Laktose

Milchzucker löst bei 15 % aller Deutschen Laktoseintoleranz aus

Die in der Muttermilch enthaltene Laktose liefert dem Säugling die notwendige Energie. Als Erwachsener vertragen wir den Milchzucker nicht mehr so gut. Viele von uns leiden an einer Laktose-Intoleranz. Milchzucker ist aber in Kuh- und Ziegenmilch sowie Joghurt, Quark und Käse  enthalten.

Was ist Laktose?

Michprodukte
In Milch und Milchprodukte steckt viel Milchzucker.

Die farblose, kristalline und süße Laktose (alternative Schreibweise: Lactose) ist ein Zweifachzucker (Disaccharid). Sie besteht aus je einem Molekül Galaktose und Glukose. Das Gemisch aus Schleimzucker und Traubenzucker ist in der Milch von Säugetieren enthalten. Die in den Milchdrüsen synthetisierte Laktose ist ein wichtiger Energielieferant und einziger Nahrungskohlenhydrat für den Säugling. Der menschliche Organismus kann den Milchzucker nur in gespaltener Form als Energielieferant für Stoffwechselvorgänge nutzen.  Hierfür ist das Enzym Laktase notwendig.

Welche Funktionen hat Laktose?

Stillen
Muttermilch: Energie- und Nährstofflieferant für’s Kind

In den ersten Lebensmonaten wird der Säugling nur über die Muttermilch mit Nährstoffen versorgt. Aus der Laktose gewinnt das Baby Energie.

Die Aufnahme von Milchzucker sorgt für die Bildung einer erwünschten Darmflora, indem sie Bifidus-Bakterien begünstigt und Fäulnisbakterien hemmt. Außerdem unterstützt Laktose die Aufnahme von Calcium.

In welchen Lebensmitteln ist Laktose enthalten?

Wurst
Hätten Sie es gedacht? Laktose kann in Wurst enthalten sein.

Da Laktose zur Herstellung verschiedener Lebensmittel genutzt wird, können viele Nahrungsmittel Laktose enthalten, bei denen man es nicht vermuten würde. Sie ist beispielsweise texturverändernd für die Tiefkühlkost, wirkt als Trägermaterial für Aromen, Wirkstoffe oder als Emulgator, sorgt für Zähigkeit und erzeugt einen cremigen Geschmack.

Laktose verbirgt sich im Supermarkt hinter diesen Begriffen und Zutaten

Nicht nur Menschen mit Laktoseunverträglichkeit studieren Zutatenlisten gründlich. Fast jeder zählt einen Betroffenen zu seinem Bekanntenkreis, für den man sich spätestens vor dem Einkauf einer Essenseinladung die entsprechenden Laktosebezeichnungen aneignet. Achten Sie nicht nur auf die Begriffe Milchzucker oder Laktose, auch Lactit (E 966) und Laktosemonohydrat sollten nicht in der Zutatenliste stehen.

Selbst in Wurst, Pizzen, Lasagnen, Tiefkühlgerichten, Soßen und Suppen kann Laktose enthalten sein. Um es dem Verbraucher einfach zu machen, sind daher viele Lebensmittel, die laktosefrei sind auch als solches gekennzeichnet. So ist es durchaus möglich, laktosefreie Milch oder Joghurt zu erhalten, da diese Lebensmittel mit Laktase behandelt wurden.

Besonders laktosehaltige Lebensmittel

  • Milch, Butter- Kondens- und Trockenmilch
  • Milchpulver und Molke
  • Quark, Kefir und Joghurt
  • Käse
  • Sahne und Sahnepulver
  • Pudding, Eiscreme und Schokolade

Laktosegehalt von Milchsorten

MilchsorteLaktose in Gramm pro 100 Gramm
Kuhmilch4,8
Schafsmilch4,7
Ziegenmilch4,2

Laktosegehalt in Produkten

  • Laktosefrei sind Produkte mit maximal 0,1 g Laktose pro 100 g. Hierzu zählt ausgiebig gereifter Käse wie Parmesan, Mozzarella, Feta und Camembert. Ferner (Butter-)Schmalz. Durch die fortschreitende Käsereifung nimmt der Laktosegehalt ab und beträgt bei Hartkäsesorten bis 0,1 %, bei Frischkäse hingegen über 2 % Lactose.
  • Mittlerer Laktosegehalt: Laktosegehalt zwischen 1 und 5 g Laktose pro 100 g: Mascarpone, Sauerrahm, Hüttenkäse, Joghurt, Sahne.
  • Hoher Laktosegehalt: > 5 g Laktose pro 100 g verursachen bei Lactoseintoleranz in der Regel Beschwerden: Eiscreme, Schmelzkäse, (Kondens-)Milch, Molke- und Magermilchprodukte.

Was ist Laktoseintoleranz?

Laktoseintoleranz (Laktosemalabsorption) trifft zu, wenn in Speisen enthaltener Milchzucker unzureichend aufgespaltet wird. Damit der Körper Milchzucker aufnehmen kann, ist er auf das milchspaltende Enzym Lactase (LPH) angewiesen. Fehlt das Enzym oder ist es nur eingeschränkt funktionstüchtig, wird der Nahrungsbrei dennoch in den Dickdarm weitertransportiert. Durch die Zersetzung der dortigen Bakterien bilden sich daraufhin Wasserstoff (nicht schädigend) und die Gase Methan und Kohlenstoffdioxid (CO2). Letztere führen zu den charakteristischen Symptomen der Laktoseintoleranz.

