Reizmagen

Wiederkehrende und chronische Bauchschmerzen mit Übelkeit und Völlegefühl

Völlegefühl, Oberbauchschmerzen, Übelkeit – Reizmagen. Krankhafte Veränderungen sind jedoch nicht nachweisbar. Oft hilft es, magenberuhigende Mittel einzunehmen und sich von stressigen Situationen fern zu halten.

Reizmagen: Erkrankung des Magen-Darm-Traktes ohne organische Ursache

Ein Reizmagen zeichnet sich durch wiederkehrende oder chronische Bauchschmerzen aus. Diese manifestieren sich im oberen Bauchbereich. Organische Ursachen liegen jedoch nicht vor.

Synonyme:  funktionelle Dyspepsie |  nichtulzeröse Dyspepsie (NUD) | nervöser Magen

Ursachen: Reizmagen verstehen

Frau mit Bauchschmerzen
Immer wieder Probleme mit dem Magen? Völlegefühl, Bauchschmerzen und Übelkeit deuten auf einen nervösen Magen hin.

Der Nahrungsbrei bleibt normalerweise länger im vorderen Magenabschnitt. Bei Reizmagen-Betroffenen sammelt er sich hingegen schnell im hinteren Magenabschnitt vor dem Pförtner an. Die gesteigerte motorische Aktivität – das verstärkte Zusammenziehen der Magenwandmuskulatur – erzeugt Schmerzen.

Schon gewusst?

Der Schließmuskel, der den Übergang zwischen Magen und Dünndarm bildet, bezeichnen Mediziner als “Pförtner”. Er öffnet sich nur unter gewissen Bedingungen, um die Abgabe des Mageninhalts portionsweise durchzuführen.

Essgewohnheiten können Auslöser für eine funktionelle Dyspepsie sein: So wirken Alkohol, Kaffee, scharfe Gewürze oder fetthaltige Lebensmittel negativ ein. Daneben spielen Lebensmittelunverträglichkeiten eine Rolle. Daher ist es möglich, dass diverse Obstsorten oder Milchprodukte einen Reizmagen auslösen. Neben erblichen Faktoren, sind psychische Faktoren auslösend. So wirken traumatische Kindheitserlebnisse, Depression, Angststörungen und Stress negativ auf den Magen ein.

Ursachen auf einen Blick

– Veränderung in der Magenmotilität
– Bewegungsstörungen der Magenmuskulatur
– verändertes Schmerzempfinden
– erbliche Faktoren
– Essgewohnheiten
– seelische Belastungen wie Stress, Angst und Depression

In den USA zählen Mediziner die funktionelle Dyspepsie zu den Störungen der Gehirn-Darm-Achse. Sie gehen davon aus, dass hypersensitive Personen bestimmte Reize, wie aus der Nahrungsaufnahme resultierende Bewegungen der Magenwandmuskulatur, als unangenehm wahrnehmen.

Symptome: Reizmagen erkennen

Beschwerden bei Reizmagen
Wer unter einem Reizmagen leidet, hat oft mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Sodbrennen und Durchfall zu tun.

Beschwerden treten einzeln oder kombiniert und in unterschiedlicher Gewichtung auf. Sie sind ernährungsabhängig oder -unabhängig. Zudem liegt ein Reizmagen für sich oder zusammen mit einem Reizdarm vor, bei dem die Beschwerden den unteren Magen-Darm-Trakt betreffen. Bei Frauen entwickelt sich mitunter gleichzeitig eine Reizblase.

Ein Reizmagen schränkt die Lebensqualität ein. Das Risiko, eine entzündliche oder bösartige Magenerkrankung zu entwickeln, ist jedoch nicht erhöht. Der Betroffene leidet vielmehr oft an Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen.

Symptome auf einen Blick

– Appetitlosigkeit
– Magenkrämpfe und Schmerzen im Oberbauch
– Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
Blähungen, Sodbrennen,Völlegefühl
– Durchfall
Kopfschmerzen
– Schwindelgefühl
– schnelle Ermüdbarkeit und Konzentrationsschwäche
– Schweißneigung und feuchte Hände
– Nervosität und Schlafstörungen

Ein Arzt ermittelt Reizmagen als Ausschlussdiagnose. Mit anderen Worten: Erst, wenn er aufgrund der Beschwerden andere in Frage kommenden Erkrankungen ausschließen kann, diagnostiziert er funktionelle
Dyspepsie. Neben einer ausführlichen Patientenbefragung gehören Magenspiegelung, Ultraschall- und Blutuntersuchung zu den typischen Diagnosemitteln. Auf diesen Wegen können beispielsweise
ein Magengeschwür oder bösartige Tumore des Magens und der Speiseröhre, eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder Erkrankungen der Gallenwege, der Leber sowie des Darms ausgeschlossen werden.

Therapie: Reizmagen behandeln

Reizmagen aufgrund falscher Ernährung
Eine fettreiche Ernährung mit industriellen Fertigprodukten ist ab sofort tabu.

