Reisekrankheit (Seekrankheit, Kinetose)

Tipps zur Vorbeugung

Bei der Reisekrankheit reagiert unser Körper auf ungewohnte oder plötzlich beschleunigende Bewegungen, wie sie während der Zug- oder Busfahrt, im Flugzeug oder auf See der Fall sind. Zu den Symptomen zählen unter anderem Schwindel, Übelkeit und Erbrechen.

Der fachsprachliche Ausdruck für die Reisekrankheit lautet Kinetose. Die auftretenden Symptome werden aber auch unter Bewegungs- oder Seekrankheit zusammengefasst.

Ursachen – die Reisekrankheit verstehen

Vielen wird auf Reisen schlecht.

Die Seekrankheit tritt auf, wenn Auge und Gleichgewichtsorgan im Innenohr mit gegensätzlichen Sinneswahrnehmungen konfrontiert werden: Beispielsweise befinden Sie sich auf einer Schifffahrt und haben sich zum Lesen in die fensterlose Kajüte zurückgezogen. Bei Wellengang entsteht jedoch Bewegung, die das Auge unter Deck nicht nachvollziehen kann. Daraufhin reagiert das Gehirn mit einer Stressreaktion, die das Ausschütten von Botenstoffen  – Histamin und Serotonin – bewirkt. Durch das Histamin wird das Brechzentrum im Gehirn stimuliert, was die Symptome der Reisekrankheit auslöst.

Wer zählt zur Risikogruppe?

Kind auf Reisen
Kinder sind besonders häufig von der Reisekrankheit betroffen.

Reisekrank werden Kinder zunehmend ab dem 2. bis zum 12. Lebensjahr. Mit ansteigendem Alter nimmt das Risiko ab, an einer Kinetose zu erkranken. Häufiger als Männer klagen Frauen über typische Reisesymptome, was auf hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft oder Menstruation zurückzuführen ist. Nicht betroffen sind Babys und Kleinkinder unter 2 Jahren, da die Entwicklung ihres Gleichgewichtsorgans noch nicht abgeschlossen ist.

Häufiger als der Durchschnitt fühlen sich Migränepatienten reisekrank.

Symptome der Reisekrankheit

Die Symptome entwickeln sich schleichend und ebben nach wenigen Tagen von selbst wieder ab. Bis dahin werden Reisekranke mit Symptomen geplagt wie Kopfschmerzen, kalter Schweiß, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Auch Herzrasen und Hyperventilation können auftreten. Die betroffenen sehen blass aus. Der Blutdruck sinkt stark.

Beschwerden bei Reisekrankheit

Kinetose: Komplikation

Lebensbedrohlich kann es für Betroffene mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung werden, wenn sie übermäßig Flüssigkeit und dadurch auch Elektrolyte durch anhaltendes Erbrechen verlieren. Hier sollte zügig ein Arzt hinzugezogen werden.

Achtung:

In seltenen Fällen kann Reisekrankheit zu einem Kreislaufkollaps führen.

Reisekrankheit vorbeugen

In typischen Mitteln gegen Reisekrankheit ist der Wirkstoff Dimenhydrinat (Antihistaminikum) enthalten. Die Präparate sind als Tablette, Sirup, Kaugummi und Kapsel erhältlich. Die Mittel sollten vorbeugend spätestens 30 Minuten vor Reisebeginn eingenommen werden.

Diese rezeptfreien Medikamente sorgen für erholsame Urlaubstage:

Reisetabletten AL mit Wirkstoff Dimenhydrinat wirken vorbeugend und zur Behandlung von Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen. Der enthaltene Wirkstoff Dimenhydrinat kann eine sedierende, das heißt beruhigende bzw. antriebshemmende Nebenwirkung zeigen.

Mama natura Travelin Reisetabletten bietet einen homöopathischen Ansatz. Die Tabletten sind sowohl für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr als auch Erwachsene geeignet.

Vomex A Dragees N wirkt mit Dimenhydrinat vorbeugend und akut gegen Übelkeit und Erbrechen.

Wertvolle Tipps für entspannte Reisegäste

Ingwertee
Ingwertee ist äußerst aromatisch, erfrischend und wohltuend. Nehmen Sie das Heißgetränk mit auf Reisen.
  • Blicken Sie aus dem Fenster und konzentrieren sich auf eine vor Ihnen liegende Stelle in der Ferne.
  • Sichern Sie sich für die Fahrt gezielt Plätze mit der geringsten Bewegung:
Fortbewegungsmittelgeeignete Position
Flugzeugauf Höhe der Tragflächen und am Gang
Busin der Mitte oder auf den vorderen Sitzplätzen in Fahrtrichtung
Zugin Fahrtrichtung
Autoan Deck oder in der Mitte
  • Kinder und Erwachsene sind weniger anfällig für Reisekrankheiten, wenn sie ausgeschlafen sind. Gönnen Sie sich auch auf längeren Flug- oder Zugreisen bewusst Schlaf, denn damit macht auch der Gleichgewichtssinn eine Pause.
  • Ein schwerer Magen verreist nicht gern. Wählen Sie am Abend und am Morgen vor Reiseantritt leichte Kost. Ein Magen-schonendes Frühstück bereiten Sie mit Haferflocken und Obst zu. Es sollte sich jedoch um säurearme Früchte handeln. Es eignen sich Äpfel, Birnen, Bananen, Pfirsiche und Melonen. Zum Mittag- und Abendbrot sind Gemüse, wie Tomaten, Fenchel, Erbsen und Zucchini angemessen. Sie können zu Nudeln und Kartoffeln gereicht werden. Auch wenn in der Regel Vollkornprodukte gesünder sind, können Pumpernickel und grobes Körnerbrot jetzt schwer im Magen liegen. Hier sind vor der Reise leichte Brotsorten vorzuziehen.
  • Die Kraft aus der frischen Ingwerknolle kann mit enthaltenen Enzymen Übelkeit entgegenwirken. Schneiden Sie ein paar Scheibchen von der Ingwerknolle ab und übergießen Sie diese mit heißem Wasser. Lassen Sie den Ingwertee ein paar Minuten ziehen. In einer Thermokanne können Sie das Aufgußgetränk mit auf Reisen nehmen.
  • Während der Fahrt sollten Sie weder auf das Handy schauen noch ein Buch oder eine Zeitschrift lesen.

Reisekrankheit behandeln

Wenn Sie vergessen haben vorbeugend ein entsprechendes Medikament einzunehmen, sollten Sie dies während der Fahrt nachholen. Arzneimittel mit den Wirkstoffen Scopolamin, Meclozin, Dimenhydrinat oder Cinnarizin sind auch dann noch wirksam, wenn die Übelkeit bereits eingesetzt hat. Neben Kaugummis und Tabletten sind sogar Pflaster mit diesen Wirkstoffen erhältlich.

Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, legen Sie sich flach auf den Rücken. Versuchen Sie außerdem zu schlafen oder zumindest die Augen zu schließen. Denn: Bei geschlossenen Augen fallen visuelle Eindrücke weg und unser Gehirn muss keine widersprüchlichen Eindrücke verarbeiten. Sobald wir schlafen, ist der Gleichgewichtssinn ohnehin ausgeschaltet.

Vorsicht:

Arzneimittel gegen Reisekrankheit machen müde und verlangsamen Reaktionen. Deshalb sollten Sie die Medikamente nicht einnehmen, wenn Sie selbst ein Fahrzeug führen.


Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wir stehen mit unserer Beratungshotline gern für Sie bereit.


Stand vom: 14.05.2019