Eine Laktoseintoleranz ist nicht mit der Milcheiweißallergie (Kuhmilchallergie) zu verwechseln. Hier liegt eine allergische Reaktion auf bestimmte Eiweiße vor.

Wie häufig tritt eine Laktoseintoleranz auf?

In Asien und Afrika ist die Milchzuckerunverträglichkeit der Normalzustand. Etwa 90 % der asiatischen und afrikanischen Bevölkerung sind davon betroffen. In Westeuropa, Australien und Nordamerika liegt die Quote bei hellhäutigen Personen bei 5–15 %. Das liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, dass in diesen Regionen schon viel länger Tiermilch verwendet wird. So konnte sich der menschliche Körper über Generationen daran gewöhnen, auch im Erwachsenenalter genügend Laktase zu produzieren.

Im deutschsprachigen Raum kann man von 15 % der Gesamtbevölkerung ausgehen. Laut einer Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse steigt der Anteil an Laktoseintoleranten in der deutschen Bevölkerung an. Das mag daran liegen, dass das Thema aufgrund seiner Medienpräsenz stärker ins Bewusstsein von Betroffenen rückt, die sich dann mit neuen Testverfahren Gewissheit verschaffen können. Da es sich lediglich um eine Befragung handelt, mag das Ergebnis in gewisser Weise aber auch einen Ernährungstrend widerspiegeln.

Infografik: Immer mehr Laktoseintolerante | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista.

Wodurch wird eine Laktoseintoleranz verursacht?

Das in der Dünndarmwand enthaltene Enzym Laktase spaltet die Laktose in ihre zwei Zuckermoleküle auf. Säuglinge benötigen eine große Menge Laktase, um Milchzucker in der Muttermilch abbauen zu können. Die Laktase-Produktion nimmt jedoch ab, wenn Muttermilch nicht mehr das Hauptnahrungsmittel ist.

Herrscht ein Laktase-Mangel oder eine verminderte Aktivität von Laktase vor, kommt es zu einer Laktose-Intoleranz. Wird mehr Milchzucker aufgenommen als Laktase zum Aufspalten vorhanden ist, wird die Laktose zu den unteren Darmabschnitten weitergeleitet und dort zu Milch- und Essigsäure sowie Kohlenstoffdioxid abgebaut.

Wie äußert sich eine Laktoseintoleranz?

Beschwerden bei Unterleibsschmerzen
Eine Laktoseintoleranz verursacht Probleme im Magen-Darm-Trakt.

Unmittelbar oder wenige Stunden nach dem Genuss von Milch bzw. Milchprodukten treten Beschwerden auf wie:

Je mehr Laktose man konsumiert hat, umso heftiger fallen die Symptome in der Regel aus.

Wie stellt man eine Laktoseintoleranz fest?

In einem Selbstversuch können Sie einen ersten Anhaltspunkt ermitteln. Lösen Sie hierzu Milchzucker in einem Glas mit Flüssigkeit auf und nehmen ihn zu sich. Die Annahme auf Laktoseintoleranz verdichtet sich, wenn symptomatische Beschwerden folgen.

Ärzten stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung, unter anderem:

  • Wasserstoffatemtest: Dieser Test wird wegen seiner Genauigkeit am häufigsten durchgeführt. Nach Einnahme einer angereicherten Laktosedosis wird der Wasserstoffgehalt im Atem bestimmt.
  • Milchzuckerbelastungstest: Nach Zufuhr einer Laktosemenge wird der Blutzuckeranstieg gemessen. Betroffene atmen nach Verzehr von Milchzucker mehr Wasserstoff aus als andere. Bleibt der Blutzuckeranstieg gering (unter 10 mg/dl) oder bahnen sich Symptome an, so deutet das auf eine Laktoseintoleranz hin.
  • Biopsie: Hier wird Ihnen Gewebe aus dem Dünndarm entfernt und im Labor untersucht.

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Woran erkennt man Laktoseintoleranz bei Babys?

Baby
Wenn Säuglinge eine angeborene Milchzuckerunverträglichkeit haben, können sie keine Muttermilch trinken.

Eine Sonderform der Milchzuckerunverträglichkeit ist ein angeborener vollständiger Laktasemangel. Bei der sogenannten Alaktasie reagieren Säuglinge bereits sehr stark auf die kleinste Menge Laktose. Als Folge drohen Energiemangel, Austrocknung, Unterversorgung und Unterernährung.

Durch die nichtvorhandene  Laktase kann der Säugling den Milchzucker nicht aufspalten und daher die Glukose zur Energiegewinnung nicht nutzen.  Um Hirnschäden zu vermeiden und das Baby mit ausreichend Energie zu versorgen, benötigt es eine spezielle Ernährung, die dem Kind Traubenzucker zur Verfügung stellt.

Wie lebt man mit einer Laktoseintoleranz?

Menschen, die eine Laktose-Unverträglichkeit aufweisen, müssen auf laktosehaltige Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte verzichten oder deren Konsum minimal halten.

Ganz sicher ist man also beim Kauf von Produkten, die extra mit den Begriffen „laktosefrei“ oder „frei von Laktose“ gekennzeichnet sind.

Lactase ist auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, um bei einer laktosehaltigen Mahlzeit entsprechend viel Laktase zur Verfügung zu stellen.

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Stand vom: 20.03.2019