Lippenherpes

Kleine Bläschen zwischen Lippenrot und Haut

Eine Erkältung, Stress oder ein ekliger Anblick – schon ist die Fieberblase da. Sie juckt, spannt und sieht einfach nicht schön aus. Die schmerzhaften Bläschen finden sich meistens am Übergang zwischen Lippenrot und Haut.

Was kennzeichnet Lippenherpes?

Lippenherpes (med. Herpes Labialis) ist eine Infektion, die durch Herpes-Simplex-Virenvon Typ 1 (HSV-1) hervorgerufen wird. Man erkennt diese Infektionskrankheit an innerhalb von Stunden auftretenden schmerzhaften kleinen Hautbläschen an der Lippe und in den Mundwinkeln. Die Bläschen hinterlassen eine gelblich verkrustete Hautfläche. Die betroffene Stelle auf der Haut juckt, brennt und spannt. Nach einer Woche bis 10 Tagen sind die verkrusteten Bläschen meistens abgeheilt.

Wie wird Lippenherpes übertragen?

Schematische Darstellung der Herpes-Erreger
Herpes-Viren lösen Infektion aus.

Für Herpes labialis ist meistens der Herpes-Simplex-Virus 1 verantwortlich. Er wird über den Mund- und Rachenraum durch Speichelkontakt und Schmierinfektion, in seltenen Fällen auch über eine Tröpfcheninfektion, übertragen. Befindet sich das Virus im Körper, bleibt es dort meist ein Leben lang, wenn auch die meiste Zeit symptomlos. Etwa 90 % der Bevölkerung tragen das Virus in sich. Infiziert werden vornehmlich die Drüsenzellen (Epithelzellen), die sich zwischen der Haut und der Schleimhaut befinden – also die Lippen und Mundwinkel. Die Diagnose der Herpes-Simplex-Viren erfolgt durch den Nachweis von Antikörpern im Blut.

Wie kann man Lippenherpes behandeln?

Der Behandlungsbeginn bei den ersten Symptomen kann Schlimmeres verhindern.

Um Herpes Labialis zu behandeln, müssen Sie nicht zwingend einen Arzt aufsuchen. Lippenherpes  kann mithilfe von Medikamenten aus der Gruppe der Virostatika behandelt werden. Zum Einsatz kommen vor allem Aciclovir und Penciclovir. Diese werden in Form von Salben auf die befallene Hautregion aufgetragen.

Cremes gegen Lippenherpes – unsere Produkttipps: Aciclovir-ratiopharm® Lippenherpescreme 50 mg/g | PenciVIR BEI LIPPENHERPES Penciclovir 10 mg/g Creme | STADA Aciclostad® gegen Lippenherpes

Manche Medikamente können auch in Tablettenform eingenommen werden, um das Virus von innen zu bekämpfen.

Schon gewusst?

Einige Zeit bevor die typischen Herpesbläschen entstehen, treten Erstanzeichen auf. Hierzu zählen Brennen, Juckreiz, Schmerzen und ein Spannungsgefühl. Beginnen Sie rasch mit der Behandlung, kann die Ausprägung der Herpesbläschen verringert werden.

Pflaster haben keine antivirale Wirkung, unterbinden aber die Verbreitung der Herpesviren durch Schmierinfektion. Sie sind fast unsichtbar und können mit Make-up leicht kaschiert werden. Die Herpes-Pflaster decken die entzündete Stelle ab und verhindern wirksam das Austrocknen oder eine Krustenbildung. Die Wundheilung wird so gefördert und einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien kann vorgebeugt werden.

Tabletten und Pflaster bei Lippenherpes – unsere Produkttipps:         vitaminreiches Nahrungsergänzungsmittel mit L-Lysin Lyranda® |        diätisches Lebensmittel L-LYSIN 750 mg Tabletten | wasserdichte Herpes-Pflaster Compeed® Herpesbläschen-Patch

Kann man Herpes vorbeugen?

Paar küsst sich
Vermeiden Sie Lippenkontakt, wenn Sie akut an Lippenherpes leiden.

