Antiseptika

Antiseptika werden auch zur Händedesinfektion verwendet

Antiseptika sind Wirkstoffe, die in der Medizin zur Desinfektion von Wunden auf Haut und Schleimhaut eingesetzt werden. Die antiseptischen Wirkstoffe beseitigen Bakterien, Viren oder Mikroorganismen, die eine Infektion der Wunde verursachen könnten. Damit wird verhindert, dass eine Entzündung entsteht oder dass sich eine bereits vorhandene Infektion weiter ausbreitet.

Anwendung von Antiseptika

Desinfektionsspray
Wunden selbst richtig versorgen: Ein Desinfektionsspray hilft bei kleinen Wunden und verhindert Entzündungen.

Antiseptika kommen in der Medizin bei der Wundversorgung zum Einsatz. Aber auch zur Vorbereitung der Haut bei Operationen oder kleineren Eingriffen, zum Beispiel im Mund, sind sie unabdingbar. Dazu werden antiseptische Wirkstoffe entweder prophylaktisch, d. h. zur Vorsorge, auf Haut oder Schleimhaut aufgetragen. Ebenso kann mit diesen Mitteln die Behandlung einer lokalen Wundinfektion erfolgen. Eine Ausbreitung der Entzündung kann so verhindert werden.

Die Konsensusempfehlung Wundantiseptik von 2004 empfiehlt die folgenden drei Wirkstoffe zur Wunddesinfektion:

  • Povidon-Iod (PVP-Iod)
  • Octenidinihydrochlorid (Octenidin)
  • Polyhexanid

Darüber hinaus werden Antiseptika auch zur Desinfektion von medizinischen Utensilien und Oberflächen genutzt.

Schon gewusst?

Antiseptika (Desinfektionsmittel) werden in vielen Bereichen eingesetzt und dienen der Hygiene. Es existieren verschiedene Präparate die entweder für die Desinfektion am Menschen oder für Gegenstände und Flächen geeignet sind. Im Krankenhaus, in Pflegeheimen und anderen öffentlichen Einrichtungen wird die Einhaltung von Hygienemaßnahmen eingehend überprüft. Eine Ausbreitung von schlimmen Erkrankungen soll so verhindert werden.

Anforderungen an Antiseptika

Antiseptikum

Die Anforderungen an ein optimales Antiseptikum sind hoch. So sollen die Mittel v. a. gut verträglich, schnell wirksam und zuverlässig in der Keimabtötung sein. Hierbei ist es erstrebenswert, dass sie ein breites Wirkungsspektrum aufweisen. Dies bedeutet, dass die Mittel gegen verschiedenste Erregerarten wie Bakterien, Viren, Pilze und andere Mikroorganismen helfen. Um die Wirkung größtmöglich entfalten zu können, muss das Präparat nur wenig anfällig für eine Inaktivierung durch körpereigene Substanzen wie Blut oder Eiter sein. Für eine angenehme Verwendung ist außerdem ein geringer Eigengeruch förderlich. Letzten Endes spielt auch eine lange Haltbarkeit der Substanz eine große Rolle bezüglich der Anwendbarkeit.

Schon gewusst?

Gute Desinfektionsmittel wirken gegen alle Keimarten wie Bakterien, Viren, Pilze und andere Mikroorganismen. Auch multiresistente Erreger sollten zuverlässig abgetötet werden können.

Wirkungsweise von Antiseptika

Pflaster und Salbe
Alles für die Wundversorgung: Salbe mit antiseptischer Wirkung und Pflaster.

Antiseptika können abtötend oder auch wachstumshemmend auf Bakterien, Viren oder auch Pilze wirken. Diese Wirkung erzielen sie, indem sie in den Stoffwechsel oder Zellaufbau der Erreger eingreifen. Innerhalb der Gruppe der Antiseptika lassen sich zudem mehrere Wirkungsmechanismen unterscheiden:

  • Alkohole und Aldehyde (Ethanol in 70%iger, wässriger Lösung; Isopropyl-Alkohol; n-Propanol; Formaldehyd; Benzylalkohol und weitere Phenole) greifen in die Struktur der Eiweiße von Bakterien, Viren oder Mikroorganismen ein und verändern diese so, dass die Erreger absterben.
  • Oxidantien bekämpfen die Krankheitserreger mittels Sauerstoff-Radikalen. Diese hemmen notwendige Funktionen der Zellen, so dass die Erreger abgetötet werden. Zu dieser Gruppe zählt unter anderem Wasserstoffperoxid.
  • Kationische Verbindungen verändern die Zellwände der Krankheitserreger so, dass diese durchlässig für Stoffe aus der Umwelt werden. Dies tötet die Zellen der Mikroorganismen. Zu den kationischen Verbindungen zählen z. B. Benzalkoniumchlorid und Cetylpyridiniumchlorid.
  • Halogenfreisetzer stören den Eiweißaufbau der Erreger, indem sie die Bildung bestimmter Enzyme hemmen. Dies zerstört die Zellen der Krankheitserreger. Zu dieser Gruppe gehören u. a. Chlor, Povidon-Jod und Brom.
  • Andere antiseptische Wirkstoffe wie z. B. Chlorhexidin, Ethacridin, Hexetidin oder Salicylsäure entfalten ihre Wirkung durch Störung des Zellwandaufbaus oder der Enzymbildung.

Schon gewusst?

Ältere Antiseptika und rein alkoholische Präparate sind stark reizend für Haut und Schleimhäute. Neuere Mittel sind auf die Ansprüche des menschlichen Körpers besser abgestimmt. Doch nutzen Sie niemals Oberflächendesinfektionsmittel auf der Haut!

Darreichungsformen von Antiseptika

Wunddesinfektion
Um eine Infektion von Wunden durch Krankheitserreger zu verhindern, werden diese mit einem geeigneten Antiseptikum desinfiziert.

Antiseptische Mittel liegen in verschiedensten Formen vor, so dass sie für vielfältige Zwecke optimal eingesetzt werden können und eine hygienische Aufbewahrung Entnahme gewährleistet wird.

Hygienesprays dienen der Desinfektion von Händen. Sie enthalten häufig den Wirkstoff Propanol.

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Zum Auftragen auf die Haut zur Behandlung von oberflächlichen Wunden, Druckgeschwüren oder leichten Wunden durch Verbrennung eignen Salben mit dem antiseptischen Wirkstoff Povidon-Iod.

Zur Behandlung der Schleimhaut, insbesondere vor operativen Eingriffen, sowie zur unterstützenden, antiseptischen Wundbehandlung eignen sich Lösungen, beispielsweise mit Phenoxyethanol in Kombination mit Octenidin.

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Zum Abtupfen der Wunde werden häufig Alkoholpads verwendet. Zur Wundversorgung ist hiernach Verbandsmaterial notwendig. Mitunter können Wundauflagen (sog. Gazen) ebenfalls mit einer antiseptischen Wirkung ausgestattet sein. Meist enthalten sie in diesen Fällen Povidon-Iod. Diese Verbände unterstützen gezielt die infektionshemmende Behandlung von oberflächlichen Verletzungen auf der Haut und Schürfwunden.

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Bei Erkältungen und anderen Infektionen der Atemwege helfen Halstabletten bzw. Lutschtabletten mit antiseptischer Wirkung. Sie enthalten unter anderem den Wirkstoff Cetylpyridiniumchlorid und wirken gegen Entzündungen der Schleimhäute im Hals.

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Stand vom: 16.07.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.