Vergesslichkeit im Alter (leichte kognitive Störung)

Vergesslichkeit im Alter: Senior schaut auf den Kalender.

Kalender und Notizzettel sind wichtige Helfer bei Vergesslichkeit im Alter.

Die Altersvergesslichkeit wird in der Medizin als leichte kognitive Störung bezeichnet. Kognitiv kommt aus dem lateinischen und heißt so viel wie „das Erkennen betreffend“. Vergesslichkeit im Alter macht sich vor allem durch die Leistungsabnahme des Gedächtnisses und einer verminderten Aufmerksamkeit bemerkbar.

 

Altersvergesslichkeit und Demenz: Was sind die Unterschiede?

Im Gegensatz zur Demenz schreitet Altersvergesslichkeit nicht ständig weiter fort. Sie bleibt ab einem bestimmten Niveau unverändert. Demenz zeigt sich außerdem durch weitaus stärkere Einschränkungen der Denkleistung. Es treten Störungen auf, die sich auf die Orientierung, die Geschicklichkeit, das Lesen, Schreiben und Rechnen auswirken können.

Die Altersvergesslichkeit verläuft in der Regel harmlos. Sie entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Die Abgrenzung zur Demenz ist jedoch nicht ganz eindeutig. Experten nehmen an, dass Altersvergesslichkeit eine Vorstufe zur Demenz sein kann. Neueren Studien zufolge entwickelt sich bei etwa 15 % der Betroffenen aus der leichten kognitiven Störung im Laufe eines Jahres eine Alzheimer-Demenz. Um eine solche Entwicklung frühzeitig zu erkennen, sollten Betroffene rechtzeitig mit ihrem Hausarzt oder mit Fachärzten (zum Beispiel Neurologen) über die Gedächtnisprobleme sprechen.

Normale Vergesslichkeit im Alter oder Demenz? Unterschiede gibt es, allerdings sind diese nicht immer leicht zu erkennen. Mögliche Unterscheidungskriterien sind:

 

Altersvergesslichkeit Demenzerkrankung
Gelegentlich werden Dinge wie Schlüssel oder Brille verlegt oder Telefonnummern und Namen vergessen, aber sie werden wiedergefunden oder man erinnert sich wieder daran. Häufig werden Gegenstände verlegt und es bereitet große Mühe, diese wiederzufinden. Tauchen die Gegenstände wieder auf, befinden sie sich oft an unüblichen Ablageplätzen.
Teilweise werden Inhalte aus Erlebnissen vergessen, an die man sich später wieder erinnert. Betroffene vergessen ganze Erlebnisse, an die sie sich später nur selten wieder erinnern.
Notizzettel können als Merkhilfe genutzt werden. Zunehmend geht die Fähigkeit verloren, Notizzettel als Erinnerungsstütze zu nutzen.

 

Ursachen der Altersvergesslichkeit

Ältere Frau

Je älter man wird, umso mehr nimmt die Gedächtnisleistung ab.

Die genauen Ursachen für Altersvergesslichkeit sind nicht bekannt. Fest steht, dass ein Zusammenhang zum normalen Alterungsprozess besteht. Altern zeigt sich unter anderem durch Veränderungen des Körpers. Auch das Gehirn ist davon betroffen. Ab dem 40. Lebensjahr nimmt das Gehirn an Masse ab – bis ins hohe Alter wird es um 10–15 % kleiner. Durch diesen Alterungsvorgang ändern sich auch die Verbindungen zwischen den Nervenzellen (Synapsen). Die Gedächtnisleistung nimmt daher im Zuge der Alterung ab und betrifft früher oder später jeden.

Eine leichte kognitive Störung kann auch die Folge einer Erkrankung sein. Dazu zählen zum Beispiel Gehirnblutungen, ein Gehirntumor oder Infektionskrankheiten wie Neuroborreliose. Auch eine Depression oder eine Neurose kann Symptome einer Altersvergesslichkeit auslösen.

 

Symptome bei Vergesslichkeit im Alter

Die Vergesslichkeit im Alter zeigt sich durch verschiedene Symptome:

  •  Namen, Adressen oder Nummern prägen sich nicht so gut ein oder man erinnert sich schlechter daran.
  • Gelegentlich werden Ablageorte von beispielsweise Brille oder Ausweis vergessen.
  • Teile von Erinnerungen, die im Kurzzeitgedächtnis gespeichert sind, gehen vorübergehend verloren.
  • Die Konzentrationsleistung lässt nach, es fällt schwer, sich längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren.
  • Betroffene wirken auf andere unaufmerksam oder ungeduldig.

 

Behandlung von Altersvergesslichkeit: Welches Medikament bei Gedächtnisschwäche?

Aktuell gibt es noch keine Behandlungsmethode, um die Beschwerden einer leichten kognitiven Störung zuverlässig zu heilen. Zwar gibt es Arzneimittel, die eingesetzt werden, um das Fortschreiten der Gedächtnisschwäche aufzuhalten. Jedoch gibt es zu diesen Medikamenten und ihren Wirkungserfolgen bis jetzt nur wenige Forschungsergebnisse.

Dennoch spricht nichts dagegen, Präparate zur Unterstützung der Gedächtnisleistung einzunehmen. Gingko-Präparate werden bei Gedächtnisschwäche vielfach empfohlen, um die Gedächtnisleistung zu stärken und die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. Die aus den Ginkgo-biloba-Blättern gewonnenen Inhaltsstoffe dieser Mittel sind im wesentlichen Flavonoide und Terpenoide. Diesen wird ein zellschützender, zellerneuernder und durchblutungsfördernder Effekt zugesprochen.

 

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Schachspielen

Schachspielen macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch die geistige Gesundheit.

Darüber hinaus kommen Behandlungsmethoden aus der Psychotherapie zum Einsatz. Sie helfen, die Leistungs- und besonders die Merkfähigkeit zu erhalten. Allgemein sorgen regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und andere Aktivitäten, die den Geist fordern, für eine Verbesserung der Gedächtnisleistung.


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