Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)

Milch schmeckt vielen Kindern. Doch wer unter Laktosintoleranz leidet, verträgt den Konsum von Milch nicht.

Wer nach dem Essen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich verspürt, könnte an einer Laktoseintoleranz leiden. Wer Milchzucker nicht verträgt, bekommt Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten. Ganz auf Milchprodukte muss man bei einer Milchzuckerunverträglichkeit nicht verzichten. Mit Lactase-Präparaten kann man den Beschwerden entgegen wirken.

 

Was ist Laktoseintoleranz?

Laktoseintoleranz (Laktosemalabsorption) trifft zu, wenn in Speisen enthaltener Milchzucker (Laktose oder fachsprachlich auch Lactose) unzureichend aufgespaltet wird. Damit der Körper Milchzucker aufnehmen kann, ist er auf das milchspaltende Enzym Lactase (LPH) angewiesen. Fehlt das Enzym oder ist es nur eingeschränkt funktionstüchtig, wird der Nahrungsbrei dennoch in den Dickdarm weitertransportiert. Durch die Zersetzung der dortigen Bakterien bilden sich daraufhin Wasserstoff (nicht schädigend) und die Gase Methan und Kohlenstoffdioxid (CO2). Letztere führen zu den charakteristischen Symptomen der Laktoseintoleranz.

Eine Laktoseintoleranz ist nicht mit der Milcheiweißallergie (Kuhmilchallergie) zu verwechseln. Hier liegt eine allergische Reaktion auf bestimmte Eiweiße vor.

 

Was ist Lactose (Milchzucker)?

Lactose ist ein Zweifachzucker, der in der Milch enthalten ist – sowohl in Milchprodukten als auch in der Milch von Säugetieren. Laktose bzw. Milchzucker besteht aus Glukose, auch als Traubenzucker bekannt, und dem Einfachzucker Galaktose.

 

Laktose verbirgt sich im Supermarkt hinter diesen Begriffen und Zutaten

Nicht nur Menschen mit Laktoseunverträglichkeit studieren Zutatenlisten gründlich. Fast jeder zählt einen Betroffenen zu seinem Bekanntenkreis, für den man sich spätestens vor dem Einkauf einer Essenseinladung die entsprechenden Laktosebezeichnungen aneignet. Achten Sie nicht nur auf die Begriffe Milchzucker oder Laktose, auch Lactit (E966) und Laktosemonohydrat sollten nicht in der Zutatenliste stehen.

Michprodukte

Milch ist in vielen Lebensmitteln enthalten.

Folgende Lebensmittel können Probleme verursachen:

  • Milch, Trockenmilch, Sahne- und Vollmilchpulver
  • Molke, Joghurt, Quark, Kefir und Pudding
  • Eis und Schokolade
  • Käse

Selbst in Wurst, Pizzen, Lasagnen, Tiefkühlgerichten, Soßen und Suppen kann Laktose enthalten sein. Um es dem Verbraucher einfach zu machen, sind daher viele Lebensmittel, die laktosefrei sind auch als solches gekennzeichnet. So ist es durchaus möglich, laktosefreie Milch oder Joghurt zu erhalten, da diese Lebensmittel mit Laktase behandelt wurden.

 

Laktosegehalt in Produkten

  • Laktosefrei sind Produkte mit maximal 0,1 g Laktose pro 100 g. Hierzu zählt ausgiebig gereifter Käse wie Parmesan, Mozzarella, Feta und Camembert. Ferner (Butter-)Schmalz. Durch die fortschreitende Käsereifung nimmt der Laktosegehalt ab und beträgt bei Hartkäsesorten bis 0,1 %, bei Frischkäse hingegen über 2 % Lactose.
  • Mittlerer Laktosegehalt: Laktosegehalt zwischen 1 und 5 g Laktose pro 100 g: Mascarpone, Sauerrahm, Hüttenkäse, Joghurt, Sahne.
  • Hoher Laktosegehalt: > 5 g Laktose pro 100 g verursachen bei Lactoseintoleranz in der Regel Beschwerden: Eiscreme, Schmelzkäse, (Kondens-)Milch, Molke- und Magermilchprodukte.


Symptome einer Laktoseintoleranz

Frau mit Sodbrennen

Wer laktosehaltige Lebensmittel trotz Milchzuckerunverträglichkeit konsumiert, spürt die Folgen schnell: Übelkeit, Völlegefühl, Blähungen bis hin zum Durchfall sind die Konsequenz.

