Impfungen oftmals nicht so durchgeführt werden, wie bei gesunden Menschen. Gerade diese Gruppe profitiert vom Herdenschutz. Dies bedeutet, dass wenn der Großteil einer Bevölkerung gegen eine Erkrankung geimpft ist, auch einzelne ungeimpfte Personen vor der Erkrankung geschützt sind, weil sie nicht mehr auftritt. Heutzutage sehen immer mehr Menschen von der Durchführung einiger Impfungen ab. Dies bedeutet nicht nur eine Gefahr für die Person selbst, sondern v. a. für Bevölkerungsmitglieder, die gar nicht geimpft werden können.


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Stand vom: 23.10.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.