Hodenkrebs

Hodenkrebs

Ursachen, Symptome, Behandlung

Die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren ist Hodenkrebs. Er ist gut behandelbar und oft heilbar. Regelmäßige Kontrolle ist dabei entscheidend für eine frühzeitige Erkennung und eine erfolgreiche Therapie.

Was ist Hodenkrebs?

Hodenkrebs ist eine Krebserkrankung, die vor allem bei jungen Männern zwischen 20 und 40 Jahren auftritt. In Deutschland erkranken jährlich ca. 4.000 Männer an einem Hodenkarzinom (Hodenkrebs). Bei der Gesamtheit der Krebsneuerkrankungen zählt Hodenkrebs mit 1,6 % zu den eher seltenen Tumorerkrankungen.

Meistens beginnt die Krankheit mit einem bösartigen Tumor in einem der beiden Hoden. Dieser schmerzt zu Beginn nicht und lässt sich ertasten. Ein regelmäßiges Abtasten ist entscheidend für die Früherkennung und die Heilungschancen. Bei Hodenkrebs handelt es sich zu 95 % um Keimzelltumore. Keimzellen sind Zellen, die die Spermien produzieren. Bestehen diese aus einer Gewebeart, nennen Mediziner sie Seminome. Zu dieser Art gehören ca. 60 % der Hodentumore.

Sind sie aus verschiedenen Arten von Gewebe aufgebaut, heißen sie Nicht-Seminome. Die anderen 5 % der Tumore bilden sich aus Zellen des umliegenden Stütz- und Bindegewebes. Sie heißen Leydigzelltumore oder Seritolizelltumore.

Die Hoden

Die zwei Hoden des Mannes sind pflaumengroß, eiförmig und liegen im sogenannten Hodensack. Ein Hoden wiegt 25 bis 30 g und ist von einer festen Kapsel aus Bindegewebe umgeben. Er besteht aus bis zu 300 pyramidenförmigen Läppchen, in denen die Hodenkanäle verlaufen. Dazwischen liegen die Leydig-Zwischenzellen, die das Sexualhormon Testosteron bilden.

Symptome bei Hodenkrebs

Erektionsstörung
Bei Hodenkrebs kommt es zu Schmerzen im Unterleib.
Bild: Motortion – Getty Images (Canva.com)

In vielen Fällen bereitet Hodenkrebs noch keine großen Beschwerden. Deshalb ist es wichtig, den Hoden regelmäßig abzutasten. Kleine, schmerzlose Verhärtungen deuten auf Hodenkrebs hin. Das Anschwellen eines Hodens ist ebenfalls ein Zeichen für einen Hodentumor. Zusammengefasst sind dies die häufigsten Symptome für Hodenkrebs:

  • Vergrößerung eines oder beider Hoden
  • tastbare, schmerzlose Verhärtung
  • schweres Gefühl im Hodensack
  • Unterleibsschmerzen
  • Leistenschmerzen
  • Flüssigkeitsansammlung im Hodensack
  • begleitende Symptome: Müdigkeit, Übelkeit, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Rückenschmerzen

Die Brust verändert sich bei manchen Tumorarten. Durch die Produktion weiblicher Hormone vergrößert sich die Brust des Mannes ein- oder beidseitig. Das Schwangerschaftshormon ß-HCG ist ein bedeutender Tumormarker für Hodenkrebs.

Wichtig: Schmerzen und Schwellungen am Hodensack hängen häufig mit gutartigen Erkrankungen (z. B. Nebenhodenentzündung oder Hodenentzündung) zusammen. Bei Beschwerden dieser Art ist es ratsam, einen Urologen aufzusuchen. Experten raten Männern im Alter von 14 bis 45 Jahren einmal monatlich ihre Hoden abzutasten.

Bleibt der Hodenkrebs unerkannt, vermehren sich die Krebszellen über die Lymph- und Blutgefäße im ganzen Körper. Dadurch bilden sich an verschiedenen Stellen weitere Tumore. Meistens betrifft das die Lunge, das Gehirn, die Knochen und die Leber. Je nach Organ treten unterschiedliche Symptome auf.

Hodenkrebs

Wichtig ist es, beide Hoden miteinander zu vergleichen, um Unterschiede zuverlässig festzustellen. Bei Veränderungen oder Auffälligkeiten unbedingt einen Arzt konsultieren!