Durch das fehlende Enzym entstehen Gase (CO2), die sich in Blähungen und Bauchschmerzen äußern. Auch Übelkeit, Völlegefühl und wässriger Durchfall treten als Symptome einer Laktoseintoleranz auf, da der erhöhte Milchsäureanteil einen übermäßigen Flüssigkeitszustrom im Darmbereich heraufbeschwört.
 

Ursachen einer Milchzuckerunverträglichkeit

Milchzuckerunverträglichkeit betrifft selten Babys. Sie zeichnet sich aber häufig in den weiteren Lebensmonaten aufgrund des schwindenden Milchzucker-Enzyms bei Kindern und Jugendlichen ab. Ein Blick in die Geschichte zeigt, Milch hat für den Menschen erst mit Einführung der Viehwirtschaft an Bedeutung gewonnen. Der überwiegende Bevölkerungsanteil hat sich noch immer nicht 100-prozentig an Milchzucker gewöhnt. Die Asiaten etwa verwenden tagtäglich laktosefreie Kokosmilch und tragen somit nicht das Enzym in sich, das zum Spalten des Milchzuckers dient.

 

Laktoseintoleranztests

In einem Selbstversuch können Sie einen ersten Anhaltspunkt ermitteln. Lösen Sie hierzu Milchzucker, z. B. den Edelweiss Milchzucker, in einem Glas mit Flüssigkeit auf und nehmen ihn zu sich. Die Annahme auf Laktoseintoleranz verdichtet sich, wenn symptomatische Beschwerden folgen.

Ärzten stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung, unter anderem:

  • Wasserstoffatemtest: Dieser Test wird wegen seiner Genauigkeit am häufigsten durchgeführt. Nach Einnahme einer angereicherten Laktosedosis wird der Wasserstoffgehalt im Atem bestimmt.
  • Milchzuckerbelastungstest: Nach Zufuhr einer Laktosemenge wird der Blutzuckeranstieg gemessen. Betroffene atmen nach Verzehr von Milchzucker mehr Wasserstoff aus als andere. Bleibt der Blutzuckeranstieg gering (unter 10 mg/dl) oder bahnen sich Symptome an, so deutet das auf eine Laktoseintoleranz hin.
  • Biopsie: Hier wird Ihnen Gewebe aus dem Dünndarm entfernt und im Labor untersucht.

 

Behandlung einer Laktoseintoleranz

Wer mit einer Laktoseintoleranz lebt, muss nicht zwingend auf Milchprodukte verzichten. Vielmehr kommt es auf eine adäquate Reduktion des jeweiligen Angebots sowie auf die richtige Auswahl beim Einkaufen an. Darüber hinaus überbrücken Lactase-Tabletten den Genuss von laktosehaltigen Erzeugnissen. Die Tabletten versorgen den Körper mit dem Enzym, dessen Menge laut Einheit des Food Chemical Codex in FCC eingeteilt wird.

Durchschnittlich benötigt der Körper für den Abbau von einem Gramm Milchzucker  etwa 1.000 FCC Laktase. Wenn Sie beispielsweise ein Glas Milch (rund 200 ml) trinken, sind 6.000–10.000 FCC angemessen. Allerdings variiert die benötigte Menge von Mensch zu Mensch, da die Laktoseintoleranz unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

Bitte lassen Sie sich daher von Ihrem Arzt beraten, welche Präparate und welche Menge für Sie in Frage kommen.

 

Lactase-Tabletten aus Ihrer Apotheke:

·         Avitale Lactase 3500 FCC Tabletten im Klickspender

·         Laluk® 4500 Kapseln

·         Taxofit® LACTASE 6000 FORTE Mini-Tabletten

·         LactoStop® 14.000 FCC Tabletten Spender

·         Lactrase® 18.000 FCC Kapseln

 

Bei Durchfall und zur Prävention helfen z. B. die Yomogi® 250 mg Hartkapseln, die probiotisch wirksam das Immunsystem unterstützen. Schnelle Abhilfe gegen Blähungen erhalten Sie mit den Espumisan® Gold Perlen, Weichkapseln bei gasbedingten Magen-Darm-Beschwerden und Völlegefühl.

 

Gefahr bei Laktoseintoleranz – Komplikationen

Ein übervorsichtiger Verzicht auf milchhaltige Produkte kann zu Calciummangel führen – und damit zu Instabilität in Form von Osteoporose. Auch Vegetarier sollten bewusst auf eine ausgewogene Ernährung achten und genügend Eiweiß zu sich nehmen.


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