Antidiabetika

Orale Antidiabetika regulieren den Blutzuckerspiegel

Antidiabetika sind Arzneimittel, die der Behandlung von Diabetes mellitus dienen. Durch unterschiedliche Mechanismen normalisieren diese Medikamente den Blutzuckerspiegel. Antidiabetika werden meist oral, also durch den Mund eingenommen. Nicht-orale Antidiabetika, wie die Insuline, werden gespritzt.

Anwendungsgebiete von Antidiabetika

Diabetiker leiden an einer Stoffwechselerkrankung (Diabetes mellitus), die zur Folge hat, dass der Blutzuckerspiegel nach der Nahrungsaufnahme erhöht bleibt. Durch den Mangel an dem Hormon Insulin oder eine verminderte Wirkung dieses Stoffes, wird der Zucker nicht ausreichend in die Körperzellen aufgenommen. Dort wird er normalerweise in Energie umgewandelt. Der Zucker bleibt im Blut, was auf Dauer zu Durchblutungsstörungen, Schäden an Blutgefäßen, Nerven und Nieren führen kann. Langfristig können Komplikationen wie Herzinfarkt, Niereninsuffizienz, Erblindung und eine Minderversorgung von Gliedmaßen entstehen, die eine Amputation nötig macht.

Wichtigstes diagnostisches Mittel der an Diabetes Erkrankten ist die Messung des Blutzuckerspiegels. Dies geschieht beim Arzt ganz genau mittels einer Blutentnahme, wo auch noch weitere Stoffe, die den Blutzuckerstoffwechsel beeinflussen (z. B. HbA1c), bestimmt werden können. Im Alltag ist ein kleines Blutzuckergerät ständiger Begleiter der Patienten. So können sie ihren Zuckerspiegel im Blut durch einen kleinen Stich im Finger selbst bestimmen und ggf. ihre Medikation direkt anpassen.

Kleine Helfer mit großer Bedeutung

Durch mobile, handliche Blutzuckermessgeräte sind die Diabetes-Patienten unabhängig. Sie können jederzeit und an jedem Ort ihren Zuckerspiegel im Blut selbst bestimmen. Eine schnelle Anpassung der Medikation ist so möglich.

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Antidiabetika: Arzneistoffe und ihre Wirkungsweise

Antidiabetika lassen sich in 2 Gruppen unterteilen:

  • orale Antidiabetika
  • nicht-orale Antidiabetika, wie Insulin und Inkretin-Analoga

Orale Antidiabetika

Medikamenteneinnahme
Orale Antidiabetika sind unter anderem in Form von Kapseln erhältlich.

Bei Typ-2-Diabetes-Patienten beginnen Ärzte häufig die Therapie mit Tabletten. Die Betroffenen dieses Diabetes-Typs haben ein Problem mit der Aufnahme des Zuckers aus dem Blut in die Körperzellen. Die Zellen sprechen vermindert auf das Hormon Insulin an, obwohl dies in ausreichender Menge produziert wird. Beim Gesunden fördert dieser Botenstoff die Aufnahme und die Weiterverarbeitung von Glucose im Körper.

Der bekannteste Wirkstoff der oralen Antidiabetike ist Metformin. Es hemmt die Neubildung von Glukose in der Leber, sodass weniger Traubenzucker ins Blut ausgeschüttet wird. Außerdem unterbindet Meformin den Übergang von Glukose aus dem Nahrungsbrei ins Blut. Ferner wird der Traubenzucker aus dem Blut in die Muskeln geschleust, die besser auf Insulin ansprechen. Metformin gehört zur Gruppe der Biguanide. Schreitet die Zuckerkrankheit fort, reicht die Gabe von Metformin oft nicht mehr aus, um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Hier wird dann ein zweites Medikament verabreicht oder auf Insulin umgestiegen.

orale Antidiabetika

Weitere orale Antidiabetika sind:

  • Alpha-Glukosidasehemmer bzw. Glucose-Resorpzionsverzögerer, wie die Wirkstoffe Acarbose und Miglitol, verzögern die Verarbeitung von Zucker im Darm durch die Hemmung des Enzyms Alpha-Glukosidase im Dünndarm
  • Glinide, wie Repaglinid, fördern die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse
  • Glitazone bzw. Insulinsensitizer, wie Pioglitazon, senken den Blutzuckerspiegel, indem sie die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen optimieren
  • SGLT-2-Hemmer, wie Dapagliflozin, Empagliflozin und Canagliflozin,
  • Sulfonylharnstoffe, wie Glibenclamid und Tolbutamid, minimieren den Blutzucker dadurch, dass sie die Freisetzung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse stimulieren

Schon gewusst?

Bei Typ-2-Diabetikern eignet sich eine Therapie mit oralen Antidiabetika in Tablettenform. Diese Medikamente führen über eine Verminderung der Zuckerproduktion oder -aufnahme zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels. Andere machen führen zu einer Steigerung der Insulinwirkung, so dass der Abtransport des Zuckers besser gelingt.

Insulin

Insulinspritzen
Insulinspritzen

Typ-2-Diabetiker müssen oft im Verlauf der Erkrankung auf Insulin umstellen, während Menschen, die an einer  Typ-1-Diabetes leiden, von Anfang an Insulin benötigen. Bei Ihnen wird in der Bauchspeicheldrüse zu wenig des Stoffes produziert. Das Hormon wird oft mit Hilfe eines Pens ins Unterhautfettgewebe gespritzt. Von da aus verteilt es sich über das Blut im ganzen Körper.

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Inkretin-Analoga und Inkretin-Verstärker

Injektion
Viele Diabetes-Patienten verabreichen sich selbst Spritzen. Dazu werden sie von medizinischem Personal geschult.

Inkretin-Analoga werden im Rahmen einer Typ-2-Diabetes-Behandlung genutzt. Sie ahmen  die Wirkung des Darmhormons GLP-1 nach. Dieses Hormon senkt den Appetit und unterstützt die Freisetzung von Insulin. Außerdem wird die Freisetzung des Hormons Glukagon unterdrückt, welches eine gegenteilige Wirkung zum Insulin hat. Inkretin-Analoga werden ebenfalls gespritzt. Bekannte Wirkstoffe sind Exenatide, Liraglutid und Albiglutid.

Inkretin-Verstärker, sogenannte DPP-4-Hemmer bzw. Gliptine, hemmen den Abbau des Darmhormons.

Typische Nebenwirkungen unter der Einnahme von Inkretin-Analoga oder Inkretin-Verstärker sind Magen-Darm-Beschwerden, wie Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen sowie Kopfschmerzen.

Schon gewusst?

Neben dem Blutzuckermessgerät ist v. a. bei Typ-1-Diabetikern der Medikamenten-Pen ein ständiger Begleiter. Hierbei handelt es sich um eine stiftförmige Injektionshilfe, die ein Reservoir des Arzneimittels, z. B. Insulin, enthält. Durch einen einfachen Knopfdruck wird die zuvor eingestellte Dosis unter die Haut (subcutan) abgegeben.


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Stand vom: 15.07.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.