Da etwa 90 % der Bevölkerung die Herpes-Viren in sich tragen und eine Ansteckung oft schon im Säuglingsalter durch Familienmitglieder erfolgt, ist es sehr schwer, eine Herpes-Infektion zu vermeiden. Auch, wenn etwa 80 % der Infizierten nicht unter Herpes-Bläschen leiden, können Sie den Virus übertragen. Herpes wird zudem nicht nur über Schmierinfektion weitergegeben, sondern auch über Tröpfcheninfektion. Selbst wer permanent engen Körperkontakt meidet und auf das Küssen verzichtet, ist daher nicht sicher. Man kann jedoch versuchen, einen Herpes-Ausbruch zu vermeiden.

Schon gewusst?

Bei der Übertragung von Erkrankungen kommen unterschiedliche Wege in Frage. Hierzu zählen u. a. die Schmierinfektionen (Übertragung des Erregers durch direkte Berührungen) und die Tröpfcheninfektion. Bei letzterer werden die verursachenden Keime durch Niesen, Husten o.ä. mit kleinen Speicheltropfen von Mensch zu Mensch weitergetragen. Ein Schutz vor der Erregerausbreitung ist im Alltag so kaum möglich.

Herpes-Ausbruch vermeiden

Gesunde Ernährung hilft Herpes-Ausbruch zu vermeiden
Täglich mehrere Portionen an Obst und Gemüse stärken das Immunsystem.

Herpes bricht aus, wenn unser Immunsystem geschwächt ist. Daher ist die beste Methode, einen Ausbruch von Lippenherpes zu vermeiden, die körpereigene Abwehr zu stärken:

  • Ernähren Sie sich gesund.
  • Treiben Sie Sport.
  • Meiden Sie Stress.

Teilen Sie keine Gegenstände, mit dem andere Personen auch Lippenkontakt haben: Gläser, Lippenbalsam, Handtücher, Rasierapparat.

Ferner können Sie eine antivirale Creme verwenden, um den Lippenherpes vorzubeugen. Wenn Sie sich vor etwas geekelt haben, sie Erkältungssymptome spüren und es beginnt zu jucken und zu kribbeln, können Sie die Creme auf die betreffenden Stellen auftragen, ein akuter Ausbruch der Erkrankung kann so ggf. verhindert werden.

Herpes vorbeugen – unser Produkttipp: BIODERMA Photoderm Max Sonnenstick SPF 50+

Wann sollte man bei Lippenherpes einen Arzt aufsuchen?

Für einen gesunden Erwachsenen ist Lippenherpes ungefährlich. Ein Arzt sollte allerdings aufgesucht werden, wenn Kleinkinder während einer Infektion mit einem Herpes-Simplex-Virus nicht mehr trinken wollen oder wenn die Bläschen nach 10 Tagen nicht abgeheilt sind. Bei Säuglingen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, wenn der Verdacht auf eine Infektion besteht.

Schon gewusst?

Eine Herpes-Simplex-Infektion kann bei Neugeborenen lebensbedrohlich werden, weil deren Immunsystem noch nicht ausreichend stark ausgeprägt ist. Eine Hirnhautentzündung (med. Meningitis) kann entstehen. Vermeiden Sie wenn möglich jeglichen Kontakt zu Säuglingen, wenn Sie an einem akuten Herpes-Schub leiden.

An Lippenherpes erkrankte Erwachsene müssen den Hautkontakt zu Säuglingen vermeiden.

Komplikationen

Auch für Erwachsene können Herpes-Simplex-Viren sehr gefährlich werden, wenn diese ein geschwächtes Immunsystem haben. Das gilt vor allem für Patienten:

Risikogruppen können ernste Folgeerkrankungen erleiden:

  • Infektion größerer Hautregionen
  • Entzündung der Netzhaut, die zur Erblindung führen kann
  • Entzündung des Gehirns (Meningitis)
  • Nervenlähmungen im Gesicht

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Stand vom: 06.09.2019

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.