Tripper (Gonorrhoe)

Infektionskrankheit mit schwerwiegenden Spätfolgen

Weltweit infizieren sich jedes Jahr rund 100 Millionen Menschen an Tripper. In Deutschland geht man von ungefähr 20.000 Fällen im Jahr aus. Eine Meldepflicht gibt es leider nur in Sachsen. Diese Zahlen alarmieren: 2001 gab es bei 100.000 Einwohnern 2 Neuerkrankungen, 2014 rund 20.  Damit ist Gonorrhoe – wie die Ärzte diese Geschlechtskrankheit nennen – eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten.

Gefährliche Geschlechtskrankheit

Gemeldete Fälle in Deutschland
Datenquelle: Deutsche STI-Gesellschaft

Tripper zählt zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten in Deutschland. Da es jedoch keine bundesweite Meldepflicht gibt, kann keine genaue Aussage über die tatsächlich Häufigkeit getätigt werden.

Das Wort „Gonorrhoe“ kommt aus dem Altgriechischen und heißt so viel wie „Samenfluss“. Neudeutsch schreibt man den Begriff laut Duden “Gonorrhö”. Das Wort „Tripper“ stammt vom plattdeutschen Wort „druipen“ – „tropfen“. Wer an dieser Krankheit leidet, hat einen eitrigen Ausfluss.

Bei einer unbehandelten Infektion kann es zu Komplikationen wie Unfruchtbarkeit kommen. In schweren Fällen können Gehirnhaut- (Meningitis) und Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) auftreten.

Ursachen für Tripper

Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae)
Wer sich mit Neisseria gonorrhoeae infiziert, erkrankt an der Geschlechtskrankheit Tripper.

Tripper wird durch direkten Schleimhautkontakt – meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr – übertragen. Leider kommt es relativ schnell zu einer Übertragung der Erreger. Auch beim Oralverkehr ist das Risiko einer Infektion gegeben.

Die Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae) besiedeln Schleimhäute, insbesondere der Harn- und Geschlechtsorgane. Wenn eine schwangere Frau mit Gonorrhoe infiziert ist, können die Gonokokken während der Geburt auf das Kind übertragen werden. Die Erreger befallen beim Neugeborenen die Bindehaut des Auges.

Da die Bakterien gegenüber Kälte und Sauerstoff empfindlich sind und außerhalb des menschlichen Körpers nicht überleben können, ist eine Übertragung durch das gemeinsame Nutzen von Gegenständen ausgeschlossen.

Beschwerden bei Gonorrhoe

Rachenentzündung verursacht Halsschmerzen
Beschwerden ähneln einer Erkältung.

Nach der Übertragung kommt es innerhalb von wenigen Tagen zu einer Entzündung der Schleimhäute und zur Bildung von Eiter. Bei Männern zeigt sich Tripper durch einen milchig-weißen bis cremig-gelben Ausfluss aus der Harnröhre. Bei Frauen ist die Erkrankung weniger offensichtlich. Sie haben Schmerzen beim Wasserlassen.

Die Infektion mit den Bakterien führt zu unterschiedlichen Beschwerden zwischen Mann und Frau.

Wird Tripper über Oralverkehr übertragen, entzündet sich der Rachenraum. Der Betroffene nimmt die Krankheitszeichen eher als Erkältung wahr. Ein über Analverkehr übertragener Tripper ist ebenfalls nicht leicht auszumachen. Das perfide: Wird Gonorrhoe nicht entdeckt, kann sich die Infektion im Körper ausbreiten und zu ernsthaften Schäden führen.

Schon gewusst?

Etwa 25 % der infizierten Männer und 50 % der infizierten Frauen entwickeln keine für Tripper typischen Symptome.

Symptome bei der Frau

Die Gonokokken befallen bei einer Frau am häufigsten den Muttermund, den Verbindungskanal zwischen Vagina und Gebärmutterhöhle im Gebärmutterhals. Es kommt meist erst nach ein bis zwei Wochen zu:

  • wässrigem Ausfluss aus der Scheide
  • Harnröhrenentzündung
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • häufigem Harndrang

Ist die Gebärmutterschleimhaut befallen, kann Gornorrhoe übermäßig lange Regelblutungen und Zwischenblutungen auslösen.