Zunächst ist es wichtig, dass der von ständigen Bauchschmerzen Betroffene sich eingehend einer körperlichen Untersuchung sowie Blut- und Stuhlanalyse, nebst Magenspiegelung unterzieht. Damit stellt der Arzt sicher, dass keine organischen Ursachen zugrunde liegen. Des Weiteren ist es hilfreich, ein Tagebuch zu führen und Mahlzeiten sowie Beschwerden zu dokumentieren. Die Behandlung eines Reizmagens zielt dann auf die speziellen Beschwerden ab.

Gegebenenfalls helfen eine Ernährungsumstellung oder Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Meditation.

Die frohe Botschaft: Reizmagen ist keine ernste Erkrankung. Mitunter hilft es bereits, seine Ernährung umzustellen und Stress abzubauen.

Tipps zur Ernährungsumstellung: So geht’s

Vegane Speisen
Gesund und lecker! Mit diesem Frühstück starten Sie gut in den Tag.

Mithilfe des Ernährungstagebuches erkennen Sie, auf welche Speisen Sie mit unangenehmen Folgen reagieren. Oftmals handelt es sich um fettige oder auch zu scharfe Mahlzeiten. Auch Alkohol reizt den Magen. Daher ist vom Verdauungsschnaps abzuraten.

Essen Sie vielmehr leichte Speisen mit ausreichend Gemüse. Vor allem Karotten, Kartoffeln und Pastinaken sind sehr zu empfehlen. Verzichten Sie auf Fette, insbesondere tierischer Natur. Ersetzen Sie den süßen Snack mit einem Obstsalat. Sehr gut geeignet sind Kiwi und Himbeeren.

Verzichten Sie auf Limonaden und Fruchtsäfte. Entscheiden Sie sich vielmehr für Wasser und Kräutertee.

Tipp: Wasser mit Schuss

Sie mögen es fruchtig? Fügen Sie Ihrem Wasser doch einfach eine Zitronenscheibe zu. Diese aromatisiert angenehm. Genießen Sie Ihren frischen Drink mit etwas Sprudel und einem Strohhalm.

Mittel bei Reizmagen

Reizmagen

Medikamente gegen einen Reizmagen sind nur über einen befristeten Zeitraum empfehlenswert. Mit ihnen kann man den Reizmagen selbst nicht beseitigen, wohl aber die ausgeprägten Beschwerden.

Magensäurehemmende Präparate wie Protonenpumpenhemmer mit dem Wirkstoff Omeprazol nehmen Sie etwa 4 Wochen lang ein.

Präparate, die die Magenentleerung beschleunigen sind sogenannte Prokinetika wie Metoclopramid oder Domperidon. Diese Wirkstoffe sind geeignet, wenn Protonenpumpenhemmer sowie nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Reizmagen-Betroffenen nicht ausreichend wirken. Außerdem verabreichen Ärzte diese Arzneimittel, wenn sich der Reizmagen vor allem durch ein Druck- und Völlegefühl, Übelkeit sowie nicht-saures Aufstoßen bemerkbar macht. Medikamente mit diesen Wirkstoffen sind mit Rezept erhältlich.

Mittel, die Kümmel, Anis und Fenchel enthalten, zeigen eine ähnliche Wirkung wie Prokinetika. Heilerde lindert ebenfalls Blähungen, Magendruck und Völlegefühl. Sie gehören zu den pflanzlichen bzw. natürlichen Mitteln gegen Reizmagen.

Unsere Produkttipps:  Omeprazol-ratiopharm® SK 20 mg msr. Hartkapseln | Anis-Fenchel-Kümmel Bombastus® Kräutertee 
| Luvos® Heilerde mikrofein Pulver

Bei motalitätsbedingten Magen-Darm-Erkrankungen wie dem Reizmagen helfen zudem Kamille, Angelikawurzel, Mariendiestel, Melisse, Schöllkraut und Süßholzwurzel. Beruhigend und schmerzlindernd wirkt Minze.

Krampflösende Mittel wie Butylscopolamin helfen bei starken Bauchschmerzen.

Unsere Produkttipps:  Iberogast® flüssig mit vielen Heilkräutern | Original Japanisches Heilpflanzenöl, Minzöl von Pharma Peter | Salus Minzett® Bio-Kräutertee

Sorgen Sie außerdem für genügend Schlaf und Entspannungszeiten. Hören Sie mit dem Rauchen auf und mindern Sie Ihren Alkoholkonsum. Mit ausreichend Bewegung bringen Sie zusätzlich auch Ihren Verdauungstrakt in Schwung.

Die Chancen, einen nervösen Magen mit Erfolg zu therapieren, sind hoch. Beschwerden schwinden mitunter nicht völlig, behindern aber die Lebensqualität kaum noch.


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen können sich mitunter Fehler in unsere Texte schleichen. Helfen Sie uns, besser zu werden. Hinweise senden Sie an: redaktion@medikamente-per-klick.de.


Stand vom: 05.11.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.