Diagnose von Hodenkrebs

Besteht der Verdacht auf Hodenkrebs, erfolgt eine klinische Untersuchung. Ein ausführliches Gespräch und eine Einschätzung der Symptome geben Anlass für eine erste Tastuntersuchung. Bei Auffälligkeiten folgt ein Ultraschall der Hoden und eine Magnetresonanztomografie (MRT). Ebenfalls entscheidend ist die Blutuntersuchung mit Tumormarkern. Um festzustellen, in welchem Stadium sich der Krebs befindet, erfolgt eine Computertomografie des Brust- und Bauchraums (CT). Sicherheit bietet nur die histologische Untersuchung der Gewebeprobe (Biopsie). Im Anschluss darauf folgt dann die Operation.

Tumorstadien

In der Medizin gelten grob folgende Tumorstadien:

  • Stadium I: bösartiger Tumor in einem Hoden, keine Metastasen
  • Stadium II: benachbarte Lymphknoten befallen, aber keine weiter entfernten Krebsabsiedlungen; je nach Größe und Anzahl der befallenen Lymphknoten unterscheiden Mediziner weiter in IIA, IIB, IIC
  • Stadium III: zusätzlich Fernmetastasen (z. B. in der Lunge) vorhanden; der Schweregrad unterscheidet in IIIA, IIIB, IIIC

Behandlung von Hodenkrebs

Hodenkrebs ist gut behandelbar. 5 Jahre nach der Diagnose leben noch ca. 96 % der Patienten. Selbst nach 10 Jahren liegt die Rate bei 95 %. Deshalb gehört Hodenkrebs zu den Krebserkrankungen mit der höchsten Überlebenswahrscheinlichkeit. Je früher die Diagnose, desto höher die Überlebenschance. Wenn sich bereits zahlreiche Krebszellen in anderen Organen gebildet haben, verschlechtert das die Heilungschance. Eine Behandlung und Therapie sind von Patienten abhängig. In der Regel erfolgt eine Chemotherapie, Strahlentherapie und/oder eine chirurgische Entnahme der Tumore.

Fruchtbarkeit

In vielen Fällen befällt der Krebs nur einen Hoden. Mit einem funktionierenden Hoden bleibt die Fruchtbarkeit bestehen. Bei der Entfernung beider Hoden ist der Betroffene unfruchtbar. Das Fehlen der Testosteronproduktion sorgt anschließend für verringerndes sexuelles Empfinden und mangelnde Erektionsfähigkeit. Dies lässt sich aber durch künstliche Hormone ersetzen. Vor der Behandlung empfiehlt es sich, die Spermien zu untersuchen und gegebenenfalls einfrieren zu lassen.

Risikofaktoren für Hodenkrebs

Testosteron

Hodenkrebs entsteht in der Regel durch angeborene Entwicklungsstörungen. Wenn der Hoden nach der Geburt nicht in den Hodensack absinkt (Maldescensus testis), besteht ein 15- bis 45-fach hohes Risiko, einen Hodentumor zu entwickeln. Erkrankte ein Verwandter ersten Grades bereits an Hodenkrebs, besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko. HIV-Infektionen sind selten der Grund für eine Hodenkrebserkrankung. Unfruchtbarkeit ist ebenfalls ein Risikofaktor für Hodentumore. Je geringer die Anzahl der zeugungsfähigen Spermien ist, desto höher das Tumorrisiko. Ein bereits überstandener Hodentumor ist ebenfalls ein Risikofaktor für eine erneute Hodenkrebserkrankung.

Wenn ein doppeltes X-Chromosom beim Mann vorliegt, sprechen Expert*innen vom Klinefelter-Syndrom. Betroffene haben einen niedrigen Testosteronspiegel und sind meistens unfruchtbar. Hodenkrebs tritt bei dieser genetischen Veränderung vermehrt auf.

Hodenkrebs vorbeugen

Die regelmäßige selbstständige Tastuntersuchung ist sehr wichtig für eine frühzeitige Erkennung des Tumors. Es empfiehlt sich, auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Wenig Alkohol, Nikotin, viel Sport und eine gesunde Ernährung sind wichtig für eine gesunde Körperfunktion.


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Stand vom: 06.09.2022

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen. 

Bild: pbxstudio (Canva.com)

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