Steigen die Gonokokken über die Gebärmutterschleimhaut, Eileiter und Eierstöcke zum Bauchfell des Beckens auf, rufen sie eine Unterleibsentzündung hervor. Eine Entzündung der Eileiter kann dauerhaft schwerwiegende Folgen haben, wie:

Bei Frauen entwickelt sich mitunter eine chronische Gonorrhoe.

Symptome beim Mann

Die ersten Symptome zeigen sich ein bis drei Tage nach der Ansteckung:

  • eine Rötung und Schwellung der Harnröhrenmündung
  • Brennen beim Wasserlassen
  • wässriger und später schleimig-eitrigen Ausfluss

Nach 2 bis 3 Wochen löst Gonorrhoe dumpfe Schmerzen am Damm sowie in der Blasengegend aus. Die Bakterien haben die Prostata befallen. Wandern sie weiter zum Nebenhoden kommt es zu Rötung, Schwellung sowie Druckschmerzen in diesem Bereich. Der Infizierte spürt ein allgemeines Krankheitsgefühl und fiebert.

Komplikationen bei Gonorrhö

Gelenkschmerzen
Gelenk- und Sehnenscheidenentzündung können Spätfolgen einer Infektion mit Gonokokken sein.

Wird Tripper nicht behandelt, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Zu den Spätfolgen von Tripper gehören:

  • chronische Entzündungen der inneren Geschlechtsorgane, gekennzeichnet durch anhaltende Schmerzen, Verklebungen der Ei- beziehungsweise Samenleiter und damit einhergehender Unfruchtbarkeit
  • Ausbreitung der Erreger im ganzen Körper (disseminierten Gonokokkeninfektion (DGI))

Breiten sich die Erreger über die Blutbahn im gesamten Körper aus, zeigt sich diese durch Gelenk- und Sehnenscheidenentzündungen sowie charakteristische Hautausschläge. Neben den roten Pusteln und kleinen Einblutungen, fiebert der Betroffene und leidet an Schüttelfrost. In schlimmen Fällen sind Gehirnhaut- (Meningitis) und Herzinnenhautentzündung (Endokarditis) denkbar.

Behandlung der Gonorrhoe

Tripper wird mit einem Harnröhrenabstrich festgestellt. Im Rahmen der Diagnostik kann gleichzeitig auch eine Prüfung der Antibiotika-Wirksamkeit beziehungsweise Antibiotika-Resistenz im Rahmen eines Antibiogramms durchgeführt werden. Früher wurde vorwiegend Penicillin verordnet. Heute sind Antibiotika-Resistenzen immer häufiger und daher werden spezielle Antibiotika vom Arzt verschrieben. Leider ist es eine Frage der Zeit, bis kein Antibiotikum mehr wirkt. Die Behandlung der Gonorrhö ist in der Regel nach einer Woche oder spätestens einem Monat abgeschlossen.

Tripper vorbeugen

Kondom
Safer Sex vermeidet Krankheiten.

Das Kondom schützt – wie bei vielen Geschlechtskrankheiten – relativ sicher vor einer Infektion. Es sollte nicht nur bei Vaginal- und Analsex. sondern auch bei Oralsex Verwendung finden.

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Bei Vaginalverkehr sind außerdem Femidome ein guter Schutz. Allerdings gilt hier wie bei Kondomen auch: Es ist kein 100%iger Schutz gegeben. Gerade bei häufig wechselnden Sexualpartnern ist es sinnvoll, sich auf Tripper testen zu lassen.

Schon gewusst?

Ein bestehender Tripper erhöht das Risiko einer HIV-Übertragung. Das liegt daran, dass die Entzündung dem Virus den Eintritt in den Körper erleichtert.

Die Infektion von Neugeborenen kann durch Vorsorgeuntersuchungen der Schwangeren durch den Gynäkologen sicher vermieden werden.


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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Stand vom: 21.05.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.

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